Bewerbung in Salzburg war erfolgreich / Weißach und Ringsee bleiben außen vor

Kreuth wird Bergsteigerdorf

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Große Freude über die Erhebung zum Bergsteigerdorf (v.l.): Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider, Christine Miller, Hanspeter Mair und Tobias Hipp.

Kreuth – Hanspeter Mair vom DAV hatte bei der Bürgerversammlung am vergangenen Mittwoch zur Bewerbung Kreuths als Bergsteigerdorf gute Nachrichten im Gepäck: Die Gemeinde hat's geschafft.

Die Bewerbung Kreuths zum Bergsteigerdorf ging mit einem einstimmigen Mandat des Gemeinderates im Mai in Salzburg ins Rennen. Mit dieser Gewissheit im Rücken richtete Bürgermeister Josef Bierschneider am vergangenen Mittwoch bei der Bürgerversammlung einen flammenden Appell pro Bergsteigerdorf an die gut 120 Anwesenden in der Naturkäserei Tegernsee: „Wir leben in Sachen Tourismus in Kreuth schon lange im Einklang mit der Natur. Der Titel Bergsteigerdorf passt deswegen zu uns wie die Faust aufs Auge.“ Was er erst kurz vorher erfuhr, aber noch nicht sagen durfte, verriet Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter alpine Raumordnung des Deutschen Alpenvereins (DAV): „Das Steue- rungsgremium hat der Bewerbung Kreuths zugestimmt. Damit ist der Weg für das Prädikat Bergsteigerdorf frei.“ Wenn alles nach Plan läuft, erfolgt die offizielle Aufnahme und Zertifizierung im Frühjahr 2018. Dem großen Applaus nach zu urteilen, gibt es auch seitens der Bürger breite Zustimmung für die Bewerbung. Neben aller Freude war sowohl Bierschneider als auch Christine Miller, Vorsitzende der DAV-Sektion Tegernsee, bei den Worten Mairs auch eine gewisse Rührung anzumerken. Miller sagte: „Es ist ein besonderer Tag. Vor zwei Jahren haben wir im Vorstand beschlossen, diesen Weg gemeinsam mit Kreuth zu gehen. Mit diesem Projekt haben wir die Möglichkeiten, unsere Natur so zu erhalten, wie sie ist.“ Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings. Die Bewerbung war nur aussichtsreich, wenn einige Ortsteile ausgeschlossen wurden. So bleiben Weißach und Ringsee außen vor. Tobias Hipp, Projektkoordinator im DAV, erklärte dazu: „Die Aufnahme von Gebieten, die zu nah am schnelllebigen Tourismus am Tegernsee liegen, hätten den Erfolg der Bewerbung gefährdet.“ Deswegen scheiden auch aus heutiger Sicht Betriebe aus diesen Ortsteilen als Partnerbetrieb aus. Ob und wie sie trotzdem mit dem Label Bergsteigerdorf werben dürfen, gilt es im Einzelfall noch zu klären. Dies war auch der Punkt, der in der Diskussion für die meisten Wortmeldungen sorgte. Für die Tegernseer Tal Tourismus GmbH stellt die Erhebung Kreuths als Bergsteigerdorf keine Konkurrenz dar. Im Gegenteil erklärte deren Geschäftsführer Christian Kausch: „Wir freuen uns ganz besonders, dass mit dem Bergsteigerdorf ein klares Bekenntnis Kreuths für diese Form des Tourismus da ist. Wir haben das Projekt auch von Anfang an unterstützt.“ Mit der Zustimmung aus Salzburg ist es aber jetzt nicht getan. Nun kommen weitere Hausaufgaben auf Kreuth zu. So sind in Zukunft Maßnahmen, die den Statuten eines Bergsteigerdorfes widersprechen, tabu. Dazu zählt unter anderem die Erschließung neuer Skigebiete. Weiterhin sind baldmöglichst Gastbetriebe und Gastronomien als Partnerbetriebe zu gewinnen und die Verbesserung der ÖPNV-Anbindung an die Start- und Zielpunkte der ausgewiesenen Wanderwege anzustreben. Des Weiteren soll ein Mitarbeiter zur Kontrolle des Wanderwegenetzes eingestellt werden. Viele dieser Informationen werden dann Einfluss in eine besondere, den einzelnen Bergsteigerdörfern vorenthaltene, Broschüre und Internetseite des DAV finden. Darüber hinaus werden die Partnerbetriebe dann auch über diese Internetseite verlinkt. Es bleibt also noch einiges an Arbeit. Für Bürgermeister Bierschneider sind das wohl eher Fleißaufgaben: „Ich brenne für das Thema und lade alle Interessieren zur Mitarbeit ein. Auf ein gutes Gelingen des Projektes!“

hac

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