Bizarres Sprachrohr

Bürgerstammtisch in Miesbach äußert Ärger über 5G, Corona und mehr

Bürgerstammtisch in Miesbach
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Rund 100 Bürger kamen auf der Waitzinger Wiese zum 2. Miesbacher Bürgerstammtisch zusammen. Es formierte sich aber auch eine kleine Gegendemo.

Miesbach – Gefahren von 5G, Politikerversagen und Corona: Beim Bürgerstammtisch in Miesbach machen zahlreiche Leute ihrem Ärger Luft.

Wer sich hinter „De Bergler“ genau verbirgt, ist unklar, geisterte deren Einladung zum 2. Bürgerstammtisch unter freiem Himmel nur in den sozialen Medien umher. Ein Impressum sucht man auf dem digitalen Plakat vergebens, aber online gestellte Videobeiträge der Veranstalter sind mit dem Ruf zur Wiederherstellung der Bürgerrechte hinterlegt.

Rund 100 Bürger – größtenteils mit Abstand und nur wenige ohne Maske – sind dem Aufruf gefolgt und beklatschen auf der Volksfestwiese in Miesbach Redebeiträge zu Gefahren von 5G, Politikerversagen, gesteuerten Medien und den Gefahren der Corona-Impfung. Gegen die vorgebrachten Meinungen gab es aber auch stillen Protest.

„Warum überhaupt komplett neue Impfstoffe entwickeln?“, fragte Tierarzt Georg Paul das Publikum und lieferte auch gleich die Antwort: „Es geht nur ums Geld!“ Er selbst habe nach eigener Aussage in der Vergangenheit schon zahlreiche Kälber und Katzen mit einem Lebendimpfstoff von Pfizer gegen Corona ohne Komplikationen geimpft.

Eine andere Rednerin fügte an, dass ohnehin nur Menschen mit Symptomen Giftstoffe ausscheiden, ansteckend seien und auch nur solche anstecken, die ein schwaches Immunsystem haben, übersäuert sind sowie Stress und Vitaminmangel haben.

Als verantwortungslos betitelte Angie aus Holzkirchen Politiker, die dafür plädieren, ältere Mitbürger zuerst zu impfen, die sich praktisch nicht wehren und informieren können: „Alle, die geimpft werden, sind Versuchskaninchen. Das ist ein eklatanter Verstoß gegen den Kodex, dass niemand zur Impfung gedrängt werden darf.“ Zudem werden ihrer Meinung nach die Risiken durch die Medien unter den Tisch gekehrt und Youtube-Beiträge dazu zensiert. Ihre Kritik richtete sich aber auch gegen den Pflegenotstand in den Seniorenheimen.

„Manche hier vorgebrachte Kritik mag durchaus berechtigt und nachvollziehbar sein“, meinte Lukas Saak, der mit einer bewusst klein gehaltenen Schar Mitstreiter mit Transparenten am Rande der Veranstaltung eine Gegendemo veranstaltete. „Aber“, sagte Saak weiter, „wir beobachten diese Bewegung, die aus der Rosenheimer Gegend herüber schwappte, schon eine Zeit lang und vermissen bei den Redebeiträgen Fakten und hören stattdessen inhaltsloses Diktaturgerede und Tatsachen, die verdreht werden. Wir wollen daher öffentlich zeigen, dass nicht alle so denken.“ hac

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