Corona-Krise im Landkreis Miesbach

Wie Landkreis und Krankenhaus Agatharied sich auf weitere Corona-Infizierte vorbereiten

Dieses Zelt am Krankenhaus Agatharied dient derzeit als Schleuse, um sich vor dem Coronavirus zu schützen.
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Dieses Zelt am Krankenhaus Agatharied dient derzeit als Schleuse, um sich vor dem Coronavirus zu schützen.

Landkreis – Die Zahl der am neuartigen Coronavirus Erkrankten steigt weiter im Landkreis Miesbach. Landratsamt und Krankenhaus Agatharied bereiten sich auf weitere Infizierte vor.

Die Zahl der am neuartigen Coronavirus erkrankten Personen im Landkreis Miesbach steigt weiter. Zahlreiche Testergebnisse stehen noch aus. Auch das Krankenhaus Agatharied hat sich auf weitere Corona-Fälle vorbereitet.

Bei den Tests empfiehlt das Robert-Koch-Institut eine Probenentnahme aus den oberen und unteren Atemwegen. Dies bedeutet, dass Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum und Proben beispielsweise eines Hustenauswurfs möglich sind. „Die Proben werden anschließend mittels molekularbiologischer Tests in Dia­gnostiklaboren auf das Coronavirus untersucht“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach.

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Wer getestet wird, muss zunächst registriert werden. Dann macht ein Arzt den Abstrich. Das ganze Prozedere dauert nicht lange. Durchgeführt werden die Tests in einem separaten Zelt am Gesundheitsamt. Vormittags testet das Gesundheitsamt, nachmittags niedergelassene Ärzte. Die Anzahl der Getesteten variiert. Nach dem Abstrich werden die Tests steril verpackt, gekühlt und per Fahrer zu Laboren gebracht, wo sie schnellstmöglich untersucht werden. „Allerdings arbeiten alle Labore gerade am Limit, sodass die Testergebnisse inzwischen mehrere Tage dauern“, erklärt Sophie-Marie Stadler.

Abstriche werden nur bei Personen vorgenommen, die vom Gesundheits­amt oder einem Hausarzt dazu aufgefordert werden. Daher wird auch dringend darum gebeten, keinesfalls einfach zum Zelt zu kommen. „Menschenaufläufe sind derzeit eine große Gefahr für die unkontrollierte Ausbreitung des Virus“, berichtet Sophie-Marie Stadler. „Wer ohne Termin kommt, kann nicht getestet werden. Getestet werden nur Personen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten oder in einem Risikogebiet waren.“

Auch das Krankenhaus Aga­tharied bereitet sich seit Wochen auf eine steigende Zahl an Corona-Infizierten vor. So werden Patienten, die zwar typische Krankheitszeichen zeigen, aber bei denen noch nicht bekannt ist, ob sie mit dem neuen Erreger infiziert sind, auf einer getrennten Abklärungsstation unter strengen Sicherheitsvorkehrungen behandelt, erläutert Sprecherin Melanie Neumayr vom Krankenhaus. Patienten, bei denen das Virus bereits bestätigt ist, werden auf einer ebenfalls getrennten Station behandelt. Die restlichen Stationen sind Patienten vorbehalten, die keine Symptome zeigen. Um die Patienten stringent zu trennen, ist die Kapazität des Krankenhauses zurückgefahren worden. Das heißt, verschiebbare Behandlungen sind abgesagt. Es werden nur noch Patienten aufgenommen, die dringend versorgt werden müssen.

Zudem wird das vom Freistaat verhängte Besuchsverbot konsequent durchgesetzt. Besuche sind nur noch in Ausnahmefällen zulässig. „Ein Patient darf nur noch jeweils einen Besucher für maximal eine Stunde am Tag empfangen“, heißt es. „Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie alle Besucher mit Atemwegsinfekten müssen draußen bleiben.“ Um Mitarbeitern des Krankenhauses ausufernde Diskussionen mit uneinsichtigen Besuchern zu ersparen, erfolgt der Zugang zum Krankenhaus nun ausschließlich über Schleusen, die entsprechend ausgeschildert und mit Sicherheitspersonal besetzt sind. In diesen Schleusen erfolgt auch ein kurzes Screening. ksl

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