Aktuelle Infos im News-Ticker

Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung

Das Coronavirus bestimmt noch immer den Alltag in Deutschland
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Das Coronavirus bestimmt noch immer den Alltag in Deutschland

Landkreis – Der Landkreis Miesbach ist nach dem Frühjahr zum zweiten Mal Corona-Hotspot. Aktuelle Infos zu Covid-19 gibt es in unserem News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Landkreis Miesbach überschreitet den Schwellenwert von 100 am Dienstag (27. Oktober) und erreicht die dunkelrote Stufe der Corona-Ampel. Seit Montag (2. November) herrscht bundesweiter Lockdown.
  • Präsenzbetreuung an Schulen und Kindertageseinrichtungen soll so lange wie möglich aufrecht erhalten werden. Deswegen gilt die Maskenpflicht nun auch für Grundschüler und am Platz.
  • Es wird eine Sport-Ampel analog zur Corona-Ampel für Landkreis-Sporthallen eingeführt.
  • Zahlreiche Veranstaltungen sind abgesagt wegen der aktuellen Entwicklungen.

Service:

Update, 18.45 Uhr: Neuer News-Ticker

Hier geht es zum neuen Ticker mit allen aktuellen Informationen rund um das Coronavirus im Landkreis Miesbach.

Update, 30. November, 17.10 Uhr: Landratsamt gibt keine Entwarnung

Für die drei Pflege- und Behinderteneinrichtungen, in denen Corona-Fälle bei den Bewohnern aufgetreten sind, kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Darüber informiert Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „In allen drei Einrichtungen sind über das Wochenende weitere positive Fälle hinzugekommen“, erklärt sie.

In der Einrichtung im Schlierach-Leitzachtal ist ein weiterer Bewohner hinzugekommen – nun zwölf der 80 Bewohner. In den beiden Einrichtungen im Nordlandkreis sind es inzwischen 15 von 80 Bewohnern sowie neun von 120. „Natürlich bestand bei allen Beteiligten die Hoffnung, dass keine weiteren Fälle hinzukommen“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Jedoch muss man auch realistisch sein: In Behinderten- und Pflegeeinrichtungen wohnen ausschließlich Personen mit schweren Vorerkrankungen, sodass es wenig überraschend ist, dass sich ein Virus dort verbreitet.“

Das Gesundheitsamt ist weiterhin in einem sehr engen Austausch mit den Heimleitungen. Gemeinsam versuchen sie ihr Möglichstes, eine weitere Ausbreitung zu verhindern, beispielsweise durch die Einrichtung von Pandemiezonen. Weitere Folgeinfektionen können nicht ausgeschlossen werden.

In der aktuellen, zweiten Welle ist bisher keine positiv auf das Coronavirus getestete Person in einer Pflege- oder Behinderteneinrichtung verstorben. Während der ersten Welle waren es fünf. Im Landkreis Miesbach gibt es zehn Pflege- und Behinderteneinrichtungen, in denen knapp 950 Personen stationär betreut werden.

Update, 29. November, 15.25 Uhr: Zum Nikolaustag am 6. Dezember

Zum Nikolaustag rufen Bayerns Familienministerin Carolina Trautner und Gesundheitsministerin Melanie Huml zur Vorsicht auf. Trautner erklärt, wie auch in diesem Jahr der Nikolaus den Kindern in den Kitas eine Freude machen kann: „Für die Kinder in den Kindertageseinrichtungen muss der traditionelle Tag der kleinen Gaben nicht ausfallen. Wenn eine Erzieherin oder ein Erzieher in die Rolle des Nikolaus schlüpft und nur die Kinder, der Nikolaus und die Beschäftigten der Kita-Gruppe daran teilnehmen, kann auch in der Kita eine Nikolausfeier mit Süßigkeiten, Früchten und kleinen Geschenken stattfinden. Dort, wo es möglich ist, sollte der Besuch des Nikolaus im Garten der Einrichtung gefeiert werden. So steht den strahlenden Kinderaugen nichts mehr im Wege.“

Huml erläutert: „Als zweifache Mutter weiß ich, wie gerne Kinder diese schönen Bräuche und Traditionen haben. Es ist wichtig, in diesen außergewöhnlichen Zeiten damit – soweit möglich – ein Stückchen Normalität zu vermitteln. Dennoch appelliere ich an alle zur größten Vorsicht. Unsere Kontaktbeschränkungen sind ein ganz zentrales Mittel, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Der Lockdown light dient nicht zuletzt auch dem Ziel, die Kitas und Schulen möglichst offen zu halten. Es darf nicht passieren, dass der Nikolaus von Haus zu Haus oder Kita zu Kita geht und neben Geschenken womöglich auch das Virus im Gepäck hat. Klar ist auch: Die Kontaktbeschränkungen des Lockdown light gelten auch für den Nikolaus. Ich rufe alle Bürger auf, eigenverantwortlich zu hinterfragen, ob Nikolausbesuche in diesem Jahr unbedingt notwendig sind.“

Huml ergänzt: „Der Nikolaus steht für Hilfsbereitschaft und Achtsamkeit. Diese Werte sind umso mehr jetzt in der Corona-Pandemie von uns allen gefordert.“

Update, 28. November, 11.40 Uhr: Über 200 Millionen Euro für Betriebe

Seit Anfang Mai können bayerische Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern ihren durch die Corona-Krise verursachten Liquiditätsbedarf mit dem Schnellkredit der LfA-Förderbank Bayern (LfA) decken. Mit dem LfA-Schnellkredit ist eine Haftungsfreistellung von 100 Prozent verbunden.

„Die kleinen Unternehmen brauchen und erhalten nach wie vor schnell und unbürokratisch Hilfe, um durch die Krise zu kommen. Seit Einführung des Produkts wurde der LfA-Schnellkredit an knapp 5.000 kleine Unternehmen in Bayern zugesagt. Mit den Zusagen ist ein Darlehensvolumen von über 200 Millionen Euro verbunden“, erklärt der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Inzwischen hat die Europäische Kommission die Verlängerung beihilferechtlicher Grundlagen für Corona-Hilfen genehmigt.

Hubert Aiwanger dazu: „Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden uns über das Jahr 2020 hinaus fordern. Daher begrüße ich die Genehmigung der Europäischen Kommission ausdrücklich. Auf dieser Grundlage arbeiten wir aktuell an einer Fortsetzung der Corona-Hilfen der LfA-Förderbank Bayern bis zum 30. Juni 2021.“

Update, 14.05 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Gute Nachricht zum Wochenende: Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz ist laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Freitag (27. November) wieder auf 142 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen gesunken. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.692 – 285 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 61 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 33
  • Schliersee: 25
  • Miesbach: 21
  • Fischbachau: 18
  • Bad Wiessee und Otterfing: 17
  • Hausham und Waakirchen: 16
  • Tegernsee: 13
  • Gmund: 12
  • Warngau: 9
  • Kreuth: 8
  • Irschenberg und Weyarn: 6
  • Valley: 5
  • Bayrischzell: 2

Update, 11.50 Uhr: Digitaler Adventskalender

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner stellt im Rahmen der Corona-Initiative „Unser soziales Bayern – wir helfen zusammen“ mit einen „Adventskalender voller guter Taten“ die Arbeit von Ehrenamtlichen vor, die die Solidarität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zeigen. Dieser digitale Adventskalender auf den Social-Media-Kanälen und der Website des Sozialministeriums widmet sich vor allem Senioren, Menschen mit Behinderung, Obdachlosen und all jenen, die alleine leben. Gemeinsam mit der bayerischen Ehrenamtsbeauftragten Eva Gottstein startet Trautner diese Aktion am ersten Adventssonntag mit einer Videobotschaft.

