Neue Maßnahmen für Hotspots

Corona-Inzidenz im Landkreis Miesbach über 200: Diese Regeln gelten ab sofort

Corona Hotspot Todesfälle
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Ab sofort gelten strengere Corona-Regeln im Landkreis Miesbach. Dort wurde am Wochenende die 200er-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz überschritten.

Landkreis – Neue Corona-Regeln gelten seit Montag, vor allem auch im Landkreis Miesbach, der mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 als Hotspot gilt.

Laut den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts beträgt die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Miesbach am Montag (11. Januar) 221. Somit treten vor Ort verschärfte Corona-Regeln in Kraft. Ein Überblick:

Hotspot-Einwohner auf 15-Kilometer-Radius beschränkt

  • Bewohner des Landkreises Miesbach dürfen sich ab sofort für touristische Tagesausflüge – dazu zählt laut bayerischem Gesundheitsministerium auch Sport – nur noch in einem 15-Kilometer-Radius um ihren Wohnort bewegen. Gerechnet wird ab der jeweiligen Stadt- oder Gemeindegrenze.
  • Den 15-Kilometer-Radius verlassen dürfen Landkreisbewohner für die Fahrt zur Arbeit sowie den Besuch der Schule, einer Betreuungseinrichtung oder eines Arztes. Auch Einkaufen, der Besuch von Familienangehörigen und im Krankenhaus – falls dies dort gestattet ist – im Sinne der aktuell geltenden Kontaktbeschränkung sind außerhalb möglich. Gottesdienste zählen ebenfalls als triftiger Grund für das Verlassen des 15-Kilometer-Radius.
  • Ein Nachweis, zum Beispiel vom Arbeitgeber ist nicht notwendig, um den 15-Kilometer-Radius zu verlassen, aber hilfreich bei einer Kontrolle durch die Polizei.
  • Der 15-Kilometer-Radius gilt für alle Bewohner des Landkreises Miesbach, da die Inzidenz dort über 200 liegt. Folglich dürften rein theoretisch Bewohner anderer Landkreise oder kreisfreier Städte, deren Inzidenz unter 200 liegt, weiterhin für Tagesausflüge in den Landkreis Miesbach kommen. Um dem entgegen zu wirken, werde der Landkreis Miesbach von der Möglichkeit Gebrauch machen, touristische Tagesausflüge zu untersagen, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Die entsprechende Allgemeinverfügung ist in Arbeit und wird in den kommenden Tagen bekannt gemacht“, erläutert sie. Geplant ist, diese spätestens am Donnerstag zu veröffentlichen.
  • Frühestens, wenn die 7-Tage-Inzidenz sieben Tage in Folge unter der 200er-Marke liegt, kann das zuständige Landratsamt entscheiden, ob die strenge Maßnahme gelockert und der 15-Kilometer-Radius wieder aufgehoben wird.
  • Die 15 Kilometer Luftlinie vom Wohnort gilt für touristische Tagesausflüge, nicht für mehrtägige Auslandreisen. Das bayerische Gesundheitsministerium appelliert jedoch weiterhin, auf unnötige Reisen zu verzichten, vor allem in Riskiogebiet im Ausland. Wer dennoch verreist, muss mit Einreiseanmeldung, Testpflicht und Quarantäne rechnen.

Neue Regeln bei Kontakten

  • Bundesweit – also auch unabhängig von der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach – gilt ab Montag (11. Januar) eine neue Kontaktbeschränkung. Demnach darf sich ein Haushalt nur mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis einschließlich drei Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Diese Regel betrifft sowohl den öffentlichen als auch den privaten Raum. Bisher durften sich zwei Hausstände mit bis zu fünf Personen treffen.
  • Um Kinder unter 14 Jahre zu betreuen, gibt es eine Ausnahme: Bei einer beständig organisierten, unentgeltlichen Kinderbetreuung sind dabei zwei Haushalte möglich.
  • Für Hausstände, die eng miteinander verwandt sind, gibt es keine Ausnahme. So dürfen sich Geschwister und deren Familien zum Beispiel nicht komplett treffen. Auch Großeltern dürfen nur einzeln besucht werden, sofern die Besucher nicht im selben Hausstand leben.
  • Die Kontaktbeschränkung gilt auch auf Spielplätzen. Zufällige Aufeinandertreffen werden laut bayerischem Gesundheitsministerium nicht als gemeinsamer Aufenthalt gewertet. Dennoch auch in diesem Fall der Appell: Menschenansammlungen zu vermeiden und ausreichenden Abstand einzuhalten.
  • Bei Patchwork-Familien dürfen sich Im Rahmen des Sorge- und Umgangsrechts mehr als ein Hausstand plus eine Person treffen. Zum Beispiel gehört ein Kind, das abwechselnd bei getrennten Eltern lebt, beiden Haushalten an. Ebenso können Kinder unter 14 Jahre im Wechsel von beiden Großelternpaaren betreut werden.
  • Um Sterbende zu begleiten und bei Beerdigungen im engsten Familien- und Freundeskreis sind ebenfalls ein Hausstand und mehr als eine haushaltsfremde Person möglich.

Das gilt für Schulen und Kitas

  • Distanzunterricht für alle Schularten und Jahrgangsstufen gilt weiterhin. Die Faschingsferien im Februar 2021 fallen aus, hat Ministerpräsident Markus Söder bereits angeordnet. Stattdessen soll Unterricht nachgeholt werden.
  • Für Kinder bis zur 6. Klasse sowie Schüler von Förderschulen und Kinder mit Behinderung ist eine Notbetreuung möglich, sofern diese benötigt wird – egal, ob deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nicht. Auch für jüngere Kinder, die zum Beispiel in den Kindergarten gehen, soll eine Notbetreuung eingerichtet werden.
  • Um ihren Nachwuchs betreuen zu können, erhalten Eltern 2021 bis zu zehn extra Tage Kinderkrankengeld – also 20 Tage – und Alleinerziehende entsprechend bis zu 20 Tage extra. Der Anspruch gilt auch, wenn das Kind wegen Corona nicht in die Schule oder Kita gehen kann.

ksl

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