Aktuelle Infos im News-Ticker

Coronavirus: Sind aufgrund der niedrigen Inzidenz Lockerungen in Miesbach geplant?

Der Landkreis Miesbach hebt das Ausflugsverbot wieder auf.
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Der Landkreis Miesbach hebt sein Ausflugsverbot wieder auf.

Landkreis – Der Landkreis Miesbach ist Corona-Hotspot. Aktuelle Infos zu Covid-19 gibt es in unserem News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: 72; bislang infizierte Personen: 2.954; aktive Fälle: 151; Todesfälle: 43
  • Härtere Corona-Regeln sind seit Januar in Kraft – auch im Landkreis Miesbach. Die bayerische Staatsregierung hat erneut den Katastrophenfall ausgerufen.
  • Am 27. Dezember sind die ersten Personen im Landkreis Miesbach gegen das Coronavirus geimpft worden.

Service:

Update, 31. Januar, 18.40 Uhr: Neuer News-Ticker

Hier geht es zum neuen Ticker mit allen aktuellen Informationen rund um das Coronavirus im Landkreis Miesbach.

Update, 30. Januar, 10.15 Uhr: Präsenzunterricht in Abschlussklassen

Ab dem 1. Februar können Auszubildende in IHK- und Handwerksberufen sich wieder im Präsenzunterricht auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich innerhalb der Staatsregierung für diese wichtige Verbesserung bei der Berufsausbildung eingesetzt: „Handwerker werden an der Werkbank ausgebildet. Prüfungsvorbereitungen im Distanzunterricht funktionieren nicht. Daher drohte uns durch den Lockdown eine verlorene Generation.“

Nach Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium hat das Wirtschaftsministerium eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, die am Montag, 1. Februar, in Kraft tritt. Damit steht mit strengen Hygienekonzepten dem Erfolg der anlaufenden Prüfungen in den überbetrieblichen Bildungsstätten der Handwerksorganisationen nichts mehr im Wege. Parallel dazu ermöglicht das Wirtschaftsministerium ab 1. Februar auch außerhalb des Handwerks für Prüfungsvorbereitungen Präsenzunterricht, soweit dies vom Lehrinhalt her erforderlich ist.

Aiwanger erklärt: „Für junge Handwerker und die berufliche Bildung ist ein ganz wichtiges Ziel erreicht worden. Es wäre schmerzhaft gewesen, wenn durch mangelnde Prüfungsvorbereitungen Auszubildende ihren Abschluss nicht geschafft hätten.“ In den vergangenen Wochen habe es zahlreiche besorgte Anfragen aus ganz Bayern gegeben. „Ich habe großes Verständnis für diese Anliegen. Jetzt dürfen wir den Präsenzunterricht wieder zulassen und das wird sofort umgesetzt.“.

Weiterhin weist der Wirtschaftsminister ausdrücklich darauf hin, dass unbedingt auch an die Zeit nach Corona gedacht werden müsse. Aiwanger sagt: "Wir brauchen eine möglichst gute Startposition für die Zeit danach. Dafür muss man sich rechtzeitig richtig aufstellen. Die berufliche Bildung ist dabei ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Jeder weiß: Gute Mitarbeiter sind Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft.“

Aiwanger erinnert daran, dass das Handwerk 2020 fast 7 Prozent weniger Ausbildungsverträge abschließen konnte. Insgesamt gibt es derzeit fast 70.000 Auszubildende im bayerischen Handwerk. Davon sind über 19.000 derzeit in den Abschlussklassen und müssen sich in den Lehrwerkstätten auf die Prüfungen vorbereiten.

Eine Prüfungsvorbereitung in den Betrieben wäre nicht für alle Auszubildenden zuverlässig sicherzustellen, da viele Betriebe spezialisiert sind und deshalb nicht alle Ausbildungsinhalte vermitteln können. Daher gibt es die überbetrieblichen Lehrwerkstätten der Handwerksorganisationen, die mit Förderung durch das Wirtschaftsministerium stets auch hochmodern ausgestattet sind. Für die Handwerksbetriebe ist Ausbildung ein zentraler Baustein einer guten Zukunftssicherung, weil die Fachkräfteversorgung beim Handwerk fast nur über Ausbildung läuft.

Minister Aiwanger erklärt, dass er auf hohem Niveau in eine hochmoderne Aus- und Fortbildung des Handwerks investieren möchte: „Wir werden gemeinsam mit dem Bayerischen Handwerkstag eine Bestandsaufnahme machen, mit welchen Schritten wir die berufliche Aus- und Fortbildung in den überbetrieblichen Bildungsstätten optimal weiterentwickeln und welche Fördermittel dafür in nächster Zeit nötig sind. Dann werden wir entsprechend handeln.“

Update, 28. Januar, 16.40 Uhr: Diskussion über Lockerungen

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach bleibt mit 72 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. „Der nächste kritische Inzidenz-Wert von 50 scheint in fast greifbarer Nähe“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Ab einer 7-Tage-Inzidenz kleiner als 50 sind theoretisch Lockerungen bei den Einschränkungen erlaubt.“ Wie bereitet sich der Landkreis auf eine mögliche Unterschreitung vor?

Die Tendenz

In den vergangenen sieben Tagen wurden dem Gesundheitsamt Miesbach 72 positive Befunde gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz beläuft sich daher bei 100.010 Landkreisbürgern auf 72. Dieser Wert ist seit neun Tagen etwa gleichbleibend. Es ist derzeit kein Anstieg, aber auch kein deutlicher Abstieg zu erwarten. „Jedoch ist es fast unmöglich, längerfristige Prognosen anzustellen – das hat der überraschend schnelle Anstieg vor Weihnachten und der nicht minder unerwartbar rasche Abstieg der Zahlen zu Beginn des Jahres gezeigt“, erklärt die Sprecherin. Dass der Landkreis die 50er-Marke zeitnah unterschreitet, ist zwar theoretisch möglich, jedoch momentan nicht absehbar.

Die Rechtslage

Die aktuelle bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sieht die Möglichkeit für Lockerungen vor. Ausschlaggebend sind neben der 50er-Marke eine weiter sinkende Tendenz der Inzidenz und die Zustimmung der Regierung von Oberbayern. Im Detail würde das Landratsamt der Regierung also einen Vorschlag für eine Allgemeinverfügung unterbreiten, in der mögliche Lockerungen definiert würden. Die Vorschläge müssen verhältnismäßig sein. Es wäre unrealistisch zu denken, dass alle Einschränkungen nur für den Landkreis Miesbach isoliert zurückgenommen werden können.

Erst, wenn die Regierung ihr Einverständnis gegeben hat, könnte die Allgemeinverfügung erlassen werden. Sollte es in der Zukunft eine Allgemeinverfügung mit Lockerungen geben, würde dies über die Homepage und die Medien bekanntgegeben werden.

Die Vorbereitung

Obwohl es von 72 zu 50 nicht mehr weit zu sein scheint, sind Lockerungen noch nicht in greifbarer Nähe. „Wir dürfen nicht den Fehler machen und zu früh zu viele Einschränkungen zurücknehmen. Damit gefährden wir die gerade erzielten Erfolge“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Ich hoffe, die aktuelle Stabilisierung der Zahlen ist der lang ersehnte Silberstreif am Horizont.“

Konkrete Lockerungen sind daher noch nicht in Arbeit. Jedoch werde man mit der Regierung das Gespräch suchen, wenn der Inzidenzwert der 50 näher rücke.

„Es ist eine harte Zeit und es wird mit jeder Woche noch härter“, sagt von Löwis. „Aber gerade jetzt, wenn wir erste Erfolge sehen, dürfen wir nicht lockerlassen. Ich bin zuversichtlich, dass wir durch die Impfungen bald wieder sehr viele Lockerungen einführen können. Dazu brauchen wir aber zeitnah Impfstoff! Der Druck auf unser Impfzentrumsteam ist enorm. Sehr viele Menschen wollen sich impfen lassen, können es aber nicht, weil wir keinen Impfstoff geliefert bekommen. Das ist ein Unding! Ich erwarte zeitnahe Lieferungen, damit wir endlich mit der Gruppe der Über-80-Jährigen im Impfzentrum starten können. Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren!“

Update, 16.50 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Mittwoch (27. Januar) bei 73 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.939 – 165 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 25 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 23
  • Holzkirchen: 21
  • Kreuth: 20
  • Weyarn: 16
  • Miesbach: 14
  • Bad Wiessee: 12
  • Waakirchen und Warngau: 7
  • Irschenberg: 6
  • Gmund: 4
  • Fischbachau und Schliersee: 3
  • Otterfing: 2
  • Bayrischzell und Tegernsee: 1
  • Valley: 0

Update, 27. Januar, 14.10 Uhr: Innenstädte dürfen nicht sterben

Der Einzelhandel verzeichnet für 2020 ein Umsatzplus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus den aktuellen Zahlen des bayerischen Landesamtes für Statistik hervorgeht. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Das sind insgesamt erfreuliche Zuwächse. Doch Bayerns Händler haben ein hartes Jahr hinter sich und gerade im Einzelhandel gab es 2020 Licht und Schatten. Es ist deshalb ein gutes Zeichen, wenn die Bilanz insgesamt trotzdem positiv ausfällt. Das Wachstum beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel und im Online-Handel darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bekleidungshandel, Buchhandel, Uhren und Schmuck und viele andere innerstädtische, mittelständisch geprägte Branchen stark verloren haben. Click&Collect zu erlauben war ein erster wichtiger Schritt. Mit der FFP2-Maskenpflicht in Handel und ÖPNV schaffen wir zusätzliche Sicherheit für Kunden und Händler. Zusammen mit den Hygiene- und Schutzkonzepten, die 2020 bereits gut funktioniert haben, ist der Handel gut auf die Zeit nach einer möglichen Wiedereröffnung vorbereitet.“

Laut Statistik ist der Einzelhandel mit Lebensmitteln mit 9,1 Prozent stärker gewachsen als der Handel mit Nicht-Lebensmitteln mit 6,6 Prozent. Im Dezember konnte zudem der Versand- und Internethandel Zuwächse von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. In den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik und Bekleidung sowie an Verkaufsständen und auf Märkten ist der Umsatz jedoch zurückgegangen.

Ebenfalls leicht um 0,3 Prozent gesunken ist die Zahl der im Handel Beschäftigten. „Es geht jetzt darum, Schaden für den Einzelhandel bestmöglich zu begrenzen. Dazu gibt es die Überbrückungshilfe des Bundes. Ein Sterben der Innenstädte dürfen wir nicht zulassen. Daher müssen wir dem Handel baldmöglichst wieder Öffnungsperspektiven aufzeigen. Denn allein mit Fördergeldern ist es nicht getan.“

Update, 26. Januar, 16.50 Uhr: Vorsichtige Entwarnung

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Dienstag (26. Januar) bei 73 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.927 – 210 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Die Ärzte, die sich im Gesundheitsamt um die beiden von einem Corona-Ausbruch betroffenen Pflegeeinrichtungen kümmern, geben zudem vorsichtig Entwarnung, wie Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach mitteilt.

