Stadtrat fällt Beschluss

Chaos am Sonnleitenweg: So geht es mit dem beliebten Parkplatz in Tegernsee weiter

Wanderparkplatz am Sonnleitenweg in Tegernsee
+
Ist bald Vergangenheit: Der öffentliche Parkplatz am Sonnleitenweg in Tegernsee.

Tegernsee – Nach vielen Ideen und langen Diskussionen haben die Stadträte in Tegernsee nun einen Entschluss gefasst, wie es mit dem Wanderparkplatz am Sonnleitenweg weitergeht.

Neuer Stadtrat – andere Entscheidung: Nachdem es im Frühjahr 2020 einen Beschluss für den Wanderparkplatz am Sonnleitenweg in Tegernsee gegeben hat, ist dieser nun erneut Thema gewesen. Diesmal hat das Gremium sich anders entschieden und neue Pläne für das Areal geschmiedet.

Der Weg zum Wanderparkplatz am Sonnleitenweg ist eng und die Fläche rasch mit Autos belegt, weshalb die übrigen Autofahrer dann oft am Straßenrand parken. Seit Längerem beschäftigt das Thema nicht nur die betroffenen Anwohner, sondern auch die Stadträte.

Nun hat Bürgermeister Johannes Hagn in der jüngsten Sitzung einen neuen Vorschlag eingebracht – abgestimmt mit den Anwohnern. Demnach soll der öffentliche Parkplatz aufgelöst und die Flächen an Anwohner vermietet werden. Ein Teil soll zu einer Wendemöglichkeit umgestaltet werden.

Vor-Ort-Begehung hat Defizite gezeigt

Unter den Stadträten wurde der Vorschlag kontrovers diskutiert. Carolin Machl (CSU) hielt den Vorschlag für eine sehr gute Idee. Zum einen komme man so den Anwohnern entgegen, zum anderen könne so der Verkehr auf der engen Straße besser reguliert werden. Dafür brauche es jedoch Schilder, die auf die neue Situation hinweisen, machte sie klar. Dem stimmte Bürgermeister Johannes Hagn zu: „Bei einer Vor-Ort-Begehung haben wir bemerkt, dass es zu wenige Schilder gibt, die auf den neuen Parkplatz an der Schützenstraße hinweisen.“

Ursula Janssen von den Grünen hingegen fand es bedauerlich, dass ein Parkplatz wegfalle, der jahrzehntelang der Öffentlichkeit zur Verfügung gestanden habe. Dass die Flächen von Anwohnern angemietet werden können, sah sie kritisch. Damit schaffe man schwierige Präzedenzfälle. „Immer mehr Leute sind in der Situation“, sagte sie. Diese gleich zu behandeln sei schwierig.

Behindertenparkplätze am Sonnleitenweg schaffen

Zudem habe sich das Problem am Sonnleitenweg aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit gestiegenen Bedürfnis der Menschen nach Natur verschärft.Sie plädierte dafür, das immer wieder auftretende Verkehrschaos am Sonnleitenweg anders zu lösen, zum Beispiel indem der Parkplatz bewirtschaftet oder mehr auf die neu geschaffene Anlage an der Schützenstraße hingewiesen werde.

Anton Lengmüller (FWG) wiederum fand den Vorschlag des Bürgermeisters gut, hatte sich aber auch eigene Gedanken gemacht. „Das Problem sind nicht die Parkplätze an sich, sondern das wilde Parken“, sagte er. „Ein Rückbau macht daher wenig Sinn und verursacht nur Kosten.“ Er schlug vor, zum Beispiel Behindertenparkplätze zu etablieren. Das sei jedoch schwierig, erklärte Johannes Hagn, weil der Parkplatz dann ein öffentlicher bleiben müsse und weiter von allen angefahren werden könne.

Nicht Parkplatz, sondern Verkehr als Problem

Manuela Brandl (Bürgerliste) fand den Vorschlag des Bürgermeisters ebenfalls gut, da sich dadurch der viele Verkehr vermeiden lasse, wenn nur noch Anwohner die Straße nutzen.

Als überzogen bezeichnete hingegen Peter Hollerauer (FWG) die neuen Pläne. „Ich finde es extrem schade, wenn die Öffentlichkeit den Parkplatz da oben verliert“, sagte er. „Es ist die Konsequenz, aber nicht die Lösung für das Problem dort oben.“ Er sprach sich dafür aus, den Parkplatz zu bewirtschaften und die Straße als Feuerwehrzufahrt zu deklarieren sowie mit einem Zaun zu begrenzen, um das wilde Parken zu verhindern.

Autofahrer vom Sonnleitenweg fernhalten

Dem widersprach Thomas Mandl (SPD) und plädierte dafür, den kompletten Bereich von Verkehr freizuhalten – Anwohner ausgenommen. Zwölf Parkplätze gibt es dort oben. Das Problem entstehe, sobald das 13. Auto dort hochfahre und irgendwo parke.

Auch Rudolf Gritsch (CSU) begrüßte den Vorschlag, der mit den Anwohnern abgestimmt wurde. „Parkplatzsuchende dürfen gar nicht erst auf die Idee kommen, dort oben zu parken“, sagte er. Nur so könne das Problem gelöst werden. „Wenn wir dort keinen Parkplatz hätten und würden den Vorschlag machen, würden alle wahrscheinlich aufspringen und wären dagegen“, erklärte er. „Ich habe kein Verständnis, warum es in die andere Richtung so Bedenken gibt.“

Beschluss in vier Teilen zum Sonnleitenweg

Froh, dass der Parkplatz nicht rückgebaut wird, zeigte sich Michael Bourjau (FWG), weil das sehr teuer werden könnte für die Stadt. „Es ist schade um jeden Parkplatz, den wir abgeben“, sagte er. „Aber die Wendemöglichkeit ist ein echter Gewinn.“

Am Ende kam es zum Beschluss, den der Bürgermeister in vier Teile gliederte:

  • Dass der Parkplatz am Sonnleitenweg künftig nicht mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, wurde mit drei Gegenstimmen beschlossen.
  • Beim Punkt Behindertenparkplätze waren elf der Stadträte dagegen und fünf dafür.
  • Der Auftrag an die Verwaltung, den Anwohnern Stellplätze anzubieten, wurde ebenfalls mit drei Gegenstimmen mehrheitlich beschlossen.
  • Das Schaffen einer Wendemöglichkeit wurde mit vier Gegenstimmen bewilligt.

Nun sei das Thema für seine Amtszeit hoffentlich erledigt, sagte Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn zum Abschluss. ksl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hauptversammlung und Wahl: Das ändert sich bei der Bergwacht-Bereitschaft Hausham
Hauptversammlung und Wahl: Das ändert sich bei der Bergwacht-Bereitschaft Hausham
Corona: Landkreis Miesbach startet Sonderaktion zum Impfen
Corona: Landkreis Miesbach startet Sonderaktion zum Impfen
Edeka am Sommerkeller: Kaufleute Riedel verabschieden sich
Edeka am Sommerkeller: Kaufleute Riedel verabschieden sich
Skitourengeher (56) stürzt im Bereich Großer Thraiten in die Tiefe
Skitourengeher (56) stürzt im Bereich Großer Thraiten in die Tiefe

Kommentare