Nach Brandkatastrophe in Bad Wiessee: Ursachenforschung läuft / Schwerverletzte in Klinik

Halle ist völlig zerstört

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Die völlig zerstörte Fahrzeughalle muss abgerissen werden.

Die Untersuchungen dazu, was genau zu den Explosionen und der Brandkatastrophe in Bad Wiessee geführt hat, sind noch nicht abgeschlossen. Die Bilanz ist aber auf alle Fälle tragisch.

Das Unglück im Rettungszentrum hat zwei Schwer- und neun Leichtverletzte gefordert. Robert Kießling, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, ist aber zumindest zuversichtlich, dass es bei den beiden Männern, die mit Hubschraubern in Münchner Kliniken geflogen wurden, „nicht ganz so schlimm ist, wie zu befürchten war“. Gegen 13.50 Uhr erschütterten mehrere Explosionen das von BRK, Wasserwacht und Feuerwehr gemeinsam genutzte Rettungszentrum in Bad Wiessee. Eine Fahrzeughalle ging daraufhin in Flammen auf. Ein 34 und ein 42 Jahre alter Mann erlitten schwere Verbrennungen, schafften es aber noch zur benachbarten Polizeidienststelle, wo sie erstversorgt wurden. Hubschrauber brachten sie später in Münchner Kliniken. Unterdessen lief in Bad Wiessee ein Großeinsatz. Die Bundesstraße wurde gesperrt, Rettungskräfte und Feuerwehren aus dem gesamten Tal und darüber hinaus eilten nach Bad Wiessee. So waren Wehren unter anderem sogar aus Agatharied, Miesbach und Holzkirchen vor Ort, ebenso das Technische Hilfswerk. Bis die insgesamt rund 150 Feuerwehrler die Flammen unter Kontrolle hatten, zeugte eine dunkle Rauchsäule von dem Unglück. Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bei den Löscharbeiten erlitten neun Einsatzkräfte der Feuerwehr leichte Rauchgasvergiftungen und mussten behandelt werden, gegen 16.45 Uhr waren die Flammen dann weitestgehend gelöscht. Die Feuerwehrkräfte versuchten danach, letzte Glutnester ausfindig zu machen, eine Brandwache blieb zur Sicherheit über Nacht vor Ort. Die Kriminalpolizei hat die Untersuchungen aufgenommen, um die Ursache für die Brandkatastrophe zu klären. Eine Vermutung ist, dass es bei Schweißarbeiten zu dem Unglück gekommen sein könnte. Die Polizei hat bisher aber noch keine Aussagen darüber getroffen, wie es zu der Explosion kommen konnte. Nach den ersten Besichtigungen ist aber laut Kießling bereits klar: „Die Garagenhalle muss abgerissen werden.“ Völlig zerstört sind auch die dort gelagerten Gerätschaften, fünf BRK-Fahrzeuge, zwei Boote, mindestens ein Anhänger und weiteres Material. Glücklicherweise konnten die Feuerwehren aber ein Übergreifen der Flammen auf die angegliederten Gebäudeteile verhindern. Dort hält sich der Schaden deshalb in Grenzen und beschränkt sich auf verschmorte Fenster, verrauchte Räume und einen Wasserschaden durch Löscharbeiten. Kießling hofft, „dass ein Großteil durch die Versicherung abgedeckt ist“. Alles, befürchtet er, wird das BRK aber wohl nicht ersetzt bekommen. Die Polizei ging bereits nach ersten Schätzungen „von einer Sachschadenshöhe im siebenstelligen Bereich“ aus. Das Rettungszentrum wurde erst 2013 eröffnet.

Explosionen im Rettungszentrum

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