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Lage im Krankenhaus Agatharied spitzt sich zu: Appell an Bürger

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Von: Fridolin Thanner

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Notaufnahme im Krankenhaus Agatharied
Die Notaufnahme im Krankenhaus Agatharied ist aktuell stark belastet, teilt die Klinik mit. © Thanner

Hausham – Zu viele Patienten, zu wenig Personal: Kliniken der Region schlagen Alarm – so auch das Krankenhaus Agatharied, das nun einen Appell an Bürger richtet.

„Die aktuelle Situation in den kommunalen Kliniken der Region ist schlichtweg dramatisch.“ Die Lage spitze sich immer weiter zu, teilt das Krankenhaus Agatharied mit, das zum Rettungsdienstbezirk Rosenheim und Miesbach gehört. Vor Kurzem haben sich Landräte, der Rosenheimer Oberbürgermeister sowie die Klinikgeschäftsführer zu Krisengesprächen zusammengerufen.

Die aktuelle Infektionswelle belastet die Kliniken wieder mit Corona-Fallzahlen, die sie zuletzt im Herbst 2021 erlebt haben. Neben den Normalstationen betrifft das in zunehmendem Maß auch wieder die Intensivstationen, welche die Patienten aufwendig isolieren und die Mitarbeiter schützen müssen.

Zwei- bis dreimal so hohe Ausfallquoten

„Anders als im vergangenen Jahr sind jetzt aber auch zahlreiche Mitarbeiter der Kliniken erkrankt oder corona-infiziert“, teilt das Krankenhaus Agatharied mit. So hätten die Kliniken zwei- bis dreimal so hohe Ausfallquoten als in normalen Jahren.

Am Freitag (5. August) etwa wurden in Agatharied drei Corona-Infizierte – Anfang der Woche waren es noch mehr – auf der Intensivstation behandelt. Dort können derzeit wegen der Personalausfälle nur zwölf statt 14 Betten betrieben werden. Da Corona-Patienten isoliert werden, muss ein weiteres Bett frei bleiben.

Übertrifft Niveau vor der Corona-Pandemie

Eine hohe und teilweise sogar Überbelastung tritt zudem in den Notaufnahmen auf. Zu viele Patienten, klagt das Krankenhaus Agatharied, würden sich selbst einweisen, obwohl sie hausärztlich oder über den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden könnten. Das liegt mitunter auch an der schwierigen Personalsituation, mit der Praxen, Rettungsdienste, Pflegeheime und Rehakliniken ebenso zu kämpfen haben.

„Der Patientenzustrom in den Kliniken übertrifft mittlerweile das Niveau, das vor der Corona-Pandemie herrschte“, erklärt das Kreiskrankenhaus. Mittlerweile müssen die Notaufnahmen sogar immer öfter bei der Rettungsleitstelle abgemeldet werden. Sie sind so voll, dass nur Patienten, deren Leben bedroht ist, versorgt werden können. Alle anderen müssen Wartezeiten von mehreren Stunden in Kauf nehmen. Auch in der stationären Versorgung ist mit enormen Wartezeiten zu rechnen. Planbare und nicht dringliche Operationen werden darüber hinaus eingeschränkt oder abgesagt.

Ärztlichen Dienst unter 116117 anrufen

Der Appell an Bürger mit gesundheitlichen Problemen lautet daher: „Handelt es sich um eine Erkrankung oder Verletzung, die vom niedergelassenen Arzt versorgt werden kann, dann sollte in erster Linie der Hausarzt kontaktiert werden. Ist die Hausarztpraxis nicht erreichbar, stellt sich die Frage, ob es ausreicht, in die nächste Sprechstunde zu kommen. Ist das nicht der Fall, dann steht der ärztliche Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns unter Telefon 116117 zur Verfügung.“

Jeder könne seinen Beitrag leisten. Bei ernsten Erkrankungen sowie lebensbedrohlichen Situationen ist der Notruf 112 aber immer erreichbar. So ist bei Notfällen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und schweren Unfällen die Behandlung immer gewährleistet. ft

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