In der einen Einrichtung wurden in der ersten Januarwoche 36 von 70 Bewohnern sowie 15 von 62 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet. In den seither vergangenen zwei Wochen ist die Zahl der positiv Getesteten auf 43 Bewohner und 24 Mitarbeiter gestiegen. „Jedoch wurden nun mehrere Tage in Folge keine neuen Fälle gemeldet, sodass zu hoffen ist, dass die Infektionsketten durchbrochen wurden“, heißt es weiter. Die ersten Fälle konnten schon wieder aus der Quarantäne entlassen werden. Die Lage stabilisiere sich langsam, berichtet das Gesundheitsamt. Seit Beginn des Ausbruchs sind elf Bewohner an oder mit dem Virus verstorben, wobei der Gesundheitszustand bei den Bewohnern schon vor der Infektion schlecht war.

In der anderen Einrichtung wurden Mitte Januar zunächst neun von 81 Bewohnern und zwölf Mitarbeiter positiv getestet. Seither kamen vier weitere Bewohner und ein Mitarbeiter hinzu, die jedoch alle bereits zuvor als enge Kontaktpersonen bekannt waren. Die Quarantäne konnte jedoch bereits wieder für einige Bewohner aufgehoben werden.

„Besonders möchte das Gesundheitsamt die Leistung der Mitarbeiter in den Einrichtungen hervorheben, die trotz der großen Belastung ihr Möglichstes geben, um die Bewohner bestmöglich zu betreuen“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Die medizinische Versorgung der Bewohner ist weiterhin sichergestellt. Auch die Vorkehrungen in den Einrichtungen bleiben aufrechterhalten.“

Update, 25. Januar, 12.10 Uhr: Inzidenz bleibt niedrig

Aufgrund der weiterhin niedrigen Inzidenz wird die Allgemeinverfügung, um touristische Ausflüge in den Landkreis Miesbach zu untersagen, am Montag (25. Januar) aufgehoben. Das heißt, dass ab Dienstag, 26. Januar, wieder touristische Ausflüge in den Landkreis erlaubt sind, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt mit. Der 15-Kilometer-Bewegungsradius für Landkreisbewohner wurde am Wochenende ebenfalls aufgehoben.

Die beiden Einschränkungen galten seit 14. Januar, nachdem der kritische Inzidenz-Wert von 200 am 9. Januar erstmals überschritten wurde. In den vergangenen drei Wochen wurden 427 positive Befunde an das Gesundheitsamt übermittelt, wovon 51 auf den Ausbruch in zwei Pflegeeinrichtungen entfallen. „Selbst wenn man noch 33 positive Mitarbeiter in den beiden Einrichtungen hinzurechnet, stehen dennoch nur etwa 20 Prozent aller Fälle in einem Zusammenhang mit den Ausbrüchen“, erklärt die Sprecherin. „Die übrigen 80 Prozent steckten sich im privaten oder beruflichen Umfeld an.“

Das Fazit daraus: Die Ausbrüche in den beiden Einrichtungen haben also zwar sicher nicht zur Entspannung der Infektionslage beigetragen, aber sie sind nicht alleine verantwortlich für den starken Anstieg der Zahlen zum Jahresbeginn und der darauffolgenden Bewegungseinschränkungen.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Sonntag (24. Januar) bei 70 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.915 – 201 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Update, 22. Januar, 16.25 Uhr: 15-Kilometer-Radius wird aufgehoben

Der 15-Kilometer-Radius für touristische Tagesausflüge von Landkreisbewohnern gilt nur noch bis 24 Uhr. Ab Samstagnacht, um 0 Uhr, dürfen sich die Landkreisbürger für touristische Ausflüge wieder frei bewegen. Darüber informiert Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. Grund für die Aufhebung ist, dass die 7-Tage-Inzidenz deutlich gesunken ist und sieben Tage in Folge unter 200 lag.

Am Montag, 25. Januar, wird wie angekündigt über die mögliche vorzeitige Aufhebung der Allgemeinverfügung beraten, die touristische Ausflüge in den Landkreis Miesbach untersagt.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Freitag (22. Januar) bei 72 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.904 – 199 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Update, 16.40 Uhr: Landratsamt verschickt FFP2-Masken

Das Gesundheitsministerium hat die Landratsämter aufgefordert, FFP2-Masken an Bedürftige zu verteilen. „Ich finde das Wort Bedürftige ganz schrecklich“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Nur, weil jemand Sozialleistungen bezieht und sich dadurch vielleicht nicht selbst mit Masken eindecken kann, soll er nicht das Gefühl haben, als Bittsteller dafür ins Amt kommen zu müssen.“

Von Löwis hat deshalb mit seinen Mitarbeitern eine unbürokratische und pragmatische Lösung gefunden: Alle Bewohner des Landkreises, die Sozial- oder Asylleistungen beziehen, erhalten dieser Tage Post vom Landratsamt. Im Briefumschlag sind neben einem Anschreiben vom Landrat fünf FFP2-Masken aus dem Bestand des Landkreis-Katastrophenschutzlagers als Startmaterial für die FFP2-Maskenpflicht.

Fachbereichsleiter „Arbeit und Soziales“ Tobias Sterba (l.) und Teamleiter Hubert Jaist verpacken Masken im Katastrophenschutzlager des Landkreises Miesbach.

Zwölf Mitarbeiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales haben die 2.500 Briefe kurzerhand selbst eingepackt. Logistisch unterstützt wurden sie von vier Mitarbeitern des Katastrophenschutz-Teams. „Wir brauchen jeden einzelnen, um diese Pandemie zu bekämpfen, da darf das Einkommen keine Rolle spielen“, sagt von Löwis. Außerdem bekommen die drei Tafeln im Landkreis jeweils eine Lieferung an FFP2-Masken, die sie dann an die Nutzer verteilen können.

Als dritte Gruppe sollen pflegende Angehörige von der Maskenaktion profitieren. Allerdings werden die Kontaktdaten von pflegenden Angehörigen nicht zentral erfasst, sodass ein Versand der Masken nicht möglich ist. Severin Eichenseher, Abteilungsleiter Soziales, Jugend und Gesundheit, bat daher die Bürgermeister um Mithilfe.

Diese Woche erhalten alle Gemeinden vom Katastrophenschutz eine Lieferung an Masken. Ab Montag, 25. Januar, können sich pflegende Angehörige dann bei ihrer Heimatgemeinde drei Masken abholen. Wichtig ist, sich zuvor telefonisch bei seiner Gemeinde anzumelden, da viele Rathäuser aktuell wegen der Pandemie geschlossen haben und Menschenaufläufe unbedingt zu vermeiden sind. Um einen Missbrauch der Aktion zu verhindern, muss beim Abholen der Masken glaubhaft gemacht werden, dass man wirklich einen Angehörigen pflegt, beispielweise durch ein Schreiben der Pflegekasse, das den Pflegegrad feststellt.

Update, 21. Januar, 14.35 Uhr: Neues zur 15-Kilometer-Regel

Der Landkreis Miesbach wird voraussichtlich am Samstag, 23. Januar, den 15-Kilometer-Radius für touristische Tagesausflüge für die Landkreisbürger aufheben können. Voraussetzung dafür ist, dass die 7-Tage-Inzidenz bis dahin weiter unter 200 bleibt, nämlich für dann sieben Tage in Folge, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Das örtliche Gesundheitsamt meldet die Zahlen schneller als das RKI, daher wäre die Aufhebung der Regel nach den Zahlen des Gesundheitsamtes schon einen Tag früher möglich. Ausschlaggebend ist jedoch die Inzidenz-Meldung des RKI. Zeigt das RKI also am Samstagvormittag einen Stand von unter 200, gilt der Radius nicht mehr.“

Die Allgemeinverfügung, um touristische Tagesausflüge in den Landkreis Miesbach zu untersagen, bleibt vorerst weiterhin bis zum 31. Januar bestehen. Am Montag, 25. Januar, entscheidet die Koordinierungsgruppe, ob diese vorzeitig aufgehoben werden kann „Der Unterschied zwischen beiden Einschränkungen ist, dass der 15-Kilometer-Radius direkt an die 7-Tages-Inzidenz gekoppelt ist, das Ausflugsverbot jedoch nicht“, erklärt Sophie-Marie Stadler.

Update, 16.40 Uhr: Inzidenz sinkt deutlich

Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis sinkt deutlich, weil die zahlreichen Meldungen der Vorwoche aus der Berechnung herausfallen, und liegt nun bei 77. Darüber informiert Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.866 – 236 Fälle davon sind derzeit aktiv.

„Es ist wahrscheinlich, dass der 15-Kilometer-Bewegungsradius für Landkreisbürger am Wochenende aufgehoben werden kann“, erklärt sie. „Es gilt jedoch die Inzidenz-Meldung des RKI und nicht die des örtlichen Gesundheitsamtes, das die Zahlen schon einen Tag früher melden kann als das RKI.“

Die Allgemeinverfügung, um den touristischen Ausflugsverkehr für Bewohner anderer Städte und Landkreise einzuschränken, gilt vorerst bis 31. Januar. Über eine vorzeitige Aufhebung sei noch nicht entschieden worden. 

Unterdessen ist eine weitere Frau im hohen Alter im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Sie wurde nicht in einer stationären Einrichtung betreut, dementsprechend auch noch nicht geimpft.

Update, 16.20 Uhr: DGB fordert Homeoffice

Der DGB Bayern begrüßt die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erlassene Verordnung für mehr Homeoffice. Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena sieht die Arbeitgeber nun in der Pflicht, diese Verordnung schnellstmöglich umzusetzen:

„Mit Blick auf die Pandemie-Lage ist es die einzig richtige Entscheidung, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten dort, wo es möglich ist, nun Heimarbeit ermöglichen müssen. Aus Gewerkschaftssicht begrüßen wir zudem, dass Arbeitnehmer nicht zu mobiler Arbeit beziehungsweise Homeoffice gezwungen werden dürfen. Diese Arbeitsform muss für alle Beschäftigten freiwillig bleiben. Angesichts der Infektionszahlen appellieren wir jedoch an jeden einzelnen, sofern es umsetzbar ist, von diesem Recht auch Gebrauch zu machen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um die Kontakte entscheidend zu reduzieren und das Infektionsgeschehen deutlich zu senken.“

Verwundert zeigt sich der DGB Bayern über eine Formulierung im Bericht aus der Kabinettssitzung der bayerischen Staatsregierung. Darin wird der Anschein erweckt, steuerliche Anreize für die Unternehmen wie der Beschluss zur Sofortabschreibung bestimmter digitaler Wirtschaftsgüter seien im Rahmen des Homeoffice-Gipfels am 13. Januar auch mit den Gewerkschaften vereinbart worden. Dies entspricht nicht den Tatsachen.

