Biomasse soll die Wärme liefern

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WOLFGANG MOOS, Miesbach – Am südlichen Rand der Waitzinger Wiese, neben der Oberlandhalle, soll ein Biomasseheizwerk des Landkreises entstehen. Das hat der Kreisausschuss am vergangenen Mittwoch einstimmig beschlossen. Die Anlage soll dann die weiterführenden Schulen, die Turnhalle, das alte Krankenhaus und – ab 2015 – den Waitzinger Keller versorgen. Die ursprüngliche Planung sah allerdings vor, das Heizwerk an der Haidmühlstraße zu bauen. Das war auch notariell festgehalten worden, wie Landrat Jakob Kreidl (CSU) deutlich machte. Da hatte der Miesbacher Stadtrat wohl was übersehen, denn der hatte Ende vergangenen Jahres beschlossen, den Standort Waitzinger Wiese zu wählen (wir haben berichtet). „Der Landkreis hätte sogar ein Rücktrittsrecht – aber darauf wollen wir nicht rumreiten“, gab sich Kreidl jedoch versöhnlich. Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) begründete die Entscheidung mit Einsprüchen aus der Bevölkerung wegen des Kamins und zu erwartenden Schwierigkeiten bei den Anlieferungswegen. Wegen des nunmehr entstandenen Zeitdrucks stand als Alternative ein Gasheizwerk zur Debatte. Rasch wurde jedoch deutlich, dass die Ausschuss-Mitglieder einhellig der Meinung sind, an einem Biomasseheizwerk festzuhalten. „Ich sehe zur Biomasse keine Alternative“, machte Martin Walch (SPD) klar, zeigte sich aber von der Entscheidung des Stadtrats irritiert. „Die Stadt wird das alte Krankenhaus sofort anschließen“, sagte die Bürgermeisterin zu, aber „mit der Stadthalle sind wir bis 2015 an unseren Erdgaslieferanten gebunden“. Bei der nächsten Stadtratssitzung am 20. Januar werde das beschlossen, ist sie sicher. Unklar ist noch der Verlauf der nun längeren Leitungswege, aber auch die Frage sei kurzfristig zu lösen, versicherte Pongratz. „Eine lange Leitung ist nicht immer negativ“, sagte Josef Lechner (CSU). „Viele Hausbesitzer interessieren sich für einen Anschluss“, berichtete der Fischbachauer Bürgermeister aus eigener Erfahrung mit dem Heizwerk in seiner Gemeinde. Einen konkreten Rat hatte er auch anzubieten: Im Sommer habe das Heizwerk Probleme mit der überschüssigen Grundlast. Daher habe man sich in Fischbachau entschlossen, die überschüssige Wärme zur Beheizung des Schwimmbades zu verwenden. „Damit ist jedem geholfen, das ist ein Vorteil für das Heizwerk und für uns.“ Eine erfreuliche Neuigkeit gab es im Zusammenhang mit dem Standort Waitzinger-Festwiese für den Ausschuss von Michael Wittmer vom Ingenieur-Büro EST. Denn statt der ursprünglich geplanten Leistung von 600 kW könne man dann mit 800 kW planen. „Je größer desto günstiger“, erläuterte er anhand von Berechnungen. Zwar sei die Investition höher, aber auf die Laufzeit von 20 Jahren gerechnet, spart der Landkreis 20 Prozent gegenüber der Versorgung mit den bestehenden Erdgasheizungen von Gymnasium und Sporthalle.

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