Einbußen an Schliersee und Tegernsee

Studie zeigt: Corona-Lockdown kostet Tourismus 80 Millionen Euro

Die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) hat nun neue Zahlen vorgelegt, die zeigen, welche Einbußen den Touristikern durch die Corona-Krise entstanden sind.
+
Die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) hat nun neue Zahlen vorgelegt, die zeigen, welche Einbußen den Touristikern durch die Corona-Krise entstanden sind.

Landkreis – Immer wieder gibt es Ausflüglerchaos an Schliersee und Tegernsee. Da sehnt sich mancher den Corona-Lockdown zurück. Eine aktuelle Studie zeigt, was der die Region gekostet hat.

Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr aus München, kurz DWIF, hat für die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) aktuelle Umsatz- und Wertschöpfungszahlen für das Jahr 2019 sowie daraus abgeleitet die Prognose für 2020 veröffentlicht. Neben den Umsätzen aus Tages- und Übernachtungstourismus sind hauptsächlich die Einbußen durch den corona-bedingten Lockdown ab Mitte März prägend.

Bereits zum dritten Mal seit 2013 hat das DWIF Umsatz- und Wertschöpfungszahlen für die gesamte Region erhoben. Dabei sind die Zahlen vielschichtig und geben richtungsweisende Antworten auf eine Vielzahl von Fragen: Wie viele Tages- und Übernachtungsgäste waren in der Region? Welche Umsätze konnten durch den Tourismus generiert werden und wie viel Wertschöpfung entsteht daraus? Wie viele Vollzeitstellen können durch den Tourismus in der Region geschaffen werden? Mit welchen Einbußen ist durch Corona zu rechnen?

„Für uns sind derzeit vor allem die Entwicklung der Zahlen sowie die corona-bedingten Einbußen von äußerster Relevanz“, erläutert Harald Gmeiner, Vorstand der ATS. „Dabei war im Jahr 2019 die Entwicklung zwar grundsätzlich positiv, gleichzeitig betrachten wir gerade die Entwicklung im Bereich der Tagesgäste mit großer Aufmerksamkeit und setzen hier auch erste Maßnahmen.“

Alle aktuellen Nachrichten zum Coronavirus im Landkreis Miesbach lesen Sie in unserem Ticker.

Bei einem kurzen Abriss über die wichtigsten Zahlen werden die Relevanz des Tourismus, aber auch die hohe Gästefrequenz sowie die derzeit zu verkraftenden Einbußen durch Corona deutlich: 2019 besuchten über 11 Millionen Gäste die Region – davon alleine 8,2 Millionen Tagesgäste. Sie gaben 513 Millionen Euro aus, was einem täglichen Umsatz von 1,4 Millionen Euro entspricht. Dabei kommen zwei Drittel der Umsätze aus dem Übernachtungstourismus sowie ein Drittel aus dem Tages­tourismus. Aus diesen Umsätzen entstand eine Wertschöpfung von gut 255 Millionen Euro sowie ein Vollzeitäquivalent von über 6.600 Personen. Durch den corona-bedingten Lockdown von Mitte März bis Ende Mai ist mit Umsatzeinbußen in Höhe von rund 80 Millionen Euro zu rechnen.

„Diese Zahlen zeigen uns natürlich – auch durch die positive Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren – die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus und wie schnell durch Corona dieses wichtige wirtschaftliche Standbein der Region wegbrechen kann. Gleichzeitig wird deutlich, welchen Belastungen die Region – insbesondere durch die hohe Anzahl an Tagesgästen – ausgesetzt ist“, fasst Harald Gmeiner zusammen. Für die Tegernseer Tal Tourismus GmbH gibt es eine ähnliche Studie.

Ziel der Region müsse es dabei sein, einerseits die Wertschöpfung durch den Tourismus aufrechtzuerhalten und andererseits die Belastungen für die Region zu reduzieren. „Natürlich sind diese Ziele nicht von heute auf morgen zu erreichen“, erklärt Harald Gmeiner. „Aber mit gezielten Lenkungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen können wir hier erste Schritte gehen. Sei es durch unseren Ausflugsticker oder den Einsatz von Rangern.“ ksl

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Testzentrum zieht um
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Testzentrum zieht um

Kommentare