„Mir ist es ein Herzensanliegen, dass sich niemand in der Advents- und Weihnachtszeit alleine fühlt. Deswegen starten wir mit unserer Initiative „Unser soziales Bayern – wir helfen zusammen“ eine große Advents- und Weihnachtsaktion. Wir knüpfen an unsere guten Erfahrungen des Sommers mit über 1.100 ehrenamtlichen Initiativen in Bayern an und schaffen eine Plattform, um Senioren sowie Familien zu unterstützen. Es wird diesmal ein etwas anderes Weihnachtsfest, aber der starke gesellschaftliche Zusammenhalt wird uns dabei helfen, die Herausforderungen für viele Menschen gemeinsam zu meistern. Wir werden jeden Tag ein Türchen öffnen, hinter dem ein besonderes Vorbild steckt. Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen, ihnen Abwechslung und Freude bereiten und uns Mut machen, selbst aktiv zu werden“, sagt Trautner.

„Es ist so einfach jemanden eine Freude zu machen: Greifen Sie einfach zum Telefon. Schon ein kurzes Telefonat kann große Freude bereiten und Abwechslung in den Alltag bringen. Oder schreiben Sie eine Postkarte oder einen Brief an ältere oder alleinstehende Menschen“, ergänzt Gottstein. „Ich wünsche mir, dass wir uns von diesen Ideen inspirieren lassen und jeder seinen eigenen Adventskalender voller guter Taten gestaltet“, betont Trautner.

Gerade in der Adventszeit möchte die bayerische Sozialministerin aufzeigen, wie fürsorglich, aufmerksam und zugewandt Bürger in Bayern sind. Zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen und den Akteuren der Zivilgesellschaft zeigt das Sozialministerium an den Adventstagen vom 1. bis 24. Dezember jeweils ein Projekt, eine Einrichtung oder eine Organisation als ein gutes Beispiel für Solidarität und Mitmenschlichkeit. An den Adventssonntagen im Dezember werden bestimmte Projekte ausführlicher durch die Ministerin persönlich vorgestellt.

Sozialministerin Carolina Trautner bestärkt ihren Appell: „Denken wir an die Menschen, die sich über ein bisschen Aufmerksamkeit ganz besonders freuen. Machen Sie also Ihre Freunde und Familien auf unseren Adventskalender aufmerksam. Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr Türen können wir gemeinsam öffnen. Immer, wenn wir Türen öffnen, kommt so viel Gutes zum Vorschein: Räume für Glück, für Freundschaft und Menschlichkeit.“

Update, 27. November, 6.10 Uhr: Krankenhauskoordinator im Gespräch

Krankenhauskoordinator Michael Städtler ist das Bindeglied beim Thema Corona im Landkreis Miesbach. Im Gespräch erläutert er die aktuelle Lage.

Update, 26. November, 16.45 Uhr: Planungen für Impfzentrum schreiten voran

Die Planungen für das Impfzentrum schreiten mit großen Schritten voran: Inzwischen konnte ein aktuell leerstehendes Geschäftsgebäude in der Gemeinde Hausham angemietet werden, in dem das Impfzentrum für den Landkreis Miesbach seinen Platz finden wird.

Das Gebäude wurde bis vor Kurzem geschäftlich genutzt, ist also sofort betriebsfähig. Es verfügt über einen großen Parkplatz und ausreichend Platz im Inneren, sodass der Betrieb mitsamt allen notwendiger Hygiene- und Abstandsregeln aufgenommen werden kann. Im Inneren des Gebäudes müssen einige kleinere Umbaumaßnahmen vorgenommen werden, beispielsweise um die Behandlungszimmer abzugrenzen. Dazu steht das Landratsamt bereits mit Handwerkern und Messebauern in Kontakt. Die Umbauarbeiten sollen Anfang Dezember starten.

Auch bezüglich der Kühlung des Impfstoffs gibt es inzwischen Konkretes: Es werden voraussichtlich Impfstoffe zweier verschiedener Hersteller geliefert. Der eine muss bei 2 bis 8 Grad Celsius aufbewahrt werden, der andere bei Untertiefkühlung (minus 70 Grad Celsius). Um die Kühlketten sicherzustellen, werden laut bayerischem Impfkonzept vorerst nur die Impfzentren mit Impfstoff beliefert. Verschiedene Möglichkeiten werden gerade durchdacht, unter anderem, selbst einen speziellen Kühlschrank anzuschaffen, um flexibler auf die Nachfrage reagieren zu können. Es gibt noch kein abschließendes Ergebnis, aber nächste Woche wird eine Entscheidung getroffen werden, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach mit.

Eine weitere Entscheidung bezüglich des Betriebs des Impfzentrums stehe ebenfalls noch aus: Bisher sei nicht geklärt, wer das Impfzentrum betreiben soll. Das Landratsamt führt dazu viele Gespräche und kann voraussichtlich nächste Woche bekanntgeben, wie der Betrieb abläuft.

Klar ist aber schon jetzt, dass es sowohl mobile Teams, als auch festes Personal vor Ort geben muss. Priorisiert sollen sich besonders vulnerable Personengruppen oder Menschen mit hohem Infektionsrisiko impfen lassen können. Die Impfzentren müssen gemäß bayerischer Impfstrategie bis 15. Dezember startklar sein.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Donnerstag (26. November) bei 166 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.671 – 279 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 61 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 31
  • Schliersee: 23
  • Fischbachau: 19
  • Miesbach: 18
  • Bad Wiessee und Hausham: 17
  • Waakirchen: 15
  • Gmund und Otterfing: 14
  • Tegernsee: 13
  • Kreuth und Warngau: 8
  • Weyarn: 7
  • Irschenberg und Valley: 6
  • Bayrischzell: 2

Update, 16.15 Uhr: Lage bleibt stabil

„Keine wesentlichen Änderungen in der Corona-Lage im Landkreis“, vermeldet Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Es gibt weiterhin hauptsächlich viele Einzelinfektionen oder kleinere Cluster von Menschen, die sich beispielsweise innerhalb der Familie infizieren.“ Auch bei den größeren Clustern in den Pflegeeinrichtungen gebe es keine Neuigkeiten: Der Gesundheitszustand aller Infizierten sei weiterhin stabil und es gebe aktuell keine weiteren Neuinfektionen. Jedoch wurden zwei von 120 Bewohnern einer weiteren Pflegeeinrichtung im Nordlandkreis positiv getestet, sodass derzeit drei der zehn Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis von einem Corona-Ausbruch betroffen sind.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Mittwoch (25. November) bei 187 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.646 – 270 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 61 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 31
  • Schliersee: 23
  • Bad Wiessee und Fischbachau: 17
  • Gmund und Miesbach: 16
  • Hausham und Otterfing: 14
  • Tegernsee und Waakirchen: 13
  • Kreuth und Warngau: 8
  • Irschenberg und Weyarn: 6
  • Valley: 5
  • Bayrischzell: 2

Update, 25. November, 11.20 Uhr: Krebspatienten im Krankenhaus

Liegen Patienten wegen ihrer Krebserkrankung im Krankenhaus, stellen Besuche von der Familie, Freunden und Bekannten eine wichtige psychologische Unterstützung dar. Aber was tun in Zeiten von Corona? Besuche sind je nach regionaler Lage gar nicht oder nur eingeschränkt möglich und stellen trotz aller Schutzmaßnahmen ein Risiko für die Betroffenen dar. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt Tipps, was Angehörige und Nahestehende in dieser Situation tun können.

Aufenthalte im Krankenhaus sind oft belastend, erst recht, wenn es sich um eine schwerwiegende Erkrankung wie Krebs handelt. Besonders wertvoll empfinden viele Krebspatienten in dieser Situation den regelmäßigen Besuch von Familie und Freunden: Ein vertrautes Gespräch bietet die Möglichkeit, Sorgen und Fragen zu teilen. Wiedersehensfreude und menschliche Nähe bauen auf und geben Kraft. Darüber hinaus kann der Austausch über Alltägliches ein Stück Normalität vermitteln und belastende Gedanken zumindest vorübergehend verscheuchen. Das gilt nicht nur für Krebskranke, auch Angehörigen ist der persönliche Austausch beim Umgang mit der Krankheit wichtig.

