Ein Stück Bergwerksgeschichte

Bedeutsame Kapelle in Marienstein muss renoviert werden

Bergwerkskapelle in Marienstein
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Die Bergwerkskapelle in Marienstein soll renoviert werden.

Waakirchen – Starke Risse und Wasserflecken schädigen das Mauerwerk der Bergwerkskapelle Marienstein. Das wollen die Waakirchner Gemeinderäte nun ändern.

Im Jahr 1887 erbaut, blickt die Bergwerkskapelle in Marienstein auf eine bewegte Geschichte zurück. Früher auch Totenhäusl genannt, wurden in dem Kirchlein bis Mitte des 20. Jahrhunderts Verstorbene aufgebahrt. Um das Bauwerk auch für die Nachwelt zu erhalten, bedarf es nun der Renovierung. Ein entsprechendes Sanierungskonzept wird von der Gemeinde Waakirchen, in deren Besitz sich heute die Kapelle befindet, in Auftrag gegeben.

„Das Mauerwerk weist starke Risse und Wasserflecken auf. Außerdem müsste das Dach neu eingedeckt werden“, zeigt Rudi Reber, Vorsitzender des im Februar 2020 gegründeten Bergbauvereins Marienstein, auf. Der gemeinnützige Zusammenschluss von aktuell 52 Mitgliedern will sich bei der anstehenden Sanierung des kleinen Gotteshauses einbringen.

Grubenunglück am 25. April 1928

„Es geht hier um ein Stück Bergwerksgeschichte, das es zu bewahren gilt“, sagt Reber. Er verweist dabei auf eine Gedenktafel und eine Bahre im Inneren der Kapelle, welche an die verunglückten Bergleute und Mitarbeiter des Kalk- und Zementwerks erinnern.

„Bei einem großen Grubenunglück am 25. April 1928 verloren sieben Knappen bei ihrer schweren Arbeit das Leben. In der Zeit von 1904 bis 1960 fanden insgesamt 51 Bergmänner den Tod. Zwischen 1956 und 1977 starben vier Arbeiter des Zementwerks aufgrund von Arbeitsunfällen“, erzählt Hans Winklmair, Schriftführer des Bergbauvereins. Laut einem Lageplan aus dem Jahr 1907 habe die Kapelle ursprünglich in der Nähe des Marienstollens gestanden. „Wann das kleine Gebäude an den heutigen Standort nahe dem Förderturm versetzt wurde, ist nicht bekannt“, sagt Winklmair.

Teil der Mariensteiner Ortsgeschichte

Zumal das kleine Kirchlein auch einen Teil der Mariensteiner Ortsgeschichte darstellt, waren sich die Mitglieder des Waakirchner Bauausschusses in der Aprilsitzung einig, das Gebäude dauerhaft zu erhalten. Bei einer im Vorfeld erfolgten Besichtigung wurde zwar festgestellt, dass die Kapelle offensichtlich nicht akut baufällig ist, zweifellos aber ein gewisser Handlungsbedarf besteht.

Folglich stimmte das Gremium dem Antrag des Bergbauvereins zu, die Gemeinde möge in einem ersten Schritt ein Sanierungskonzept für die Renovierung des ehemaligen Totenhäusl erstellen lassen. rei

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