Personal für Spitzentage

Wie Bayrischzell Besucher zum richtigen Parkplatz leiten will

Bayrischzell hat nur an Spitzentagen Probleme mit Parkplätzen. Für diese möchte die Gemeinde jetzt einen Parkservice einrichten.
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Bayrischzell hat nur an Spitzentagen Probleme mit Parkplätzen. Für diese möchte die Gemeinde jetzt einen Parkservice einrichten.

Bayrischzell – Der Ausflugsverkehr in die Region ist enorm, so auch nach Bayrischzell. Dort hat sich der Gemeinderat nun zu einer freundlichen Variante entschieden.

Am Fronleichnam-Schönwetter-Brückentag waren auch die Bayrischzeller Parkplätze überlastet. Das Thema Overtourism schwebt schon lange über der Tourismusbranche. Durch die Corona-Pandemie verstärkt, kommt es jetzt an Spitzentagen auch in Bayrisch­zell zu einer Überbelastung von Natur und Einwohnern. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden Lösungsansätze diskutiert.

Seit dem Ende des Corona-Lockdowns rollen die Wellen aus dem Großraum München auch nach Bayrisch­zell. „Das ist kein reines Bayrischzell-Thema“, sagte Bürgermeister Georg Kittenrainer nun. Eine Gesamtlösung für die Verkehrsströme müsse von höherer Ebene kommen, also vom Landkreis. Klaus Weilbach (CSU) sieht die momentane Problematik zu 100 Prozent Corona geschuldet. „Das wird sich wieder auflösen, und es ist eine Chance für uns“, sagte er. Es können so sogar Übernachtungsgäste generiert werden, wenn es den Leuten in Bayrischzell gefällt. „Und wenn man ihnen freundlich begegnet“, setzte Stephanie Hintermayer nach, die Leiterin der Tourist-Info vor Ort.

Genau das ist ihr kleiner Lösungsansatz für Bayrischzell: Sie möchte einen Parkservice einrichten. „Ähnlich wie die Loipen-Kontrolleure im Winter“, erklärte sie. Es sollen keine reinen Parkwächter beschäftigt werden, sondern Berater. Sie sollen Besucher, die mit dem Auto kommen, zuerst mit einem freundlichen „Grüß Gott“ willkommen heißen und dann beispielsweise zu anderen freien Parkplätzen leiten, wenig begangene Touren empfehlen und Handzettel mit Verhaltensregeln in der Natur sowie auf der Alm verteilen. „Einfach mit de Leit reden“, verstärkte Georg Kittenrainer nochmal die Aussage.

Zum Beispiel an der Stichstraße in Geitau habe es chaotische Szenen gegeben. Ziel ist es, solche Brennpunkte zu entschärfen. Zusätzlich erinnerte Hintermayer, dass man im Landkreis bereits daran arbeite, den ÖPNV auszubauen. Und sie erzählte von einem Projekt der ATS, die Parkplätze mit Sensoren zu bestücken und so ein Parkleitsystem aufzubauen. „Das könnte eventuell im September losgehen“, sagte Hintermayer. Bayrisch­zell sei bei den Sitzungen mit der ATS vertreten und dort habe man einen kompetenten Partner an der Seite.

Das, was Bayrisch­zell selbst sofort umsetzen kann, ist der Parkservice. Die Parkwächter sollen wie die Loipen-Kontrolleure auf Mini-Job-Basis angestellt werden. Einstimmig entschieden sich die Gemeinderäte für einen solchen Test. „Die Extremtage sind ja vorhersehbar“, sagte Kittenrainer. An diesen könne man den Parkservice gezielt einsetzen. jw

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