Wie geht‘s jetzt weiter?

Bürger stoppen Waakirchens Dorfmitte-Projekt

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Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl findet es schade, dass sich das Ratsbegehren nicht durchsetzen konnte.

Waakirchen – Am Sonntagabend war es soweit: Die Bürger haben entschieden, dass die Planungen für die Waakirchner Dorfmitte gestoppt werden.

Mit 1481 zu 904 Stimmen setzte sich ganz klar das Bürgerbegehren gegen das Ratsbegehren durch. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 51,53 Prozent. Wahlleiter Markus Liebl und sein Team hatten kräftig Gas gegeben. Bereits um 19.25 Uhr lag das vorläufige Endergebnis des Bürgerentscheids vor. Schon nach der ersten Meldung aus dem Ortsteil Schaftlach – diese erfolgte knapp 20 Minuten nach Schließung der Wahllokale – zeichnete sich deutlich eine Tendenz pro Bürgerbegehren ab. Bürgermeister Sepp Hartl, der in seinem Amtszimmer die ersten Zahlen durchsah, war die Enttäuschung sichtlich anzumerken. Er fasste sich aber schnell und meinte: „Noch ist Deutschland nicht verloren.“ Allerdings änderte sich am Trend nichts mehr, das Bürgerbegehren hängte mit großem Vorsprung das Ratsbegehren ab. Was für die Gemeinde bedeutet, dass sie die Planung für ein staatlich gefördertes Wohnbau-Projekt stoppen muss. Wie mehrfach berichtet, sollten auf dem Gelände zwischen Sparkasse und Bäcker-Voitl-Anwesen 25 bis 27 barrierefreie, bezahlbare Wohnungen, insbesondere für Senioren, aber auch für Familien und Alleinstehende, geschaffen werden. Die Erdgeschoss-Flächen der fünf geplanten Häuser wären für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen gewesen. Zudem sollten ein großzügig gestalteter, mit öffentlichen Bankflächen versehener Dorfplatz sowie eine lichtdurchflutete Tiefgarage mit 70 Stellplätzen entstehen. „Dass man so eine Planung sausenlässt. Es war eine einmalige Chance“, bemerkte Hartl, bewahrte jedoch Haltung: „Der Bürger hat entschieden. Das hat man zu akzeptieren.“ Dass die Wahlbeteiligung gerade mal 51,53 Prozent betrug, konnte der Rathauschef nicht verstehen. Schließlich habe jeder der 4696 Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen, erläuterte Hartl. Auf die Frage, was nun mit dem Grundstück passiere, hielt sich der Bürgermeister noch bedeckt, versicherte aber: „Wir werden es nicht verkaufen, es bleibt in gemeindlichem Besitz.“ ABV-Gemeinderat Balthasar Brandhofer, der sich bekanntlich für den Erhalt der besagten grünen Fläche stark macht, ließ nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses verlauten: „Ich bin sehr zufrieden, wie der Bürger entschieden hat. Jetzt müssen wir uns überlegen, wie wir weitermachen.“      rei

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