Motorsäge statt Buzi

Bruder Barnabas teilt in Tegernsee bei seiner Fastenpredigt wieder kräftig aus

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Braumeister Norbert Stühmer, Landrat Wolfgang Rzehak, Gastgeber Peter Hubert und Brauhaus-Geschäftsführer Christian Wagner (v.l.) stießen mit frischem „Quirinus“-Doppelbock auf ein gelungenes Starkbierfest an.

Tegernsee – Zur elften Ausgabe des Starkbierfestes im Tegernseer Bräustüberl hatte Nico Schifferer alias Bruder Barnabas wieder ein abendfüllendes Programm mit „kleinen Schweinereien“ und „alltagstauglichen Schmunzeleien“ vorbereitet. Das lag nicht allein an den „braven Verwaltungsexperten“ im Tal, sondern hauptsächlich am „Tal-Monopoly“ und an der „tiefen bayerischen Menschlichkeit, der dieser Region trotz allem immer noch inne wohnt“.

Manche Gäste dürften vorab Wetten abgeschlossen haben: Welche Themen wird der Nico heuer bringen? Die Kurtaxe in Bad Wiessee – garantiert! Die BOB – logisch! Die „Großkopferten“ rund um den See – sowieso! Und so war das Bräustüberl-Gewölbe bei der Starkbierfest-Premiere am vergangenen Mittwochabend wieder voll mit neugierigen Zuschauern besetzt. Das Grußwort von Gastgeber Peter Hubert fiel heuer dagegen knapp und eilig aus. Er beugte sich wohl der letztjährigen Kritik von Bruder Barnabas, dass die Fastenpredigt früher länger war als die Begrüßung der VIPs. Die „Royals“ ließen sich dieses Jahr ohnehin entschuldigen. Herzogin Anna sei auf Reisen und Herzogin Helene habe am Nachmittag kurzfristig abgesagt. „Sie hat sich scheinbar bei der Hundejagd erkältet“, feixte Barnabas zum Auftakt seiner gut zweistündigen Rede, in der er das zurückliegende Jahr, mal Keule schwingend, mal schmunzelnd, Revue passieren ließ. „Bei uns hier im Gai kommt der wilde Hund oder der früher oft so eigenkopfige Eigendenker leider nicht mehr zum Zug“, sagte Barnabas und attestierte dem Landrat sowie drei von fünf Tal-Bürgermeistern „eingebaute Langweiligkeit“. Die „kantenlosen Verwaltungsexperten“ wirkten für Fastenprediger so wie der Borkenkäfer für Waldbesitzer. Die Bäume und Büsche an der Tegernseer Point indes fielen kürzlich nicht dem Borkenkäfer zum Opfer. So bekam Christian Wagner, Geschäftsführer des Herzoglichen Brauhauses, für seine „herausragende Leistung im Bereich der Holz- und Forstwirtschaft“ die „Ehren-Motorsäge am Bande“ überreicht – eine Verleihung des regulären „Ehren-Buzis“ kam heuer wegen seiner „pazifistischen Grundausrüstung“ nicht infrage. sko

Barnabas‘ markigste Sprüche 2019 lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe.

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