Container sind abgewohnt 

Valleyer Helfer-Kreis Asyl weist auf desolate Zustände in Flüchtlingsunterkunft hin

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In die „Villa“, wie die Container-Anlage für die Asylbewerber in Kleinschwaig von den Valleyern schon mal genannt wird, sollen 15 zusätzliche Bewohner einziehen. Für Erika Pawlovsky vom Helferkreis Asyl ist das aber bei deren baulichen Zustand eine Zumutung.

Valley – Wie Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker bei der Bürgerversammlung kürzlich im Gasthaus „Zum Kirchenwirt“ informierte, soll die Zahl der Asylbewerber in den Containern in Kleinschwaig um 15 auf dann 40 anwachsen.

Unter den gegebenen Voraussetzungen ein Unding, wie Erika Pawlovsky vom Helferkreis Asyl sagte. „Die neuen Bewohner kommen aus Miesbach und Holzkirchen, weil die dortigen Unterkünfte nicht länger angemietet werden“, erklärte Hallmannsecker. Theoretisch bieten die Container sogar Platz für insgesamt 52 Menschen. Da der Rathauschef fürchtet, dass es Probleme geben könnte, wenn Asylbewerber von einer städtischen Umgebung aufs Land verlegt werden, bestand er auf einen Sicherheitsdienst, der rund um die Uhr vor Ort ist. „Das ist ein Stück Sicherheit. Wobei ich aber schon auch feststellen möchte, dass wir mit unseren Asylbewerbern bisher keinerlei Schwierigkeiten hatten.“ Den Zuzug nahm Erika Pawlovsky vom Helferkreis zum Anlass, auf die Situation in den Containern hinzuweisen: „Von sechs Waschmaschinen geht praktisch nur noch eine. Ähnlich sieht es bei den Trocknern aus, wo von vier auch nur noch einer funktioniert. Am schlimmsten sind aber die Sanitäreinrichtungen mit ihren verkalkten Urinalen und Duschen.“ Wie Paw- lovsky sagte, haben daran aber nicht die Bewohner Schuld. Die Container seien in den dreieinhalb Jahren schlicht abgewohnt: „Wir wären froh gewesen, wenn auch bei uns der Mietvertrag ausgelaufen wäre, um den Menschen diese Zustände zu ersparen.“ Problematisch sieht auch sie die Verlegung der Asylbewerber von einem großen Ort weit ab aufs Land: „Wenn die Leute bisher schnell eine Packung Milch kaufen wollten, sind sie zu Fuß gelaufen. In Zukunft müssen sie erst mal zum Bahnhof, um nach Holzkirchen zu fahren.“ Um die schlimmsten baulichen Schäden an den Containern zu reparieren, bat Pawlovsky darum, aus dem Sozialetat der Gemeinde zwei bis dreitausend Euro zuzuschießen. Das wiederum lehnte Hallmannsecker kategorisch ab: „Wenn etwas zu reparieren ist, hat das das Landratsamt zu machen und zu zahlen.“ Er versprach aber, beim Einzug der neuen Bewohner mit dabei zu sein und sich selbst ein Bild vom Zustand der Container zu machen und dann mit der zuständigen Fachabteilung im Landratsamt eine Lösung zu suchen. Dort möchte auch Pawlovsky mit regelmäßiger Hartnäckigkeit nachfragen, wann und wie denn jetzt Renovierungsarbeiten angegangen werden.       hac

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