Zunehmendes Problem

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden und werden die Besuchsmöglichkeiten im Krankenhaus zum Schutz der Patienten zeitweise stark eingeschränkt. Eine Maßnahme, die Patienten und ihre Angehörigen gleichermaßen hart trifft. Susanne Weg-Remers, die Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums, stellt fest: „Je länger die Pandemie dauert, desto mehr Menschen treibt dieses Problem um.“ Diese Entwicklung bestätigen auch die Ärzte des Dienstes, die täglich, von 8 bis 20 Uhr, telefonisch unter 0800/4203040 oder über die E-Mail-Adresse krebsinformationsdienst@dkfz.de alle Fragen beantworten.

Kein einheitliches Bild

Je nach Bundesland sind die Besuchsregeln in den Krankenhäusern unterschiedlich und können sich in Abhängigkeit von der Infektionslage jederzeit ändern. Für den Besuch bei Schwerstkranken gelten teilweise Sonderregeln. Daher empfiehlt es sich, direkten Kontakt zu der behandelnden Klinik aufzunehmen und sich hinsichtlich der Regeln vor Ort zu informieren. Patienten und Angehörige können sich auch danach erkundigen, ob eine psychoonkologische oder seelsorgerische Begleitung trotz der Corona-Situation möglich ist – gegebenenfalls auch per Telefon.

Soziale Isolation vermeiden

Ist ein Besuch im Krankenhaus nicht möglich, können Alternativen helfen, um in regelmäßigem Kontakt zu bleiben. Dieser kann in Form von fest vereinbarten Telefonzeiten, dem Online-Austausch über Chat-Dienste und Video oder ganz klassisch per Brief oder Postkarte erfolgen. Falls der Patient aufgrund der Erkrankungssituation oder einem operativen Eingriff nicht selbst telefonieren kann, sollten Angehörige mit der Station besprechen, wie sie sich nach dem Befinden des Patienten erkundigen können.

Im Vorfeld oder während eines Klinikaufenthalts können Familie und Freunde ein „Durchhalte-Päckchen“ zusammenstellen: Ein Foto vom jüngsten Familienfest, Lieblingslektüre, oder selbstgemalte Bilder und Basteleien der Enkel. „Natürlich ist das nicht das Gleiche wie ein persönlicher Besuch am Krankenbett, aber es kann doch dazu beitragen, Krebspatienten im Krankenhaus die Situation erträglicher zu machen“, sagt Susanne Weg-Remers.

Update, 24. November, 16.35 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Dienstag (24. November) bei 185 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.623 – 271 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 57 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 30
  • Schliersee: 24
  • Fischbachau: 17
  • Bad Wiessee, Gmund, Miesbach, Otterfing und Waakirchen: 16
  • Hausham und Tegernsee: 15
  • Kreuth und Weyarn: 8
  • Warngau: 6
  • Valley: 5
  • Irschenberg: 4
  • Bayrischzell: 2

Update, 23. November, 16.45 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

„Leider ist die kurze Verschnaufpause der ersten Novemberhälfte vorbei“, teilt Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach am Montag (23. November) mit. „Die täglich an das Gesundheitsamt gemeldeten Neuinfektionen steigen wieder kräftig an und schrammen erstmals an einer 7-Tage-Inzidenz von 200.“ Zwei Cluster in zwei Pflegeeinrichtungen sowie zahlreiche Einzelinfektionen sorgen dafür, dass Gesundheitsamt und Contact-Tracing-Team wieder über die Belastungs- und Leistbarkeitsgrenze kommen.

Das Infektionsgeschehen nach Bereichen aufgeteilt:

  • Pflegeeinrichtungen: Zwei der neun Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Landkreis kämpfen aktuell mit einem Corona-Ausbruch. Bei der ersten Einrichtung handelt es sich bekanntermaßen um eine Pflegeeinrichtung im Schlierach-Leitzachtal mit 80 Bewohnern und 60 Mitarbeitern. Inzwischen wurden elf Bewohner und vier Mitarbeiter positiv getestet. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass es sich bei den positiven Fällen, die am Wochenende hinzugekommen sind, um Nachzügler aus dem ersten Reihentest handelt, also um Personen, die sich bereits bei den ersten Fällen angesteckt haben, aber zum Zeitpunkt des ersten Abstrichs noch nicht so infektiös wären, dass der Test angeschlagen hätte. Es ist jedoch trotz der großen Anstrengungen des Gesundheitsamtes und der Heimleitung nicht auszuschließen, dass sich das Virus bereits in der Einrichtung verbreitet hat, bevor die Maßnahmen ergriffen wurden. Mehrere Bewohner mussten zwischenzeitlich zur Behandlung ins Krankenhaus, konnten jedoch bis auf einen Fall alle wieder in die Einrichtung zurückkehren. Bei der zweiten Einrichtung handelt es sich um eine Einrichtung im Nordlandkreis. Dort wurden übers Wochenende 13 von über 80 Bewohnern positiv auf das Coronavirus getestet. Die Einrichtung verfügt über ein hervorragendes Hygienekonzept, das vom Gesundheitsamt als vorbildlich gelobt wird. Dennoch ist es aufgrund der Beeinträchtigungen der Bewohner nicht möglich, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Wahrscheinlich haben sich die Index-Patienten in beiden Einrichtungen außerhalb der Einrichtung angesteckt. Zweifelsfrei nachzuvollziehen ist das aber nicht mehr. „Erfreulich ist, dass es in beiden Einrichtungen bisher keine schweren Krankheitsverläufe gibt“, erklärt die Sprecherin. „Zum Wochenende werden alle Bewohner in beiden Einrichtungen noch einmal abgestrichen.“
  • Schulen/Kitas: Aktuell stehen neun Schulklassen und zwei Kita-Gruppen unter Quarantäne. Die Infektion erfolgte, soweit es noch nachvollziehbar ist, in den meisten Fällen außerhalb der Schule/Kita.
  • Asyl: Momentan stehen drei kleinere, dezentrale Unterkünfte unter Quarantäne, nachdem positive Fälle aufgetreten sind. Das Vorgehen ist analog zu Privatunterkünften.
  • Einzelinfektionen: Die überwiegende Mehrheit aller Infektionen, die dem Gesundheitsamt gemeldet werden, sind Privatpersonen, die sich im häuslichen Umfeld anstecken. Meist ist der gesamte Haushalt betroffen, was sich zahlenmäßig in den stark steigenden Infektionszahlen niederschlägt. Das Landratsamt hat keine Kenntnis über größere Partys oder ähnliches, die in anderen Regionen zu steigenden Infektionszahlen geführt haben.

„Eine abschließende Erklärung, warum die Zahlen scheinbar plötzlich wieder stark steigen, gibt es nicht“, erklärt Sophie-Marie Stadler. „Zwar schlagen die beiden Ausbrüche in den Pflegeeinrichtungen sicher zu Buche, jedoch gehen nur 14 der 138 Neuinfektionen seit Donnerstag (19. November) auf die beiden Einrichtungen zurück.“ Gesundheitsamt und Contact-Tracing-Team versuchen nach wie vor ihr Möglichstes, Infektionsketten zu unterbrechen. Jedoch ist dies aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen inzwischen wieder kaum mehr möglich.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Montag (23. November) bei 190 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.597 – 267 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 54 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 30
  • Schliersee: 28
  • Miesbach: 26
  • Waakirchen: 17
  • Bad Wiessee, Gmund und Otterfing: 15
  • Hausham: 14
  • Tegernsee: 13
  • Fischbachau: 10
  • Weyarn: 8
  • Kreuth: 7
  • Warngau: 5
  • Irschenberg und Valley: 4
  • Bayrischzell: 2

Update, 22. November, 12 Uhr: Appell zum Sport

Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek hat in einem Gespräch mit dem Präsidenten des Bayerischen Landessportverbands (BSLV), Jörg Ammon, die Schließung von Hallensporteinrichtungen erläutert und zu einer gemeinsamen Anstrengung gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Holetschek betont: „Ich verstehe die Enttäuschung bei vielen Sportlern. Dennoch gilt: Der Infektionsschutz hat in der jetzigen Situation mit besorgniserregenden Infektionszahlen absolute Priorität. Wenn wir die Wirtschaft nicht gefährden wollen, wenn wir Schulen und Kitas so lange wie möglich offen halten wollen, müssen wir die Kontakte vor allem in der Freizeit deutlich reduzieren. Das trifft leider auch die Sportstätten.“

BLSV-Präsident Jörg Ammon sagt: „Das Gespräch mit Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek war sehr konstruktiv, aber auch kontrovers. Unsere Sportvereine und Sportfachverbände haben über viele Wochen bewiesen, dass sie ihren Sportbetrieb auch bei hohen Inzidenzwerten mit vorbildlich ausgearbeiteten Hygienekonzepten verantwortungsvoll ausüben können. Deswegen bedauern wir die Schließung der Indoor-Sportanlagen natürlich. Umso wichtiger ist es nun, dass der Sport bald wieder die Möglichkeit bekommt, seinen Beitrag zur Gesunderhaltung der Menschen zu leisten.“

Seit 2. November ist der Betrieb von Fitnessstudios und Schwimmbädern in Bayern verboten. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am 12. November entschieden, dass die vollständige Schließung von Fitnessstudios bei gleichzeitiger Zulassung des Individualsports in anderen Indoor-Sportstätten unverhältnismäßig sei und gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße. Daher sind im Freistaat seit 13. November nun alle Indoor-Sportstätten geschlossen.

