Grenzüberschreitendes Projekt bis nach Kufstein

Befristete Wiederbelebung der Buslinie nach Tirol / Hoffnung auf Dauerbetrieb

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Auf den Start der grenzüberschreitenden Verbingung freuen sich (v.l.) Martin Ledermair (Betreiber der Buslinie auf Tiroler Seite), Georg Kleeberg (Landratsamt Miesbach), die Bürgermeister Georg Kittenrainer (Bayrischzell), Franz Schnitzenbaumer (Schliersee), Hannes Juffinger (Thiersee) und Josef Lechner (Fischbachau), Walter Mayr (Euregio Inntal), Johann Mauracher (TVB Kufsteiner Land) und Peter Bartl (RVO).

Landkreis – Zu fünft für 9 Euro von Schliersee nach Kufstein. Das geht, ab 8. Juni. Denn dann gibt es für zumindest fast vier Monate wieder einen Linienbus, der den südlichen Landkreis Miesbach mit der Stadt am grünen Inn im Nachbarland verbindet. Den bevorstehenden Start des grenzüberschreitenden Projekts feierten die Beteiligten am vergangenen Mittwoch in Landl.

Genau an der Schnittstelle. Denn in dem zur Gemeinde Thiersee gehörenden Dorf müssen die Fahrgäste von den deutschen RVO-Bussen in die Fahrzeuge von Martin Ledermair, die auf österreichischer Seite unterwegs sind, umsteigen. Täglich einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag verkehren Busse in beiden Richtungen. Die Gemeinden Schliersee, Fischbachau und Bayrischzell, der Landkreis Miesbach und der Tourismusverband Kufsteiner Land teilen sich die Kosten in Höhe von 30.000 Euro. Für das Marketing – rund 10.000 Euro – gibt es eine 75-Prozent-Förderung als Interreg-Projekt der Euregio Inntal. Die restlichen 2500 Euro teilen sich wiederum die Partner, so dass jeder erst einmal 6500 Euro für die Testphase bezahlen muss. Das Geld bringen die Beteiligten gerne auf und wünschen sich viele Fahrgäste. So hofft etwa Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner, „dass das Angebot gut angenommen wird“ und sich dauerhaft etabliert. „Vielleicht schaff ma heuer den Durchbruch“, gab sich auch sein Thierseer Amtskollege Hannes Juffinger zuversichtlich und sagte: „Des dat mi gfrein.“ Lechner preschte auch gleich vor und sagte zu, dass Fischbachau seinen Teil für den Weiterbetrieb der Linie über die Testphase hinaus zahlen würde. Der Tourismusverband Kufsteiner Land wäre auch dabei, bekräftigte Johann Mauracher.

Ohnehin werden die Beteiligten für die zunächst knapp viermonatige Busverbindung letztendlich weniger zahlen müssen als die 6500 Euro. Denn die Einnahmen aus den Fahrscheinen fließen zurück an die fünf Partner. Tickets kosten 6 Euro für Einzelfahrgäste und 9 Euro für Familien und Gruppen bis zu fünf Mitfahrern – jeweils für Hin- und Rückfahrt, egal wo man ein- und aussteigt. Urlauber mit Gästekarte dürfen die Busse kostenlos nutzen. Erweist sich die Linie als Erfolg, soll ein möglichst ganzjähriger Fahrplan, der mit der Wendelsteinringlinie und der BOB abgestimmt ist, ausgearbeitet werden. Auch über Fahrpreise wird dann neu verhandelt. „Das müsste schon ein Flop sein, dass wir das nicht machen“, sagte Lechner. Auch Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer ist überzeugt, dass genügend Menschen den Bus benutzen werden. „Wir müssen das nur entsprechend publik machen“, sagte er und dachte dabei nicht nur an das kostenlose Angebot für Touristen. „Das soll auch den einheimischen Bürgern dienen“, findet Kittenrainer. So soll sich die grenzüberschreitende Linie nicht nur etablieren, langfristiges Ziel ist für die Beteiligten eine kostenlose Nutzung für jeden, der mit dem Bus fahren möchte.

Auch ein Weitwanderweg soll den südlichen Landkreis Miesbach mit Thiersee verbinden (wir haben berichtet). Und dafür ist die neue Verbindung eine tolle Ergänzung. Denn wer über die Grenze wandert, kommt mit dem Bus wieder zurück. Nochmal den selben Weg geht kaum jemand gern. Lechner verwies auf einen weiteren Nutzen der Linie. So könnten Skifahrer mit dem Bus sehr gut von Kufstein, Thiersee und Landl zum Spitzing und Sudelfeld kommen. Mehr Menschen im Bus, weniger im eigenen Auto. Darauf hofft auch Walter Mayr, Präsident der Eu­regio Inntal, im Sinne einer nachhaltigen Mobilität. Und: „Wir wollen den sanften Tourismus fördern“, sagte er. Der dauerhaft etablierte Buslinie nach Kufstein würde dazu beitragen.ft

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