Vielmehr müsse es Matthias Jena zufolge in erster Linie darum gehen, die Beschäftigten verstärkt in den Blick zu nehmen: „Die Arbeitnehmer müssen nun überzeugt werden, das Angebot auf mobile Arbeit und Homeoffice wahrzunehmen. Daher müssen zusätzliche Belastungen etwa durch ausufernde Arbeitszeiten unbedingt vermieden werden. Arbeits- und Gesundheitsschutz müssen auch bei mobilem Arbeiten höchste Priorität genießen.“

Update, 20. Januar, 12.30 Uhr: Lebenshilfe zu Kostenübernahme

Die aktuellen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern umfassen auch eine Kostenübernahme des Bundes für die Personalkosten bei Leistungserbringern der Eingliederungshilfe, die Schnelltests bei Menschen mit Behinderung und Mitarbeitern vornehmen. Dazu erklärt die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt:

„Zur Verringerung der Ansteckung im gemeinschaftlichen Wohnen von Menschen mit Behinderung sind regelmäßige Schnelltests von Bewohnern wie von Mitarbeitern wichtig. Daher ist es gut und überfällig, dass die Personalkosten dafür ebenso übernommen werden wie in der Altenhilfe. Das haben wir als Lebenshilfe von Anfang an gefordert. Gerade weil Menschen mit Behinderung häufig mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen müssen, wenn sie sich mit Covid-19 anstecken, ist dies ein entscheidender Schritt für die Menschen selbst wie auch zur Eindämmung des Infektionsgeschehens insgesamt.“

Update, 16.50 Uhr: Neue Corona-Fakten

In zwei Senioreneinrichtungen im Landkreis Miesbach ist es seit Jahresbeginn zu größeren Corona-Ausbrüchen gekommen. In beiden wurde kurz zuvor geimpft. Wie hängen Ausbruch und Impfung zusammen? Diese Frage hat auch die Koordinierungsgruppe des Landkreises stark beschäftigt. Die Ärzte im Gesundheitsamt und die Verantwortlichen des Impfzentrums haben sich daher auf Spurensuche begeben.

„Das Landratsamt möchte die Ergebnisse transparent offenlegen und jedem Bürger die Möglichkeit geben, sich selbst mit den Informationen auseinanderzusetzen, bevor man sich an wilden Spekulationen beteiligt“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler.

Zusammenhang der Zahlen: Positive Fälle und Geimpfte

In der ersten Senioreneinrichtung sind inzwischen 41 Bewohner positiv auf das Virus getestet worden, 34 davon wurden geimpft. Acht Bewohner sind inzwischen verstorben, wovon sieben geimpft wurden. 24 Mitarbeiter wurden positiv getestet, von denen fünf geimpft wurden.

In der zweiten Senioreneinrichtung sind zehn Bewohner in einem stationären und einem ambulanten Wohnbereich positiv getestet worden. Von diesen wurden drei geimpft. Von den neun positiv getesteten Mitarbeitern wurde niemand geimpft.

Insgesamt wurden bisher im Landkreis 1.860 Dosen verimpft. Bei den positiv getesteten und zuvor geimpften Bewohnern und Mitarbeitern der beiden Einrichtungen handelt es sich also um 2,25 Prozent aller Geimpften im Landkreis. In den weiteren neun stationären Einrichtungen für Senioren sind bisher keine positiven Fälle bestätigt worden.

Zeitlicher Zusammenhang: Impfung während der Inkubationszeit

Die erste Impfung in der einen Senioreneinrichtung fand am 31. Dezember statt. An diesem Abend ging auch der erste positive Test beim Gesundheitsamt ein. Am 5. Januar fand der erste Reihentest statt, nachdem zuvor Schnelltests positiv ausfielen. Die erste Impfung in der anderen Senioreneinrichtung wurde am 2. Januar vorgenommen. Der erste positive Test eines Bewohners wurde am 8. Januar ans Gesundheitsamt gemeldet.

Aufgrund des engen zeitlichen Abstands zwischen Impfung und Ausbruch ist davon auszugehen, dass sich die Geimpften bereits zum Zeitpunkt der Impfung angesteckt hatten. Der volle Impfschutz entfaltet sich erst sieben Tage nach der zweiten Impfung. Die erste Impfdosis, die die Bewohner erhielten, hat nach Auskunft der Impfstoffentwickler wohl keinen Einfluss auf den Verlauf der Infektion. Für die Geimpften kam die Impfung also zu spät.

Personeller Zusammenhang: Gleiches Impfteam vor Ort

In beiden Einrichtungen war größtenteils dasselbe Personal des Impfteams vor Ort. Das Personal wird jedoch täglich getestet. Es gab bisher keinen positiven Befund. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die Teams, die die Einrichtungen zum Schutz der Bewohner nur mit Ganzkörperschutzausrüstung betreten, das Virus in die Einrichtungen getragen haben.

Medizinischer Zusammenhang: PCR-Test misst keine Antigene

Bei dem verwendeten Impfstoff von Biontech/Pfizer handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Die mRNA enthält den Bauplan für Virusbestandteile, nämlich für Antigene. Die Zellen produzieren diese Antigene und präsentieren sie an ihrer Oberfläche. Anhand dieser Informationen auf der Oberfläche produziert das Immunsystem wiederum Antikörper zur Abwehr gegen das Virus. Wenn der Körper später mit dem Virus in Kontakt kommt, erkennt das Immunsystem das Antigen und kann somit die Infektion schnell und gezielt bekämpfen. Der Impfstoff bewirkt also, dass die Zellen mit kleinen, unschädlichen Teilchen des Virus konfrontiert werden, sodass diese lernen, wie sie das Virus erkennen und angreifen können.

Bei einem Standard-PCR-Test werden nicht die Antigene nachgewiesen, sondern je nach Test mehrere andere Bereiche des Bauplans des SARS-CoV-2-Virus. Das RKI schließt daher aus, dass ein PCR-Test durch eine Impfung positiv wird – einfach, weil er andere Bereiche des Genoms überprüft, als von der Impfung berührt werden. Die Impfung sollte jedoch Auswirkungen auf einen Antikörpertest haben, da die durch die Impfung gebildeten Antikörper im Test nachweisbar sein sollten.

Zusammenhang zwischen Ausbruch und Qualität der Einrichtung

Ist das Virus in einer Pflegeeinrichtung ausgebrochen, ist es aufgrund des Gesundheitszustands der Bewohner kaum mehr möglich, dies in den Griff zu bekommen. „Es ist nicht fair, einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Einrichtung und einem möglichen Ausbruch zu ziehen“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Alle Beteiligten geben ihr Möglichstes, Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung in den Einrichtungen zu verhindern.“ Das Gesundheitsamt berate die Einrichtungen telefonisch und vor Ort. Es sei jedoch trotz aller Bemühungen wahrscheinlich, dass es zu Folgeinfektionen und auch Todesfällen kommen kann.

„Der Landkreis ist bisher im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen von Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen verschont geblieben“, resümiert die Sprecherin. „Dass nun ausgerechnet in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gleich zwei Einrichtungen betroffen sind, ist wohl leider ein trauriger Zufall.“

Update, 19. Januar, 9.10 Uhr: 2,5 Millionen FFP2-Masken für Bedürftige

Das bayerische Gesundheitsministerium beginnt damit, 2,5 Millionen FFP2-Masken an die Landkreise zu verteilen. Das Technische Hilfswerk (THW) hat die Schutzmasken aus dem Pandemie-Zentrallager der Staatsregierung in alle Teile des Freistaats gebracht.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagt: „Die Masken sollen so rasch wie möglich an die Bedürftigen ausgegeben werden. Dafür haben die Kreisverwaltungsbehörden freie Hand. Sie können die Masken zum Beispiel über die Gemeinden verteilen lassen oder auch direkt an die Bedürftigen schicken. Das Wichtigste ist, dass alle Menschen schnell die Schutzausrüstung bekommen, die sie brauchen. Wir gehen davon aus, dass spätestens Anfang kommender Woche die Bedürftigen ihre Masken haben dürften.“

Der Minister erläutert: „Wir lassen niemanden im Regen stehen. Deswegen stellen wir in einem ersten Schwung 2,5 Millionen FFP2-Masken aus unserem Bestand für die Empfänger von Grundsicherung sowie Obdachlose und Nutzer von Tafeln zur Verfügung. Jeder Bedürftige bekommt fünf Masken gestellt. Wir prüfen, ob wir zu einem späteren Zeitpunkt weitere Masken ausgeben.“

Holetschek verweist auch auf die laufende Verteilung von 1 Million FFP2-Masken an pflegende Angehörige. Der Minister sagt: „Auch diese Masken wurden an die Kreisverwaltungsbehörden ausgeliefert. Ab dem 25. Januar können pflegende Angehörige die Masken in der jeweiligen Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltung der pflegebedürftigen Person kostenfrei abholen. Jeder Hauptpflegeperson sollen auf diesem Weg drei Schutzmasken zur Verfügung gestellt werden. Als Nachweis reicht es aus, ein Schreiben der Pflegekasse vorzuzeigen, aus dem der Pflegegrad der zu betreuenden pflegebedürftigen Person hervorgeht.“

Update, 16.55 Uhr: Keine Impfstofflieferung

Am Wochenende erreichten die Verantwortlichen des Landkreis-Impfzentrums schlechte Nachrichten: Die Zusage der Lieferungen an Impfstoff für die kommende Woche und darüber hinaus für weitere drei bis vier Wochen wurden für alle Landkreise widerrufen. „Das bedeutet, dass auch der Landkreis Miesbach in den kommenden Wochen keine Impfstofflieferungen erhält“, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler mit. „Nur die Dosen für die Zweitimpfungen werden noch geliefert.“

Bisher wurden zwischen dem 26. Dezember und dem 15. Januar 1.860 Dosen in sechs Chargen ans Zentrum in Hausham geliefert. Alle Dosen davon wurden bereits verimpft. Die überwiegende Mehrheit dieser Dosen wurde an Bewohner und Mitarbeiter von elf stationären Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderungen und Senioreneinrichtungen verimpft. Alle stationären Einrichtungen im Landkreis wurden inzwischen zum ersten Mal besucht. Die Zweitimpfungen sollen bis Ende Januar oder Anfang Februar abgeschlossen sein.

Darüber hinaus konnten bereits Teile der priorisierten Mitarbeitergruppe des Krankenhauses Agatharied und der kbo-Lech-Mangfall-Klinik sowie Teile der priorisierten Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Rettungsdiensten und Ärzte geimpft werden. Die Mitarbeiter, die aufgrund der Priorisierung der Corona-Impfverordnung des Bundes bereits jetzt geimpft wurden, kamen zur Impfung ins Impfzentrum. Diese Termine wurden vom Team dazu genutzt, den Ablauf im Zentrum zu testen. Das Zentrum wäre jederzeit voll einsatzfähig. Jedoch fehlt zur Öffnung des Zentrums für die ebenfalls priorisierte Gruppe der Personen über 80 Jahren der Impfstoff.

In der vergangenen Woche wurde jeder Landkreisbürger über 80 Jahre per Post angeschrieben. Der Druck und Versand der 7.500 Briefe wurde von der AKDB als Dienstleister übernommen. Für die Adressen wurde auf Daten aus dem Meldebestand zurückgegriffen. „Der Zugang wurde vom Gesundheitsministerium bereitgestellt, daher muss kein Bürger, auch wenn er noch keinen Brief erhalten hat, Sorge haben, vergessen worden zu sein“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Anzunehmen ist, dass mögliche Verzögerungen in der Postzustellung dadurch zustande kommen, weil alle Landkreise aufgefordert waren, die Briefe bis zum 15. Januar zu versenden und viele auf die AKDB zurückgegriffen haben.“

Die Briefe, die auf Anweisung der Regierung in der vergangenen Woche verschickt werden mussten, sind mit den Neuigkeiten des Wochenendes sowieso hinfällig. Da in den kommenden drei bis vier Wochen laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums nur Dosen für die Zweitimpfung geliefert werden, jedoch keine Dosen für die Erstimpfung können keine Termine vereinbart werden. Der Unmut bei vielen Senioren, die nach Erhalt des Briefes im Impfzentrum anrufen, nehme verständlicherweise täglich zu.

