Eine runde Sache

Wegen Corona: Kinderdorf Irschenberg feiert besonderen Gottesdienst

Gottesdienst in Corona-Zeiten: (v.l.) Jugendseelsorger Markus Holler, Musiktherapeutin Erika Schultes und Dorf­leiter Wolfgang Hodbod mit zwei jugendlichen Kreuz- und Lichtträgern sowie einer Schirmträgerin aus dem Kinderdorf Irschenberg.
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Gottesdienst in Corona-Zeiten: (v.l.) Jugendseelsorger Markus Holler, Musiktherapeutin Erika Schultes und Dorf­leiter Wolfgang Hodbod mit zwei jugendlichen Kreuz- und Lichtträgern sowie einer Schirmträgerin aus dem Kinderdorf Irschenberg.

Irschenberg – In Corona-Zeiten leiden die Kinder besonders unter der Trennung von ihren Freunden. Im Kinderdorf Irschenberg wurde dies nun bei einem Gottesdienst thematisiert.

Nachdem bereits zwei Gottesdienste im Kinderdorf in Irschenberg der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen sind, hat man sich dort eine Form der Andacht überlegt, die den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln sowie im Besonderen den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen der Caritas-Einrichtung gerecht werden.

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Die zwölf Kinderdorfgruppen sind seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie in sechs Sektorengemeinschaften eingeteilt, die untereinander keinen Kontakt haben dürfen. Seit März ist so jeweils ein Doppelhaus eine Insel für sich, auf der die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter unter sich bleiben. Die Dorfleitung will so im Fall einer Infektion eine schnelle Ausbreitung des Virus verhindern. Die Situation ist für die Kinder schmerzhaft, da sie nur telefonisch und elektronisch Kontakt mit ihren Freunden im Kinderdorf haben können. Kinder und Jugendliche leiden Studien zufolge mehr unter den Lebens- und Kontaktbeschränkungen als Erwachsene, denen es beispielsweise leichter fällt, alleine zu sein. Laut Sozialforschern an den Universitäten in Hildesheim und Frankfurt am Main erleben Jugendliche die soziale Distanz als besonders einschneidend und fühlen sich in einer wichtigen Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung um wichtige Jahre betrogen.

Auch deshalb hatte das Kinderdorf-Gottesdienst-Team zusammen mit dem Jugendseelsorger des Dekanats Miesbach, Markus Holler, eine Andacht vorbereitet, die thematisch die aktuelle Lage aufgreifen und den Kinderdorfgruppen moralische Stärke vermitteln sollte. Der Jugendseelsorger zog zusammen mit zwei Musizierenden, einem Kreuz- und einem Lichtträger über das Kinderdorfgelände. In jedem der sechs Sektoren wurde gemeinsam gebetet und gesungen. Es wurden gedankliche Impulse überbracht, wie man besser mit der Situation umgehen kann.

In der kindgerechten Predigt ging Seelsorger Markus Holler auf die räumliche Trennung der Kinderdorffamilien und die besondere Situation der Mädchen und Jungen ein. Der Sektor als Teil eines größeren Ganzen, der auf das Zusammenwirken mit den Nachbarsektoren angewiesen ist, damit etwas Ganzes, etwas Brauchbares, eine runde Sache entsteht.

Die Kinder brachten jeweils zwei, teilweise sehr bewegende Fürbitten ein unter dem Motto „Was hat mich in dieser Zeit der Einschränkungen besonders bewegt“. Zu jedem der Sektoren wurde ein Licht der Hoffnung gebracht, damit wieder normalere Zeiten einkehren.

Vor dem Segen wurde ein Stück Tuch in Form eines klassischen Kreissegments an jede Gruppe verteilt, welches nach individueller Gestaltung durch die Familien zu einem runden Ganzen zusammengefügt werden soll als Zeichen des Zusammenhalts im Caritas-Kinderdorf Irschenberg. Trotz des schlechten Wetters mit teils kräftigen Schauern war dieser spezielle Gottesdienst für die Teilnehmer eine gelungene, runde Geschichte. ksl

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