Brandbrief an Ilse Aigner

Debatte um Ausgangsverbot: Münchner sollen nicht an den Tegernsee kommen

Das teils schöne Frühlingswetter hat zahlreiche Besucher an den Tegernsee gelockt – trotz der Ausgangsbeschränkung aufgrund des Coronavirus.
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Das teils schöne Frühlingswetter hat zahlreiche Besucher an den Tegernsee gelockt – trotz der Ausgangsbeschränkung aufgrund des Coronavirus.

Tegernsee – In der Corona-Krise fordern die Bürgermeister im Tegernseer Tal, dass Münchnern Ausflüge an den See verboten werden.

Zu Hause bleiben lautet derzeit die Devise im Freistaat Bayern. Dennoch zieht es trotz Corona-Krise weiterhin zahlreiche Münchner an den Tegernsee. Dort sorgt das für Unverständnis.

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Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn hat sich daher nun mit einem offenen Brief an die Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner gewandt. Das Problem: Spazierengehen ist weiterhin erlaubt – und in der Allgemeinverfügung wird nicht näher erläutert, wo man spazieren gehen darf und wo nicht. „Das ist eine Katastrophe“, heißt es in dem Brief. „Aktuell muss mein Bauhof aufgrund eines Corona-Falles den Betrieb weitestgehend einstellen.“

Auch die Verwaltungen müssten arbeitsfähig bleiben, heißt es weiter. Die Furcht ist groß, dass das Virus aus der Landeshauptstadt eingeschleppt wird, wo es bereits über 2.000 bestätigte Fälle gibt. Daher die Bitte aus dem Tegernseer Tal, „dass die Allgemeinverfügung dahingehend erweitert wird, dass sich die Leute nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen“.

In dieser Situation könne sie nur an den gesunden Menschenverstand appellieren, teilt Ilse Aigner mit. Das heißt, die Leute sollen zu Hause bleiben, „Spaziergänge möglichst wohnortnah unternehmen und dabei frequentierte Orte vermeiden, um keine Gruppen zu bilden“. Auf Wandertouren in die Berge oder aufs Stand-up-Paddeln solle man ganz verzichten, appelliert die Präsidentin des bayerischen Landtags. „Denn auch Wasserwacht, DLRG oder Berg­rettung sollten in dieser Situation möglichst nicht beansprucht werden müssen.“

Der Vorschlag, die Regeln zu verschärfen, ist jedoch abgelehnt worden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärte nach einer Kabinettssitzung: „Das wäre jetzt das falsche Signal.“ Erlaubt seien Aufenthalte an der frischen Luft, und dies gelte auch „für einen Ausflug, wenn man den machen sollte“. Er appellierte ebenso wie Innenminister Joachim Herrmann an die Vernunft aller. „Es ist sicherlich nicht der Sinn der Sache, dass ich jetzt 50 Kilometer mit dem Auto fahre, um dann 10 Minuten spazieren zu gehen“, erläuterte der Innenminister. ksl

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