„Die Situation ist wirklich ärgerlich“, sagt Beate Faus, die organisatorische Leiterin des Impfzentrums, die in den vergangenen Tagen Dutzende Beschwerden erhalten hat. „Die Organisation vor Ort steht bereit und ist inzwischen optimiert, 40 Mitarbeiter des BRK und 25 Ärzte stünden Gewehr bei Fuß und wir hätten Hunderte impfwillige Senioren, aber uns fehlt einfach der Impfstoff.“ Es mache keinen Sinn, jetzt Termine zu vergeben, wenn unklar ist, wann der nötige Impfstoff vorhanden ist.

Impfwillige können sich auf www.impfzentren.bayern registrieren und werden dann automatisch informiert, wenn ein Termin für sie zur Verfügung steht. Zur Anmeldung ist jedoch unter anderem eine Mail-Adresse notwendig, was gerade Senioren zum Teil vor große Herausforderungen stellt. „Dieses bayerische Impfportal sollte eigentlich helfen, produziert aber leider viele Nachfragen. Wir melden alle Fehlermeldungen und Verbesserungsvorschläge unverzüglich weiter an die Regierung von Oberbayern und bitten um schnellstmögliche Verbesserung“, sagt Faus. „Es ist momentan eine unbefriedigende Situation, aber wir müssen gemeinsam Geduld beweisen und starten durch, sobald es möglich ist.“

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Montag (18. Januar) bei 134 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.847 – 284 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Update, 18. Januar, 12.45 Uhr: FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV

Ab Montag, 18. Januar, gilt in den öffentlichen Verkehrsmitteln des Nahverkehrs und den dazugehörigen Einrichtungen im Freistaat Bayern die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder einer Maske mit vergleichbarer Schutzwirkung. „Wir bekämpfen die Corona-Pandemie konsequent“, betont Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. „Das Virus mutiert und wird aggressiver. Deshalb ist es klug, alle Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben. Dazu gehören FFP2-Masken, denn sie schützen auch den Träger selbst vor einer Ansteckung.“

Die neue FFP2-Masken-Pflicht gilt in allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs wie Regionalzügen, S-Bahnen, Bussen, U-Bahnen, Straßenbahnen und auch Taxis sowie an Bahnhöfen und Haltestellen. Sie gilt für alle Fahrgäste ab 15 Jahren. Für Fahrgäste zwischen 6 und 14 Jahren sowie für Kontroll- und Servicepersonal im ÖPNV bleibt es bei der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Das bayerische Verkehrsministerium wird in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), den Verkehrsverbünden und -unternehmen über die neuen Regeln informieren etwa über Anzeiger in den Fahrzeugen sowie mit Aushängen an den Haltestellen. Bei Verstößen werden in einer ersten Kulanzwoche zunächst keine Bußgelder verhängt, solange eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird. „Ich bedanke mich bei den Fahrgästen, die sich ja schon bisher in überwältigender Mehrheit an die Maskenpflicht in den Fahrzeugen und an den Haltestellen gehalten haben“, sagt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Die Ministerin macht deutlich, dass die öffentlichen Verkehrsmittel immer sicher waren: „Jetzt legen wir noch eine Stufe drauf. Alle Fahrgäste können sich darauf verlassen: Wir werden auch weiterhin alles tun, damit sie gefahrlos im ÖPNV unterwegs sind.“ Zusätzlich zur FFP2-Maskenpflicht gilt auch weiterhin, dass so viel Abstand wie möglich zu anderen Fahrgästen gehalten werden soll. Deswegen wird der Schienenverkehr auch im Lockdown in vollem Umfang aufrechterhalten. Außerdem werden die Züge deutlich häufiger gereinigt als normal und die Türen öffnen, wo es technisch möglich ist, an jeder Station automatisch.

Update, 16. Januar, 8.25 Uhr: 2,1 Millionen Spritzen bestellt

Bayern hat bereits frühzeitig vor den Zulassungen der Impfstoffe gegen Covid-19 auf Grundlage der damaligen Herstellerinformationen rund 34 Millionen Spritzen und 58 Millionen Kanülen eingekauft. Mit dieser Menge kann die gesamte bayerische Bevölkerung zweimal geimpft werden. Dieses Sortiment wird nun um weitere 2,1 Millionen 1-ml-Spritzen erweitert. Für weitere 1,5 Millionen Spritzen sind die Bestellvorgänge bereits weit fortgeschritten und demnächst abgeschlossen.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek erklärt: „Die bisher beschafften Spritzen werden erfolgreich zur Erstimpfung von aktuell über 187.000 Menschen eingesetzt. Noch am Tag der Empfehlung der EMA, beim Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer die Entnahme der sechsten Impfdose zuzulassen, haben wir umgehend gehandelt und sofort weitere Spritzen bestellt.“

So können mit dem Bayern vom Bund zugeteilten Impfstoff noch mehr Menschen geimpft werden. Die ersten am 27. Dezember geimpften Bürger werden in den kommenden Tagen die erforderliche zweite Impfung erhalten. Eine Woche nach dieser zweiten Impfung wird die Immunisierung gegen eine Ansteckung erreicht.

Der Minister erläutert: „Die Nutzung der bislang ausgelieferten Spritzen ist weiterhin möglich. Die nun bestellten 1-ml-Spritzen erleichtern aber die Entnahme der sechsten Impfdosis pro Vial sehr.“ Zudem wurde das Angebot von Biontech/Pfizer zur Optimierung der bislang zur Impfung genutzten Spritzen begrüßt: Mit zusätzlichen Kanülen des Herstellers könnten diese Spritzen gut zur Entnahme der sechsten Impfdosis genutzt werden. Holetschek erklärt: „Damit hätten wir schnell eine einfache und unkomplizierte Lösung, die schlussendlich allen Nutzern zugute kommt.“

„Wir stellen gerne entsprechende Kanülen kostendeckend bereit, damit hier die sechste Dosis besser entnommen und verimpft werden kann“, sagt Sierk Poetting, CFO und COO von Biontech. Um die Impfungen weiter zu beschleunigen, können die Impfzentren zusätzlich selbst 1-ml-Spritzen beschaffen. Die notwendigen Kosten dafür übernimmt der Freistaat Bayern.

Holetschek unterstreicht: „Mein Ziel ist, die Impfzentren stets bestmöglich auszustatten. Genau deswegen haben wir schnellstmöglich die geeigneten und auf dem Markt verfügbaren Spritzen bestellt, die so schnell wie möglich an die Impfzentren ausgeliefert und dort verwendet werden sollen.“

Update, 16.55 Uhr: Eigenes Labor geplant

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat eine weitere wichtige Neuerung im Kampf gegen das Coronavirus und seine Mutationen auf den Weg gebracht. Der Minister kündigt an: „Wir bauen ein Speziallabor aus, um die Virusmutationen selbst bei uns im Freistaat feststellen und analysieren zu können. Das Speziallabor ist beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Standort Oberschleißheim angesiedelt. Die Wissenschaftler des LGL können dort das gesamte Genom des Erregers untersuchen. Das LGL hat das neue Labor bereits eingerichtet. Derzeit können pro Woche etwa 40 Proben untersucht werden. Das ist ein guter Anfang. Wenn der Bedarf hoch ist, werden wir die Kapazität weiter ausbauen.“

Der Minister erklärt: „Dieser Schritt ist angesichts der großen Gefahr, die von dieser und möglichen künftigen Mutationen ausgeht, sehr wichtig. Bislang haben wir Proben zur Bestätigung an die Charité nach Berlin geschickt. Diese wertvolle Zeit können wir künftig besser und effizienter nutzen. Uns allen muss klar sein: Im Kampf gegen Corona ist Schnelligkeit eine unserer wichtigsten Waffen.“

Update, 15. Januar, 13.25 Uhr: Weiterer Corona-Ausbruch

In einer zweiten Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal haben sich mehrere Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. In einem Bereich wurden einer von 38 Bewohnern sowie drei Mitarbeiter positiv getestet, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. In einem anderen Bereich wurden acht von 43 Bewohnern sowie neun Mitarbeiter positiv getestet. Das Gesundheitsamt registriert also neun Fälle bei Bewohnern, wobei Folgeinfektionen gerade bei dieser höchst vulnerablen Personengruppe wahrscheinlich sind.

Ein Teil der Bewohner wurde am 2. Januar geimpft. „Weil jedoch das erste positive PCR-Test-Ergebnis eines Bewohners schon vom 8. Januar stammt, ist davon auszugehen, dass sich die Bewohner bereits zum Zeitpunkt der Impfung infiziert hatten, die Infektionen jedoch erst nach der Impfung entdeckt wurden“, sagt die Sprecherin. „Die Bewohner wurden also während der Inkubationszeit geimpft.“ Der Impfschutz besteht erst nach der zweiten Impfung, die im Abstand von drei Wochen nach der ersten Impfung vorgenommen werden muss. Ob die erste Impfung vielleicht zu einem milderen Verlauf bei den Infizierten führt, ist noch nicht abzusehen.

Auch in der anderen Pflegeeinrichtung im Tegernseer Tal, in der gleich zu Jahresbeginn ein größeres Ausbruchsgeschehen stattfand, gibt es weitere Fälle: Dort sind inzwischen 38 von 69 Bewohnern und 19 von 58 Mitarbeitern positiv getestet worden. Auch dort sind weitere Folgeinfektionen wahrscheinlich. Drei Bewohner sind inzwischen verstorben.

Das Gesundheitsamt ist in einem engen Austausch mit den jeweils Verantwortlichen vor Ort, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Freitag (15. Januar) bei 178 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Damit sinkt der Wert weiter. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.827 – 343 Fälle davon sind derzeit aktiv.

Update, 14. Januar, 16.40 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Donnerstag (14. Januar) bei 209 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Damit sinkt der Wert leicht. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 2.813 – 331 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Rottach-Egern: 57 aktive Fälle
  • Miesbach: 42
  • Hausham: 35
  • Holzkirchen: 33
  • Weyarn: 30
  • Warngau: 24
  • Bad Wiessee: 17
  • Kreuth: 15
  • Waakirchen: 14
  • Otterfing und Schliersee: 12
  • Fischbachau: 11
  • Irschenberg: 10
  • Gmund: 9
  • Tegernsee: 5
  • Bayrischzell: 3
  • Valley: 2

Update, 13. Januar, 12.10 Uhr: Landratsamt erlässt Allgemeinverfügung

Das Landratsamt Miesbach hat Mittwochfrüh (13. Januar) die angekündigte Allgemeinverfügung zur Untersagung touristischer Tagesausflüge in den Landkreis Miesbach veröffentlicht. Sie gilt ab dem Tag nach der Bekanntmachung, also ab Donnerstag, 14., bis 31. Januar.

„Um die Situation zu vermeiden, dass Bewohner anderer Landkreise mit einer niedrigeren Inzidenz touristische Ausflüge in den Landkreis Miesbach unternehmen dürfen, die eigenen Bewohner jedoch an den 15-Kilometer-Bewegungsradius gebunden sind, hat das Landratsamt Miesbach von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, touristische Tagesausflüge zu unterbinden“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler. „Alle anderen Fahrten, die keinen touristischen Zweck haben, sondern beispielsweise dem Einkauf oder der Ausübung des Berufs dienen, bleiben von den verschärften Regeln unberührt und sind weiterhin erlaubt.“

„Es geht nicht darum, jemanden auszusperren, sondern darum, sich in einer weltweiten Pandemie angemessen und solidarisch zu verhalten“, sagt Landrat Olaf von Löwis angesichts der völlig überfüllten Hotspots, in denen größtenteils weder Maske getragen noch Abstand gehalten wurde.

