Überplanung des Innenbereichs

Wie Bayrischzell seinen Dorfcharakter für die Zukunft erhalten will

Modell von Bayrischzell
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Das Modell stellt die maximal mögliche Bebauung im Innenbereich von Bayrischzell nach Aufstellung des neuen geplanten Bebauungsplans dar. Häuser mit Fassadenaufdruck sind Bestand.

Bayrischzell – Der Gemeinderat hat einen Bebauungsplan für die Bayrischzeller Ortsmitte auf den Weg gebracht. Dabei soll der Dorfcharakter erhalten bleiben.

Nach ersten Gesprächen Anfang 2020 gingen die Gemeinderäte bei ihrer jüngsten Zusammenkunft den nächsten Schritt in Richtung Überplanung des Innenbereichs von Bayrischzell. Es sollen Erweiterungsoptionen im Bestand ermöglicht werden, das Dorfzentrum und Nutzungen aber erhalten bleiben. Das Architekturbüro Nagler aus München stellte die Planungen anhand eines Modells vor.

Derzeit gibt es noch keinen Bebauungsplan für die Bayrischzeller Ortsmitte. Ziel ist es, für diesen Geltungsbereich ein gültiges Regelwerk zu erstellen, das nicht zu eng gefasst ist und für alle gilt. „Es soll etwas ermöglicht werden“, betonte Bürgermeister Georg Kittenrainer. Florian Nagler ist es sehr wichtig, den Dorfcharakter von Bayrischzell zu erhalten, und so zielen seine Pläne auf eine Nachverdichtung in der Ortsmitte ab. Dabei setzt er auf einfache Regeln. „Wenn man viel festlegt, braucht man hinterher viele Ausnahmen“, sagte Nagler aus Erfahrung.

Das Modell zeigt die maximale Bebauung, die nach dem Aufstellen des Bebauungsplans möglich wäre. „Ich finde selbst die maximale Bebauung verträglich für Bayrischzell“, sagte Kittenrainer, der froh ist, dass ein Architekt unvoreingenommen von außen auf die Planungen schaut.

Zwei Basisregeln für Bayrischzell

Basis für den Bebauungsplan sind zwei Regeln. Für ein- und zweigeschossige Gebäude gilt: Die Abstandsfläche muss vor vier Außenwänden mindestens der halben Gebäudehöhe entsprechen. Nicht mehr als 16 Meter, mindestens jedoch 3 Meter. Die maximale Länge von ein- und zweigeschossigen Gebäuden wird auf 30 Meter begrenzt. Bei dreigeschossigen Gebäuden muss die Abstandsfläche vor zwei Außenwänden mindestens der halben Gebäudehöhe entsprechen. Nicht mehr als 16 Meter, mindestens jedoch 5 Meter. Die maximale Länge von dreigeschossigen Gebäuden wird auf 20 Meter begrenzt.

Ein Werk für die Zukunft in Bayrischzell

Zusätzlich sollen beispielsweise die maximale Grundflächenzahl, die Dachneigung und die Gestaltung der Nebengebäude geregelt werden. Die Gemeinde soll ein Vorkaufsrecht bei Erschließungsflächen auf privaten Grundstücken erhalten. Mit der Zweitwohnungssteuersatzung und der Fremdenverkehrssatzung werden bereits vorhandene Werkzeuge genutzt. Laden- und Geschäftsnutzungen sowie Grünflächen sollen erhalten bleiben. „Das ist ein Werk für die Zukunft“, sagte Kittenrainer.

Derzeit wird noch geprüft, ob das beschleunigte Aufstellungsverfahren für diesen Bebauungsplan der Innenentwicklung durchgeführt werden kann. Der Gemeinderat stimmte dem Planentwurf zu und beauftragte die Verwaltung mit der Durchführung des Aufstellungsverfahrens. Die Pläne und das Modell werden – sobald das corona-konform möglich ist – für die Bürger öffentlich zugänglich gemacht. jw

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