Holetschek erläutert: „Uns war wichtig, schnellstmöglich die erforderliche Gleichbehandlung von Fitnessstudios mit sonstigen Sportstätten herzustellen. Durch die schnelle Umsetzung der Entscheidung schaffen wir Rechtssicherheit. Hallensportstätten sind deshalb nun geschlossen. Sport im Freien unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen bleibt aber allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands möglich.“

Der Staatssekretär ergänzt: „Angesichts der hohen Infektionszahlen sind solche einschneidenden Maßnahmen leider nötig, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Aber wenn wir uns und unsere Mitmenschen damit schützen können, dann halte ich eine Hallensportpause vorübergehend für angemessen. Es ist wichtig, dass wir jetzt als Gesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Holetschek ist deshalb auch der enge Austausch mit den Sportverbänden wichtig. Im Gespräch mit BLSV-Präsident Ammon betont er: „Sobald es die Infektionszahlen zulassen, wollen wir den Sportlern wieder mehr Perspektiven bieten. Denn Sport und Gesundheit gehören zusammen. Regelmäßige Bewegung ist ganz entscheidend für unsere körperliche sowie geistige Fitness. Sie ist gut für unser Immunsystem und beugt damit Krankheiten vor. Auf dem Feld der Prävention können wir daher gemeinsam viel bewegen.“

Update, 21. November, 14.40 Uhr: Individuelle Testkonzepte

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat für individuelle Testkonzepte zum Schutz von Patienten, Personal und Besuchern in Krankenhäusern, Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen geworben. Huml sagt: „Das Coronavirus hat in den vergangenen Wochen wieder seinen Weg in die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gefunden. Damit rücken Orte in den Fokus, an denen Menschen aufgrund ihres Alters, ihrer Erkrankungen oder sonstiger Risikofaktoren besonders schutzbedürftig sind. Die seit dem 15. Oktober gültige Testverordnung des Bundes ist eine wichtige Grundlage, auf der Krankenhäuser, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen individuell passende Testkonzepte schaffen und umsetzen können. Regelmäßige Testungen von Patienten, Personal und Besuchern sind für mich ein unabdingbarer Bestandteil der Pandemiebekämpfung.“

Zur flächendeckenden Umsetzung der Testverordnung des Bundes ist in Bayern vorgesehen, dass die Einrichtungen verschiedene Testarten zur Anwendung bringen und unkompliziert abrechnen können. Die Abrechnung dieser Tests erfolgt einheitlich über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB).

Die Testverordnung sieht vor, dass die Einrichtungen individuelle Konzepte für die Testungen von Patienten, Personal und Besuchern erstellen. Sie sorgt für Handlungssicherheit und regelt den maximal möglichen Testumfang, der dann über die KVB abgerechnet und von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden kann. So können zum Beispiel Einrichtungen, in denen Corona-Infektionen bekannt werden, Bewohner und Personal jetzt auch im Wochenrhythmus testen, um Infektionsketten schnell erkennen und unterbrechen zu können.

Huml erklärt: „Wir sind erneut an die Einrichtungen und ihre Träger herangetreten, um sie auf die umfassenden Testmöglichkeiten hinzuweisen. Unser Ziel ist es, diese so intensiv wie möglich zu nutzen. Denn nur mit konsequenten Testungen können wir Infektionen erkennen und damit Infektketten unterbrechen. Eine individuelle Teststrategie in den Einrichtungen ist eine unverzichtbare Maßnahme, um Patienten und Personal zu schützen. Das sind wir den Menschen in den Kliniken und Einrichtungen schuldig.“

Update, 20. November, 16.45 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Freitag (20. November) bei 178 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Zum Vergleich: Vor fünf Tagen hat sie noch bei 109 gelegen und ist seitdem wieder stark angestiegen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.548 – 261 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 49 aktive Fälle
  • Schliersee: 30
  • Rottach-Egern: 28
  • Miesbach: 25
  • Waakirchen: 20
  • Hausham: 18
  • Bad Wiessee: 16
  • Gmund: 14
  • Otterfing: 13
  • Kreuth: 11
  • Fischbachau: 10
  • Weyarn: 9
  • Tegernsee: 8
  • Valley: 4
  • Bayrischzell: 3
  • Irschenberg: 2
  • Warngau: 1

Update, 17.40 Uhr: Appell an Markus Söder

Der Verein Kulturvision wendet sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder und fordert ein Umdenken bei den Corona-Maßnahmen.

Update, 19. November, 16.20 Uhr: Planung für Impfzentrum startet

Auch im Landkreis Miesbach muss ein Impfzentrum organisiert werden – so verlangt es das bayerische Corona-Impfkonzept. Bis 15. Dezember sollen diese Impfzentren einsatzbereit sein. Die Planungen im Landkreis nehmen deshalb Fahrt auf: Die konkrete Ausgestaltung ist noch in Arbeit, aber eine Projektgruppe hat bereits die ersten Schritte eingeleitet.

„Die erste Entscheidung ist bereits gefallen, nämlich, dass es nur ein Impfzentrum an einem festen Standort im Landkreis geben wird. Die Verhandlungen für ein konkretes, zentral im Landkreis gelegenes Mietobjekt laufen bereits. Es wäre auch möglich, analog zum Testzentrum eine Zelt- oder Containerlösung aufzustellen. Da die Impfung jedoch einen erheblich größeren Aufwand darstellt als die Testung, bevorzugen wir die Lösung mit dem Mietobjekt“, sagt Abteilungsleiter Severin Eichenseher. Zu seiner Abteilung gehört unter anderem das Gesundheitsamt, daher ist er einer der Hauptorganisatoren des Impfzentrums.

Zusätzlich zum Impfzentrum wird es Impf-Teams geben, die beispielsweise wenig mobile Personen vor Ort in Pflegeeinrichtungen impfen könnten. Die Koordination der Impf-Teams wird über das Impfzentrum erfolgen. Die mobilen Teams werden aus je einem Arzt, einer medizinischen Assistenzkraft und einer Verwaltungskraft bestehen.

Für den Betrieb des Impfzentrums sind mehrere Ärzte, medizinische Assistenz- und Verwaltungskräfte notwendig. Mit welchem Personal das Impfzentrum betrieben wird, wird gerade ausgearbeitet. Die genaue Anzahl der Mitarbeiter hängt von der Anzahl an Patienten ab, die sich impfen lassen wollen. Das bayerische Corona-Impfkonzept sieht vor, eine Kapazität von 250 Impfungen pro Tag vorzuhalten. Ob diese Kapazität tatsächlich ausgeschöpft werden muss, wird sich zeigen. Zum Vergleich: Im Testzentrum soll eine Kapazität von 200 bis 300 täglichen Tests für den Landkreis Miesbach vorgehalten werden. Tatsächlich nehmen täglich etwa 60 Personen das Angebot wahr. Der Unterschied ist jedoch, dass den Corona-Test auch viele Hausärzte durchführen können, wohingegen die Impfdosen voraussichtlich nur über die Impfzentren verteilt werden.

