Zum Tag der Umwelt

BRB: Bahnfahren unerlässlich für Klima- und Verkehrswende im Oberland

BRB-Geschäftsführer Fabian Amini
+
BRB-Geschäftsführer Fabian Amini besitzt kein eigenes Auto und setzt auf die Elektrifizierung der Schiene für die Klima- und Verkehrswende.

Holzkirchen – Die Zukunft gehört der Schiene, da ist sich die BRB sicher. Denn sie sei unerlässlich für Klima- und Verkehrswende.

Die Schiene ist laut Bayerischer Regiobahn (BRB) das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, wenn man Radfahrer und Fußgänger außer Acht lasse. „Ohne die Eisenbahnverkehrsunternehmen funktionieren weder Verkehrs- noch Klimawende“, erklärt Geschäftsführer Fabian Amini mit Blick auf den weltweiten „Tag der Umwelt“ am Samstag (5. Juni).

Als Beispiel nennt er den Fahrzeugtausch im Oberland: „Der vorzeitige Umstieg von den alten Integral- auf die neuen Lint-Fahrzeuge hat knapp fünf Jahre früher als bisher vorgesehen zu 90 Prozent weniger Stickoxid- und Partikelemissionen geführt.“ Trotzdem bezeichnet Amini die dieselbetriebenen Lint-Züge nur als Übergangslösung, denn die Zukunft gehöre einem intelligenten Mix aus Elektrifizierung der Schiene und alternativen Antrieben – also der Elektromobilität auf der Schiene.

Elektrifizierung für das Oberland

Für das Oberland sei die Elektrifizierung nach heutigem Stand der Technik die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Lösung. Dies habe der Freistaat Bayern bereits erkannt und selbst Geld für die Finanzierung der Vorplanungen in die Hand genommen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Dennoch sei bayern- und auch deutschlandweit in Sachen Elektromobilität auf der Schiene noch viel Luft nach oben. Nur gut die Hälfte der bayerischen und 61 Prozent der deutschen Bahnstrecken seien unter Fahrdraht.

Statistik des Vereins „Allianz pro Schiene“

Laut dem Verein „Allianz pro Schiene“, einem gemeinnützigen Verkehrsbündnis, das sich für einen höheren Marktanteil des Schienenverkehrs im Güter- und Personenverkehr in Deutschland einsetzt, sei in den vergangenen Jahren das Oberleitungsnetz in Deutschland durchschnittlich nur um 65 Kilometer pro Jahr gewachsen.

Um das von der Bundesregierung selbst gesteckte Ziel eines Elektrifizierungsgrads von 70 Prozent bis 2025 zu erreichen, müsse das Tempo also deutlich erhöht werden. Bis 2025 müssten dafür rund 570 Kilometer pro Jahr elektrifiziert oder durch alternative Antriebslösungen ergänzt werden. Bis sich also merklich etwas ändere, werde noch so mancher „Tag der Umwelt“ ins bayerische Land ziehen müssen.

Weniger Individualverkehr und mehr ÖPNV

Auch Fabian Amini fährt mittlerweile täglich mit der BRB. „Ich selbst besitze gar kein Auto mehr, fahre täglich mit dem ÖPNV zur Arbeit und nutze ihn für fast alle Wege“, sagt er. „Dass unsere Fahrgäste in ländlicheren Regionen ihr Auto nicht abschaffen können, verstehe ich. Aber es muss das Ziel sein, auch für den ländlichen Raum attraktive Mobilitätslösungen als echte Alternative zum Auto zu schaffen, wie es schon heute in den Ballungsräumen mit dem Mix aus ÖPNV, Sharing-Konzepten und Fahrrad der Fall ist.“

Weniger Individualverkehr und mehr ÖPNV gebe den Städten im wahrsten Sinne des Wortes mehr Luft zum Atmen und mehr Raum, der hochwertiger genutzt werden könne als nur für Straßen und Parkplätze. „Keine Staus, kein Parkplatzsuchverkehr – auch das ist gut fürs Klima“, sagt der überzeugte ÖPNV-Nutzer. ksl

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Miesbachs Bürgermeisterin erhält gutes Zeugnis in ihrer letzten Stadtratssitzung
Miesbachs Bürgermeisterin erhält gutes Zeugnis in ihrer letzten Stadtratssitzung
Tödlicher Unfall an der Brecherspitz: Münchner (61) stürzt vor Augen seiner Familie ab
Tödlicher Unfall an der Brecherspitz: Münchner (61) stürzt vor Augen seiner Familie ab

Kommentare