Gemeinde bleibt auf 50.000 Euro sitzen

Schneekatastrophe 2019: Bayrischzell will Kosten einklagen

Schneemassen auf den Dächern in Bayrischzell beschäftigten viele Helfer im Januar 2019. Doch die zugesagte finanzielle Hilfe bleibt jetzt aus.
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Schneemassen auf den Dächern in Bayrischzell beschäftigten viele Helfer im Januar 2019. Doch die zugesagte finanzielle Hilfe bleibt jetzt aus.

Bayrischzell – Von rund 66.000 Euro, für die Bayrischzell bei der Schneekatastrophe 2019 in Vorkasse gegangen ist, will die Regierung von Oberbayern nur rund 16.000 Euro erstatten. Nun scheint nur noch eine Klage zu helfen.

In der jüngsten Sitzung des Bayrischzeller Gemeinderats überbrachte Bürgermeister Georg Kittenrainer eine wenig erfreuliche Nachricht: Von den rund 66.000 Euro, die die Gemeinde zur Erstattung der Schneechaoskosten vom Januar 2019 eingereicht hatte, will die Regierung von Oberbayern nur etwa 16.000 Euro übernehmen.

Bayrischzell war im Landkreis Miesbach vom Schnee am stärksten betroffen. Durch Anordnung des Katastrophenstabs mussten nahezu alle Dächer in kürzester Zeit von der Schneelast befreit werden. Damals wurde vom Landrat bestätigt, dass im Zeitraum des K-Falls alle entstehenden Kosten erstattet werden. „Ohne K-Fall hätten wir gewusst, dass die Kosten uns selbst treffen“, sagte Kittenrainer.

Das riesige Feuerwehrkontingent und die Helfer des THW wurden nicht über die Gemeinde abgerechnet, fallen also nicht in diese Rechnung. Aber für die eigenen Feuerwehrleute wurde Verdienstausfall bezahlt. Es entstanden Sachschäden an Autos wie beispielsweise abgefahrene Spiegel und es wurden Photovoltaikanlagen auf Dächern beschädigt. Fremdfirmen wurden beauftragt, die Schnee aus dem Ort gefahren haben. Mit 66.000 Euro ging die Gemeinde Bayrischzell in Vorleistung.

Jetzt, fast eineinhalb Jahre nach Einreichung, kam der ernüchternde Bescheid aus München: Nur 16.000 Euro sollen erstattet werden, ein Einspruch sei nicht möglich. „Dann kann man ja nur klagen“, seufzte Egid Stadler (CSU). Auch Kittenrainer möchte den Bescheid so nicht stehen lassen. Vier Kommunen aus anderen Landkreisen haben bereits Klage eingereicht. Kittenrainer bestätigte nochmal die mündliche Zusage des Landratsamts, dass die Kosten übernommen werden. „Dann haben sie uns angelogen“, sagte er entsetzt.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, mit der Regierung von Oberbayern zu verhandeln, um eine Verbesserung herbeizuführen. Sollte das zu keinem Erfolg führen, wird gegen den Bescheid Klage erhoben. jw

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