Über das Gesundheitsministerium werden zwei Impfstoffe geliefert. Wie die logistische Abwicklung des teilweise nur bei Unterkühlung haltbaren Impfstoffes ablaufen soll, wurde den Landratsämtern noch nicht im Detail mitgeteilt.

In welcher Reihenfolge die Impfdosen zur Verfügung gestellt werden, steht auch noch nicht fest. Es muss jedoch wohl eine Priorisierung vorgenommen werden, da der Impfstoff nicht sofort flächendeckend für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird. Die Staatsregierung benennt dazu folgende Personengruppen für eine priorisierte Impfung:

  • Besonders vulnerable Gruppen wie Menschen hohen Alters, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Betreute und Bewohner in stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko etwa aufgrund ihres Berufs (insbesondere medizinisches und pflegerisches Personal)
  • Berufsgruppen aus sensiblen Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Polizei und Gesundheitswesen
  • Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund äußerer Umstände wie zum Beispiel beengte Wohnverhältnisse

Die Staatsregierung betont außerdem, dass Impfungen nur auf freiwilliger Basis vorgenommen werden sollen. Die Kosten für die Impfzentren sollen erstattet werden. Das bayerische Corona-Impfkonzept muss von allen Landkreisen und kreisfreien Städten zwingend umgesetzt werden.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Donnerstag (19. November) bei 158 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.505 – 228 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 43 aktive Fälle
  • Miesbach: 27
  • Rottach-Egern: 23
  • Schliersee: 22
  • Hausham: 21
  • Waakirchen: 14
  • Bad Wiessee und Otterfing: 13
  • Gmund: 11
  • Fischbachau und Kreuth: 9
  • Tegernsee und Weyarn: 6
  • Valley: 5
  • Bayrischzell: 3
  • Irschenberg: 2
  • Warngau: 1

Update, 18. November, 16.45 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Mittwoch (18. November) bei 141 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.459 – 197 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 28 aktive Fälle
  • Miesbach: 25
  • Hausham: 22
  • Schliersee: 20
  • Otterfing, Rottach-Egern und Waakirchen: 12
  • Fischbachau und Gmund: 11
  • Bad Wiessee: 10
  • Kreuth: 9
  • Tegernsee und Weyarn: 7
  • Valley: 6
  • Bayrischzell: 3
  • Irschenberg: 2
  • Warngau: 0

Update, 17. November, 15.55 Uhr: Soldaten unterstützen bei Kontaktsuche

Zehn Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 Mittenwald unterstützen das Contact-Tracing-Team (CTT) des Gesundheitsamts Miesbach. Der Fachbereich „Öffentliche Sicherheit“ hatte über das Kreisverbindungskommando unter der Leitung von Oberstleutnant Thomas Weiß einen Amtshilfeantrag bei der Bundeswehr zur Kontaktpersonennachverfolgung gestellt, als die täglichen Neuinfektionen Ende Oktober/Anfang November im Landkreis stark stiegen.

Der Kommandeur des Mittenwalder Gebirgsjägerbataillons, Oberstleutnant Jakob Klötzner (2.v.r), und Oberstleutnant Thomas Weiß vom Kreisverbindungskommando Miesbach (r.) besuchten die Soldaten, die zur Kontaktpersonennachverfolgung ins Gesundheitsamt abgeordnet worden sind. Christian Pölt, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit, und Sarah Binneböse, stellvertretende Fachbereichsleitung des Gesundheitsamtes, führten den Besuch durch die wegen der Pandemie geschaffenen Arbeitsplätze in den Containern vorm Gesundheitsamt.

Ohne die Hilfe der Soldaten wäre es angesichts der vielen Fälle deutlich schlechter möglich, Infektionsketten zu unterbrechen. So ist es wahrscheinlich auch der nach wie vor aufwendigen Arbeit der Contact-Tracer zu verdanken, dass Infektionsketten zwischenzeitlich wieder besser unterbrochen werden können und die Zahlen im Landkreis daher seit einigen Tagen sinken. Sicher spielen aber auch die Einschränkungen eine Rolle.

Für eine Entwarnung ist es aber noch viel zu früh. Landrat Olaf von Löwis: „Wir freuen uns über den kurzfristigen Rückgang der Neuinfektionen, aber das ist nur eine Momentaufnahme. Momentan sieht es so aus, als wären wir auf dem richtigen Weg, aber die Zahlen können sich jederzeit wieder ändern. Ich danke den Soldaten für ihre Unterstützung.“

Die Bundeswehr kann nach Artikel 35 Grundgesetz in Krisenfällen im Inland Amtshilfe leisten, wenn zivile Kräfte mit eigenen Mitteln und Mitteln anderer ziviler Behörden die Lage nicht bewältigen können. Die Bundeswehr teilte jüngst mit, dass über 6.000 Soldaten an 297 Gesundheitsämtern in ganz Deutschland in der Corona-Hilfe gebunden seien. In Miesbach bleiben die Soldaten vorerst bis mindestens Dezember.

Zwei Soldaten bei der Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt Miesbach.

Die Bundeswehr unterstützte den Landkreis Miesbach während der Corona-Pandemie bereits zweimal: Insgesamt 40 Soldaten wurden über die Aktion „Helfende Hände“ in der nach einem Corona-Ausbruch in Schieflage geratenen Senioreneinrichtung in Schliersee eingesetzt. Im Frühsommer wurden außerdem nacheinander zwei Ärztinnen zur Verstärkung der Amtsärzte im Gesundheitsamt abgeordnet. Auch unabhängig von Corona ist die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr über das Kreisverbindungskommando hervorragend: Die Verbindungssoldaten nehmen an allen Katastrophenschutzübungen teil und vermittelten unter anderem den schnellen Einsatz der Bundeswehr zu Beginn der Schneekatastrophe.

Die aktuelle Delegation der Bundeswehr kümmert sich um die Kontaktpersonennachverfolgung: Sie informieren Indexfälle und versuchen, mit ihnen zusammen Kontaktpersonen zu identifizieren. Auch die Kontaktpersonen werden so weit wie möglich vom CTT informiert.

Die Kontaktpersonennachverfolgung ist personal- und zeitintensiv. Aktuell arbeiten bis zu 25 Contact-Tracer verteilt von den frühen Morgen- bis späten Abendstunden an sieben Tagen pro Woche. Es handelt sich um Abordnungen aus anderen Fachbereichen des Landratsamtes, um von der Regierung von Oberbayern neu eingestellte Kräfte und Abordnungen anderer Behörden. Weitere fünf Stellen sind derzeit ausgeschrieben.

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Dienstag (17. November) bei 135 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.431 – 180 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Holzkirchen: 30 aktive Fälle
  • Miesbach: 25
  • Hausham: 22
  • Schliersee: 16
  • Fischbachau: 14
  • Otterfing: 12
  • Rottach-Egern und Waakirchen: 9
  • Bad Wiessee und Gmund: 8
  • Kreuth und Tegernsee: 7
  • Weyarn: 6
  • Valley: 4
  • Bayrischzell: 3
  • Irschenberg und Warngau: 0

Update, 16. November, 17.20 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

In den vergangenen Tagen kamen wenige neue Einzelfälle hinzu, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach mit. Jedoch beschäftigen das Gesundheitsamt derzeit mehrere größere Cluster: Unter anderem hat sich das Infektionsgeschehen in den beiden Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen ausgeweitet, sodass inzwischen 12 der 19 Bewohner positiv auf das Virus getestet wurden. Da es sich um Wohngruppen und keine Einrichtungen handelt, ist das Vorgehen weitgehend dem Vorgehen in Privathaushalten entsprechend. Daher werden zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Bewohner keine weiteren Details bekannt gemacht.

