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Bauausschuss Bad Wiessee: Wieder Nein zu Personalhaus am Bergerweg

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Bad Wiessee Bergerweg Personalhaus
Den Bau eines Personalhauses auf diesem Grundstück am Bergerweg hat der Bauausschuss abgelehnt. © Gernböck

Bad Wiessee – Trotz Nachbesserungen fand der geplante Bau eines Angestelltenwohnheims am Bergerweg in Bad Wiessee im Bauausschuss erneut keine Zustimmung.

Bereits im Mai dieses Jahres hatte sich der Bauausschuss der Gemeinde Bad Wiessee mit dem geplanten Bau eines Angestelltenwohnheims am Bergerweg befasst. Im ersten Durchgang war das Vorhaben abgelehnt worden. Das Gremium hatte die zu geringe Zahl an Stellplätzen moniert, die durch ein Mobilitätskonzept begründet wurde. Dies wiederum war seitens der Bauverwaltung als viel zu knapp und wenig aussagekräftig beurteilt worden. Auch optisch hatte es Kritik gegeben. So stießen geplante Außentreppen, die deutlich über die Tiefe der Vordächer hinausragen würden, auf Ablehnung aus dem Bauamt wie auch aus dem Bauausschuss. Trotz Nachbesserungen fand das Vorhaben erneut keine Zustimmung.

Der Bauherr war auf die Anregungen eingegangen und hatte die Pläne überarbeitet. Die Treppen wurden nach innen verlegt. Auch an der Gestaltung wurde gearbeitet, die zuvor als „uniform“ und der Umgebungsbebauung nicht angemessen empfunden worden war, wie Bauamtsleiter Anton Bammer ausführte. Zusätzlich wurde auch die Parkplatzproblematik gelöst. Statt der ursprünglich in Kombination mit einem Mobilitätskonzept vorgesehenen 18 Parkplätze sollen nun 30 Stellplätze geschaffen werden, was der laut Stellplatzsatzung nötigen Zahl entspricht. Dabei sollen auch Duplex-Parker zum Einsatz kommen, sagte der Bauamtschef.

Stellflächen begrünen und „eingraben“

Ansonsten bleibt die Planung weitgehend unverändert. Nach Abbruch des Bestandsgebäudes auf dem Grundstück soll das Wohnheim in einer Größe von gut 26 mal 13 Metern errichtet werden, bei einer Traufhöhe von bergseits, also Richtung Osten, fünfeinhalb und nach Westen 8,7 Metern. 36 Zimmer mit insgesamt 47 Betten sollen in dem Gebäude Platz finden. Über Lichthöfe sollen vier Ein-Bett-Zimmer im Untergeschoss erhellt werden, was durch die Hanglage des Geländes erforderlich scheint. Diese soll auch der Optik der Parkplätze zugutekommen, wie Bauamtsleiter Bammer erläuterte. So ist vorgesehen, die Stellflächen teils zu begrünen und quasi in den Hang „einzugraben“. Angesichts der Topographie sei dies eine gute und durchaus vertretbare Lösung, da die Stellflächen dadurch optisch kaum in Erscheinung treten würden, urteilte Bammer. Seitens der Bauverwaltung wurde das Projekt in der überarbeiteten Version als durchaus ansprechend und genehmigungsfähig beurteilt. „Natürlich gelten hier andere Anforderungen wie bei einem hochwertigen Wohngebiet“, räumte Bammer ein.

Uneingeschränkt positiv waren die Stimmen in der anschließenden Diskussion dennoch nicht. Der gestalterische Aha-Effekt sei trotz der verschwundenen Außentreppen ausgeblieben, befand Peter Kathan (CSU). Auch solle man sicherstellen, dass die Balkone in Holzbauweise ausgeführt werden. Gegen die Installation von Lichtgräben sprach sich Fraktionskollege Florian Sareiter aus. Würden diese im vorliegenden Falle genehmigt, schaffe man einen Bezugsfall. Kritisch sah er auch die Stellplatzregelung. Würde die neu gefasste Stellplatzsatzung für Personalhäuser nicht greifen, würden die Autos in dem sensiblen Gebiet auf der Straße geparkt. Fünf Wohneinheiten weniger wären möglicherweise eine gute Lösung gewesen, gab er zu bedenken.

Als großes Plus wertete Johannes von Miller (Grüne) das Fehlen einer Tiefgarage. Trotzdem mahnte er, der dennoch massiven Versiegelung gegenzusteuern, indem für Zufahrt und Parkplätze durchlässiger Belag vorgeschrieben werden solle. Kurt Sareiter (CSU) befürchtete, dass 30 Parkplätze nicht ausreichend seien und verwies auf den Mangel an Parkraum, unter dem Anwohner des Bergerwegs schon seit langem leiden. Denkbar knapp – mit 4:4 Stimmen – wurde der Antrag schließlich abgelehnt. ger

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