Aktuelle Infos im News-Ticker

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Kein neuer Impfstoff in den nächsten Wochen

Im Seniorenzentrum Schwaighof verabreichte Dr. Thomas Straßmüller die ersten Impfdosen gegen das Coronavirus.
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Im Seniorenzentrum Schwaighof verabreichte Dr. Thomas Straßmüller die ersten Impfdosen gegen das Coronavirus.

Landkreis – Der Landkreis Miesbach ist Corona-Hotspot. Aktuelle Infos zu Covid-19 gibt es in unserem News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neue Corona-Regeln sind im Dezember in Kraft getreten – auch im Landkreis Miesbach. Die bayerische Staatsregierung hat erneut den Katastrophenfall ausgerufen und den Lockdown verschärft.
  • Am 27. Dezember sind die ersten Personen im Landkreis Miesbach gegen das Coronavirus geimpft worden.
  • Zahlreiche Veranstaltungen sind abgesagt wegen der aktuellen Entwicklungen.

Service:

Update, 16.55 Uhr: Keine Impfstofflieferung

Am Wochenende erreichten die Verantwortlichen des Landkreis-Impfzentrums schlechte Nachrichten: Die Zusage der Lieferungen an Impfstoff für die kommende Woche und darüber hinaus für weitere drei bis vier Wochen wurden für alle Landkreise widerrufen. „Das bedeutet, dass auch der Landkreis Miesbach in den kommenden Wochen keine Impfstofflieferungen erhält“, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler mit. „Nur die Dosen für die Zweitimpfungen werden noch geliefert.“

Bisher wurden zwischen dem 26. Dezember und dem 15. Januar 1.860 Dosen in sechs Chargen ans Zentrum in Hausham geliefert. Alle Dosen davon wurden bereits verimpft. Die überwiegende Mehrheit dieser Dosen wurde an Bewohner und Mitarbeiter von elf stationären Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderungen und Senioreneinrichtungen verimpft. Alle stationären Einrichtungen im Landkreis wurden inzwischen zum ersten Mal besucht. Die Zweitimpfungen sollen bis Ende Januar oder Anfang Februar abgeschlossen sein.

Darüber hinaus konnten bereits Teile der priorisierten Mitarbeitergruppe des Krankenhauses Agatharied und der kbo-Lech-Mangfall-Klinik sowie Teile der priorisierten Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Rettungsdiensten und Ärzte geimpft werden. Die Mitarbeiter, die aufgrund der Priorisierung der Corona-Impfverordnung des Bundes bereits jetzt geimpft wurden, kamen zur Impfung ins Impfzentrum. Diese Termine wurden vom Team dazu genutzt, den Ablauf im Zentrum zu testen. Das Zentrum wäre jederzeit voll einsatzfähig. Jedoch fehlt zur Öffnung des Zentrums für die ebenfalls priorisierte Gruppe der Personen über 80 Jahren der Impfstoff.

In der vergangenen Woche wurde jeder Landkreisbürger über 80 Jahre per Post angeschrieben. Der Druck und Versand der 7.500 Briefe wurde von der AKDB als Dienstleister übernommen. Für die Adressen wurde auf Daten aus dem Meldebestand zurückgegriffen. „Der Zugang wurde vom Gesundheitsministerium bereitgestellt, daher muss kein Bürger, auch wenn er noch keinen Brief erhalten hat, Sorge haben, vergessen worden zu sein“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Anzunehmen ist, dass mögliche Verzögerungen in der Postzustellung dadurch zustande kommen, weil alle Landkreise aufgefordert waren, die Briefe bis zum 15. Januar zu versenden und viele auf die AKDB zurückgegriffen haben.“

Die Briefe, die auf Anweisung der Regierung in der vergangenen Woche verschickt werden mussten, sind mit den Neuigkeiten des Wochenendes sowieso hinfällig. Da in den kommenden drei bis vier Wochen laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums nur Dosen für die Zweitimpfung geliefert werden, jedoch keine Dosen für die Erstimpfung können keine Termine vereinbart werden. Der Unmut bei vielen Senioren, die nach Erhalt des Briefes im Impfzentrum anrufen, nehme verständlicherweise täglich zu.

„Die Situation ist wirklich ärgerlich“, sagt Beate Faus, die organisatorische Leiterin des Impfzentrums, die in den vergangenen Tagen Dutzende Beschwerden erhalten hat. „Die Organisation vor Ort steht bereit und ist inzwischen optimiert, 40 Mitarbeiter des BRK und 25 Ärzte stünden Gewehr bei Fuß und wir hätten Hunderte impfwillige Senioren, aber uns fehlt einfach der Impfstoff.“ Es mache keinen Sinn, jetzt Termine zu vergeben, wenn unklar ist, wann der nötige Impfstoff vorhanden ist.