Mittlerweile ist auch die erste Pflegeeinrichtung von einem Corona-Ausbruch betroffen: In einer Pflegeeinrichtung im Schlierach-Leitzachtal mit 80 Bewohnern und 60 Mitarbeitern sind acht Personen – sechs Bewohner und zwei Mitarbeiter – positiv. Folgeinfektionen sind nicht auszuschließen. Über die Koordinierungsgruppe wurde die Einrichtung mit Schutzmaterial ausgestattet. Außerdem besucht jeden Tag ein Arzt die Einrichtung, um mögliche Fragen so schnell wie möglich lösen zu können. 

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Montag (16. November) bei 124 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.365 – 267 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Miesbach: 46 aktive Fälle
  • Hausham: 40
  • Holzkirchen und Schliersee: 29
  • Rottach-Egern: 18
  • Fischbachau: 17
  • Otterfing und Waakirchen: 15
  • Tegernsee: 12
  • Bad Wiessee, Gmund und Kreuth: 9
  • Valley: 7
  • Bayrischzell und Weyarn: 4
  • Irschenberg und Warngau: 2

Update, 15. November, 10.10 Uhr: Antigen-Schnelltests ausgeliefert

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt die Lieferung von Antigen-Schnelltests an die bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte gut voran. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betont: „Wir haben bislang schon 464.400 Antigen-Schnelltests an 67 Landkreise und kreisfreie Städte verteilt. Insgesamt haben wir 10,5 Millionen Antigen-Schnelltests bei verschiedenen Herstellern für Bayern gesichert.“

Die Ministerin fügt hinzu: „Angefangen haben wir Mitte Oktober mit den Kommunen und Landkreisen mit den höchsten Inzidenzen. Sukzessive werden jetzt alle Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern Antigen-Schnelltests bekommen. Das leistet kein anderes Bundesland.“

Die Ministerin verweist in diesem Zusammenhang auf die Coronavirus-Testverordnung des Bundes (TestV). Huml erläutert: „Zunächst gilt der Grundsatz, dass sich die berechtigten Einrichtungen wie Pflegeheime, Kliniken und Arztpraxen seit 15. Oktober ihren Bedarf an Antigen-Schnelltests eigenständig auf dem freien Markt beschaffen. Dies geschieht etwa über die Apotheken oder den pharmazeutischen Großhandel.“

Huml unterstreicht: "Unabhängig davon hat die bayerische Staatsregierung insgesamt 10,5 Millionen Antigen-Schnelltests bei verschiedenen Herstellern für Bayern gesichert, um schnell auf hohe Infektionszahlen in einzelnen Regionen reagieren und die Tests den Gesundheitsämtern zur Verfügung stellen zu können. Das durch die bayerische Staatsregierung erworbene Kontingent an Antigen-Schnelltests steht auch den betroffenen Einrichtungen in der Phase einer hohen Nachfrage am Markt als Rückfallebene für eine schnelle Verfügbarkeit von Schnelltests über eine Anforderung bei den örtlichen Gesundheitsämtern zur Verfügung. Denn klar ist: Jede Infektion, die wir durch schnelles Testen vermeiden können, ist ein Gewinn im Kampf gegen die Corona-Pandemie."

Die Ministerin ergänzt: „Allerdings sind zugelassene Antigen-Schnelltests derzeit auf dem Markt gut verfügbar, sodass die Lieferungen des bayerischen Gesundheitsministeriums die eigenen Beschaffungen der Einrichtungen und Träger nur ergänzen. Nach den uns bislang vorliegenden Rückmeldungen aus der Praxis bestehen derzeit keine Lieferengpässe oder Lieferschwierigkeiten bei der Beschaffung der Tests. Falls sich allerdings die Beschaffungslage auf dem freien Markt zuspitzen sollte, steht das StMGP natürlich bereit, kurzfristig zu unterstützen.“

Die Testverordnung des Bundes sieht vor, dass sich die einzelnen Einrichtungen und Unternehmen die Antigen-Schnelltests selbst beschaffen. Die jeweils zuständige Kassenärztliche Vereinigung beziehungsweise die Pflegekassen übernehmen die Kosten für diese Schnelltests in Höhe eines Maximalbetrags von 7 Euro pro Test. Voraussetzung für diesen Abrechnungsweg aber ist, dass die jeweils zuständigen Gesundheitsämter die von den Einrichtungen beschaffte Menge an Antigen-Schnelltests als plausibel erachten und diese auch auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet sind.

Das bayerische Gesundheitsministerium hat die Kreisverwaltungsbehörden schon am 16. Oktober über das weitere Vorgehen informiert. Darüber hinaus steht es den einzelnen Einrichtungen natürlich frei, zusätzliche Schnelltests zu besorgen und diese auf eigene Kosten abzurechnen.

Huml unterstreicht: "Die Antigen-Schnelltests werden bayernweit gut angenommen. Sie sind eine zusätzliche Schutzmaßnahme für besonders vulnerable Personengruppen. So werden sie in erster Linie in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Denn diese Antigen-Schnelltests sind eine gute Lösung, um durch regelmäßige, schnelle und vergleichsweise kostengünstige Testungen insbesondere asymptomatische Personen mit hoher und höchster Viruslast zu identifizieren. Damit bilden Antigen-Schnelltests einen wichtigen zusätzlichen Bestandteil unserer bayerischen Teststrategie, die wir stetig weiter optimierten und an das aktuelle Infektionsgeschehen anpassen."

Die Ministerin fügt hinzu: „Zu beachten ist dabei allerdings, dass für die Anwendung der bislang geprüften Produkte auch stets medizinisches geschultes Personal notwendig ist. Ein positiver Antigen-Schnelltest braucht einen bestätigenden PCR-Test. Der positiv Getestete gilt als Verdachtsfall und hat sich umgehend in Quarantäne zu begeben. Gerade jetzt, wo durch die Infektionslage und die Erkältungszeit eine hohe Nachfrage nach Tests besteht, kann der Antigen-Test zudem ein Mittel sein, die Labore zu entlasten.“

Update, 14. November, 9.25 Uhr: Notwendige Präsenztreffen für Selbsthilfegruppen

Im Zuge der verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurden die Kontakte sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum abermals stark begrenzt, berufliche oder dienstliche Tätigkeiten sind aber davon ausgenommen. Doch wie verhält es sich mit Selbsthilfegruppen?

Nach erfolgtem Austausch von Selbsthilfeaktiven, Selbsthilfekontaktstellen und der SeKo Bayern mit der Staatsregierung ist nun klar, dass sich Selbsthilfegruppen weiterhin physisch, das heißt in Präsenz, treffen können, wenn es medizinisch sinnvoll und notwendig erscheint. Die allgemein gültigen Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen sowie die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sind dabei natürlich zu berücksichtigen.

„Bayerns Selbsthilfegruppen, ganz gleich ob im sozialen oder im Gesundheitsbereich, sind extrem wichtig für viele Menschen in unserer Heimat. Als Ehrenamtsbeauftragte begrüße ich es sehr, dass sich nun zumindest ein Teil der zirka 11.000 Gruppen wieder treffen darf“, zeigt sich Eva Gottstein erfreut. Videokonferenzen seien nur bedingt dazu geeignet, Menschen in Extremsituationen zu helfen, davon ist die Beauftragte überzeugt. „Aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit in der schulischen Drogenberatung weiß ich, dass der unmittelbare Austausch von Angesicht zu Angesicht entscheidend für den Erfolg ist“, sagt die ehemalige Realschulleiterin.

Weitere Informationen sowie den Originallaut des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege gibt es auf der Homepage der SeKo Bayern.

Update, 13.50 Uhr: IHK-Konjunkturumfrage

Laut IHK-Konjunkturumfrage sind die Unternehmen im Oberland besser als erwartet durch den Corona-Sommer gekommen. Doch große Unsicherheit bleibt.

Update, 13. November, 13 Uhr: Ausbruchsgeschehen in Wohngruppen

Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstag (12. November), dass Schulen Infektionstreiber sind. Das trifft bisher nicht auf den Landkreis Miesbach zu, wie Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt mitteilt. Zwar habe es auch vor Ort zahlreiche Infektionen bei Schülern und Lehrern gegeben, jedoch nicht übermäßig viele.

