Schwimmbad bereitet Sorgen

Bayrischzeller Bürgerversammlung: Positives Haushaltsjahr / Tourismus fördern

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Zahlreich waren die Bayrischzeller zur Bürgerversammlung im Alpenwirt erschienen.

Bayrischzell – Rund 100 Bayrischzeller waren der Einladung zur Bürgerversammlung in den Alpenwirt gefolgt. Wie Bürgermeister Georg Kittenrainer erklärte, gestaltet sich die Finanzsituation der Gemeinde gut, es sei ein erfolgreiches Haushaltsjahr gewesen. „Die Leistungsfähigkeit ist gestiegen, wir konnten sogar eine Sondertilgung leisten“, berichtete der Bürgermeister zufrieden. Eher sorgenvoll blickte Kittenrainer in Richtung Schwimmbad.

Auch für das Jahr 2019 rechnet der Rathauschef mit einer ähnlichen Situation. „Bayrischzell hat schon ganz andere Zeiten erlebt, aber wir dürfen uns nicht ausruhen“, mahnte er. Auch für eine kleine Gemeinde wie Bayrischzell sind viele Pflichtaufgaben, wie Wasserversorgung, Kanalisation, Straßenbau und Breitbandausbau zu erfüllen. Im Bereich der Schule werden in Zukunft einige Investitionen anfallen, wie verschiedene Sanierungen und Verbesserungen beim Brandschutz. Im nächsten Schuljahr möchte Kittenrainer eine feste Hortgruppe mit eigenen Räumen in den Kindergarten integrieren und so ein Kinderhaus schaffen. Der Bürgermeister bedankte sich bei den Vereinen in Bayrischzell, die den Ort in allen Bereichen lebenswert machen.

Auch den Katastrophenfall sprach Kittenrainer an: „Das war höchst beeindruckend“, sagte er und beschreibt den bayernweiten Zusammenhalt als sehr beruhigend. Außerdem bedankte er sich bei den vielen Helfern und beim Winterdienst für die unermüdliche Arbeit. Ganz im Gegenteil zur Bayerischen Oberlandbahn, die den Betrieb für zehn Tage eingestellt hatte. „Das hat es seit 1911, dem Bau der Bahnlinie, nicht gegeben“, sagte er. Kittenrainer würdigte auch die gute, manchmal undankbare Arbeit der Lawinenkommission: „Das ist ein sehr verantwortungsvolles Ehrenamt.“

Als der Bürgermeister die neue Schneekanone erwähnte, sah man das ein oder andere Schmunzeln im Raum – wohl aufgrund des vielen Naturschnees dieses Jahr. Allerdings stellte Kittenrainer klar, dass ohne die neue Schneekanone über Weihnachten am Tannerfeld kein Skibetrieb möglich gewesen wäre. Auch für die Langlaufloipe wurde der Schnee in dieser Zeit genutzt. Der Bürgermeister hofft, mit dem neuen Familienhotel wieder auf 200.000 Übernachtungen zu kommen. Er erinnerte daran, dass es den Ort Bayrischzell wie man ihn kennt, mit Gasthäusern und Schwimmbad, ohne den Tourismus nicht mehr geben würde. Auch das Skigebiet habe eine große Bedeutung. Deshalb seien die Investitionen in den vergangenen Jahren sehr wichtig gewesen. Jetzt müsse an einer neuen Anbindung von Bayrischzell zum Skigebiet gearbeitet werden – auch für ein dringend notwendiges Sommerkonzept, denn der Einzelsessel ist nicht mehr zeitgemäß. Da eine Gondel direkt vom Bahnhof auf großen Widerstand gestoßen war, suche man nun nach neuen Standorten für eine mögliche Talstation. Was Kittenrainer jedoch ein wenig Sorgen bereitet, ist sein „so geliebtes“ Schwimmbad. Die Besucherzahlen sind trotz Rekordsommer rückläufig und die Sanierungskosten von über 600.000 Euro für die kleine Gemeinde nicht stemmbar. Sein Ziel ist es, die Badestelle zu erhalten. Daher sei momentan eine Umwandlung zu einem Naturschwimmbad denkbar.

Für die anstehende Kommunalwahl rief Kittenrainer am Ende der Bürgerversammlung vor allem die Jugend von Bayrischzell auf, sich politisch zu engagieren: „Wir brauchen junge Leute im Gemeinderat“, sagte der Bürgermeister hoffnungsvoll. jw

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