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Bürgerversammlung Holzkirchen: Radwege-Frust und Ja zur Veranstaltungshalle

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Ein straffes Programm hat Bürgermeister Olaf von Löwis für seine Zuhörer geschnürt, schließlich gab es bei der Bürgerversammlung von allerlei Entwicklungen zu berichten.

Holzkirchen – Innerhalb von zweieinhalb Stunden brachte Bürgermeister Olaf von Löwis die Holzkirchner bei der Bürgerversammlung im rappelvollen Festsaal auf den neusten Stand in Sachen Marktgemeinde. Dabei durften natürlich die Dauerbrennerthemen Verkehr und Bau nicht fehlen. Der Punkt, auf den viele Teilnehmer aber wohl mit besonderer Spannung gewartet hatten, kam nach dem Bericht des Bürgermeisters: ein Antrag zum Thema Eis- und Mehrzweckhalle.

„Für mich ist echt nicht nachvollziehbar, wie schwer es einem gemacht wird“, artikulierte von Löwis seine Enttäuschung. Diese wurde nicht etwa durch ein Großbauprojekt ausgelöst, sondern durch das Vorgehen für einen „eigentlich simplen Radweg“. Gemeint ist die gewünschte Verbindung der Gemeinden Holzkirchen und Otterfing parallel zu den Bahngleisen durch den Teufelsgraben. Das Problem: An den Gleisen ist ein Trockenbiotop entstanden, in dem sich Eidechsen und Kreuzottern pudelwohl fühlen. Die Untere Naturschutzbehörde besteht daher auf Ausgleichsmaßnahmen, auf Otterfinger Flur hat sich bereits eine passende Fläche gefunden. Die aktuelle „Mammutaufgabe“ bestehe nun darin, die Zustimmung der Deutschen Bahn zu bekommen, erklärte der Bürgermeister. Das Projekt wird sich also weiter hinziehen. „Sehr ärgerlich“, findet das von Löwis. Ebenfalls „ein dickes Brett“ ist der Radweg entlang der Tegernseer Straße nach Marschall. Weil die Straße sehr eng ist und es für Radler zu gefährlichen Situationen kommen könne, sei die Maßnahme dringend notwendig. „Leider kam es nach wie vor zu keinen erfolgreichen Grundstücksverhandlungen, um die favorisierte Wegführung anzugehen“, sagte von Löwis. Eine Alternative könnte der Köglweg sein.

Auch die Ortseingänge von Großhartpenning und Föching sollen sicherer werden, denn die offene Straßengestaltung lädt zum zu schnellen Fahren ein. In der Vergangenheit wurden bereits Gestaltungsmöglichkeiten vorgestellt (wir haben berichtet). „Spätestens seit dem Vorliegen des Mobilitätskonzeptes finden intensive Verhandlungen mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim statt“, sagte von Löwis. Nach einer „bedauerlicherweise längeren Wartezeit beim Straßenbauamt“ durch personelle Engpässe sei die Umsetzung nun wieder intensiviert worden. Im November fand ein entsprechendes Gespräch statt. Am nördlichen Orts­eingang von Großhartpenning sei demnach eine Querungsinsel mit Linksabbiegespur denkbar. Um genügend Bremswirkung zu erzielen, soll die Straße ausreichend verschwenkt werden, erklärte von Löwis. Am südlichen Ortseingang könnte ebenfalls eine Querungshilfe entstehen. „Dafür muss jedoch ein beidseitiger Gehweg geschaffen werden“, erklärte der Bürgermeister. Bevor die Maßnahmen jedoch in Angriff genommen werden können, müsse der Markt mit dem Straßenbauamt eine Planungsvereinbarung schließen. Auch Grundstücksverhandlungen stehen zuvor an. „Ziel ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts“, sagte von Löwis.

Dieses wünscht sich die Marktgemeinde auch für ihre Sportstätten, schließlich muss sie, wie viele andere Kommunen auch, einen Kompromiss zwischen finanzieller Machbarkeit und den Ansprüchen und Wünschen der Nutzer finden. Im Zuge des Ortsentwicklungskonzepts soll dazu ein Sportentwicklungskonzept entstehen. Im vergangenen Jahr hat sich dazu bereits ein Runder Tisch zu einem informellen Treffen zusammengefunden, unter anderem mit Vertretern der örtlichen Sportvereine. Der Gemeinderat hat sich im Oktober für die Erstellung eines Sportentwicklungsplans ausgesprochen, bis Ende dieses Jahres sollen erste Ergebnisse vorliegen, erklärte von Löwis noch in seinem Bericht. Nur etwas später war klar, dass das Thema schon deutlich schneller den Weg in den Marktgemeinderat finden wird, genauer: das Eis- und Mehrzweckzentrum, für das sich der gleichnamige Förderverein einsetzt. Weil Holzkirchen keine größenmäßig angemessene Veranstaltungsfläche habe, sei das kulturelle Angebot auf kleinere Veranstaltungen begrenzt. Deshalb sollen bei der nächsten öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderats bestehende Konzepte inklusive eines möglichen Standorts vorgestellt und besprochen werden, heißt es im Antrag. „Wer ist dafür?“, richtete der Bürgermeister an die Zuhörerschaft, die sogleich fleißig die Arme hob und das Thema mit 91 Ja- Stimmen auf die Tagesordnung katapultierte. she

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