Mit dem Bus zum Berg

Kreuth: Individualverkehr soll reduziert werden

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Das Bergsteigerdorf Kreuth will den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen und setzt ab Sommer einen kostenlosen Bergsteigerbus für Einheimische und Gäste ein.

Kreuth – Die Gemeinde Kreuth gibt sich alle Mühe, dem Titel Bergsteigerdorf gerecht zu werden. Ein Arbeitskreis befasst sich deswegen damit, ein ökologisches Mobilitätskonzept zu entwickeln. Die Gäste sollen so ermuntert werden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Mit der Siegelverleihung am 13. Juli soll daher ein Bergsteigerbus seinen Betrieb aufnehmen und speziell die südlichen Bereiche der Gemeinde bedienen. Die Nutzung wird für Gäste und Einheimische kostenlos sein. Geplant ist ein zweijähriger Testlauf jeweils zwischen Mai und Oktober. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dafür 2018 Haushaltsmittel einzuplanen. Über die veranschlagten Kosten wurde öffentlich noch nicht gesprochen.

Die Rahmenbedingungen für einen Bergsteigerbus sind schon relativ klar umrissen und wurden vom RVO-Beauftragten Peter Bartl vorgestellt. Wie er sagte, ist momentan für die Wanderer eigentlich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Wildbad Kreuth zu Ende. Hier soll der Bergsteigerbus einsetzen und die Gäste Richtung Bayerwald, Glashütte und Stubn und zurück befördern. In Ausnahmefällen sollte dies auch weiter Richtung Ortsmitte ermöglicht werden. Einen direkten Rücktransport bis Weissach empfahl er nicht: „Das soll der Linienbus machen. Sonst verzetteln wir uns. Wir müssen auch auf die Rentabilität der Linie schauen. Wichtig ist, dass die Fahrpläne des Bergsteigerbusses mit der Linie harmonisiert sind“.

Bartl schlug vor, zunächst einen kleinen Sprinter mit acht bequemen Fahrgastplätzen und einem großen Kofferraum einzusetzen. Dieser würde aufgrund seiner modernen Euro-6 Bauart auch gut zu der ökologischen Idee passen. Je nach Bedarf stehe, wie Bartl sagte, auch ein Minibus mit 24 Sitz- und 15 Stehplätzen zur Verfügung. Speziell an den Wochenenden oder wenn in der Ferienzeit der ebenfalls in das Konzept eingebundene Schulbus nicht mit genutzt werden kann, könnte dies in Betracht kommen. Hier hat Martin Walch (SPD) eine klare Erwartung an den RVO: „Der Bergsteigerbus ist eine gute Sache und grundsätzlich sind wir uns ja einig. Ein ähnliches Projekt in der Vergangenheit hat uns aber schon mal ein Schweinegeld gekostet. Deswegen ist es extrem wichtig, dass das Angebot eine große Flexibilität hat und auch gut beworben wird.“

Markus Wrba (FWG) wollte noch wissen, ob für die Wanderer eine Art Trackingfunktion für den Bus möglich ist. Das sei, wie Bartl sagte, bereits heute für alle Busse Standard und mit der App „Wohin du willst“ abrufbar. Voraussetzung ist natürlich, dass das Mobilfunknetz das hergibt. Auch Elisabeth Hartwig (CSU) sieht in dem Angebot eine hervorragende Sache für das zukünftige Bergsteigerdorf: „Damit können wir auch viele interessante Wanderwege optimal bedienen, die unterschiedliche Start- und Zielpunkte haben.“

Wie Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) seinen Ratskollegen mitteilte, sind Fördermittel für das Projekt derzeit nicht zu erwarten. „Da gäbe es nur etwas bei der Neuanschaffung eines Elektrofahrzeuges. Allerdings haben wir mit Achenkirch Verbindung aufgenommen um auszuloten, ob eventuell über das Leader-Programm Zuschüsse möglich sind.“ 

hac

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