Seit Beginn des Schuljahres mussten knapp 35 Schulklassen wegen des positiven Covid-Falles eines Mitschülers oder Lehrers in Quarantäne. Die Fälle, bei denen wahrscheinlich eine Übertragung innerhalb der Klasse stattgefunden hat, bewegen sich im einstelligen Bereich. „Es ist nicht mehr möglich, eine konkrete Zahl zu nennen, da, wie bereits bekannt, in den meisten Fällen die Infektionsketten kaum mehr nachvollzogen werden können“, erklärt sie.

Aktuell sind drei Klassen und drei Kita-Gruppen in Quarantäne. „Die Herbstferien haben also definitiv eine Entspannung gebracht“, resümiert Sophie-Marie Stadler. „Vor den Ferien waren 35 Klassen und Kita-Gruppen in Quarantäne.“ Im Landkreis gibt es 47 Schulen mit zirka 12.000 Schülern sowie 65 Kitas mit etwa 6.600 Betreuungsplätzen. Der Landkreis hält weiter am Präsenzunterricht fest.

Die Inzidenz im Landkreis Miesbach bleibt mit 148 am Freitag (13. November, 12 Uhr) weiter ungefähr gleich.

In zwei zueinander gehörenden Wohngruppen für erwachsene Menschen mit Behinderungen gab es einen größeren Corona-Ausbruch. Die Hälfte der Bewohner, insgesamt zehn Personen, und mehrere Mitarbeiter wurden positiv auf das Virus getestet. Eine Infektion mit dem Virus ist besonders schwierig für Menschen mit Behinderungen, weil sie aufgrund ihrer Behinderungen oft zur besonders gefährdeten Personengruppe zählen. Außerdem können sie oft nur schwer mit den Schutzmaßnahmen umgehen.

„Wir bitten um Verständnis, dass wir zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Bewohner keine weiteren Fragen zum Ausbruchsgeschehen in den beiden Wohngruppen beantworten“, teilt Sophie-Marie Stadler mit. „Da die Bewohner in Wohngruppen und nicht in einer separaten Einrichtung wohnen, ist das weitere Vorgehen analog zu Privathaushalten.“

Update, 12. November, 17.10 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die 7-Tage-Inzidenz bleibt im Landkreis Miesbach weitgehend gleich: Seit knapp drei Wochen pendelt sie zwischen 140, dem niedrigsten Wert am 4. November, und 180, dem höchsten Wert am 8. November. Das Gesundheitsamt warnt davor, die geringen Schwankungen nach oben und unten über zu bewerten. Es sei keine Trendwende zu erkennen – weder nach oben, noch nach unten. Aktuell liegt der Wert bei 158.

Zu beachten sei auch, dass Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zeitverzögert greifen. Die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen der Infektion mit dem Virus und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht, beträgt fünf bis sechs Tage, wobei manche Studien auch von einem Zeitraum von bis zu zehn Tagen ausgehen. 

Momentan könne also noch nicht von einer Entspannung der Lage die Rede sein. Jedoch könne zumindest als kleiner Lichtblick festgehalten werden, dass sich die Lage in den vergangenen zwei bis drei Wochen auch nicht dramatisch verschlechtert habe, resümiert Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach.

Hier ein Überblick über die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach seit Beginn der Corona-Krise.

Update, 16.45 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz liegt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Mittwoch (11. November) bei 154 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.319 – 241 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 41 aktive Fälle
  • Miesbach: 37
  • Holzkirchen: 31
  • Schliersee: 21
  • Rottach-Egern: 16
  • Fischbachau und Waakirchen: 15
  • Otterfing: 13
  • Bad Wiessee, Gmund und Tegernsee: 10
  • Valley: 6
  • Bayrischzell, Kreuth und Weyarn: 4
  • Irschenberg und Warngau: 2

Update, 11. November, 12.45 Uhr: Krankenhausbesuche in Corona-Zeiten

Trotz der sich aktuell zuspitzenden Lage versuchen die Verantwortlichen des Krankenhauses Agatharied ein grundsätzliches Besuchsverbot zu vermeiden, teilt Sprecherin Rosa Gerg mit. Ob dies jedoch dauerhaft gelingen kann, hängt stark vom weiteren Verlauf der Pandemie und dem Verhalten eines jeden Einzelnen ab.

Eine der vielen Regeln, um die Sicherheit der Mitarbeiter und Patienten zu gewährleisten, ist die Besucherregelung des Krankenhauses. Demnach sind Besuche unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Für das Krankenhaus bedeutet dies einen erheblichen personellen und administrativen Mehraufwand, der durch ein Besuchsverbot enorm minimiert werden könnte.

„Leider kommt es immer wieder zur Missachtung der Besucherregelungen“, erklärt Rosa Gerg. Zum Beispiel werden die vorgeschriebenen Besuchszeiten nicht eingehalten oder die Hygieneregeln wie Mindestabstand und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes nicht eingehalten. „Ausufernde und zum Teil lautstarke Diskussionen und Anschuldigungen gegen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, welche sich streng an die Vorschriften des Hauses halten, sind an der Tagesordnung“, teilt die SPrecherin weiter mit. „Derartige Vorfälle zusammen mit der sich aktuell zuspitzenden Pandemiesituation stellen eine enorme zusätzliche Belastung für das Krankenhaus dar.“

Ein grundsätzliches Besuchsverbot im Krankenhaus Agatharied, wie es übrigens in anderen Krankenhäusern längst umgesetzt wurde, lässt sich nur vermeiden, wenn sich Patienten wie Besucher an die Hygieneregeln halten – und natürlich, wenn die Corona-Lage nicht außer Kontrolle gerät. Deshalb richtet das Krankenhaus Agatharied noch einmal den dringenden Appell an alle Besucher und Patienten des Krankenhauses, jeden Besuch generell zu hinterfragen.

Handelt es sich beispielsweise um einen absehbar kurzen Aufenthalt, sollte wo möglich ganz auf Besuche verzichtet werden. Jeder Kontakt beinhaltet eine potenzielle Gefahr der Ansteckung. Damit riskiert jeder Besucher und jeder Patient, dass aufgrund einer Infektionsausbreitung das Krankenhaus handlungsunfähig wird. Sind Besuche erforderlich, dann ist das Einhalten der Besuchsregeln oberstes Gebot. Untersagt sind Besuche von Personen, die in den vergangenen 14 Tagen unter unspezifischen Allgemeinsymptomen und respiratorischen Symptomen jeder Schwere litten. Dies gilt auch für Personen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten und/oder an Covid-19 erkrankten Person gehabt haben.

Werden die gültigen Regeln und Vorschriften missachtet, ist das Krankenhaus gezwungen, konsequent zu handeln: Der Sicherheitsdienst des Krankenhauses darf nach Abstimmung das Hausrecht ausüben und gegebenenfalls Besucher des Hauses verweisen oder den Einlass in das Krankenhaus gänzlich verweigern.

Update, 10. November, 16.25 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz sinkt laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Dienstag (10. November) wieder auf 152 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.296 – 244 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 39 aktive Fälle
  • Miesbach: 38
  • Holzkirchen: 32
  • Schliersee: 20
  • Rottach-Egern: 19
  • Fischbachau: 17
  • Waakirchen: 14
  • Gmund: 13
  • Otterfing: 12
  • Tegernsee: 10
  • Bad Wiessee: 8
  • Valley: 7
  • Kreuth und Weyarn: 4
  • Bayrischzell: 3
  • Irschenberg und Warngau: 2

Für die fachliche Einordnung des Infektionsgeschehens braucht die Koordinierungsgruppe Corona ärztliche Expertise. Diese findet sie zuerst im eigenen Gesundheitsamt. Um die ärztlichen Meinungen noch breiter aufzustellen, wurden noch weitere Ärzte in die Gruppe berufen. Bereits seit den ersten Treffen der Gruppe im Februar sind die beiden niedergelassenen Ärzte Thomas Straßmüller und Florian Meier fester Bestandteil der Koordinierungsgruppe.

Florian Meier (l.) zeigt Landrat Olaf von Löwis (M.) und Abteilungsleiter Severin Eichenseher den Ablauf von Tests im Testzentrum. Autos fahren unter die Überdachung, Fenster auf, Abstrich – fertig.

