Brautpaar wider Willen

Bildergalerie zur Warngauer Bettelhochzeit

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Die Bettelhochzeit war ein bunter Spaß.
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Die Bettelhochzeit war ein bunter Spaß.

Warngau – Sonnenschein, rund 600 gut gelaunte Zuschauer, ausgelassene Stimmung, kreative Faschingswagen und natürlich ein ganz und gar nicht zueinander passendes Brautpaar – die Ausgangslage für einen fröhlichen Faschingstag hätte bei der Warngauer Bettelhochzeit am vergangenen Sonntag kaum besser sein können.

Wenn die örtliche Feuerwehr alle zehn Jahre zu ihrer Bettelhochzeit lädt, ist das ganze Dorf auf den Beinen und schlüpft in Kleidung des jeweilig anderen Geschlechts, was oft urkomisch aussieht. Wie es der Brauch ist, hat politische Korrektheit hier keinen Platz. So begrüßte der Standesbeamte Geislein (Anton Bader) die Gäste am Warngauer Dorfplatz standesgemäß mit „ätzende und gscherte Anwesende der Gemeinde Warnblau“ und freute sich, dass sich „im Jahre eins der geilen Wiedervereinigung von Ost- und Westwarnblau“ wieder ein „hirnloses Weib und ein noch dümmeres Mannsbuid zum Stand des damischen Ehebundes entschlossen haben“. Das Brautpaar wurde stilecht in einem motorisierten Festzug mit kuriosen Gefährten – die teils so skurril waren, dass sie bereits vor oder während des Umzugs ihren Geist aufgaben und von den Insassen geschoben werden mussten – zur Heiratsstätte beim Strizä-Misthaufen kutschiert und sorgte für großes Gelächter. Festlich herausgeputzt in weißem Brautkleid und giftgrünen Stöckelschuhen die „obaghunzde, ausgnaglde, langhaxade Stasi, Stanglkutscherin von der auslaffadn Ross-Wellnessoase aus dem Südseeparadies Reitham" alias Holz-Transportunternehmer Franz Ihle jun., zugleich Vizekommandant der Warngauer Wehr. Ihr stolzer Gatte ist die Schneiderin und aktive Feuerwehrfrau Elisabeth Estner aus Warngau, angekündigt als der „gstumbade, aufblade, froschaugade Kufernnoda Kasimir, wohnhaft auf dem hoibadn Weg nach Arschpenning". Standesbeamter Geislein teilte mit, er habe den Geisteszustand beider Heiratskandidaten überprüft mit dem Ergebnis: „De Zwoa miassn heiratn, weil oana alloa kon ned so bläd sei.“ Die Ansprüche an das kuriose Brautpaar sind schnell erklärt: Der Bräutigam muss mindestens einmal jährlich zuhause sein, „um seinen Fortpflanzungsauftrag zu erfüllen“, zudem ist ihm jederzeit erlaubt, „sich sein greisliges Weib schön zu saufen“. Die Braut muss lediglich für den Unterhalt des Mannes sorgen, das Haus von „Ratzn und Mäus“ freihalten und den Mann, sollte er betrunken heimkommen, „mit dem Nudlwoigla empfangen und damit durchwoigln, bis er wieda niachtan is“. Ansonsten müsse sie nur alle ehelichen Sonderwünsche erfüllen und „das Maul halten und nur reden, wenn‘s gfrogt is“. Unter diesen ermutigenden Voraussetzungen willigten beide nach kurzem Zögern und diversen Fluchtversuchen der Braut schließlich ein. „Ja mei, hilft ja nix, dann probier ma‘s hoid“, frohlockte der Bräutigam, und auch die Braut war nach langer Männersuche im Publikum entzückt über seine Angetraute: „Nix Bessers find i ned.“ Als schließlich beide sich das Ja-Wort gaben und die „Ringe des Faschings“ – zwei übergroße Schraubenmuttern – anlegten, gab es lauten Jubel unter den Gästen, die das Brautpaar hochleben ließen. Schade eigentlich, dass diese „grausame Ehe“ am Aschermittwoch schon wieder aufgelöst ist. Während die Schaulustigen am Dorfplatz weiterfeierten, ging es für die geladenen Gäste zur weltlichen Feier zum Wirt. Dort, so berichtet Feuerwehr-Sprecher Stefan Markl, herrschte ausgelassene Stimmung, angetrieben von fetziger Partymusik der Stürzlhamer Musikanten. „Alle Gäste hatten ein schönes Fest, an das sie sich gern erinnern werden.“ Zufrieden war auch Vorstand Sepp Gschwendtner, der mit einem zehnköpfigen Team über drei Monate hinweg die Bettelhochzeit organisiert hatte: „Es ist super gelaufen, aber ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist.“ Ob es in zehn Jahren erneut eine Bettelhochzeit in Warngau geben wird? „Da gehe ich stark davon aus“, grinste Markl. ole

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