Saubere Luft im Klassenzimmer

Beschluss im Gemeinderat: Das ändert sich in der Haushamer Schule

Grund- und Mittelschule Hausham
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Die Klassenräume der Haushamer Grund- und Mittelschule werden demnächst mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet.

Hausham – Um in Corona-Zeiten nicht ständig lüften zu müssen, erhält die Grund- und Mittelschule Hausham Luftreinigungsgeräte. Auch für Kindergärten könnte es das bald geben.

Die Grund- und Mittelschule hat ihr Hygienekonzept darauf ausgerichtet, dass eine Luftreinigung momentan nur durch permanentes Lüften zu gewährleisten ist. Dazu müssen in den Klassenzimmern alle 20 bis 30 Minuten die Fenster für etwa fünf Minuten geöffnet werden. Das erinnere an Nachkriegszustände, aber nicht an modernes Lernen, wie Schulleiter Markus Rewitzer kürzlich in der Sitzung des Gemeinderats erklärte.

Abhilfe können mobile Luftreinigungsgeräte schaffen, die sich bereits an einigen Schulen im Landkreis bewährt haben. Da aus Sicht der Schulleitung die Anschaffung solcher Geräte dringend geboten ist, fackelte der Gemeinderat nicht lange und beschloss einstimmig den Kauf 30 solcher Geräte.

Wahnsinniges Spannungsfeld

Die derzeitige Situation der Schulen schilderte Rewitzer als wahnsinniges Spannungsfeld. Wie er sagte, fehle es an verlässlichen Perspektiven, weil sich alle paar Wochen die Vorgaben änderten: „Davon sind 360 Schüler mit ihren Familien und 40 Bedienstete in der Schule betroffen.“

Dass die Schule trotzdem so gut dastehe, sei den Eltern zu verdanken, die der hochmotivierten Lehrerschaft ihr Vertrauen schenken. Klagen oder die Forderung nach sofortiger Impfung der Lehrer waren von Rewitzer nicht zu hören. Stattdessen referierte er darüber, dass die Schule schon sehr früh mit der digitalen Entwicklung begonnen habe und dafür auch eigene Mittel einsetzte.

2017 interaktive Beamer beschafft

So wurden schon 2017 interaktive Beamer beschafft und die Klassenzimmer mit Lan aufgerüstet. „WLAN war ja zu der Zeit in Zusammenhang mit Schule ein Unwort und Teufelszeug“, erinnerte sich Rewitzer nachdenklich. Schon früh hat sich die Schule außerdem um ein digitales Elterninformationssystem gekümmert. „Das ist heute Gold wert, weil wir so die Eltern sehr schnell über die sich ständig ändernden Bestimmungen informieren können“, sagte Rewitzer.

Dass aber nun Kinder in Decken und Jacken eingewickelt bibbernd den Unterricht verfolgen sollen, weil die Fenster zum Lüften aufgerissen werden müssen und trotzdem die Heizungen auf Hochtouren laufen, möchte Rewitzer nicht länger hinnehmen: „Stellen Sie sich vor, Sie müssen alle halbe Stunde Ihr Wohnzimmer durchlüften.“

30 Luftreinigungssystemen anschaffen

Er bat daher den Gemeinderat um Beschaffung von 30 Luftreinigungssystemen, die dem permanenten Lüften ein Ende setzen könnten. Die Gelegenheit sei außerdem günstig, weil es dafür seit Januar eine staatliche Förderung in Höhe von 50 Prozent gibt.

Neben der Gewissheit, dass Corona ein dauerhaftes Thema bleiben werde, sieht Rewitzer beim Einsatz solcher Geräte einen weiteren positiven Effekt: Weil nach Herstellerangaben nahezu 100 Prozent ultrafeine Partikel wie Staub, Pollen, Allergene, Mikroorganismen und Rauch eingefangen würden, könnte die Luftreinigung auch dem alljährlich grassierenden Schnupfen oder der Grippe entgegenwirken.

Die Geräte hätten sich außerdem als so leise herausgestellt, dass eine Störung des Unterrichtsbetriebs nicht gegeben sei. Auch die Folgekosten mit rund 150 Euro pro Jahr und Gerät für den Filterwechsel seien moderat. „Ich war anfangs auch skeptisch, aber die Erfahrungen, die die Kollegen in den Grundschulen Waakirchen, Elbach und Fischbachau gemacht haben, haben mich vollends überzeugt“, lautete Rewitzers Fazit.

Geräte auch für Kindergärten besorgen

Der einstimmige Beschluss zur Anschaffung von 30 Lüftungsgeräten war dann auch nur noch reine Formsache. Abzüglich der Förderung beläuft sich der Kaufpreis für die Gemeinde auf gut 15.180 Euro. Mit der Lieferung der Geräte rechnet die Gemeinde Mitte bis Ende April.

Zustimmung bekam in dem Zusammenhang der Vorschlag von Michael Ertl (SPD), solche Geräte auch für die Kindergärten zu besorgen. Wie Kämmerer Martin Reisberger sagte, gibt es dafür allerdings momentan keine Förderung: „Das ist ein anderer Topf, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Sozialministerium dem dauerhaft entziehen kann.“ Sollte sich da nichts tun, kann sich Bürgermeister Jens Zangenfeind trotzdem eine Beschaffung vorstellen: „Wenn sich die Geräte bewähren, sollten wir das unabhängig von einer Förderung angehen.“ hac

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