Impfwillige können sich auf www.impfzentren.bayern registrieren und werden dann automatisch informiert, wenn ein Termin für sie zur Verfügung steht. Zur Anmeldung ist jedoch unter anderem eine Mail-Adresse notwendig, was gerade Senioren zum Teil vor große Herausforderungen stellt. „Dieses bayerische Impfportal sollte eigentlich helfen, produziert aber leider viele Nachfragen. Wir melden alle Fehlermeldungen und Verbesserungsvorschläge unverzüglich weiter an die Regierung von Oberbayern und bitten um schnellstmögliche Verbesserung“, sagt Faus. „Es ist momentan eine unbefriedigende Situation, aber wir müssen gemeinsam Geduld beweisen und starten durch, sobald es möglich ist.“

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Montag (18. Januar) bei 134 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.847 – 284 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Update, 18. Januar, 12.45 Uhr: FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV

Ab Montag, 18. Januar, gilt in den öffentlichen Verkehrsmitteln des Nahverkehrs und den dazugehörigen Einrichtungen im Freistaat Bayern die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder einer Maske mit vergleichbarer Schutzwirkung. „Wir bekämpfen die Corona-Pandemie konsequent“, betont Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. „Das Virus mutiert und wird aggressiver. Deshalb ist es klug, alle Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben. Dazu gehören FFP2-Masken, denn sie schützen auch den Träger selbst vor einer Ansteckung.“

Die neue FFP2-Masken-Pflicht gilt in allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs wie Regionalzügen, S-Bahnen, Bussen, U-Bahnen, Straßenbahnen und auch Taxis sowie an Bahnhöfen und Haltestellen. Sie gilt für alle Fahrgäste ab 15 Jahren. Für Fahrgäste zwischen 6 und 14 Jahren sowie für Kontroll- und Servicepersonal im ÖPNV bleibt es bei der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Das bayerische Verkehrsministerium wird in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), den Verkehrsverbünden und -unternehmen über die neuen Regeln informieren etwa über Anzeiger in den Fahrzeugen sowie mit Aushängen an den Haltestellen. Bei Verstößen werden in einer ersten Kulanzwoche zunächst keine Bußgelder verhängt, solange eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird. „Ich bedanke mich bei den Fahrgästen, die sich ja schon bisher in überwältigender Mehrheit an die Maskenpflicht in den Fahrzeugen und an den Haltestellen gehalten haben“, sagt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Die Ministerin macht deutlich, dass die öffentlichen Verkehrsmittel immer sicher waren: „Jetzt legen wir noch eine Stufe drauf. Alle Fahrgäste können sich darauf verlassen: Wir werden auch weiterhin alles tun, damit sie gefahrlos im ÖPNV unterwegs sind.“ Zusätzlich zur FFP2-Maskenpflicht gilt auch weiterhin, dass so viel Abstand wie möglich zu anderen Fahrgästen gehalten werden soll. Deswegen wird der Schienenverkehr auch im Lockdown in vollem Umfang aufrechterhalten. Außerdem werden die Züge deutlich häufiger gereinigt als normal und die Türen öffnen, wo es technisch möglich ist, an jeder Station automatisch.

Update, 15. Januar, 13.25 Uhr: Weiterer Corona-Ausbruch

In einer zweiten Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal haben sich mehrere Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. In einem Bereich wurden einer von 38 Bewohnern sowie drei Mitarbeiter positiv getestet, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. In einem anderen Bereich wurden acht von 43 Bewohnern sowie neun Mitarbeiter positiv getestet. Das Gesundheitsamt registriert also neun Fälle bei Bewohnern, wobei Folgeinfektionen gerade bei dieser höchst vulnerablen Personengruppe wahrscheinlich sind.

Ein Teil der Bewohner wurde am 2. Januar geimpft. „Weil jedoch das erste positive PCR-Test-Ergebnis eines Bewohners schon vom 8. Januar stammt, ist davon auszugehen, dass sich die Bewohner bereits zum Zeitpunkt der Impfung infiziert hatten, die Infektionen jedoch erst nach der Impfung entdeckt wurden“, sagt die Sprecherin. „Die Bewohner wurden also während der Inkubationszeit geimpft.“ Der Impfschutz besteht erst nach der zweiten Impfung, die im Abstand von drei Wochen nach der ersten Impfung vorgenommen werden muss. Ob die erste Impfung vielleicht zu einem milderen Verlauf bei den Infizierten führt, ist noch nicht abzusehen.