Es geht auch darum, das örtliche Krankenhaus in Agatharied zu entlasten. „Ich begrüße daher die neue Regel. Jeder von uns muss sein eigenes Handeln reflektieren und überlegen, ob es wirklich notwendig ist, mitten in einer weltweiten Pandemie zu Tausenden Schlittenfahren oder Skitouren zu gehen, ganz egal, wo man wohnt. Die Regeln zur kurzfristigen Unterbindung des Ausflugstourismus sind nun die Notbremse“, sagt der Landrat. Kontrolliert werden die Regeln von der Polizei.

„Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist weiterhin diffus, also durch alle Kommunen und alle Bevölkerungsgruppen verteilt“, berichtet Sophie-Marie Stadler zudem. Es gibt zwei größere Infektionscluster: In einer Asylgemeinschaftsunterkunft wurden seit kurz vor Weihnachten insgesamt 28 der 48 Bewohner positiv auf das Virus getestet. In einer Senioreneinrichtung sind in der ersten Januarwoche 36 von 70 Bewohner sowie 15 von 62 Mitarbeitern positiv auf das Virus getestet worden.

Update, 17 Uhr: Anschreiben an Über-80-Jährige verschickt

Impfung:

Personen der für die Impfung priorisierten Gruppe der Über-80-Jährigen sollen angeschrieben werden, wenn sie einen Termin zur Impfung vereinbaren können. Diese Anschreiben sind am Montag (11. Januar) in Auftrag gegeben worden und an 7.500 Personen über 80 Jahren im Landkreis verschickt worden, wie Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach informiert. Sie werden in den nächsten Tagen jedem postalisch zugestellt. Das Gesundheitsministerium hat die lokalen Impfzentren dazu aufgefordert, die Schreiben diese Woche zu verschicken. Termine können jedoch voraussichtlich frühestens ab dem 20. oder 21. Januar vergeben werden, da für diese Tage erst die notwendige Software angekündigt ist.

Die Terminreservierung ist nach wie vor vorbehaltlich der Verfügbarkeit des Impfstoffs. „Leider gibt es nach wie vor keine verbindliche Perspektive, wann wie viele Dosen zur Verfügung stehen“, erklärt die Sprecherin. „Das Team des Impfzentrums vor Ort gibt sein Möglichstes, alle Fragen so schnell wie möglich zu klären und auch so schnell wie möglich Termine zu vereinbaren.“ Solange jedoch die Impfstoffmenge jede Woche eine andere sei, helfe auch die beste Organisation vor Ort nichts.

Neben der telefonischen Terminvereinbarung ist es möglich, sich im bayerischen Impfportal BayImCo zu registrieren. Jedoch wird einem nach der dortigen Anmeldung nicht sofort ein Termin zugesagt, sondern man hinterlegt dort seine Kontaktdaten und wird benachrichtigt, wann ein Termin zur Verfügung steht. Dies erfolgt erst mit der Freischaltung der Termin-Software.

Diese zusätzliche Registrierungsmöglichkeit trägt aktuell zur Verunsicherung bei. Das Impfzentrum erhält jeden Tag mehrere 100 Anrufe und E-Mails mit Terminwünschen. Führt man sich jedoch die aktuellen Lieferumfänge vor Augen, wird klar, warum das Zentrum noch keine Termine vereinbaren kann: Am Dienstag, 12. Januar, wurden 120 Dosen geliefert, am Freitag kommen 300 plus 100 weitere für die ersten Zweitimpfungen in Pflegeeinrichtungen.

„Es ist absolut verständlich, dass gerade ältere Menschen aufgrund der Informationsflut zunehmend verunsichert sind“, sagt Sophie-Marie Stadler. „Es kann aber jeder versichert sein: Das Team des Impfzentrums kümmert sich darum, dass jeder Bürger der priorisierten Gruppe so bald wie möglich einen Impftermin bekommt.“

Verstorbene im Zusammenhang mit dem Virus:

Am Dienstag (12. Januar) ist ein weiterer Mann im hohen Alter im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Gemäß RKI-Richtlinien wird nicht unterschieden, ob ein Infizierter an oder mit dem Virus verstirbt. Die Gesamtzahl der dem Gesundheitsamt Miesbach gemeldeten Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöht sich damit auf 27. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 219.

Update, 12. Januar, 15.35 Uhr: Erster Impfstoff von Moderna eingetroffen

Am Dienstag (12. Januar) sind die ersten 9.600 Impfdosen des zweiten für Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffs Moderna an einem zentralen Lagerstandort in Bayern eingetroffen. Darauf weist Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hin: „Mit der Auslieferung dieser Impfdosen eines weiteren Herstellers kann das Impfangebot in Bayern kontinuierlich ausgebaut werden. Die erste Moderna-Impfstofflieferung ist für das Personal in Krankenhäusern der höchsten Versorgungsstufen vorgesehen.“

Die Verteilung dieser ersten Impfstofflieferung erfolgt nach der Bettenkapazität, das heißt der Größe der Krankenhäuser. Der Transport dorthin erfolgt durch einen beauftragten Logistikdienstleister. Mit zunehmenden Liefermengen wird der neue Impfstoff von Moderna auch über die Impfzentren verimpft.

Holetschek erläutert: „Wir gehen davon aus, dass wir ab Ende Februar regelmäßige größere Lieferungen des Impfstoffs erhalten. Zusammen mit den Lieferungen von Biontech können wir Zug um Zug mehr Menschen impfen und Bayern schützen.“ Über eine Auswahl eines geeigneten Impfstoffs entscheidet grundsätzlich der behandelnde Arzt – in enger Absprache mit dem Patienten. Ein Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen, besteht nicht.

Seit Montag (11. Januar) ist außerdem das neue Registrierungsportal www.impfzentren.bayern online. Die bereits seit dem Starttag verzeichneten rund 270.000 Registrierungen zeigen eine hohe Impfbereitschaft der Bevölkerung. Die Vergabe der Impftermine orientiert sich an der Zugehörigkeit zu der jeweils aufgerufenen Prioritätengruppe. „Die Zulassung eines weiteren Impfstoffs war wichtig, um das Impfangebot baldmöglich ausweiten und das Virus langfristig besiegen zu können“, ergänzt Holetschek.

Update, 17 Uhr: Aktuelle Corona-Lage

Allgemeinverfügung zu touristischen Ausflügen:

Der Landkreis wird von der Möglichkeit Gebrauch machen, per Allgemeinverfügung touristische Tagesausflüge zu unterbinden, da die 7-Tage-Inzidenz seit Sonntag (10. Januar) über 200 gestiegen ist. Die Rechtsverordnung der Staatsregierung sieht vor, dass bei Überschreiten der 200er Marke touristische Ausflüge nur in einem 15-Kilometer-Radius rund um die politischen Grenzen der Wohnortgemeinde unternommen werden dürfen. Diese Regel gilt derzeit auch für den Landkreis Miesbach. „Parallel dazu wird nun eben per Allgemeinverfügung untersagt, dass auch Bewohner anderer Landkreise mit niedrigerer Inzidenz Ausflüge in das Gebiet mit höherer Inzidenz unternehmen dürfen“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler.

Die Allgemeinverfügung ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich am Mittwoch, 13. Januar, öffentlich bekanntgemacht. Sie gilt dann ab Donnerstag, 14. Januar, und zwar so lange, bis die Inzidenz sieben Tage in Folge unter 200 liegt. Die Allgemeinverfügung regelt ausschließlich die Ausflüge zu touristischen Zwecken. Notwendige Fahrten wie beispielsweise zur Arbeit, zu Familienangehörigen oder zum Einkaufen sind auch über die 15-Kilometer-Grenze hinaus erlaubt.

Kontrolliert wird das Einhalten der neuen Regeln von der Polizei, die stichprobenartig die bekannten Hotspots kontrollieren wird. „Ob weitere Maßnahmen möglich sind, um den Ausflugsverkehr zu lenken, werde derzeit juristisch geprüft“, heißt es vom Landratsamt. „Diese sind aber keinesfalls Teil der Allgemeinverfügung zur Überschreitung der 200er-Inzidenz.“

Corona-Ausbruch in Senioreneinrichtung:

Am Samstag (9. Januar) wurden 36 von 70 Bewohnern und 15 von 62 Mitarbeiter einer Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal positiv auf das Coronavirus getestet. Die zahlreichen Fälle wurden bei einem Reihentest aufgedeckt, nachdem seit dem Jahreswechsel vereinzelt Bewohner und Mitarbeiter per Schnelltest positiv getestet wurden.

In der Einrichtung wurden einige Bewohner und Mitarbeiter am 31. Dezember geimpft. Sowohl das Gesundheitsamt, als auch die beteiligten Ärzte gehen jedoch nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen Impfung und Ausbruch gibt. Viel eher sind die Bewohner während der Inkubationszeit geimpft worden. Das heißt, sie hatten sich bereits infiziert, aber ihre Infektion war mangels Symptomen noch nicht entdeckt worden, als sie geimpft wurden.

Für den Impfschutz sind bekanntermaßen zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig. Da die Bewohner erst eine Impfung erhalten haben, ist der Schutz noch nicht gegeben. Ob es durch die Teilimpfung eventuell mildere Verläufe gibt, ist noch nicht abzusehen.

Eine positiv auf das Virus getestete Frau ist am Wochenende in der Einrichtung verstorben, jedoch mit schweren Vorerkrankungen. Zwei Bewohner mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Es wurden seither keine weiteren Bewohner positiv getestet, erklärt Sophie-Marie Stadler.

Am Wochenende konnte von der Koordinierungsgruppe kurzfristig organisiert werden, dass zwei Teams von leitenden Notärzten jeden Bewohner gesichtet haben. Zusätzlich besucht eine Ärztin nun täglich die Einrichtung und überwacht, ob sich der Gesundheitszustand einzelner Bewohner verschlechtert. Die medizinische Grundversorgung aller Bewohner ist gesichert. Jedoch zeigen einige Bewohner deutliche Krankheitssymptome. Der nächste Reihentest ist für Ende der Woche geplant.

Verstorbene im Zusammenhang mit Corona:

Dem Gesundheitsamt wurden am Wochenende vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Es handelt sich um zwei Frauen und zwei Männer im hohen Alter, die an oder mit dem Virus verstorben sind. Bekanntermaßen unterscheiden RKI und LGL nicht, ob eine Person mit oder am Virus verstorben ist, daher unterscheidet auch das örtliche Gesundheitsamt nicht.

Insgesamt wurden dem Gesundheitsamt seit Beginn der Pandemie im März 2020 26 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet (14 Frauen und 12 Männer). Zwischen dem 1. April und dem 23. Mai 2020 verstarben zehn Personen sowie zwischen dem 8. Dezember 2020 und dem 7. Januar 16 Personen. Wenn Personen in einem anderen Landkreis als dem Heimatlandkreis versterben, kann es unter Umständen ein paar Tage dauern, bis die Meldung beim zuständigen Gesundheitsamt eingegangen ist.

Impfung:

Am Freitag (8. Januar) wurde dem Landkreis völlig überraschend die sechsfache Menge an Impfstoff geliefert, als angekündigt: Statt 70 Dosen verfügte das Impfzentrum plötzlich über 420 Dosen, was grundsätzlich begrüßenswert ist, das Team jedoch vor eine enorme organisatorische Herausforderung stellte. Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Thomas Straßmüller, konnte schnell reagieren und Termine in den noch ausstehenden Pflegeeinrichtungen vereinbaren.

