Parkplatz bleibt Thema

Chaos am Sonnleitenweg rückt wieder in den Fokus des Tegernseer Stadtrats

Wanderparkplatz am Sonnleitenweg in Tegernsee
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An schönen Tagen wird es schnell voll auf dem Wanderparkplatz am Sonnleitenweg in Tegernsee. Sind die zwölf Plätze belegt, wird auch die enge Straße zugeparkt.
  • vonKatja Schlenker
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Tegernsee – Der Wanderparkplatz am Sonnleitenweg in Tegernsee sorgt immer wieder für Probleme. Nun ist das Verkehrschaos erneut Thema in der Stadt.

Zahlreiche Bilder hat Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn in der jüngsten Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses gezeigt. Sie alle zeigen den Wanderparkplatz am Sonnleitenweg – zugeparkt, sodass kein Durchkommen mehr ist. Zahlreiche Schreiben habe er erhalten, erklärte der Rathauschef, von Anwohnern, die dem Ansturm von Ausflüglern das ganze Jahr über ausgeliefert sind, aber auch von der Feuerwehr, die im Notfall nicht helfen könne, wenn die Straße zugeparkt ist.

Nachdem das Thema 2020 bereits vom Stadtrat mit einem Beschluss ad acta gelegt wurde, will der Bürgermeister nun einen neuen Versuch starten, der teils chaotischen Situation Herr zu werden. Damals hat der Stadtrat es mit 7:7 Stimmen knapp abgelehnt, den eher kleinen Parkplatz am Sonnleitenweg aufzulösen, sobald der neue, wesentlich größere Parkplatz an der Schießstätte einsatzbereit ist.

Folglich hat sich am grundlegenden Problem nichts geändert: Immer wieder quälen sich Ausflügler die enge Straße hinauf, in der Hoffnung einen der zwölf Parkplätze zu ergattern. Wenn das nicht klappt, müssen sie entweder umkehren, was aufgrund des fehlenden Platzes problematisch ist, oder parken – trotz Verbots – einfach am Straßenrand und teils sogar auf privaten Grundstücken.

Parkscheinautomat rentiert sich nicht

Die Hoffnung des Bürgermeisters liegt nun im neuen Stadtrat, der seit Mai 2020 im Amt ist. Doch zunächst galt es, dass die Mitglieder des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses eine Empfehlung aussprechen. Dazu stellte Johannes Hagn zwei Möglichkeiten zur Wahl: Zum einen könne der Parkplatz aufgelöst werden, zum anderen quasi eingezäunt und mit einem Automaten bewirtschaftet, sodass nicht mehr kreuz und quer geparkt werden kann. Ein Automat rentiere sich jedoch kaum.

„Die Parksituation ist katastrophal, das müssen wir in den Griff kriegen“, erklärte Ausschussmitglied Peter Hollerauer (FWG). „Auflösen löst das Problem nicht, denn die Leute fahren immer dort rauf.“

Situation am Sonnleitenweg oft katastrophal

Manuela Brandl (Bürgerliste) hatte eine weitere Idee: Da es nicht nur aufgrund der Parksituation, sondern generell eng sei für Lieferfahrzeuge, die Müll­abfuhr und den Schneepflug, schlug sie vor, den Parkplatz teils aufzulösen und lediglich einen Wendehammer zu belassen. Das größte Problem sei der Verkehr, der nach einem Parkplatz suche, Anwohner bräuchten die Fläche nicht, wusste sie aus Gesprächen.

Michael Bourjau (FWG) sprach sich für den Vorschlag aus, den Parkplatz zu begrenzen und zu bewirtschaften. „Wenn dann immer noch Chaos ist, können wir uns noch was anderes überlegen“, sagte er. Marcus Staudacher (Grüne) vertrat die klare Meinung, den Parkplatz aufzulösen und zu renaturieren.

Nächster Parkplatz nur 500 Meter entfernt

Als Grundsatzfrage sah es Günter Allerstorfer (CSU). „Wir wollen doch weniger Verkehr und dass Ausflügler mit dem ÖPNV kommen“, merkte er an. Zudem habe das Wohl der Anwohner für ihn Priorität, zumal der Parkplatz an der Schießstätte nur etwa 500 Meter entfernt sei.

Am Ende tastete sich Bürgermeister Johannes Hagn zu dem Beschluss vor, den Stadträten erneut zu empfehlen, den Wanderparkplatz am Sonnleitenweg aufzulösen, die Asphaltflächen zurückzubauen und gegebenenfalls einen Wendehammer zu belassen. Mit zwei Gegenstimmen folgten die anwesenden Ausschussmitglieder diesem Vorschlag. Nun liegt es am Stadtrat, das Thema erneut zu evaluieren. ksl

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