Auch in der anderen Pflegeeinrichtung im Tegernseer Tal, in der gleich zu Jahresbeginn ein größeres Ausbruchsgeschehen stattfand, gibt es weitere Fälle: Dort sind inzwischen 38 von 69 Bewohnern und 19 von 58 Mitarbeitern positiv getestet worden. Auch dort sind weitere Folgeinfektionen wahrscheinlich. Drei Bewohner sind inzwischen verstorben.

Das Gesundheitsamt ist in einem engen Austausch mit den jeweils Verantwortlichen vor Ort, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Freitag (15. Januar) bei 178 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Damit sinkt der Wert weiter. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.827 – 343 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Update, 14. Januar, 16.40 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Donnerstag (14. Januar) bei 209 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Damit sinkt der Wert leicht. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.813 – 331 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Rottach-Egern: 57 aktive Fälle
  • Miesbach: 42
  • Hausham: 35
  • Holzkirchen: 33
  • Weyarn: 30
  • Warngau: 24
  • Bad Wiessee: 17
  • Kreuth: 15
  • Waakirchen: 14
  • Otterfing und Schliersee: 12
  • Fischbachau: 11
  • Irschenberg: 10
  • Gmund: 9
  • Tegernsee: 5
  • Bayrischzell: 3
  • Valley: 2

Update, 13. Januar, 12.10 Uhr: Landratsamt erlässt Allgemeinverfügung

Das Landratsamt Miesbach hat Mittwochfrüh (13. Januar) die angekündigte Allgemeinverfügung zur Untersagung touristischer Tagesausflüge in den Landkreis Miesbach veröffentlicht. Sie gilt ab dem Tag nach der Bekanntmachung, also ab Donnerstag, 14., bis 31. Januar.

„Um die Situation zu vermeiden, dass Bewohner anderer Landkreise mit einer niedrigeren Inzidenz touristische Ausflüge in den Landkreis Miesbach unternehmen dürfen, die eigenen Bewohner jedoch an den 15-Kilometer-Bewegungsradius gebunden sind, hat das Landratsamt Miesbach von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, touristische Tagesausflüge zu unterbinden“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler. „Alle anderen Fahrten, die keinen touristischen Zweck haben, sondern beispielsweise dem Einkauf oder der Ausübung des Berufs dienen, bleiben von den verschärften Regeln unberührt und sind weiterhin erlaubt.“

„Es geht nicht darum, jemanden auszusperren, sondern darum, sich in einer weltweiten Pandemie angemessen und solidarisch zu verhalten“, sagt Landrat Olaf von Löwis angesichts der völlig überfüllten Hotspots, in denen größtenteils weder Maske getragen noch Abstand gehalten wurde.

Es geht auch darum, das örtliche Krankenhaus in Agatharied zu entlasten. „Ich begrüße daher die neue Regel. Jeder von uns muss sein eigenes Handeln reflektieren und überlegen, ob es wirklich notwendig ist, mitten in einer weltweiten Pandemie zu Tausenden Schlittenfahren oder Skitouren zu gehen, ganz egal, wo man wohnt. Die Regeln zur kurzfristigen Unterbindung des Ausflugstourismus sind nun die Notbremse“, sagt der Landrat. Kontrolliert werden die Regeln von der Polizei.

„Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist weiterhin diffus, also durch alle Kommunen und alle Bevölkerungsgruppen verteilt“, berichtet Sophie-Marie Stadler zudem. Es gibt zwei größere Infektionscluster: In einer Asylgemeinschaftsunterkunft wurden seit kurz vor Weihnachten insgesamt 28 der 48 Bewohner positiv auf das Virus getestet. In einer Senioreneinrichtung sind in der ersten Januarwoche 36 von 70 Bewohner sowie 15 von 62 Mitarbeitern positiv auf das Virus getestet worden.

Update, 12. Januar, 17 Uhr: Anschreiben an Über-80-Jährige verschickt

Impfung:

Personen der für die Impfung priorisierten Gruppe der Über-80-Jährigen sollen angeschrieben werden, wenn sie einen Termin zur Impfung vereinbaren können. Diese Anschreiben sind am Montag (11. Januar) in Auftrag gegeben worden und an 7.500 Personen über 80 Jahren im Landkreis verschickt worden, wie Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach informiert. Sie werden in den nächsten Tagen jedem postalisch zugestellt. Das Gesundheitsministerium hat die lokalen Impfzentren dazu aufgefordert, die Schreiben diese Woche zu verschicken. Termine können jedoch voraussichtlich frühestens ab dem 20. oder 21. Januar vergeben werden, da für diese Tage erst die notwendige Software angekündigt ist.

