BOB: Bayerisches Verkehrsministerium sieht keine Chance für Erweiterung

30-Minuten-Takt abgebügelt

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Die Ausweitung des Schienenverkehrs im Landkreis ist vorerst vom Tisch.

Landkreis – Mit einer Resolution an die Bayerische Staatsregierung hat der Kreistag im Mai versucht, seinem Wunsch nach dem Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs Ausdruck zu verleihen (wir haben berichtet). Doch die Antwort fiel nicht aus wie erhofft.

Zentrale Punkte der Resolution waren die Einführung eines 30-Minuten-Taktes, neue Haltestellen und die Elektrifizierung der Strecken. Anfang September folgte die Antwort von Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr. Landrat Wolfgang Rzehak zeigte sich laut Mitteilung des Landratsamtes enttäuscht, „dass der Landkreis Miesbach von Seiten des bayerischen Verkehrsministeriums weder Unterstützung erhielt bei der Einführung des 30-Minuten-Taktes, noch bei der Einführung der Akku-Tender und bei der Verbesserung der Infrastruktur“. Die Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft (TBG) wollte durch eine Kombination von Elektrotriebzug und Akku-Tendern einen elektrischen Betrieb bereits vor der Elektrifizierung der Strecken im Oberland fahren. Dazu wurde ein Förderantrag für eine Machbarkeitsstudie gestellt. „Doch dann gab es Probleme mit dem technischen Partner, der Schweizer Stadler Rail Group“, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes. Das Bundesverkehrsministerium werde den Antrag deshalb nicht weiter bearbeiten. Zu prüfen sei laut Herrmann der Einsatz von Brennstoffzellen. Diese Alternative sei unter anderem von Staatsministerin Ilse Aigner ins Spiel gebracht worden. Die Wasserstoffzüge könnten über den Münchner Hauptbahnhof in das Tunnelsystem der Innenstadt fahren. Jedoch sei laut Herrmann nicht sicher, ob die Züge „aus Sicherheitsgründen überhaupt im Tunnel fahren dürfen“. 

Auch für den erhofften 30-Minuten-Takt sieht es düster aus. „Die Mittel, die der Bund für den Ausbau der Schieneninfrastruktur für Regionalzüge zur Verfügung stellt, sind leider sehr begrenzt und in Bayern bereits bis Anfang der 2020er Jahre verplant“, erklärt der Staatsminister. Er sehe „derzeit leider keine Finanzierungsperspektive für einen Kreuzungsbahnhof in Fischbachau“. Für die infrastrukturellen Erfordernisse für den Halbstundentakt müssten allein auf der Strecke Holzkirchen-Bayrischzell 20 Millionen Euro investiert werden. Zusätzlich würde die Verlängerung der Verstärkerzüge nach Bayrischzell in den zwölf Jahren Ausschreibungsperiode 7 Millionen Euro ausmachen. An anderen Stellen Bayerns gebe es aber stärker frequentierte Strecken, gab Herrmann zu bedenken. „Man muss Prioritäten setzten.“ Die Verbesserung der Infrastruktur soll zu einem großen Teil die anliegende Gemeinde leisten. „Darüber freue ich mich, dass auch die Gemeinde Fischbachau die Ertüchtigung der Bahnübergänge aktiv angeht. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) sei laut Herrmann nicht für die Bahnübergangsmaßnahmen zuständig. 

Allein die Information, die Länder beabsichtigten, „den Bund wegen des Dilemmas für den Ausbau von längeren Strecken beziehungsweise Streckennetzen noch stärker in die Verantwortung zu nehmen“, stößt bei Landrat Rzehak auf Zustimmung. „Ich werde das weiter mit Nachdruck verfolgen“, sagte der Landrat. „Es kann nicht sein, dass die Verantwortung hin- und hergeschoben wird. Das Land und der Bund, beide CSU-Verkehrsminister, müssen nun Geld in die Hand nehmen. Ich erwarte da auch, dass die CSU-Kreistagsfraktion und alle lokalen Politiker ihren Einfluss stark geltend machen, damit wir für die Bürgerinnen und Bürger im Oberland endlich die dringend nötigen Verbesserungen beim Bahnverkehr erreichen!“

she

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