Zum 100. Geburtstag

Besondere Aktion in Miesbach zu Ehren des Künstlers Joseph Beuys

Beuys-Eiche am Waitzinger Keller in Miesbach
+
Über die neu gepflanzte Beuys-Eiche am Waitzinger Keller freuen sich (v.l.) Birgit Löffler und Peter Lämmerhirdt vom Museum „Das Maximum“, Isabella Krobisch und Gerhard Braunmiller.

Miesbach – Mit einer gepflanzten Eiche an der Ecke Schlierseer-/Susanna-Waitzinger-Straße in Miesbach ehrt die Stadt den 1986 verstorbenen Künstler Joseph Beuys.

Miesbach gehört nun zum Kreis der wenigen Städte, in denen eine Beuys-Eiche steht. Mit der Pflanzung des Baums vor Kurzem am Waitzinger Keller ehrt Miesbach nicht nur den 100. Geburtstag von Joseph Beuys.

Der Aktionskünstler, 1921 in Krefeld geboren und 1986 in Düsseldorf gestorben, hat Nachkriegsdeutschland immer wieder polarisiert. Zeigten seine Installationen doch gerne auf, dass die Grenzen menschlicher Intelligenz und Wahrnehmung noch längst nicht ausgelotet sind. So stellte er etwa unter dem Titel „Zeige deine Wunden“ zwei alte Krankenbahren nebeneinander (Lenbachhaus, München).

Projekt „7.000 Eichen“ 1982 bei Dokumenta7 in Kassel

Zu seinen wichtigsten Aktionen gehört das Projekt „7.000 Eichen“, das er 1982 auf der Dokumenta7 in Kassel vorstellte. Beuys wollte dort nicht nur 7.000 neue Eichen pflanzen, sondern neben jeden eine Basaltstele setzen. Einer der ersten, der schon damals diese elementare Botschaft zur Nachhaltigkeit verstand, war Kunstmäzen Heiner Friedrich: Mit seiner Dia-Art-Foundation unterstützte er das Projekt, das zu einer der teuersten Kunstaktionen aller Zeiten wurde.

Seit 2015 führt Heiner Friedrich mit einer Stiftung, dem Museum „Das Maximum“ in Traun­reut, die Idee weiter. „Eichenpflanzungen zu Ehren von Joseph Beuys“ heißt die Aktion, an der bereits 64 Städte in Bayern teilgenommen haben. 2021 wäre Joseph Beuys 100 Jahre geworden – ein willkommener Anlass für die Stadt Miesbach, sich an dieser Kunstaktion zu beteiligen und als Standort zu bewerben.

Mächtige Symbole der Nachhaltigkeit

Im Beisein von Peter Lämmerhirdt, Vorstand der Stiftung „Das Maximum“, und Museumsdirektorin Birgit Löffler konnten Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch und Bürgermeister Gerhard Braunmiller die Kunstaktion nach Miesbach holen: Eiche und Stein wurden an der Süd-Ost-Ecke des Waitzinger Kellers gesetzt.

Beide – der Basalt wie die Eiche – sind mächtige Symbole der Nachhaltigkeit: Der tief dunkle Basalt, ein vulkanisch entstandenes Gestein, gehört zu den ältesten Steinarten der Erde. Die Eiche galt Kelten und Germanen als heilig und kann bis zu 800 Jahren alt werden. So wird es mehr als interessant sein, zu erleben, wie die beiden Naturkräfte sich gegenseitig beeinflussen werden.

Joseph Beuys, der Mann mit dem Hut

Beuys, vielen als Mann mit dem Hut bekannt, war sicher: „Der Mensch ist Gestalter seines Lebens, des Lebens der anderen und der ganzen Welt.“ Deshalb ist es so wichtig, drauf zu achten, wie man die Welt gestaltet, und daran zu denken, was aus dem wird, was man tut.

Mehr zum Künstler Joseph Beuys haben die Miesbacher SPD (Joseph Beuys und Miesbach, www.spd-miesbach.de) und die Stadt ins Netz gestellt (miesbach-tourismus.de/eichenpflanzung-zu-ehren-von-joseph-beuys). vwo

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Miesbachs Bürgermeisterin erhält gutes Zeugnis in ihrer letzten Stadtratssitzung
Miesbachs Bürgermeisterin erhält gutes Zeugnis in ihrer letzten Stadtratssitzung
Tödlicher Unfall an der Brecherspitz: Münchner (61) stürzt vor Augen seiner Familie ab
Tödlicher Unfall an der Brecherspitz: Münchner (61) stürzt vor Augen seiner Familie ab

Kommentare