In drei Sprachen

Für Bienen: Fischbachau plant barrierefreien Lehr- und Erlebnispfad für Elbach

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Der Dorfanger in Elbach soll Teil des Bienen-Lehrpfads werden, die vorgesehene Blumenwiese gefällt aber nicht allen.

Fischbachau – Lehrtafeln, Memos, Frageklappen, Baumtafeln und Hinweisschilder – in Elbach soll ein einzigartiger Bienen-Lehrpfad entstehen. Drei Kilometer lang, barrierefrei und sehbehindertengerecht. „So gibt es das noch nicht in Deutschland“, sagte Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Gremium hat, bei vier Gegenstimmen, das Projekt auf den Weg gebracht. Mit Kosten in Höhe von 96.000 Euro rechnet die Gemeinde – und damit, dass die Hälfte davon an Zuschüssen aus dem Förderprogramm „Leader“ fließt.

Initiatorin Brigitte Abels-Zell,die das Vorhaben dem Gemeinderat präsentierte, sprach von einer „Mischung aus Lehr- und Erlebnispfad“. Wobei der pädagogische Aspekt ein entscheidender Faktor ist. So sind die Schautafeln durchaus textintensiv. „Das Thema ist komplex“, erklärte Abels-Zell. Dem würde das Projekt nur in dieser Größe gerecht. „Mit weniger Tafeln ginge das nicht in die Tiefe“, sagte sie. Genau das soll der Lehrpfad aber, auch die örtliche Schule unterstützt das Konzept. Die Stationen könnten in den Unterricht integriert werden.

Und wer sich in seiner Freizeit vom Gasthof Sonnenkaiser aus auf die Spur von Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen begibt, bekommt die vielen Infos frei Ohr geliefert. Denn die umfangreichen Texte soll es auch zu hören geben, per ertastbarem QR-Code aufs Handy. Und zwar in drei Sprachen: in der örtlichen Muttersprache Bairisch, auf Hochdeutsch und auf Englisch. Das macht sicher Spaß, großen wie kleinen Besuchern. Frageklappen, eine Drehtafel, ein Insektenhotel an der Grundschule und ein Schaukasten am alten Schulhaus ergänzen das Infoangebot. 14 Hinweisschilder sorgen dafür, dass jeder von Station zu Station findet. „Denkbar wären stattdessen auch gelbe Bienen auf dem Boden“, sagte Abels-Zell. Als Startpunkt und Blickfang könnte sie sich eine geschnitzte Biene vorstellen. Und der am Rundgang liegende Dorfanger könnte zu einer großen Blühwiese werden. Für Lechner ist das gesamte Projekt „eine sehr gute Sache“.

Ganz anders sieht das Thomas Kantenseder (FaB), sein Urteil fiel vernichtend aus. Als „Katastrophe“ bezeichnete er den Aufbau von 30 Stationen „in dem kleinen Ort“. Erlebnispfade habe es bereits gegeben, mit der Zeit gingen sie kaputt und inzwischen sind sie abgebaut. „Da kümmert sich dann wieder keiner“, sagte Kantenseder. Dem widersprach Lechner. Er sieht einen großen Vorteil darin, dass Anna Eirainer ihre Imkerei integrieren und Führungen anbieten würde. Der Bürgermeister geht davon aus, dass sie sich auch in den Erhalt der Stationen einbringen würde.

Bernhard Padeller (FaB) „gefällt die Blühwiese im Ort nicht, das schaut nicht gut aus“. Gerade zum mit einem Staatspreis ausgezeichneten alten Lehrerhaus nebenan passe das nicht, weil die Fläche dann „ungepflegt“ wirke. Die werde schon auch mal gemäht, widersprach Josef Obermaier (CSU), das sei kein wildes Gestrüpp.

Am Ende stimmten vier Gemeinderäte gegen das Projekt, genauer gesagt erst einmal gegen den Werkvertrag mit Brigitte Abels-Zell über 5850 Euro für die Konzepterstellung und das Projektmanagement. Hierfür winken 75 Prozent Förderung über die Alpenmodellregion. 50 Prozent gibt‘s für den Lehrpfad selbst. Ob der dann tatsächlich 96.000 Euro teuer wird, ist noch nicht klar. Bis Herbst soll das Projekt ins Leader-Programm aufgenommen sein. Dann, machte Lechner klar, „können wir immer noch entscheiden, etwas rauszunehmen“ – aber nur soviel, „dass das die Förderung nicht gefährdet“. Wobei der Rathauschef meint: „Wenn wir das machen, dann machen wir es gescheit.“ ft

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