Über die Grenze

So soll der neue Fernwanderweg von Wörnsmühl nach Thiersee aussehen

Esther Jennings (Geschäftsführerin Euregio Inntal), zuständig für die Interreg-Förderung, zusammen mit den an dem geplanten Fernwanderweg beteiligten Bürgermeistern: (v.l.) Hannes Juffinger aus Thiersee, Georg Kittenrainer aus Bayrischzell und Johannes Lohwasser aus Fischbachau.
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Esther Jennings (Geschäftsführerin Euregio Inntal), zuständig für die Interreg-Förderung, zusammen mit den an dem geplanten Fernwanderweg beteiligten Bürgermeistern: (v.l.) Hannes Juffinger aus Thiersee, Georg Kittenrainer aus Bayrischzell und Johannes Lohwasser aus Fischbachau.

Bayrischzell/Fischbachau – Über die Grenze nach Österreich soll es künftig ganz einfach zu Fuß gehen. Bayrischzell, Fischbachau und Thiersee planen einen gemeinsamen Fernwanderweg.

Fernwandern liegt im Trend. Gemeinsam planen die Gemeinden Fischbachau, Bayrischzell und Thiersee einen rund 65 Kilometer langen Wanderweg über die Grenze hinweg. Vorgestellt wurde das Projekt jüngst von den Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden und Projektleiter Ekkehard Wimmer am Ursprungpass.

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Die Grenzschließung aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Gemeinden hart getroffen. Auch für den Bürgermeister von Fischbachau, Johannes Lohwasser, ist Thiersee nicht wirklich Ausland. Im Gegenteil, die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. „Wir haben den europäischen Gedanken verstanden“, sagte Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer. Es handelt sich um das bereits dritte gemeinsame grenzüberschreitende Projekt in kurzer Zeit. Nach der Buslinie von Schliersee nach Kufstein wurde im Herbst eine gemeinsame Loipe ins Leben gerufen, und jetzt soll neben der bestehenden Straße ein Fernwanderweg entstehen. Mit Start in Wörnsmühl soll er über Fischbachau, Bayrischzell, Landl bis nach Thiersee führen. Auf bayrischer Seite wird hauptsächlich das bereits vorhandene Wanderwegenetz verwendet.

„Allein der Fußweg von Bayern nach Tirol ist einen Gedanken wert“, sagte Kittenrainer. Nach einer ersten Planungsphase und etlichen Gesprächen mit Grundstückseigentümern hat das Team rund um Ekkehard Wimmer eine Wegführung gefunden. Ziel ist es, den rund 65 Kilometer langen Fernwanderweg 2022 eröffnen zu können. „Erste Bauabschnitte sind bereits in Ausschreibung“, sagte Kittenrainer.

Ausgestattet wird der Weg mit einer App, das heißt viele kulturelle, historische und regionale Themen werden mittels QR-Codes auf kleinen Tafeln interaktiv bespielt. „Ich bin kein Fan von großen Tafeln, mit modernen Medien ist man viel aktueller und kann im Hintergrund Änderungen einpflegen“, erklärte Thiersees Bürgermeister Hannes Juffinger. Geschichten übers Schmuggeln, Wissenswertes über die Natur, bis hin zu überlieferten Anekdoten: „Von Fischbachau bis Thiersee sind etwa 40 Stationen geplant“, sagte Wimmer. In Fischbachau soll beispielsweise an der Leitzach Wasser erlebbar gemacht werden, und in Bayrischzell ist eine Station zum Thema Land- und Forstwirtschaft geplant. „Diese Station soll besonders auf Familien zugeschnitten sein“, erklärte Bayrischzells Tourist-Info-Leiterin Stephanie Hintermayr.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 450.000 Euro, davon werden 75 Prozent mit der Interreg-Förderung von der EU übernommen. Den Restbetrag teilen sich die drei Gemeinden und kommen so auf jeweils rund 40.000 Euro. jw

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