Mehr Artenschutz

So will das Verkehrsministerium Straßenbiotope pflegen

Das Grün am Straßenrand soll in Bayern – so auch im Landkreis Miesbach – künftig mehr in den Fokus rücken, wenn es nach der bayerischen Staatsregierung geht.
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Das Grün am Straßenrand soll in Bayern – so auch im Landkreis Miesbach – künftig mehr in den Fokus rücken, wenn es nach der bayerischen Staatsregierung geht.

Landkreis – Mehr Artenschutz lautet die Devise des bayerischen Verkehrsministeriums. Nun soll die Pflege von Straßenbiotopen optimiert werden.

Die bayerische Staatsbauverwaltung betreut ein Straßennetz von rund 23.000 Kilometern Länge und rund 40.000 Hektar Straßenbegleitflächen. „Damit haben wir eine hervorragende Ausgangssituation, die Artenvielfalt in Bayern zu fördern, und das packen wir jetzt an“, sagt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Ein Teil des Straßenbegleitgrüns, die künftigen Auswahlflächen, sind schon jetzt besonders hochwertig oder können durch eine Umstellung der Pflege für Tiere und Pflanzen aufgewertet werden. In einem ersten Schritt werden die Auswahlflächen digital kartiert. Auf dieser Grundlage werden dann für jede Fläche spezifische Pflegepläne erarbeitet. Ziel ist es, so schnell wie möglich auf die optimierte Pflege umzustellen. Dazu wurden von den staatlichen Bauämtern externe Spezialisten beauftragt. Die gesamte Auftragssumme beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Ein Gewinn für den Artenschutz, von dem auch die mittelständischen Landschaftsplanungsbüros profitieren.

Das Straßenbegleitgrün wird in einen Intensiv- und einen Extensivbereich unterteilt. Der Intensivbereich umfasst unter anderem die Bankette und Entwässerungsmulden, die aus Gründen der Verkehrssicherheit ein- bis dreimal jährlich standardisiert gepflegt werden. Dagegen können auf den Wiesenflächen des Extensivbereichs ökologische Aspekte und der Artenschutz in den Vordergrund treten. „Abhängig von der Lage, der Biotopausstattung der Umgebung, der Flächengröße, der vorhandenen Vegetation und den Bodenverhältnissen können die Wiesenflächen unterschiedlich stark zur Erhöhung der Artenvielfalt und zur Stärkung des Biotopverbundes beitragen“, erklärt die Ministerin.

In einem ersten Schritt werden die für den Artenschutz am besten geeigneten Flächen identifiziert und nach einem bayernweit einheitlichen System als sogenannte Auswahlflächen festgelegt. Für diese Auswahlflächen werden je nach aktuellem Bestand und angestrebtem Zielzustand angepasste Pflege- und Entwicklungspläne erarbeitet. Dabei wird festgelegt, wann, in welcher Häufigkeit und mit welchen Geräten die Wiesen künftig gemäht werden. Schreyer dazu: „So kann künftig wesentlich differenzierter als mit der bisherigen Standardpflege auf die örtlichen Verhältnisse sowie auf Tiere und Pflanzen Rücksicht genommen werden. Im Fokus der Auswahlflächen stehen artenreiche Standorte, offene Fels-, Kies- oder Sandflächen, die zum Beispiel für Wildbienen besonders wichtig sind sowie Vorkommen gefährdeter oder geschützter Tiere und Pflanzen.“ Die Lage der Auswahlflächen und die Pflegepläne werden digital erfasst und in einem zentralen Geoinformationssystem aufbereitet.

Die bayerische Staatsbauverwaltung investiert in diesem ersten Schritt zusammengerechnet rund 1,2 Millionen Euro, um die Artenvielfalt zu erhalten und Biotope zu vernetzen, was nicht zuletzt gerade in dieser schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage den 15 über ganz Bayern verteilten mittelständischen Landschaftsplanungsbüros zugute kommt. ksl

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