Keine klassische Chronik

Ein Buch macht es möglich: „Das Schlierachtal“ auf neue Weise erleben

Präsentation „Das Schlierachtal“
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Ihr umfangreiches Werk über „Das Schlierachtal“ überreichten Anton Stetter (2.v.r.) und Daniel J. Glasl (2.v.l.) an die Bürgermeister (hinten v.r.) Jens Zangenfeind (Hausham), Franz Schnitzenbaumer (Schliersee) und Gerhard Braunmiller (Miesbach).

Hausham/Landkreis – Die Geschichte des Schlierachtals haben Anton Stetter und Daniel J. Glasl in einer „Ausfahrt vom Schliersee über Hausham nach Miesbach in historischen Photographien“ aufgearbeitet.

Alte Bilder, vergangene Zeiten und die Suche nach dem, was war – all das hat einen besonderen Reiz. Vor allem in Zeiten der Digitalisierung und zunehmenden Schnelligkeit ist eine Rückbesinnung auf die Wurzeln höchst interessant. Und womit wäre dies besser zu illustrieren als mit alten Ansichten von Gebäuden, Orten und Menschen? Das ist nun mit dem neu erschienen Buch „Das Schlierachtal – Eine Ausfahrt vom Schliersee über Hausham nach Miesbach in historischen Photographien“ bestens möglich. Ihr Werk stellten Anton Stetter und Daniel J. Glasl jüngst in der Erlebnisdestillerie Lantenhammer in Hausham vor.

Mit ihrem über 300-seitigen Buch haben sie einen veritablen Schatz für diese Gegend geschaffen, ein wundervolles Werk für alle Heimatinteressierten. Dabei lassen die beiden Herausgeber 240 historische Fotografien aus der Zeit zwischen 1860 bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch großformatige Darstellungen für sich sprechen. Arrangiert sind diese als Reise durch die drei Orte, die mit der Schlierach eine verbindende Lebensader haben.

Zu den Bildern gibt es selbstverständlich Hintergrundinformationen, die präzise gehalten sind und für manche Überraschung sorgen. Einige selbiger gaben die beiden Autoren bei der Buchvorstellung zum Besten. So etwa hatte man in Schliersee Ambitionen, Kurort zu werden. Teure Jodbohrungen wurden durchgeführt. „Damit hätte sich die Gemeinde fast ruiniert“, erklärte Stetter. Die Expertise, auf der das kostspielige Unterfangen beruhte? Die Vermutung zweier Wünschelrutengänger, dass man etwas finden würde.

Keine Mühen bei der Recherche gescheut

Bei den Recherchen scheuten die beiden Herausgeber keine Mühen, sprachen mit Zeitzeugen, etwa einem 98-Jährigen, zum Thema Bergbau in Hausham. Chroniken und Archive galt es zu durchstöbern. So konnte auch herausgefunden werden, dass sich die Räume der Miesbacher Sparkasse von 1920 bis 1944 im Gebäude der Kleinkinderbewahranstalt befanden.

Erschienen ist das Buch „Das Schlierachtal – Eine Ausfahrt vom Schliersee über Hausham nach Miesbach in historischen Photographien“ (334 Seiten, 59,90 Euro) von Anton Stetter und Daniel J. Glasl im Kleineheimat Verlag. Erhältlich ist es bei der Bücheroase in Schliersee, der Erlebnisdestillerie Lantenhammer in Hausham, bei Buch am Markt in Miesbach, den Tegernsee-Arkaden und der Buchhandlung Kolmannsberger in Rottach-Egern, ebenso unter www.schlierachtalbuch.de.

Ein Rätsel konnte jedoch trotz intensiver Nachforschungen bis dato nicht gelöst werden: Welchen Namen trägt der Bichl, auf dem sich die Haushamer Alm befindet? Dazu schweigen bislang alle Chroniken, Karten und Aufzeichnungen.

Geschichte des Tegernseer Tals als Inspiration

Die Initialzündung für das Buch war Glasls Werk über die Geschichte des Tegernseer Tals. Stetter hielt es in Händen und fand, dass auch die Orte Schliersee, Hausham und Miesbach eine umfassende historische Würdigung verdient hätten. „Wir haben das Selbstbewusstsein: So was können wir auch“, fand er. Gleich von der Idee begeistert war Glasl, aber auch etwas eingeschüchtert vom Unterfangen, da die Gegend so gut dokumentiert sei. Die Idee ließ beide nicht mehr los, und nun hat auch das Schlierachtal einen Bildband, der auf eine Reise in die Vergangenheit einlädt.

Den erhielten bei der Vorstellung des Buches die Bürgermeister der drei Kommunen – Gerhard Braunmiller (Miesbach), Franz Schnitzenbaumer (Schliersee) und Jens Zangenfeind (Hausham) – und waren sehr angetan. Als erfrischend, weil nicht textlastig und anders als die klassische Chronik lobten sie das Werk. maf

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