Die Terminreservierung ist nach wie vor vorbehaltlich der Verfügbarkeit des Impfstoffs. „Leider gibt es nach wie vor keine verbindliche Perspektive, wann wie viele Dosen zur Verfügung stehen“, erklärt die Sprecherin. „Das Team des Impfzentrums vor Ort gibt sein Möglichstes, alle Fragen so schnell wie möglich zu klären und auch so schnell wie möglich Termine zu vereinbaren.“ Solange jedoch die Impfstoffmenge jede Woche eine andere sei, helfe auch die beste Organisation vor Ort nichts.

Neben der telefonischen Terminvereinbarung ist es möglich, sich im bayerischen Impfportal BayImCo zu registrieren. Jedoch wird einem nach der dortigen Anmeldung nicht sofort ein Termin zugesagt, sondern man hinterlegt dort seine Kontaktdaten und wird benachrichtigt, wann ein Termin zur Verfügung steht. Dies erfolgt erst mit der Freischaltung der Termin-Software.

Diese zusätzliche Registrierungsmöglichkeit trägt aktuell zur Verunsicherung bei. Das Impfzentrum erhält jeden Tag mehrere 100 Anrufe und E-Mails mit Terminwünschen. Führt man sich jedoch die aktuellen Lieferumfänge vor Augen, wird klar, warum das Zentrum noch keine Termine vereinbaren kann: Am Dienstag, 12. Januar, wurden 120 Dosen geliefert, am Freitag kommen 300 plus 100 weitere für die ersten Zweitimpfungen in Pflegeeinrichtungen.

„Es ist absolut verständlich, dass gerade ältere Menschen aufgrund der Informationsflut zunehmend verunsichert sind“, sagt Sophie-Marie Stadler. „Es kann aber jeder versichert sein: Das Team des Impfzentrums kümmert sich darum, dass jeder Bürger der priorisierten Gruppe so bald wie möglich einen Impftermin bekommt.“

Verstorbene im Zusammenhang mit dem Virus:

Am Dienstag (12. Januar) ist ein weiterer Mann im hohen Alter im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Gemäß RKI-Richtlinien wird nicht unterschieden, ob ein Infizierter an oder mit dem Virus verstirbt. Die Gesamtzahl der dem Gesundheitsamt Miesbach gemeldeten Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöht sich damit auf 27. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 219.

Update, 17 Uhr: Aktuelle Corona-Lage

Allgemeinverfügung zu touristischen Ausflügen:

Der Landkreis wird von der Möglichkeit Gebrauch machen, per Allgemeinverfügung touristische Tagesausflüge zu unterbinden, da die 7-Tage-Inzidenz seit Sonntag (10. Januar) über 200 gestiegen ist. Die Rechtsverordnung der Staatsregierung sieht vor, dass bei Überschreiten der 200er Marke touristische Ausflüge nur in einem 15-Kilometer-Radius rund um die politischen Grenzen der Wohnortgemeinde unternommen werden dürfen. Diese Regel gilt derzeit auch für den Landkreis Miesbach. „Parallel dazu wird nun eben per Allgemeinverfügung untersagt, dass auch Bewohner anderer Landkreise mit niedrigerer Inzidenz Ausflüge in das Gebiet mit höherer Inzidenz unternehmen dürfen“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler.

Die Allgemeinverfügung ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich am Mittwoch, 13. Januar, öffentlich bekanntgemacht. Sie gilt dann ab Donnerstag, 14. Januar, und zwar so lange, bis die Inzidenz sieben Tage in Folge unter 200 liegt. Die Allgemeinverfügung regelt ausschließlich die Ausflüge zu touristischen Zwecken. Notwendige Fahrten wie beispielsweise zur Arbeit, zu Familienangehörigen oder zum Einkaufen sind auch über die 15-Kilometer-Grenze hinaus erlaubt.

Kontrolliert wird das Einhalten der neuen Regeln von der Polizei, die stichprobenartig die bekannten Hotspots kontrollieren wird. „Ob weitere Maßnahmen möglich sind, um den Ausflugsverkehr zu lenken, werde derzeit juristisch geprüft“, heißt es vom Landratsamt. „Diese sind aber keinesfalls Teil der Allgemeinverfügung zur Überschreitung der 200er-Inzidenz.“

Corona-Ausbruch in Senioreneinrichtung:

Am Samstag (9. Januar) wurden 36 von 70 Bewohnern und 15 von 62 Mitarbeiter einer Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal positiv auf das Coronavirus getestet. Die zahlreichen Fälle wurden bei einem Reihentest aufgedeckt, nachdem seit dem Jahreswechsel vereinzelt Bewohner und Mitarbeiter per Schnelltest positiv getestet wurden.

