Nach Diskussionen in den Talgemeinden kommt nun der Aufruf gegen Feuerwerk

Böllerverzicht am Tegernsee

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Bilder wie diese sollen seltener werden am Tegernsee – Anwohnern und der Umwelt zuliebe.

Tegernsee – Die Gemeinden im Tegernseer Tal machen ernst: Auch in diesem Jahr soll auf Silvesterfeuerwerk jeglicher Art verzichtet werden. So haben es die Bürgermeister der umliegenden Orte gemeinsam mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) vergangene Woche beschlossen. Ein entsprechender Brief ist an alle Bewohner sowie Gäste der Urlaubsregion abgeschickt worden.

In dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, werden Anwohner und Gäste im Tegernseer Tal dazu aufgefordert, auf das Abfeuern von Silvesterraketen und Böllern zu verzichten. „Wir möchten dem Beispiel des Bergsteigerdorfes Kreuth folgen, welches dies bereits im letzten Jahr erfolgreich praktiziert hat“, heißt es in dem Schreiben. „Mit dem Verzicht auf Silvesterfeuerwerk und Böller wollen wir unserer Umwelt und den in unserer Natur freilebenden und bei uns in der Landwirtschaft und zu Hause gehaltenen Tieren etwas Gutes tun.“ Zudem wird darauf hingewiesen, dass durch den Verzicht unnötige Feinstaub- und erhebliche Lärmbelastungen vermieden werden. Unterzeichnet ist das Schreiben von Christian Kausch, Geschäftsführer der TTT, auch im Namen der Bürgermeister im Tegernseer Tal. „Wir freuen uns, wenn möglichst viele Mitmenschen unserer Aufforderung zum freiwilligen Verzicht nachkommen und somit im vernünftigen Rahmen das neue Jahr 2020 begrüßen und feiern“, schreibt er. „Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Namen von Mensch und Tier und unserer einzigartigen, erhaltenswerten Natur am Tegernsee.“

Das Thema Feuerwerk beschäftigt die Kommunen rund um den Tegernsee bereits seit längerem. Mittlerweile werden auch bei Hochzeiten und Geburtstagen, die am See gefeiert werden, umfangreiche Lichterregen entzündet, berichtet Johanna Ecker-Schotte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates und regt eben auch jenen Aufruf zum Verzicht an. „Unzähligen Anwohnern geht die Böllerei unglaublich auf die Nerven – egal ob auf Seefesten oder privater Natur in Hotels, deren Inhaber an Profit nicht genug bekommen können und jegliches von den Gästen gewünschtes Feuerwerk nur zu gerne initiieren“, heißt es auch in einem offenen Brief von Sabine Anders an die Bürgermeister des Tegernseer Tals vom August. „Macht doch nichts, wenn Wildtiere orientierungslos im Wald umherspringen, Vögel aus Schock gegen Häuserwände fliegen und Haustiere ausbüxen und das Weite suchen“, schreibt sie in sarkastischem Ton. „Das Tegernseer Tal – es kommt mir so vor wie ein autonomes Gebiet, welches seine eigenen Gesetze macht und jenen Leuten, die anderenorts nicht böllern dürfen, gerne Tür und Tor öffnet, um ihnen jegliches seelisches Trauma zu ersparen, weil zur Hochzeit in der großen Stadt kein Feuerwerk abgefeuert werden darf.“ Der Frust über das Geknalle ist groß, doch der Weckruf scheint langsam anzukommen. ksl

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