Auf dem Autobahnrastplatz Irschenberg

A8: Lkw-Fahrer (55) bemerkt mysteriöses Klopfen und verständigt sofort die Polizei

Zwei Jugendliche (15 und 18) klettern aus einem Lkw-Auflieger am Irschenberg.
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Zwei afghanische Migranten mussten mehrere Tage auf der Ladefläche eines Lkw-Aufliegers zubringen. Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt gegen die unbekannten Schleuser, die diese extrem gefährliche Fahrt organisiert hatten.

Irschenberg/Rosenheim – Zwei junge Afghanen hat die Bundespolizei am Mittwoch in einem Lkw gefunden. Sie machten am Irschenberg mit Klopfzeichen auf sich aufmerksam.

Zwei Afghanen haben am Mittwoch (14. April) auf dem Autobahnrastplatz Irschenberg an der A8 in einem Lkw-Auflieger mit Klopfgeräuschen auf sich aufmerksam gemacht. „Der bulgarische Lkw-Fahrer versicherte den verständigten Bundespolizisten, nichts von den Menschen auf der Ladefläche gewusst zu haben“, berichtet Sprecher Rainer Scharf von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim. Die Beamten gehen davon aus, dass kriminelle Schleuser für die extrem gefährliche Mitfahrt – zum Teil bei Minusgraden – gesorgt und auch abkassiert haben.

Wie bisher bekannt, startete der Lkw in Bulgarien. Nach mehreren Tagen erreichte der Fahrer des Sattelzugs die deutsch-österreichische Grenze. Über die A8 fuhr er die Rastanlage am Irschenberg an. Während der Pause hörte der 55-Jährige ein Klopfen, das von seinem Auflieger kam, und verständigte sofort die Polizei.

Bundespolizei öffnet Ladefläche

„Im Beisein von mehreren Beamten wurde die Ladefläche geöffnet“, erklärt Rainer Scharf. „Von der Ladung kletterten zwei junge Männer herunter.“ Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um afghanische Staatsangehörige im Alter von 18 und 15 Jahren. Sie erklärten, dass Schleuser den Lkw-Auflieger für den Zustieg heimlich geöffnet und anschließend von außen wieder geschlossen hätten.

Die Fahrt von Rumänien bis Deutschland sei die letzte der organisierten Etappen gewesen. Zuvor führte die bezahlte Schleusung von Afghanistan über den Iran in die Türkei. Von dort seien sie dann nach Griechenland gelangt. Eine Schleuserorganisation hätte pro Person über 6.000 Euro kassiert.

Bundespolizei nimmt Migranten in Gewahrsam

Die Bundespolizisten nahmen die beiden Migranten in Gewahrsam und brachten sie in die Inspektion nach Rosenheim. Dort konnten beide versorgt und anschließend befragt werden. Während der Minderjährige der Obhut des Miesbacher Jugendamtes anvertraut werden konnte, wird sein volljähriger Begleiter das Land voraussichtlich wieder verlassen müssen. „Wie sich herausstellte, war er bereits von rumänischen Behörden registriert worden“, teilt die Polizei mit.

Der Lkw-Fahrer konnte nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen seine Fahrt fortsetzen. Er steht offenbar nicht im Verdacht, die Schleusung mitorganisiert zu haben. Erst vor wenigen Tagen hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. ksl

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