In der Einrichtung wurden einige Bewohner und Mitarbeiter am 31. Dezember geimpft. Sowohl das Gesundheitsamt, als auch die beteiligten Ärzte gehen jedoch nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen Impfung und Ausbruch gibt. Viel eher sind die Bewohner während der Inkubationszeit geimpft worden. Das heißt, sie hatten sich bereits infiziert, aber ihre Infektion war mangels Symptomen noch nicht entdeckt worden, als sie geimpft wurden.

Für den Impfschutz sind bekanntermaßen zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig. Da die Bewohner erst eine Impfung erhalten haben, ist der Schutz noch nicht gegeben. Ob es durch die Teilimpfung eventuell mildere Verläufe gibt, ist noch nicht abzusehen.

Eine positiv auf das Virus getestete Frau ist am Wochenende in der Einrichtung verstorben, jedoch mit schweren Vorerkrankungen. Zwei Bewohner mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Es wurden seither keine weiteren Bewohner positiv getestet, erklärt Sophie-Marie Stadler.

Am Wochenende konnte von der Koordinierungsgruppe kurzfristig organisiert werden, dass zwei Teams von leitenden Notärzten jeden Bewohner gesichtet haben. Zusätzlich besucht eine Ärztin nun täglich die Einrichtung und überwacht, ob sich der Gesundheitszustand einzelner Bewohner verschlechtert. Die medizinische Grundversorgung aller Bewohner ist gesichert. Jedoch zeigen einige Bewohner deutliche Krankheitssymptome. Der nächste Reihentest ist für Ende der Woche geplant.

Verstorbene im Zusammenhang mit Corona:

Dem Gesundheitsamt wurden am Wochenende vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Es handelt sich um zwei Frauen und zwei Männer im hohen Alter, die an oder mit dem Virus verstorben sind. Bekanntermaßen unterscheiden RKI und LGL nicht, ob eine Person mit oder am Virus verstorben ist, daher unterscheidet auch das örtliche Gesundheitsamt nicht.

Insgesamt wurden dem Gesundheitsamt seit Beginn der Pandemie im März 2020 26 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet (14 Frauen und 12 Männer). Zwischen dem 1. April und dem 23. Mai 2020 verstarben zehn Personen sowie zwischen dem 8. Dezember 2020 und dem 7. Januar 16 Personen. Wenn Personen in einem anderen Landkreis als dem Heimatlandkreis versterben, kann es unter Umständen ein paar Tage dauern, bis die Meldung beim zuständigen Gesundheitsamt eingegangen ist.

Impfung:

Am Freitag (8. Januar) wurde dem Landkreis völlig überraschend die sechsfache Menge an Impfstoff geliefert, als angekündigt: Statt 70 Dosen verfügte das Impfzentrum plötzlich über 420 Dosen, was grundsätzlich begrüßenswert ist, das Team jedoch vor eine enorme organisatorische Herausforderung stellte. Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Thomas Straßmüller, konnte schnell reagieren und Termine in den noch ausstehenden Pflegeeinrichtungen vereinbaren.

Insgesamt wurden im Landkreis Miesbach bisher 1.176 Impfdosen an Bewohner und Pflegepersonal in bisher acht Senioreneinrichtungen sowie an priorisiertes Personal des Krankenhauses Agatharied und der kbo-Lech-Mangfall-Klinik verimpft.

Für Dienstag, 12. Januar, ist die nächste Lieferung angekündigt, danach wieder für Freitag, 15. Januar. Ab Freitag wird auch der Impfstoff für die zweite Impfung geliefert, die dann wie geplant ab 17. Januar beginnt. Beabsichtigt ist, bis Ende Januar alle Pflegeeinrichtungen für die erste Dosis besucht zu haben und die zweite Runde bis Mitte Februar abgeschlossen zu haben.

Die Öffnung des Impfzentrums und damit die Möglichkeit für alle Bürger der priorisierten Gruppe, Termine zu vereinbaren, hängt weiterhin von der Verfügbarkeit des Impfstoffes in den kommenden Wochen ab. Noch ist keine Terminvereinbarung möglich, weil schlichtweg nicht klar ist, ab wann wie viele Termine vereinbart werden können, teilt das Landratsamt mit.

