Sommerkonzept vorgestellt

Gamspark am Sudelfeld: So hat Bayrischzells Gemeinderat entschieden

Am Kitzlahner-Sessellift am Sudelfeld nahe Bayrischzell könnte ein Sommerbetrieb mit Flowtrail und Mountainbike-Transport entstehen.
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Am Kitzlahner-Sessellift am Sudelfeld nahe Bayrischzell könnte ein Sommerbetrieb mit Flowtrail und Mountainbike-Transport entstehen.

Bayrischzell – Gibt es bald einen Gamspark am Sudelfeld? Der Bayrischzeller Gemeinderat hat das Sommerkonzept jüngst in die nächste Runde geschickt.

Bayrischzell ist momentan ohne Gäste menschenleer. Da schien der Tagesordnungspunkt „Sommerkonzept Sudelfeld“ der letzten Sitzung des alten Bayrischzeller Gemeinderats auch für Bürgermeister Georg Kittenrainer fast ein wenig deplatziert. Aber die Zeit drängt: Das von der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) erstellte Konzept wird nur dieses Jahr von der Alpenmodellregion gefördert. So schickte es das Gremium vor Ablauf der Legislaturperiode in die nächste Runde.

Kittenrainer wollte auch keinesfalls den neu gewählten Gemeinderat umgehen, nur den Entwurf so gut es geht vorantreiben. Vor einem Jahr hatte die Gemeinde die ATS beauftragt, ein Sommerkonzept zu erstellen. Voraussetzung für das Gesamtprojekt ist eine geplante Berg­bahn von Bayrischzell zum Oberen Sudelfeld. Oben angekommen, sollen dann laut ATS-Vorstand Harald Gmeiner die Bewegung und das Naturerlebnis im Vordergrund stehen. Bayrischzell wirbt mit Urlaub für Familien – und das soll auch im Sommerkonzept fortgesetzt werden. Vom Erlebnisspielplatz über kinderwagentaugliche Wanderwege, Rastplätze, einem Slackline-Park und Aussichtsplattformen – interessante Ideen gibt es viele. Sogar eine Gams-Beobachtungsstation soll errichtet werden. Die Gams im Bayrisch­zeller Wappen sowie die Gams in der freien Natur geben dem Projekt seinen Namen: Gamspark Sudelfeld.

Auch an Wanderwege über das Mittlere Sudelfeld ins Tal hat die ATS gedacht. „Viele Menschen wollen rauffahren und runtergehen“, erklärte Harald Gmeiner. Zusätzlich soll das Klettern thematisiert werden. „Mit möglichst geringem Schwierigkeitsgrad“, sagte er. Lukas Hanrieder (ATS) stellte die Idee einer Mountainbike-Strecke vom Oberen Sudelfeld ins Tal nach Bayrischzell vor. Er sieht das als echte Angebotslücke südlich von München. „Damit könnte man auch unkontrollierten Trails entgegenwirken“, erklärte Hanrieder. Im Bereich des Kitzlahner-Vierer-Sessellifts könnte er sich einen Flowtrail vorstellen und weiter ins Tal dann einen schmaleren Single-Trail. Die Mountainbikes und Sportler könnten auch mit dem Kitzlahner-Sessellift wieder nach oben transportiert werden und den Trail mehrfach fahren. Der Flowtrail ist mit einem moderaten Gefälle und einer Breite von eineinhalb Metern auch für Kinder und Anfänger geeignet. Hanrieder spricht von einer Zielgruppe von etwa 34.000 Mountainbikern im näheren Umkreis. Als Treffpunkt im Talbereich, für Bike-Schulen und erste Erfahrungen könnte eine Skill-Area entstehen.

Für Kittenrainer sind die Bergbahn, ein autofreies Sudelfeld und das Sommerkonzept wichtiger Bestandteil der neuen Wahlperiode. „Die Planungen zur Bahn laufen, eine Umsetzung scheint ab 2022 realistisch, früher sicher nicht“, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage. Abgestimmt wurde über den Auftrag für die ATS, die weitere Detailplanung für 38.000 Euro zu übernehmen. 75 Prozent der Planungskosten werden von der Alpenmodellregion übernommen, den Rest teilen sich Bergbahn und die Gemeinde zu gleichen Teilen. Wichtig ist dem Gemeinderat auch, mit Workshops die Einheimischen an den Planungen zu beteiligen. Eine erste Kostenschätzung der Gesamtinvestitionen beläuft sich auf etwa 1 Million Euro. Investor für die geplante Bergbahn ist die Bergbahnen Sudelfeld GmbH. jw

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