Knappes Ja

Bike-Spielplatz: Gemeinderat Gmund segnet Projekt trotz kritischer Stimmen ab

Wiese hinter dem Skaterplatz in Finsterwald
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Ein Bike-Spielplatz soll auf der Wiese hinter dem Skaterplatz in Finsterwald entstehen.

Gmund – Ein Bike-Spielplatz für die Gmunder Jugend: Mit knapper Mehrheit haben die Gemeinderäte den Plänen zugestimmt.

Die Idee eines Bike-Spielplatzes neben dem Skaterplatz in Finsterwald nimmt konkrete Form an. In der jüngsten Sitzung des Gmunder Gemeinderats wurde ein erstes Konzept vorgestellt, nachdem im Oktober 2020 der Entwurf für einen großräumigen Bikepark abgelehnt wurde. Mittlerweile hat sich eine Bike-Crew organisiert, die den Spielplatz für Kinder und Jugendliche aus dem Tegernseer Tal realisieren möchte – unterstützt von den Sportfreunden Gmund-Dürnbach und der Realschule Tegernseer Tal.

Ein erstes Konzept sieht vor, an den Sportverein einen Teil der gemeindeeigenen, landwirtschaftlich genutzten Wiese im Bereich des Tegernseer Hofs unentgeltlich für das Projekt zu verpachten. Die benötigte Fläche schließt westlich an den Skater- und Eisplatz an und hätte eine Dimension von maximal 20 mal 150 Meter. Auf der Nordseite würde die Anlage mit einer grünen Grenze aus Bäumen oder Sträuchern abschließen.

Man habe sich für den Standort Finsterwald vor allem wegen der Nähe zur Schule und der zentralen Lage entschieden, erklärte Bürgermeister Alfons Besel. Der Alternative, das Vorhaben am Oedberg zu realisieren, erteilte er eine Absage. Nach Aussagen des Betreibers würde ein Bike-Spielplatz dort vorwiegend gewerblich beziehungsweise touristisch genutzt. „Unsere Intention, die Förderung der Kinder und Jugendlichen des Tegernseer Tals, würde damit in den Hintergrund rücken“, argumentierte der Rathauschef.

Bike-Spielplatz nur tagsüber nutzbar

Die Kosten für die Anlage würden sich auf 70.000 Euro belaufen. Die Hälfte davon könnte über das Leader-Programm gefördert werden. Die anderen 35.000 Euro würde die Gemeinde selbst übernehmen. Auflage ist, dass das Projekt mindestens zwölf Jahre aufrecht erhalten wird. Die geschätzten 17.000 Euro für Unterhalt würden aufgeteilt: 7.000 Euro wollen die Sportfreunde beisteuern, 10.000 Euro sollen über private Spenden einfließen.

Stellungnahmen der Behörden seien überwiegend positiv ausgefallen, sagte Besel. Auch die Frage einer möglichen Lärmbelästigung wurde angesprochen. Um da vorzubeugen, soll der Bike-Spielplatz nur bei Tageslicht und von 8 bis 21 Uhr geöffnet werden. Scheinwerfer oder Stirnlampen zu benutzen, werde nicht erlaubt, ebenso wie das Abspielen von Musik. Zudem sollen die Anlage vorrangig die Mitglieder nutzen, wobei für Gäste eine Tagesmitgliedschaft möglich sein soll.

Kritische Stimmen im Gmunder Gemeinderat

Zwar begrüßte das Gremium grundsätzlich ein solches Projekt. Dennoch gab es kritische Stimmen. Martina Ettstaller (CSU) etwa zog abermals die Wahl des Standorts in Zweifel. Jugendreferentin Christine Zierer (FWG) hielt dagegen. Man könne immer hypothetisch im Voraus Probleme sehen. Sie dagegen sehe hier das Positive: „Wir haben kein Angebot für Jugendliche. Dieses Projekt ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Kritisch äußerte sich Laura Wagner (Grüne). Sie befürchtete eine Störwirkung auf umliegende Flächen und monierte die zusätzliche Bodenversiegelung. Barbara von Miller (SPD) drängte auf eine kleinere Variante, die bei Bedarf später erweitert werden könnte. Mit gerade einmal einer Stimme Mehrheit wurde das Projekt schließlich abgesegnet. ger

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