„Für Verwirrung bei einigen Bürgern sorgte die Ankündigung des Gesundheitsministeriums, dass sich alle Bürger Bayerns ab Montag im Online-Registrierungsportal BayIMCO für einen Impftermin in dem für sie zuständigen Impfzentrum registrieren lassen können“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Sobald vom Impfzentrum buchbare Termine in das System eingestellt werden, erhalten vorgemerkte Personen, die in der Rangfolge und Priorisierungsstufe als nächstes an der Reihe sind, per E-Mail oder SMS eine Aufforderung zur Terminvereinbarung.“ Dies geschieht automatisch nach festen Algorithmen, sodass eine weitere Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Impfzentrum nicht erforderlich ist. Die Vergabe der Impftermine orientiert sich an der Zugehörigkeit zu der jeweils aufgerufenen Prioritätengruppe. Personen, die nicht zur höchsten Priorisierungsgruppe gehören, haben derzeit keine Aussicht, einen frühen Impftermin zu erhalten.

Update, 11. Januar, 12.25 Uhr: Inzidenz über 200

Laut den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts liegt die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Miesbach bei 221. Folglich treten ab sofort schärfere Corona-Regeln in Kraft. Das bedeutet unter anderem, dass touristische Ausflüge nur noch in einem Radius von 15 Kilometern rund um die Grenzen der Wohnortgemeinde erlaubt sind.

Frühestens, wenn die Inzidenz für sieben Tage unter der 200er-Marke liegt, können die Maßnahme außer Kraft gesetzt werden. Hotspots können zudem Tagesausflüge von außerhalb in ihre Region verbieten. Landrat Olaf von Löwis hat bereits angekündigt, davon im Landkreis Miesbach wenn angezeigt Gebrauch zu machen.

Update, 9. Januar, 14.20 Uhr: Ausbruch im Tegernseer Tal

In einer Pflegeeinrichtung im Tegernseer Tal wurden 36 von 70 Bewohnern sowie 15 von 62 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet. Es handelt sich um die Einrichtung, in der schon seit dem Jahreswechsel mehrere Mitarbeiter und Bewohner per Schnelltest positiv auf das Virus getestet wurden. Der Reihentest mit PCR-Tests legte nun offen, dass sich das Virus in allen Wohnbereichen der Einrichtung verbreitet hat, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt.

Das Gesundheitsamt ist in enger Abstimmung mit der Leitung der Einrichtung und hat sich schon vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Vor Ort berieten die Ärzte und Pflegefachleute des Gesundheitsamtes unter anderem hinsichtlich der Einrichtung von Pandemie-Zonen, der möglichen Verlegung von Bewohnern innerhalb des Hauses sowie noch strengerer Hygienemaßnahmen. Die Vorschläge der Vertreter des Gesundheitsamtes wurden nach ersten Erkenntnissen bereits sehr gut umgesetzt.

Es ist jedoch allein schon aufgrund der Vielzahl von Infektionen nicht auszuschließen, dass es vermehrt zu schweren Verläufen innerhalb dieser höchst vulnerablen Personengruppe kommen kann. Sowohl Bewohner, als auch Mitarbeiter zeigen zum Teil deutliche Krankheitssymptome. Jedoch ist aktuell bei keinem Bewohner eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus absehbar. Die Koordinierungsgruppe versucht in diesen Stunden, also sofort nach Bekanntwerden der zahlreichen Fälle eine tägliche ärztliche Begutachtung aller Bewohner in der Einrichtung sicherzustellen.

Zur Entlastung der Mitarbeiter in der Einrichtung sowie der Koordinierungsgruppe wird gebeten, von Nachfragen vorerst abzusehen und sich nicht an Spekulationen zu beteiligen. Sobald neue Informationen vorliegen, werden diese unverzüglich über das Landratsamt bekanntgegeben. Die medizinische Versorgung aller Bewohner ist sichergestellt. Wie es zu dem großen Ausbruchsgeschehen kommen konnte, ist bisher unklar. Jedoch steht für alle Beteiligten momentan auch die bestmögliche Versorgung der Bewohner im Vordergrund.

Update, 7. Januar, 16.50 Uhr: Neue Corona-Regeln

Ab Montag, 11. Januar, gelten in Bayern neue Maßnahmen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen, die den Landkreis Miesbach hauptsächlich in zweierlei Hinsicht betreffen: Einerseits wegen des 15-Kilometer-Bewegungsradius ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 und andererseits hinsichtlich der Schulen. Die Rechtsgrundlage liegt noch nicht vor und wird auch erst für Freitagabend oder Samstag erwartet, sodass die nachfolgenden Ausführungen vorbehaltlich der letztendlich verbindlichen Rechtsverordnung zu verstehen sind.

Ausflugstourismus/15-Kilometer-Radius ab Inzidenz über 200:

Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, ab Montag einen Bewegungsradius von 15 Kilometern ab der politischen Grenze der Wohnortgemeinde einzuführen, wenn die Inzidenz in Landkreisen oder kreisfreien Städten über 200 steigt. Diese Regel soll touristische Ausflugsfahrten unterbinden. Die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen bleibt davon unberührt.

