Bienenprojekt mit universitärem Hintergrund

Attraktion und Lehrobjekt am Gymnasium Miesbach

+
Christian Reiter (l.) leitet das Bienenprojekt am Gymnasium Miesbach, Matthias Brandstäter gestaltete mit seinen Schülern den Baumstamm, in dem sich der Bienenstock befindet.

Miesbach – Ob beim Volksbegehren bundesweit, in der Ökomodellregion auf Landkreisebene oder beim Bepflanzen von Verkehrsinseln – das Thema Artenvielfalt ist derzeit gefühlt allgegenwärtig.

Martin Poppe (l.) und Felix Schöttler präsentierten den Gästen der Eröffnungsfeier eine Honigwabe.

Natürlich beschäftigen sich auch Lehrer und Schüler des Gymnasiums Miesbach mit der Biodiversität. Dazu gibt‘s nun sogar einen Bienenstock inklusive Lehrpfad im Schulpark nebenan. Bei der großen Einweihungsfeier wurde aber deutlich, dass dahinter noch viel mehr steckt als die Arbeit der Schüler des P-Seminars, die das Projekt umsetzten. „Zukunftsweisend“ nannte es Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, die ebenso unter den Gästen der Eröffnungsfeier war wie Landrat Wolfgang Rzehak. Er lobte die junge Generation für ihren Einsatz für die Natur. „Ihr bringt uns zum Nachdenken in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit“, sagte er in Richtung der Elftklässler. Wie viel Arbeit, Zeit und Engagement sie in den vergangenen Monaten in das Bienenprojekt gesteckt hatten, erklärten die einzelnen Teams anschaulich. Eins kümmerte sich etwa um die Wahl des Standorts, die Genehmigungen und das Aufstellen des schweren Lindenstamms, ein anderes um die Herstellung der Produkte Honig, Wachs und Propolis. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit waren Schüler zuständig. Einer hat sogar einen Jungimkerkurs besucht. Verantwortlich für das Bienenprojekt zeichnet Bio- und Chemielehrer Christian Reiter. Er schloss damit auch eine eigene wissenschaftliche Arbeit an der TU München – Miesbach ist ein Referenz-Gymnasium – ab. Im Zentrum standen dabei die Möglichkeiten des Lernens über ein praktisches Beispiel. Genau das stellt auch das Bienenprojekt dar, das von nun an weitere Zugänge zur Theorie öffnen soll. Insofern, sagte Reiter, „ist das heute auch ein Startschuss“. Reiter findet die „Biene hervorragend geeignet“. Es lassen sich schnell Fragestellungen zum Ökosystem und zur Artenvielfalt finden. Chemische Prozesse können ebenso untersucht werden wie Sozialstrukturen. 

Das Konzept begeistert auch Schulleiter Rainer Dlugosch: „Mit abstrakten Formeln kann ich Schüler nicht hinter dem Ofen hervorlocken.“ Über das „Anfassen und Begreifen weckt man Interesse“, betonte er und ist überzeugt: „Dann werden auch Formeln spannend.“ So soll das Bienenprojekt auch in der Lehrerfortbildung beispielgebend sein und als Anschauungsobjekt dienen. In Miesbach hat der Stock mit den fleißigen Arbeiterinnen ohnehin schon fächerübergreifend beschäftigt. „Wir hatten das Thema Insekten in irgend einer Form in allen Klassen“, sagte Kunstlehrer Matthias Brandstäter. Er hat mit Schülern den Baumstamm mit bunten Tontafeln verziert und freut sich: „Es ist super, wenn Schülerarbeiten nicht irgendwo in der Ablage landen, sondern öffentlich zu sehen sind.“ Das gilt für das gesamte Projekt. Der hübsche Bienenstock mit dem Lehrpfad ist öffentlich zugänglich – und damit sicher ebenso lehrreiche Attraktion wie komplexes Unterrichtsobjekt.

Auch interessant

Meistgelesen

30 Jahre Feuerlöschgeräte Swatosch-Bolz in Neuhaus
30 Jahre Feuerlöschgeräte Swatosch-Bolz in Neuhaus
Polizei stoppt mangelhafte Motorräder und rasante Autos
Polizei stoppt mangelhafte Motorräder und rasante Autos
Im stockenden Verkehr: Auffahrunfall mit drei Autos auf B318
Im stockenden Verkehr: Auffahrunfall mit drei Autos auf B318
Fischbachauer Gemeinde gratuliert und lobt Kathi Reisberger
Fischbachauer Gemeinde gratuliert und lobt Kathi Reisberger

Kommentare