Insgesamt wurden im Landkreis Miesbach bisher 1.176 Impfdosen an Bewohner und Pflegepersonal in bisher acht Senioreneinrichtungen sowie an priorisiertes Personal des Krankenhauses Agatharied und der kbo-Lech-Mangfall-Klinik verimpft.

Für Dienstag, 12. Januar, ist die nächste Lieferung angekündigt, danach wieder für Freitag, 15. Januar. Ab Freitag wird auch der Impfstoff für die zweite Impfung geliefert, die dann wie geplant ab 17. Januar beginnt. Beabsichtigt ist, bis Ende Januar alle Pflegeeinrichtungen für die erste Dosis besucht zu haben und die zweite Runde bis Mitte Februar abgeschlossen zu haben.

Die Öffnung des Impfzentrums und damit die Möglichkeit für alle Bürger der priorisierten Gruppe, Termine zu vereinbaren, hängt weiterhin von der Verfügbarkeit des Impfstoffes in den kommenden Wochen ab. Noch ist keine Terminvereinbarung möglich, weil schlichtweg nicht klar ist, ab wann wie viele Termine vereinbart werden können, teilt das Landratsamt mit.

„Für Verwirrung bei einigen Bürgern sorgte die Ankündigung des Gesundheitsministeriums, dass sich alle Bürger Bayerns ab Montag im Online-Registrierungsportal BayIMCO für einen Impftermin in dem für sie zuständigen Impfzentrum registrieren lassen können“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Sobald vom Impfzentrum buchbare Termine in das System eingestellt werden, erhalten vorgemerkte Personen, die in der Rangfolge und Priorisierungsstufe als nächstes an der Reihe sind, per E-Mail oder SMS eine Aufforderung zur Terminvereinbarung.“ Dies geschieht automatisch nach festen Algorithmen, sodass eine weitere Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Impfzentrum nicht erforderlich ist. Die Vergabe der Impftermine orientiert sich an der Zugehörigkeit zu der jeweils aufgerufenen Prioritätengruppe. Personen, die nicht zur höchsten Priorisierungsgruppe gehören, haben derzeit keine Aussicht, einen frühen Impftermin zu erhalten.

Update, 11. Januar, 12.25 Uhr: Inzidenz über 200

Laut den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts liegt die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Miesbach bei 221. Folglich treten ab sofort schärfere Corona-Regeln in Kraft. Das bedeutet unter anderem, dass touristische Ausflüge nur noch in einem Radius von 15 Kilometern rund um die Grenzen der Wohnortgemeinde erlaubt sind.

Frühestens, wenn die Inzidenz für sieben Tage unter der 200er-Marke liegt, können die Maßnahme außer Kraft gesetzt werden. Hotspots können zudem Tagesausflüge von außerhalb in ihre Region verbieten. Landrat Olaf von Löwis hat bereits angekündigt, davon im Landkreis Miesbach wenn angezeigt Gebrauch zu machen.

Update, 10. Januar, 11.20 Uhr: Neue Corona-Regeln

Am Montag, 11. Januar, treten verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft. Eine wichtige Neuerung: Für Personen, die in einem Landkreis mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern wohnen, sind touristische Tagesausflüge über einen Umkreis von 15 Kilometern um die Wohnortgemeinde hinaus untersagt. Dafür maßgeblich sind die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Bezugspunkt für den 15-Kilometer-Radius ist die Außengrenze der Wohnortgemeinde. Betroffene Kreisverwaltungsbehörden können die 15-Kilometer-Regel für touristische Tagesreisen außer Kraft setzen, wenn der Inzidenzwert seit mindestens sieben Tagen in Folge unterschritten worden ist.

Außerdem können die Kreisverwaltungsbehörden von Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern anordnen, dass touristische Tagesreisen in den Landkreis untersagt sind. Es wird konsequente Polizeikontrollen geben.

„Insbesondere an beliebten Ausflugsorten wird die Polizei verstärkt kontrollieren, ob bei Personen aus betroffenen Landkreisen ausreichend triftige Gründe vorliegen, die nicht touristischer Natur sind“, kündigt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann an. Das betreffe auch die Regionen, für die touristische Tagesreisen untersagt wurden. „Selbstverständlich wird die Polizei weiterhin insbesondere auch das Einhalten der Maskenpflicht sowie der Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre überwachen“, ergänzt er.

Laut Herrmann betreffen die verstärkten Kontrollen zur neuen 15-Kilometer-Regel beispielsweise Wanderparkplätze in der Voralpenregion. Bei Bedarf werden die örtlichen Polizeidienststellen bei ihren Stichprobenkontrollen von der bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. „Nur wenn sich möglichst alle an die Corona-Schutzmaßnahmen halten, haben wir eine reelle Chance, die Pandemie einzudämmen“, erklärt der Innenminister. „Alle Unbelehrbaren müssen mit harten Sanktionen und hohen Geldbußen rechnen.“ Bei einem Verstoß gegen die neue Regel droht ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro.

Das Innenministerium informiert jeden Tag online über jene Landkreise in Bayern, für die aufgrund einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern die 15-Kilometer-Regel für touristische Tagesausflüge gilt, sowie über die Regionen, in denen touristische Tagesreisen untersagt wurden.

Update, 9. Januar, 14.20 Uhr: Ausbruch im Tegernseer Tal

In einer Pflegeeinrichtung im Tegernseer Tal wurden 36 von 70 Bewohnern sowie 15 von 62 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet. Es handelt sich um die Einrichtung, in der schon seit dem Jahreswechsel mehrere Mitarbeiter und Bewohner per Schnelltest positiv auf das Virus getestet wurden. Der Reihentest mit PCR-Tests legte nun offen, dass sich das Virus in allen Wohnbereichen der Einrichtung verbreitet hat, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt.

Das Gesundheitsamt ist in enger Abstimmung mit der Leitung der Einrichtung und hat sich schon vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Vor Ort berieten die Ärzte und Pflegefachleute des Gesundheitsamtes unter anderem hinsichtlich der Einrichtung von Pandemie-Zonen, der möglichen Verlegung von Bewohnern innerhalb des Hauses sowie noch strengerer Hygienemaßnahmen. Die Vorschläge der Vertreter des Gesundheitsamtes wurden nach ersten Erkenntnissen bereits sehr gut umgesetzt.

Es ist jedoch allein schon aufgrund der Vielzahl von Infektionen nicht auszuschließen, dass es vermehrt zu schweren Verläufen innerhalb dieser höchst vulnerablen Personengruppe kommen kann. Sowohl Bewohner, als auch Mitarbeiter zeigen zum Teil deutliche Krankheitssymptome. Jedoch ist aktuell bei keinem Bewohner eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus absehbar. Die Koordinierungsgruppe versucht in diesen Stunden, also sofort nach Bekanntwerden der zahlreichen Fälle eine tägliche ärztliche Begutachtung aller Bewohner in der Einrichtung sicherzustellen.

Zur Entlastung der Mitarbeiter in der Einrichtung sowie der Koordinierungsgruppe wird gebeten, von Nachfragen vorerst abzusehen und sich nicht an Spekulationen zu beteiligen. Sobald neue Informationen vorliegen, werden diese unverzüglich über das Landratsamt bekanntgegeben. Die medizinische Versorgung aller Bewohner ist sichergestellt. Wie es zu dem großen Ausbruchsgeschehen kommen konnte, ist bisher unklar. Jedoch steht für alle Beteiligten momentan auch die bestmögliche Versorgung der Bewohner im Vordergrund.

Update, 17.05 Uhr: Rund 112.000 neue Impfdosen angekommen

Eine neue Lieferung mit Corona-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer ist in Bayern angekommen. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek sagt: „Wir haben nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Charge mit rund 112.000 Impfdosen erhalten. Das sind sogar 5.000 mehr, als wir ursprünglich erwartet haben. Der Impfstoff wird nun so schnell wie möglich nach einem Bevölkerungsschlüssel an die Impfzentren im Freistaat verteilt.“

Holetschek ergänzt: „Die Lieferung kommt zur rechten Zeit, denn wir haben unseren bisherigen Bestand längst verteilt. Insgesamt haben wir damit seit Ende Dezember rund 316.000 Dosen des Impfstoffs erhalten. Stand 8. Januar wurden seit Ende Dezember in Bayern 92.786 Impfungen vorgenommen.“ Künftig sollen wöchentlich Impfstofflieferungen in Bayern eintreffen. Der Impfstoff wird dann regelmäßig an die Impfzentren verteilt werden.

Der Staatssekretär erklärt: „Wir haben unsere Impf-Kapazitäten noch lange nicht ausgeschöpft. Derzeit wird der Impfstoff vor allem über die mobilen Teams in den Alten- und Pflegeheimen eingesetzt. Wir benötigen regelmäßig mehr Impfstoff, damit wir auch sukzessive mehr Termine in den Impfzentren vergeben können. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu impfen und gegen das Virus zu schützen. Denn nur durch die Impfungen können wir das Virus langfristig und dauerhaft bekämpfen.“

Holetschek fügt hinzu: „Ich freue mich, dass nun auch in der EU der Impfstoff der US-Firma Moderna zugelassen wurde. Wir erwarten eine erste Lieferung in der kommenden Woche. Nach dem bekannten bundesweiten Verteilschlüssel dürfen wir in einer ersten Charge allerdings mit weniger als 10.000 Impfdosen des Moderna-Präparats rechnen. Ich hoffe, dass rasch Nachschub kommt.“

Update, 15.05 Uhr: Registrierungsportal fürs Impfen

Corona-Impftermine zu vereinbaren, wird in Bayern bald noch einfacher. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek erklärt: „Am 11. Januar wird ein neues Registrierungsportal freigeschaltet. Dort können Bürger mit erstem Wohnsitz in Bayern bereits von zu Hause aus wichtige Informationen bereitstellen, die im Rahmen der Impfung relevant werden. Auf Basis dieser Daten können dann in einem nächsten Schritt ab dem 20. Januar konkrete Impftermine elektronisch vereinbart werden.“

Holetschek hat grünes Licht für das entsprechende Modul der bayerischen Impfsoftware BayIMCO gegeben. Daneben werden aber auch weiterhin die telefonischen Terminvereinbarungen in den regionalen Impfzentren oder über die bundesweite Zentralnummer 116 117 möglich sein, um Bürger ohne Internetzugang bei der Registrierung zu unterstützen.