Das bedeutet: Steigt die Inzidenz im Landkreis Miesbach über 200, darf man touristische Ausflüge nur noch in einem Radius von 15 Kilometern rund um die Grenzen der Wohnortgemeinde machen und nicht mehr – nur um ein Beispiel zu nennen – zur Zugspitze fahren. Steigt die Inzidenz in einem anderen Gebiet über 200, beispielsweise in München, dürfen die Bewohner der Stadt München keinen Ausflug mehr an den Spitzingsee machen, weil dieser mehr als 15 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt liegt. Diese Regel gilt nur, wenn die 7-Tage-Inzidenz auf über 200 pro 100.000 Einwohner steigt.

„Diese Steilvorlage könnte uns entlasten. Es ist also auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt, dass der Ministerpräsident unseren Vorstoß ernst genommen hat“, sagt Landrat Olaf von Löwis. Nun gilt es, die konkrete Ausgestaltung in der Rechtsverordnung abzuwarten, um Detailfragen beantworten zu können.

Eine Problematik zeichnet schon jetzt ab: Theoretisch wäre es möglich, dass bei einer Inzidenz über 200 im Landkreis Miesbach die Landkreisbürger zum Verbleib im 15-Kilometer-Radius angehalten werden, jedoch gleichzeitig Bewohner anderer Landkreise mit niedrigerer Inzidenz den Landkreis Miesbach besuchen könnten. Das würde der Idee der Begrenzung des Bewegungsradius widersprechen, Kontakte in Hotspot-Regionen zu unterbinden. Es bleibe abzuwarten, ob die Rechtsverordnung da eine Lösung vorsieht oder die Landkreise selbst reagieren müssen. Wenn die Landkreise selbst reagieren müssen, werde der Landkreis Miesbach die Möglichkeit einer Allgemeinverfügung prüfen, die Besuche im Landkreis ab einer Inzidenz von über 200 einschränkt.

Landrat Olaf von Löwis hat sich dazu bereits überregional erkundigt und mit anderen Landräten gesprochen: „Wir wollen niemanden aussperren, aber während einer weltweiten Pandemie muss es einfach nicht sein, dass Tausende gleichzeitig zum Rodeln gehen oder zu Skitouren aufbrechen. Ich hoffe, dass jeder sein Handeln nochmal reflektiert, auch unabhängig von rechtlichen Vorgaben.“

Schulen:

Auch für die 47 Schulen mit zirka 12.000 Schülern im Landkreis gibt es Neuerungen. Schulamtsleiter Jürgen Heiß fasst die Änderungen, die voraussichtlich vom 11. bis 31. Januar gelten, zusammen:

  • Zunächst kein Präsenzunterricht an den Schulen in Bayern.
  • Keine Verlängerung der Weihnachtsferien.
  • Aussetzung der Faschingsferien 2021 in klassischer Form. Diese Zeit soll für das Aufholen von Lernstoff genutzt werden.
  • Distanzunterricht an allen weiterführenden Schulen und Grundschulen.
  • Sobald Präsenzunterricht wieder möglich wird, soll dieser zunächst an den Grundschulen starten.
  • Notbetreuung für 1. bis 6. Jahrgangsstufe und Kitas.

Diese Ausführungen gelten vorbehaltlich weiterer kultusministerieller Schreiben, die möglicherweise erst am Freitagabend am Schulamt eingehen werden.

Infektionsgeschehen:

Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Tagen wie befürchtet deutlich angestiegen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Es gibt keine großen Infektionscluster im Landkreis, jedoch mehrere größere Familien-Cluster sowie zwei kleine Cluster in zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Schlierach-Leitzachtal und im Nordlandkreis. Das Infektionscluster in der Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal hat sich ausgedehnt: Aktuell sind elf von etwa 70 Bewohnern mit Schnelltests positiv auf das Virus getestet, wobei die Ergebnisse der PCR-Tests noch ausstehen. In der Asylgemeinschaftsunterkunft in Warngau gibt es einen weiteren positiven Fall.

Impfen:

Für das Wochenende ist eine erneute Lieferung von Impfstoff angekündigt, jedoch in einer überschaubaren Größenordnung von voraussichtlich unter 100 Dosen. Diese werden für Bewohner und Pfleger in Pflegeeinrichtungen sowie priorisiertes Personal in Kliniken eingesetzt. Hinsichtlich des Impfzentrums in Hausham ergeben sich also keine Neuigkeiten: Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, können Termine vereinbart werden, vorher jedoch nicht. Es würde keinen Sinn machen, jetzt Termine zu vergeben, wenn unklar ist, wann überhaupt ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Das Impf-Team ist jedoch zuversichtlich, bald alle Bewohner des Landkreises, die eine Impfung wünschen, mit einer solchen versorgen zu können.

