Kampf gegen invasive Neophyten

Heimische Pflanzen bedroht: So hilft der Bund Naturschutz Miesbach

Riesen-Bärenklau
+
So sieht er aus: der Riesen-Bärenklau.

Landkreis – Der Riesen-Bärenklau ist auch im Landkreis auf dem Vormarsch. Die Kreisgruppe Miesbach im Bund Naturschutz geht gegen den invasiven Neophyten vor.

Seit mittlerweile 30 Jahren versucht die Kreisgruppe Miesbach im Bund Naturschutz (BN), unterstützt von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, zu verhindern, dass sich der Riesen-Bärenklau unkontrolliert ausbreitet. Ein Zwischenstand.

„Während die invasive Art anfangs vor allem entlang der Leitzach auf gut 30 Kilometern Länge in großen Beständen anzutreffen war, konnten diese Vorkommen dank des ehrenamtlichen Einsatzes auf einzelne kleine Befallspunkte mit nur noch wenigen Individuen zurückgedrängt werden“, erklärt Manfred Burger, Vorsitzender der Kreisgruppe.

Riesen-Bärenklau verdrängt heimische Arten

Dies sei nur möglich durch die enge Zusammenarbeit des BN mit Jägern und Fischereiverbänden sowie Forst- und Landwirtschaft. „Die Aktionen verliefen also insgesamt in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich“, resümiert Manfred Burger.

Anlass für die Aktionen ist zum einen das hohe Verdrängungspotenzial des Riesen-Bärenklaus auf die heimische Flora und Fauna. Zum anderen begründet der Gehalt an Giftstoffen im Pflanzensaft, dass dessen Ausbreitung verhindert werden sollte. Diese führen zu schmerzhaften, verbrennungsartigen Hautverletzungen.

Indisches Springkraut und Japanischer Staudenknöterich

Mittlerweile versuche die BN-Kreisgruppe Miesbach ebenso zu verhindern, dass sich Indisches Springkraut an Wuchsorten seltener Pflanzenarten im Allgau, am Taubenberg und bei Schmidham ausbreiten. Des Weiteren gibt es seit 2016 eine Initiative, den Japanischen Staudenknöterich im Miesbacher Stadtgebiet einzudämmen.

Diese Arten flächendeckend zu beseitigen, übersteige jedoch die Kapazitäten des BN. Auch sehen die Mitglieder das Ziel nicht darin, die Neuankömmlinge auszurotten, sondern deren invasive Ausbreitungsphase abzumildern, bis die Natur eigene Wege gefunden hat, dies zu regulieren.

Einwände rechtzeitig melden

„Nachdem die BN-Ortsgruppe bereits mit der Bekämpfung des Staudenknöterichs begonnen hat, kündigt die BN-Kreisgruppe Miesbach hiermit auch den Beginn der diesjährigen Bekämpfungsaktionen des Riesen-Bärenklaus und des Indischen Springkrauts ab Mitte Juni an und bittet Eigentümer befallener Grundstücke im Außenbereich, die Maßnahmen zum Schutz der heimischen Artenvielfalt zu unterstützen, indem der Zutritt geduldet wird“, erklärt Manfred Burger. Es handele sich in der Regel um frei zugängliche Wald- und Wegränder oder Staudenfluren außerhalb von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Alle vermehrungsfähigen Pflanzenteile der Neophyten würden dabei nach Möglichkeit entfernt.

Falls jemand Einwände gegen diese Maßnahmen auf seinem Grundstück habe, soll derjenige sich entweder bei Manfred Burger unter Telefon 08025/2577 und per E-Mail an burger.manfred@t-online.de oder bei Josef Faas von der Unteren Naturschutzbehörde unter Telefon 08025/7033321 und per E-Mail an josef.faas@lra-mb.bayern.de melden. Bei beiden können auch neue Vorkommen des Riesen-Bärenklaus gemeldet werden, die beseitigt werden sollten. ksl

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Planspiel Börse: Miesbacher Schüler landen auf Platz 1 in Bayern
Miesbach
Planspiel Börse: Miesbacher Schüler landen auf Platz 1 in Bayern
Planspiel Börse: Miesbacher Schüler landen auf Platz 1 in Bayern
Machbarkeitsstudie: Radweg zwischen Gmund und Otterfing machbar
Miesbach
Machbarkeitsstudie: Radweg zwischen Gmund und Otterfing machbar
Machbarkeitsstudie: Radweg zwischen Gmund und Otterfing machbar
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Miesbach
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Landkreis Miesbach entwickelt Angebot weiter: Wie das AST attraktiver werden soll
Miesbach
Landkreis Miesbach entwickelt Angebot weiter: Wie das AST attraktiver werden soll
Landkreis Miesbach entwickelt Angebot weiter: Wie das AST attraktiver werden soll

Kommentare