Der Gesundheitsstaatssekretär erläutert: „Die Freischaltung des Registrierungsportals ist ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Es besteht aber für Impfwillige kein Grund zur Hektik. Denn eine möglichst schnelle Registrierung führt nicht automatisch zu einem schnellen Impftermin. Die Vergabe orientiert sich vielmehr streng an der Zugehörigkeit zu der jeweils aufgerufenen Prioritätengruppe.“

Holetschek erklärt: „Bitte nutzen Sie das Registrierungsportal nicht, wenn Sie zu keiner der bekannten Prioritätsgruppen gehören. Sie vermeiden damit unnötige Prüfungen und Rückfragen und beschleunigen die Impfung derer, die größeren Gefahren oder schwereren Folgen einer Infektion ausgesetzt sind.“

Und weiter: „Wir haben uns bei der derzeit laufenden Ansprache an die Gruppe der Hochbetagten an dem Medium Briefpost orientiert, um einen sicheren und vertrauten Informationsträger anzubieten. Mit Blick auf die Berufs- und Bevölkerungsgruppen in den folgenden beiden Prioritätengruppen müssen wir aber ein modernes und leistungsfähiges Angebot machen. Da sind die Möglichkeit der elektronischen Registrierung und die weiteren daraus folgende Schritte bis hin zu einer Terminvereinbarung wichtig, um den Zugang zum Impfangebot nicht durch vermeidbare bürokratische Abläufe zu mindern.“

Der Staatssekretär ergänzt: „Zunächst werden die Personen in der höchsten Prioritätsstufe geimpft, zu der auch die Über-80-Jährigen gehören. Diese erhalten in einem Schreiben Informationen über die Impfung und die Terminvereinbarung. In einigen Impfzentren ist es bereits jetzt möglich, einen Termin oder eine Vormerkung telefonisch zu vereinbaren. Ab dem 20. Januar wird es dann begleitend zu diesem Vorgehen das zentrale Online-Tool zur Terminvereinbarung geben.“

Konkret erfolgt die elektronische Registrierung nach einem bekannten Verfahren: Durch E-Mail-Adresse und die Auswahl eines persönlichen Passworts legt man unter der Internetadresse www.impfzentren.bayern.de zunächst seinen eigenen Account an. Es folgt die Angabe persönlicher Daten zur Kontaktaufnahme. Einige weitere Fragen dienen dazu, festzustellen, ob man einer besonderen Risikogruppe angehört. Durch diese kurze Anmeldung ist sichergestellt, dass alle Impfinteressierten rechtzeitig kontaktiert werden, wenn ihre Impfung geplant ist, und mit den Zugangsdaten dann ihr Termin vereinbart werden kann.

Update, 8. Januar, 14.55 Uhr: Verstärkte Kontrollen bei Reiserückkehrern

Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wird die bayerische Grenzpolizei in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei auch am Wochenende verstärkt bei Reiserückkehrern aus dem Ausland kontrollieren, ob die Infektionsschutzbestimmungen eingehalten werden. Dabei werden die bayerischen Grenzpolizisten im Rahmen der stichprobenartigen Schleierfahndungskontrollen von der bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Daneben wird die Kontrolle von Reiserückkehrern an Flughäfen ein Schwerpunkt sein. Dort sollen möglichst alle Einreisenden einer Infektionsschutzkontrolle unterzogen werden. An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen gibt es mittlerweile im nichtöffentlichen Bereich ein Corona-Testangebot.

Auch wenn es nach derzeitiger Regelung ausreicht, innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise aus einem Corona-Risikogebiet auf dem Land- oder Luftweg einen negativen Corona-Test vorzuweisen und das Ergebnis innerhalb von drei Tagen dem Gesundheitsamt vorzulegen, appelliert Herrmann an alle Reiserückkehrer: „Gehen Sie auf Nummer sicher und lassen sich bereits bis zu 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland testen.“ Zusätzlich warnt er: „Jeder, der gegen die Corona-Schutzmaßnahmen verstößt, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.“

Wie Herrmann erläutert, unterliegen Reiserückkehrer nicht nur einer Corona-Testpflicht. Für Einreisende aus Risikogebieten gilt auch eine strenge Quarantänepflicht. Sie müssen sich unmittelbar nach der Einreise in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und sich dort für einen Zeitraum von zehn Tagen nach der Einreise ständig absondern.

Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch einen negativen Test beendet werden. Ausnahmen zum Beispiel für Berufspendler oder Durchreisende bleiben unberührt. Darüber hinaus müssen Reisende, die sich in einem Risikogebiet aufhalten, noch vor der Einreise nach Deutschland die digitale Einreiseanmeldung (DEA) ausfüllen.

Update, 16.50 Uhr: Neue Corona-Regeln

Ab Montag, 11. Januar, gelten in Bayern neue Maßnahmen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen, die den Landkreis Miesbach hauptsächlich in zweierlei Hinsicht betreffen: Einerseits wegen des 15-Kilometer-Bewegungsradius ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 und andererseits hinsichtlich der Schulen. Die Rechtsgrundlage liegt noch nicht vor und wird auch erst für Freitagabend oder Samstag erwartet, sodass die nachfolgenden Ausführungen vorbehaltlich der letztendlich verbindlichen Rechtsverordnung zu verstehen sind.

Ausflugstourismus/15-Kilometer-Radius ab Inzidenz über 200:

Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, ab Montag einen Bewegungsradius von 15 Kilometern ab der politischen Grenze der Wohnortgemeinde einzuführen, wenn die Inzidenz in Landkreisen oder kreisfreien Städten über 200 steigt. Diese Regel soll touristische Ausflugsfahrten unterbinden. Die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen bleibt davon unberührt.

Das bedeutet: Steigt die Inzidenz im Landkreis Miesbach über 200, darf man touristische Ausflüge nur noch in einem Radius von 15 Kilometern rund um die Grenzen der Wohnortgemeinde machen und nicht mehr – nur um ein Beispiel zu nennen – zur Zugspitze fahren. Steigt die Inzidenz in einem anderen Gebiet über 200, beispielsweise in München, dürfen die Bewohner der Stadt München keinen Ausflug mehr an den Spitzingsee machen, weil dieser mehr als 15 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt liegt. Diese Regel gilt nur, wenn die 7-Tage-Inzidenz auf über 200 pro 100.000 Einwohner steigt.

„Diese Steilvorlage könnte uns entlasten. Es ist also auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt, dass der Ministerpräsident unseren Vorstoß ernst genommen hat“, sagt Landrat Olaf von Löwis. Nun gilt es, die konkrete Ausgestaltung in der Rechtsverordnung abzuwarten, um Detailfragen beantworten zu können.

Eine Problematik zeichnet schon jetzt ab: Theoretisch wäre es möglich, dass bei einer Inzidenz über 200 im Landkreis Miesbach die Landkreisbürger zum Verbleib im 15-Kilometer-Radius angehalten werden, jedoch gleichzeitig Bewohner anderer Landkreise mit niedrigerer Inzidenz den Landkreis Miesbach besuchen könnten. Das würde der Idee der Begrenzung des Bewegungsradius widersprechen, Kontakte in Hotspot-Regionen zu unterbinden. Es bleibe abzuwarten, ob die Rechtsverordnung da eine Lösung vorsieht oder die Landkreise selbst reagieren müssen. Wenn die Landkreise selbst reagieren müssen, werde der Landkreis Miesbach die Möglichkeit einer Allgemeinverfügung prüfen, die Besuche im Landkreis ab einer Inzidenz von über 200 einschränkt.

Landrat Olaf von Löwis hat sich dazu bereits überregional erkundigt und mit anderen Landräten gesprochen: „Wir wollen niemanden aussperren, aber während einer weltweiten Pandemie muss es einfach nicht sein, dass Tausende gleichzeitig zum Rodeln gehen oder zu Skitouren aufbrechen. Ich hoffe, dass jeder sein Handeln nochmal reflektiert, auch unabhängig von rechtlichen Vorgaben.“

Schulen:

Auch für die 47 Schulen mit zirka 12.000 Schülern im Landkreis gibt es Neuerungen. Schulamtsleiter Jürgen Heiß fasst die Änderungen, die voraussichtlich vom 11. bis 31. Januar gelten, zusammen:

  • Zunächst kein Präsenzunterricht an den Schulen in Bayern.
  • Keine Verlängerung der Weihnachtsferien.
  • Aussetzung der Faschingsferien 2021 in klassischer Form. Diese Zeit soll für das Aufholen von Lernstoff genutzt werden.
  • Distanzunterricht an allen weiterführenden Schulen und Grundschulen.
  • Sobald Präsenzunterricht wieder möglich wird, soll dieser zunächst an den Grundschulen starten.
  • Notbetreuung für 1. bis 6. Jahrgangsstufe und Kitas.

Diese Ausführungen gelten vorbehaltlich weiterer kultusministerieller Schreiben, die möglicherweise erst am Freitagabend am Schulamt eingehen werden.

Infektionsgeschehen:

Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Tagen wie befürchtet deutlich angestiegen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Es gibt keine großen Infektionscluster im Landkreis, jedoch mehrere größere Familien-Cluster sowie zwei kleine Cluster in zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Schlierach-Leitzachtal und im Nordlandkreis. Das Infektionscluster in der Senioreneinrichtung im Tegernseer Tal hat sich ausgedehnt: Aktuell sind elf von etwa 70 Bewohnern mit Schnelltests positiv auf das Virus getestet, wobei die Ergebnisse der PCR-Tests noch ausstehen. In der Asylgemeinschaftsunterkunft in Warngau gibt es einen weiteren positiven Fall.

Impfen:

Für das Wochenende ist eine erneute Lieferung von Impfstoff angekündigt, jedoch in einer überschaubaren Größenordnung von voraussichtlich unter 100 Dosen. Diese werden für Bewohner und Pfleger in Pflegeeinrichtungen sowie priorisiertes Personal in Kliniken eingesetzt. Hinsichtlich des Impfzentrums in Hausham ergeben sich also keine Neuigkeiten: Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, können Termine vereinbart werden, vorher jedoch nicht. Es würde keinen Sinn machen, jetzt Termine zu vergeben, wenn unklar ist, wann überhaupt ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Das Impf-Team ist jedoch zuversichtlich, bald alle Bewohner des Landkreises, die eine Impfung wünschen, mit einer solchen versorgen zu können.

Update, 7. Januar, 11.50 Uhr: Kinderbetreuung ab 11. Januar

Bayern verlängert die seit 16. Dezember geltenden Regeln für Kindertageseinrichtungen und -pflegestellen sowie organisierte Spielgruppen für Kinder über den 10. Januar hinaus bis zunächst zum 31. Januar. Eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern die Betreuung auf gar keine andere Weise sicherstellen können, wird weiterhin eingerichtet.

Dazu Bayerns Familienministerin Carolina Trautner: „Familien sind durch die notwendigen Einschränkungen bis Ende Januar weiterhin immens belastet. Homeoffice, Homeschooling und Betreuung von kleinen Kindern lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Wir wollen den Eltern eine Alternative bieten, damit möglichst wenige Kinder in den Einrichtungen betreut werden, um sie, ihre Familien und das pädagogische Personal bestmöglich zu schützen: So ermöglichen wir ähnlich wie im Frühsommer wechselseitige, privat organisierte, feste und unentgeltliche Eltern-Betreuungsgruppen mit Kindern aus höchstens zwei Hausständen. Wer sein Kind daheim betreut, kann zudem pro Elternteil bis zu 10 zusätzliche Kinderkrankentage nutzen, Alleinerziehende bis zu 20. Allen Eltern, die die Betreuung auf gar keine andere Weise sicherstellen können, geben wir die Möglichkeit, ihre Kinder weiterhin in den Kindertageseinrichtungen betreuen zu lassen. Auf systemrelevante Berufe kommt es dabei nicht an.“ Heilpädagogische Tagesstätten bleiben zur Sicherung des Kindeswohls auch weiterhin geöffnet.