Vorbericht vom 1. Januar: Warten auf Impfstoff

Der Start ins neue Jahr unterscheidet sich im Hinblick auf das Infektionsgeschehen nicht vom Ende des alten Jahres: Täglich werden einige Fälle ans Gesundheitsamt gemeldet, von den Höchstwerten am 23. und 24. Dezember ist man jedoch weit entfernt. „Eigentlich hatte das Gesundheitsamt Miesbach mit einem deutlichen Anstieg der Zahlen zwischen den Jahren gerechnet, wenn die über die Feiertage geschlossenen Arztpraxen wieder geöffnet haben“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Ein großer Anstieg ist jedoch bisher ausgeblieben.“ Auch die 7-Tage-Inzidenz ist wieder deutlich gesunken, nachdem die vielen Fälle vom 23. und 24. Dezember aus der Berechnung herausgefallen sind.

Entwarnung gibt das Gesundheitsamt jedoch nicht: Es rechnet weiter mit einem Anstieg der Zahlen in den kommenden Tagen, wenn alle Praxen wieder normal geöffnet haben und die Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen seit den Weihnachtsfeiertagen verstrichen ist.

Das Infektionsgeschehen ist weiterhin diffus mit einigen kleineren Clustern. In der Asylbewerberunterkunft in Warngau ist ein weiterer positiver Fall aufgetreten, weshalb die Quarantäne verlängert werden musste. Ob diese Ende der Woche aufgehoben werden kann, zeigt sich, wenn alle Ergebnisse des erneuten Reihentests vorliegen.

Weiterhin gibt es kleinere Infektionscluster in einer Senioreneinrichtung und einer Rehaklinik im Tegernseer Tal sowie in zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Schlierach-Leitzachtal und im Nordlandkreis. Es handelt sich jeweils um kleine Infektionscluster, jeweils mit positiven Fällen im niedrigen einstelligen Bereich. Das Gesundheitsamt ist in engem Austausch mit den Einrichtungsleitungen und berät diese intensiv beispielsweise bei der Einrichtung von Pandemiezonen. Die Ausbruchsgeschehen in den Einrichtungen erscheinen aktuell gut eingrenzbar, jedoch werden weitere Reihentests im Laufe der Woche zeigen, ob es bei den wenigen Fällen bleibt oder das Virus weiter gestreut hat.

Im neuen Jahr ist bereits eine weitere Person im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Es handelt sich um einen Mann im hohen Alter. RKI und LGL differenzieren nicht, ob jemand am oder mit dem Virus verstorben ist. Dem Gesundheitsamt sind bisher 22 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt, 12 davon seit 8. Dezember. Bei den beiden zusätzlichen Verstorbenen in der Auflistung von LGL und RKI handelt es sich wahrscheinlich um Menschen, die in anderen Landkreisen verstorben sind und von den dortigen Behörden gemeldet wurden, jedoch aufgrund ihres Erstwohnsitzes in die Statistik des Heimatlandkreises fallen und erst im Nachhinein an die eigentlich zuständige Behörde im Heimatlandkreis gemeldet werden.

Vom Impfzentrum gibt es keine Neuigkeiten, da dieses aus Ermangelung an Impfstoff derzeit nicht in Betrieb ist. Mobile Teams haben bisher 900 Dosen im Landkreis verimpft. Die nächste Lieferung an Impfstoff ist für den 9. Januar angekündigt, sodass theoretisch am 10. Januar die nächste Senioreneinrichtung besucht werden könnte. Trotz der Impfstoffknappheit hält das Team des Impfzentrums am Ziel fest, bis Ende Januar alle Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen, die eine Impfung wünschen, mit Impfstoff versorgt zu haben. Die zweite Dosis Impfstoff für die bisher geimpften Personen sei unabhängig von den aktuellen Lieferschwierigkeiten gesichert, teilt die Regierung von Oberbayern mit. Ab Mitte Januar startet also die zweite Runde in den bereits besuchten Pflegeeinrichtungen.

„Leider kann angesichts des derzeitigen Impfstoffmangels noch kein verbindlicher Termin angegeben werden, wann das Impfzentrum in Hausham öffnet“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Es muss sich jedoch niemand Sorgen machen, dass er den Impfstart verpasst: Alle Bewohner des Landkreises Miesbach, die über 80 Jahre alt sind und damit zur priorisierten Gruppe gehören, werden vom Impfzentrum postalisch benachrichtigt, wenn Impfstoff zur Verfügung steht und Termine vereinbart werden können.“

ft; ksl

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