Bürgerinitiative und Verein sammeln 1300 Unterschriften gegen Südspange

Unterstützung auf beiden Seiten

+
Bürgermeister Olaf von Löwis (l.) nahm die Unterschriftenlisten der Bürgerinitiative „Stop Südumgehung“ entgegen und sprach mit den Gegnern der geplanten Trasse über das weitere Vorgehen.

Holzkirchen – Die Gegner der geplanten Südumfahrung von Holzkirchen haben sich schon vor längerer Zeit in Bürgerinitiativen und Vereinen organisiert und arbeiten stetig daran, die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass eine Südspange nicht die gewünschte Verkehrsentlastung bringen wird.

Aussagekräftige Unterstützung haben sie von 1300 Menschen erhalten, die sich auf Unterschriftenlisten eintrugen. Diesen Querschnitt eines Meinungsbildes in der Bevölkerung überreichten sie vor kurzem an Holzkirchens Bürger- meister Olaf von Löwis. 1300 Unterschriften, und es werden täglich mehr: „Es hat ein Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden“, sagt Ursula Eberharter von der Holzkirchner Bürgerinitiative „Stop Südumgehung“. An drei Samstagen haben die Mitglieder der Initiative sowie des Vereins „Hartpenning muckt auf“ Unterschriften gesammelt, um ein Zeichen zu setzen – ein Zeichen gegen die Südumgehung. Nicht nur Holzkirchner haben unterschrieben, „auch viele Münchner, die Holzkirchen und seine Umgebung als Naherholungsgebiet nutzen“, erzählt Eberharter. Geschmückt mit Hafer, Gerste und Ackerwinde von den Feldern, die der Südspange zum Opfer fallen würden, zusammengebunden mit einem Band, das den Schriftzug „Zum Erhalt unserer Heimat“ trägt – so überreichten die Trassengegner die Unterschriftenlisten an den Bürgermeister. „Wir wollen damit das Spiegelbild der ganzen Situation darstellen“, sagt Georg Sigl. Und Eberharter ergänzt: „Wir wollen der Gemeinde zeigen, wie die Bürger über die Südspange denken.“ Ein eindeutiges Zeichen, dass auch von Löwis beeindruckt – und er gibt zu: „Ich teile die Bedenken, was die ortsnahe Umfahrung betrifft.“ Doch er betonte auch, dass die Bürger den Experten mit ihren Prognosen und Annahmen glauben schenken sollten. Bis Ende des Jahres muss die Gemeinde Holzkirchen dem Straßenbauamt Rosenheim mitteilen, wie sie zu der Südumfahrung steht. Denn nur mit dem absoluten Einverständnis der Kommune werden die Pläne in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Doch von einer einhelligen Meinung ist der Gemeinderat weit entfernt, wie von Löwis erklärte: „Denn es gibt auch Menschen, die dafür sind und welche der Verkehr sehr belastet.“ Dass die Südspange keine Entlastung für die Münchner Straße bringen würde, sagte Lena Pawlovsky von der Bürgerinitiative, sei sogar im Bericht zur Südspange von Straßenbauamtsleiter Peter Olk schriftlich festgehalten. Dem gilt es nun entgegen zu treten. „Wir wissen, dass wir an vielen Ecken und Enden arbeiten müssen, um eine Verbesserung zu bekommen“, sagte von Löwis und erklärte, dass sich der Gemeinderat jetzt darauf konzentrieren würde, innerörtliche Maßnahmen zu fördern. Das bedeute auch, die Bahn mit einzubeziehen und etwa die Ortsdurchfahrt von einer Bundes- zu einer Staatsstraße abstufen zu lassen. „Dann hätten wir als Gemeinde Zugriff darauf, dann wäre vieles möglich“, sagte der Rathauschef. „Stop Südumgehung“ fordert eine überregionale Lösung mit anderen Gemeinden und dem Landkreis Bad Tölz. Vor allem die Bahn zieht die Bürgerinitiative mit ins Boot und schlägt einen zweigleisigen Ausbau der Strecke ab Reichersbeuern bis Warngau sowie eine Elektrifizierung der gesamten Strecke Bad Tölz-München vor. Auch die Erweiterung der Parkplatzflächen an allen Bahnhöfen im Holzkirchner Raum sowie die Nutzung einer Express-BOB von Bad Tölz nach München sind Ideen der Initiative zur Verbesserung der Verkehrsproblematik. Andere Möglichkeiten hat auch der Verein „Hartpenning muckt auf“ bereits aufgebracht (wir haben berichtet). Denn eines ist laut von Löwis klar: Selbst wenn die Südumfahrung kommen sollte, wäre dies erst in etwa zehn Jahren soweit. Ob sie nun kommt, oder nicht – „wir sind darauf bedacht, die Verkehrsproblematik in den Griff zu bekommen“, versprach der Bürgermeister. Dass die Gegner der Südumgehung in dieser Hinsicht mit der Gemeinde an einem Strang ziehen würden, machte das Stimmungsbild eindeutig. os

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gmund bekommt Forschungs- und Experimentierlabor
Gmund bekommt Forschungs- und Experimentierlabor
ALB in Miesbach: Sie berät fortan Waldbesitzer in der Quarantänezone
ALB in Miesbach: Sie berät fortan Waldbesitzer in der Quarantänezone
„Hacker-Alm“ in Wettlkam soll durch Boardinghaus ersetzt werden
„Hacker-Alm“ in Wettlkam soll durch Boardinghaus ersetzt werden

Kommentare