Trautner erklärt: „Wir setzen damit den bewährten Weg aus der Vorweihnachtswoche fort, den sowohl Eltern als auch die Beschäftigten in den Kitas bereits kennen. Das sorgt für einen reibungslosen Übergang. Wir haben mit dieser Regelung vor Weihnachten gute Erfahrungen gemacht, weniger als 10 Prozent der Kinder haben die Notbetreuung besucht. Ich möchte hier aber erneut an alle Eltern appellieren: Gehen Sie bitte mit dieser Möglichkeit verantwortungsvoll um. Denn damit schützen Sie sich selbst, Ihre Kinder und vor allem auch unsere Beschäftigten in den Kitas. Klar ist auch: Wenn wir wieder regulär öffnen können, stehen die Kindertageseinrichtungen an erster Stelle.“

Update, 6. Januar, 15 Uhr: Bayern erlaubt Abholservice im Handel

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstreicht die Bedeutung des Click&Collect-Abholservices für den Einzelhandel. „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass wir diesen Verkaufskanal für die lokalen Händler jetzt öffnen. Im Dezember hatte noch die Befürchtung überwogen, dass sich zu viele Menschen gleichzeitig vor den Geschäften aufhalten. Nun ist das der vielleicht letzte Strohhalm für die Händler, die seit Mitte Dezember geschlossen haben müssen.“

Ab 11. Januar kann in Bayern bei Händlern online oder telefonisch bestellt und die Ware anschließend vor dem Geschäft abgeholt werden. Beschlossen wurden Schutz und Hygienekonzepte wie die Vereinbarung gestaffelter Zeitfenster zur Abholung und das Tragen von FFP2-Schutzmasken. „Ich appelliere an die Menschen, dass sie den Abholservice auch nutzen und die lokalen bayerischen Händler damit unterstützen. Die Bürger sollten gezielt beim ortsansässigen Händler einkaufen und nicht nur auf den großen internationalen Plattformen. Niemand kann wollen, dass wir nach Corona ein Ladensterben in unseren Städten erleben“, erklärt der Minister.

Update, 5. Januar, 10.35 Uhr: Arbeitsmarkt bleibt Herausforderung

Anlässlich der aktuell veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kommentiert Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich vom Lockdown-Jahr 2020 beeindruckt. Nach wie vor ist das Vor-Corona-Niveau in weiter Ferne. Auch 2021 bleibt – trotz des Lichtblickes Impfstoff – herausforderungsvoll. Es ist weiterhin die Zeit kraftvollen staatlichen Handelns.“

Der DGB Bayern sieht weitere staatliche Impulse zur Belebung der Wirtschaft, Investitionen in Arbeit sowie in eine gelingende sozial-ökologische Transformation als unabdingbar an, um auch in Zukunft einen starken bayerischen Arbeitsmarkt zu sichern.

„Auch aus Bayern heraus brauchen wir im neuen Jahr wirtschaftliche Impulse. Vieles ist auf dem Weg, Weiteres muss folgen. Auch von den Arbeitgebern erwarten wir Weitsicht und soziale Verantwortung. Entlassungen müssen verhindert, Weiterbildung muss forciert werden. Fest steht: 2021 kann kein Jahr der Lohnzurückhaltung sein. Wir brauchen stattdessen kräftige Impulse zur Stärkung der Binnenkonjunktur“, sagt Matthias Jena.

Update, 4. Januar, 15.40 Uhr: Zusammenarbeit stärken

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml strebt eine verstärkte Zusammenarbeit der Bundesländer im Kampf gegen die Corona-Pandemie an. Huml erklärt anlässlich der Übernahme des Vorsitzes der 94. Gesundheitsministerkonferenz (GMK): „Das neue Jahr wird ebenso wie das alte geprägt sein von den Herausforderungen der Corona-Pandemie. Wir können in dieser Krise nur bestehen, wenn wir an einem Strang ziehen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Deswegen werde ich die Gesundheitsministerkonferenz dazu nutzen, den Austausch zwischen den Bundesländern fortzusetzen und den Kampf gegen die Corona-Pandemie voranzutreiben. Ich danke meiner Berliner Amtsvorgängerin Dilek Kalayci für die herausragende Arbeit in diesem besonderen Pandemie-Jahr.“

Die Ministerin fügt hinzu: „Ein Schwerpunktthema der Gesundheitsministerkonferenz wird 2021 auch die Gesundheit von Kindern sein. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben dem Thema Kindeswohl zusätzliche Bedeutung verliehen. Es ist mir ein persönliches Anliegen, gemeinsam mit den anderen Bundesländern Maßnahmen zu entwickeln, die sowohl das körperliche als auch das seelische Wohl der Kinder fördern und verbessern. Denn in die Gesundheit unserer Kinder zu investieren heißt, in unsere Zukunft zu investieren.“

Die Ministerin ergänzt: „Auch für das wichtige Thema Prävention müssen wir gemeinsam Schlüsse aus der Corona-Pandemie ziehen. Es geht darum, Konzepte zu entwickeln, wie wir unser Gesundheitssystem noch besser auf die Bedürfnisse von Kindern zuschneiden können.“

Die Gesundheitsministerkonferenz findet einmal jährlich unter rotierendem Vorsitz statt. Die Hauptkonferenz der 94. GMK ist am 15. und 16. Juni im oberfränkischen Bamberg geplant, der Heimatstadt von Gesundheitsministerin Huml. Ziel der GMK ist es, die gesundheitspolitischen Interessen der Länder zu koordinieren und gemeinsame Ansätze zu wichtigen Themen zu entwickeln. Ihr gehören die Gesundheitsminister und -senatoren aller 16 Bundesländer an. Der Bundesgesundheitsminister ist ständiger Gast.

Update, 2. Januar, 15 Uhr: Testpflicht für Reiserückkehrer

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Reiserückkehrer aus dem Ausland daran erinnert, dass sie zur Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses verpflichtet sind. „Unmittelbar bei der Einreise oder innerhalb von 48 Stunden danach müssen alle, die aus einem Corona-Risikogebiet auf dem Land- oder Luftweg nach Bayern einreisen, einen negativen Corona-Test vorweisen. Der Test kann entweder bis zu 48 Stunden vor der Einreise im Ausland absolviert worden sein oder er muss umgehend innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise nachgeholt und das Ergebnis innerhalb von drei Tagen dem Gesundheitsamt vorgelegt werden.“

Die Pflicht, sich automatisch nach einem Auslandsaufenthalt in einem Risikogebiet zehn Tage in Quarantäne zu begeben, besteht darüber hinaus weiter. Weiterhin müssen Reisende, die sich in einem Risikogebiet aufhalten noch vor der Einreise nach Deutschland die digitale Einreiseanmeldung (DEA) ausfüllen unter www.einreiseanmeldung.de. Herrmann kündigt an, dass die bayerische Polizei in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Bundespolizei in den kommenden Tagen erneut verstärkte stichprobenartige Kontrollen im Rahmen der Schleierfahndung durchführen werde.

Herrmann appelliert erneut an all diejenigen, die verreisen wollen: „Überprüfen Sie dringend, ob Sie Ihre Reise nicht in bessere Zeiten verschieben können und bleiben Sie zu Hause!“ Die aktuellen Reiserückkehrer mahnt Herrmann deutlich: „Lassen Sie sich testen, führen Sie den Testnachweis bei der Einreise mit und halten Sie sich an die Quarantäne.“

Vorbericht vom 1. Januar: Warten auf Impfstoff

Der Start ins neue Jahr unterscheidet sich im Hinblick auf das Infektionsgeschehen nicht vom Ende des alten Jahres: Täglich werden einige Fälle ans Gesundheitsamt gemeldet, von den Höchstwerten am 23. und 24. Dezember ist man jedoch weit entfernt. „Eigentlich hatte das Gesundheitsamt Miesbach mit einem deutlichen Anstieg der Zahlen zwischen den Jahren gerechnet, wenn die über die Feiertage geschlossenen Arztpraxen wieder geöffnet haben“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Ein großer Anstieg ist jedoch bisher ausgeblieben.“ Auch die 7-Tage-Inzidenz ist wieder deutlich gesunken, nachdem die vielen Fälle vom 23. und 24. Dezember aus der Berechnung herausgefallen sind.

Entwarnung gibt das Gesundheitsamt jedoch nicht: Es rechnet weiter mit einem Anstieg der Zahlen in den kommenden Tagen, wenn alle Praxen wieder normal geöffnet haben und die Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen seit den Weihnachtsfeiertagen verstrichen ist.

Das Infektionsgeschehen ist weiterhin diffus mit einigen kleineren Clustern. In der Asylbewerberunterkunft in Warngau ist ein weiterer positiver Fall aufgetreten, weshalb die Quarantäne verlängert werden musste. Ob diese Ende der Woche aufgehoben werden kann, zeigt sich, wenn alle Ergebnisse des erneuten Reihentests vorliegen.

Weiterhin gibt es kleinere Infektionscluster in einer Senioreneinrichtung und einer Rehaklinik im Tegernseer Tal sowie in zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Schlierach-Leitzachtal und im Nordlandkreis. Es handelt sich jeweils um kleine Infektionscluster, jeweils mit positiven Fällen im niedrigen einstelligen Bereich. Das Gesundheitsamt ist in engem Austausch mit den Einrichtungsleitungen und berät diese intensiv beispielsweise bei der Einrichtung von Pandemiezonen. Die Ausbruchsgeschehen in den Einrichtungen erscheinen aktuell gut eingrenzbar, jedoch werden weitere Reihentests im Laufe der Woche zeigen, ob es bei den wenigen Fällen bleibt oder das Virus weiter gestreut hat.

Im neuen Jahr ist bereits eine weitere Person im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Es handelt sich um einen Mann im hohen Alter. RKI und LGL differenzieren nicht, ob jemand am oder mit dem Virus verstorben ist. Dem Gesundheitsamt sind bisher 22 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt, 12 davon seit 8. Dezember. Bei den beiden zusätzlichen Verstorbenen in der Auflistung von LGL und RKI handelt es sich wahrscheinlich um Menschen, die in anderen Landkreisen verstorben sind und von den dortigen Behörden gemeldet wurden, jedoch aufgrund ihres Erstwohnsitzes in die Statistik des Heimatlandkreises fallen und erst im Nachhinein an die eigentlich zuständige Behörde im Heimatlandkreis gemeldet werden.

Vom Impfzentrum gibt es keine Neuigkeiten, da dieses aus Ermangelung an Impfstoff derzeit nicht in Betrieb ist. Mobile Teams haben bisher 900 Dosen im Landkreis verimpft. Die nächste Lieferung an Impfstoff ist für den 9. Januar angekündigt, sodass theoretisch am 10. Januar die nächste Senioreneinrichtung besucht werden könnte. Trotz der Impfstoffknappheit hält das Team des Impfzentrums am Ziel fest, bis Ende Januar alle Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen, die eine Impfung wünschen, mit Impfstoff versorgt zu haben. Die zweite Dosis Impfstoff für die bisher geimpften Personen sei unabhängig von den aktuellen Lieferschwierigkeiten gesichert, teilt die Regierung von Oberbayern mit. Ab Mitte Januar startet also die zweite Runde in den bereits besuchten Pflegeeinrichtungen.

„Leider kann angesichts des derzeitigen Impfstoffmangels noch kein verbindlicher Termin angegeben werden, wann das Impfzentrum in Hausham öffnet“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Es muss sich jedoch niemand Sorgen machen, dass er den Impfstart verpasst: Alle Bewohner des Landkreises Miesbach, die über 80 Jahre alt sind und damit zur priorisierten Gruppe gehören, werden vom Impfzentrum postalisch benachrichtigt, wenn Impfstoff zur Verfügung steht und Termine vereinbart werden können.“

ft; ksl

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