Wohnhaus statt Gasthof

Brauhaus Tegernsee plant 61 Apartments an Max-Josef-Straße

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Der Gasthof Schandl in Tegernsee muss weichen.

Tegernsee – An Wohnraum fehlt es in Tegernsee. Daher kommt dieser Antrag gerade recht: Ein Bettenhaus für Personal im Bereich Fremdenverkehr, Gastronomie und Brauerei mit Tiefgarage sowie ein Wohnhaus für mehrere Familien plant die Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee KG an der Max-Josef-Straße. Dafür muss der frühere Gasthof Schandl weichen. Der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Stadt hat über das Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung positiv entschieden. Doch es gibt auch Kritik an dem Projekt.

Seit Oktober 2015 ist der Gasthof Schandl nicht mehr in Betrieb. Nun soll das Gebäude abgerissen werden, um in dem Bereich drei neue Häuser zu errichten. Der Ausschuss hat in seiner Sitzung am vergangenen Montag die Aufgabe gehabt, sich mit einem Antrag auf Vorbescheid auseinander zu setzen und so die Machbarkeit der Pläne zu diskutieren. Demnach sollen unter anderem der frühere Gasthof und ein weiteres marodes Wohnhaus verschwinden. An der Hausnummer 26 werden ein größeres Haus A mit 36 Appartements und drei Wohnungen sowie ein kleineres Haus B mit zwölf Personalappartements errichtet, die über einen Gang miteinander verbunden sind. An Hausnummer 32 entsteht ebenfalls ein neues Gebäude mit zehn Wohnungen.

Haus A soll viergeschossig werden und dessen Wandhöhe an der Straßenseite knapp neun Meter und auf der Talseite 10,45 Meter messen, wie Bauamtsleiterin Bettina Koch während der Sitzung erklärte. Die Grundfläche ist mit 31,11 mal 17 Metern angegeben. Die Zufahrt zur Tiefgarage soll auf der Südseite entstehen. Das dreigeschossige Haus B soll mit einer Grundfläche von 18 mal elf Metern parallel zur Max-Josef-Straße errichtet werden. Das separat gelegene Haus C ist ebenso mit drei Geschossen geplant und einer Grundfläche von 23 mal 11,24 Metern. Die Appartements sollen im Durchschnitt etwa 30 Quadratmeter groß sein, die Wohnungen etwa größer. In der Tiefgarage unter Haus A und B entstehen 33 Stellplätze, insgesamt gebe es unter- und oberirdisch auf dem Grundstück 74 Parkflächen sowie 33 Fahrradständer, erläuterte Koch.

Der Ausschuss war angetan von den Plänen, denn Wohnraum wird dringend benötigt in Tegernsee, vor allem kleinere Wohnungen, wie Bürgermeister Johannes Hagn erklärte. „Das ist genau das, was wir brauchen“, meinte auch Florian Widmann (CSU), ebenso wie Andrea Köstler (FWG): „Uns kann nichts Besseres passieren, als dass dort gebaut wird.“ Nur Thomas Mandl (SPD) äußerte Bedenken und stimmte am Ende gegen die Pläne. „Ich würde es begrüßen, wenn es ein Stockwerk tiefer würde“, sagte er, nachdem vor der Sitzung eine Vor-Ort-Besichtigung stattgefunden hatte, bei der ein Schaugerüst die Endhöhe des Gebäudes zeigte. „Das ist schon ein massiver Einschnitt in die Gegend“, sagte er. „Da die Häuser davor wesentlich kleiner sind, entsteht eine Wandwirkung.“ksl

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