Neben der Arbeit in ihren Praxen in Gmund sowie Miesbach und Irschenberg nahmen die beiden Ärztevertreter an Hunderten Besprechungen der Koordinierungsgruppe oder der der Führungsgruppe Katastrophenschutz während des Katastrophenfalls teil. „Als Landrat bin ich sehr dankbar, dass ich Sie beide in meinem Team weiß“, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis. „Sie waren und sind zu jeder Tages- und Nachtzeit für unser Team erreichbar und tragen unglaublich viel Fachwissen bei.“ Auch für die Ärzte im Gesundheitsamt ist die Zusammenarbeit und der Austausch mit den niedergelassenen Ärzten über die beiden Vertreter entscheidend. Ohne die tatkräftige Unterstützung der niedergelassenen Ärzte wäre der Landkreis Miesbach bisher nicht so gut durch die Pandemie gekommen.

Dr. Straßmüller ist Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes und vertritt damit alle im Landkreis Miesbach wohnhaften und praktizierenden Ärzte, egal welcher Fachrichtung. Er informiert alle Ärzte im Landkreis über die wichtigen Entscheidungen der Koordinierungsgruppe. Gleichzeitig ist er auch Sprachrohr für alle Ärzte in der Koordinierungsgruppe.

Dr. Meier wurde während des Katastrophenfalls vom Innen- und Gesundheitsministerium zum Versorgungsarzt bestellt. Dieses Amt wurde während der Corona-Pandemie neu geschaffen. Seit Ende August ist Meier nun ärztlicher Koordinator. Innen- und Gesundheitsministerium haben die Kassenärztliche Vereinigung Bayern beauftragt, in jedem Landkreis einen ärztlichen Koordinator einzusetzen, der die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung von ärztlicher Seite begleitet.

Florian Meier (l.) zeigt Landrat Olaf von Löwis (M.) und Abteilungsleiter Severin Eichenseher den Ablauf von Tests im Testzentrum. Die Proben werden mit einem Barcode versehen und gescannt, um anschließend die Tests zu Personen zuordnen zu können.

Gerade beim Aufbau des Testzentrums im Landkreis haben beide Ärzte viel Fachwissen beigesteuert. Aktuell nehmen beide Ärzte mit Unterstützung von drei weiteren Kollegen täglich die Abstriche im Zentrum und übergeben diese an den externen Dienstleister zur Beprobung und Information der Patienten. Landrat Olaf von Löwis und Severin Eichenseher, Abteilungsleiter Soziales, Jugend und Gesundheit, informierten sich kürzlich persönlich vor Ort. Dort erklärte ihnen Dr. Meier den Ablauf der Tests.

Um die zweite Corona-Welle zu bekämpfen, wurde die Ärzteschaft in der Koordinierungsgruppe erneut verstärkt: Zusätzlich nehmen an den Besprechungen nun Steffen Herdtle, Chefarzt der zentralen Notaufnahme im Krankenhaus Agatharied, Michael Landgrebe, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied, sowie Michael Städtler als kürzlich bestellter ärztlicher Leiter Krankenhauskoordination teil. 

„Wir decken sämtliche gerade jetzt besonders wichtigen ärztlichen Bereiche ab“, sagt Landrat von Löwis. „Ich erhoffe mir von der Zusammenarbeit, dass wir als Koordinierungsgruppe immer die beste Lösung zum Wohle der Bürger treffen können. Natürlich gibt es keinen Königsweg, dazu kennen wir das Virus zu wenig. Aber ich erwarte von den Ärzten, dass sie uns beraten und helfen, abzuwägen, welche Maßnahmen geeignet und sinnvoll sind.“

Update, 9. November, 16.55 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Nachdem die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Wochenende bis auf 180 gestiegen ist, liegt diese am Montag (9. November) bei 173 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen. Zum Vergleich: Am Mittwoch (4. November) hat sie noch bei 140 gelegen. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.283 – 231 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 36 aktive Fälle
  • Miesbach: 35
  • Holzkirchen: 31
  • Rottach-Egern und Schliersee: 18
  • Fischbachau: 15
  • Waakirchen: 14
  • Gmund: 13
  • Otterfing: 12
  • Tegernsee: 10
  • Bad Wiessee: 8
  • Valley: 7
  • Kreuth und Weyarn: 4
  • Bayrischzell, Irschenberg und Warngau: 2

Am Wochenende (7./8. November) trat der lang ersehnte neue Rahmenhygieneplan für Schulen ein. Dieser bestätigt den bisherigen Kurs des Landkreises: Der Präsenzunterricht ist aufrechtzuerhalten, Maske ist in allen Jahrgangsstufen auch am Platz zu tragen. Die neuen Regeln sollen das Vorgehen zwischen den Landkreisen weitestgehend vereinheitlichen. So müssen nun auch jene Landkreise, die eine Ausnahme von der Maskenpflicht für Grundschüler erteilt haben, diese umsetzen. Nur durch die Maskenpflicht kann weiterhin am Präsenzunterricht festgehalten werden. Auch dem Vorschlag, Plexiglaswände zwischen den Schülern aufzustellen, erteilt der neue Rahmenhygieneplan eine Absage. „Für die Schulen im Landkreis ändert sich durch den neuen Rahmenhygieneplan also nichts“, fasst Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach zusammen. 

Am Freitag (6. November) musste eine weitere Klasse in Quarantäne geschickt werden. Dabei handelt es sich um die einzige Klasse, für die während der Herbstferien Quarantäne angeordnet werden musste. Die Herbstferien brachten für die 47 Schulen und 12.000 Schüler im Landkreis also eine Verschnaufpause. 

Nichts geändert hat sich an den Kindertageseinrichtungen: Dort gilt weiterhin die gelbe mittlere Stufe des Rahmenhygieneplans. Da bereits die Corona-Ampel und der Rahmenhygieneplan für Schulen von der Staatsregierung überarbeitet wurden, ist davon auszugehen, dass auch bei Kitas eine Anpassung erfolgt. Bis auf Weiteres ändert sich nichts. 

Update, 8. November, 14.10 Uhr: Patientenströme an Kliniken

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat wegen der steigenden Corona-Zahlen und stärkeren Auslastung der Krankenhäuser entschieden, erneut die bewährten Strukturen zur Steuerung der Patientenströme einzusetzen. „Es ist wichtig, die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Kliniken zu unterstützen. Dafür greifen wir auf ein bewährtes Instrument aus der ersten Phase der Pandemie zurück und führen die ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung wieder ein. Ziel ist, auf diesem Weg wie im Frühjahr eine Überlastung der Krankenhäuser durch Covid-19-Erkrankte zu verhindern und die reguläre Versorgung aufrechtzuerhalten.“

Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek erklärt: „Die ärztlichen Leiter sind ein Bindeglied zwischen den Krankenhäusern und bekommen weitreichende Entscheidungsbefugnisse: Ihre Aufgabe ist es, die Verteilung der Patienten auf die Klinken und Reha-Einrichtungen zu koordinieren. Dafür können sie unter anderem die Verlegung von Patienten veranlassen und Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser bestimmen.“

Das Gesundheitsministerium hat dazu eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Die ärztlichen Leiter sollen in allen 26 Rettungsleitstellen in Bayern zum Einsatz kommen. Sie werden bei den Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) eingesetzt und vom Landrat oder Oberbürgermeister ernannt, der den Vorsitz des ZRF führt.

Huml ergänzt: „In der ersten Corona-Welle im Frühjahr haben wir gesehen, wie wichtig steuernde Strukturen sind. Damals haben sich die ärztlichen Leiter bewährt. Derzeit haben wir zwar anders als damals nicht den Katastrophenfall ausgerufen, aber wir setzen weiter auf dieses erprobte Instrument, um einen an die Situation angepassten Krankenhausbetrieb zu gewährleisten. Sollte es die Lage erfordern, werden wir weitere Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel künftig wieder Kapazitäten für Covid-19-Erkrankte freizuhalten.“

Die Ministerin fügt hinzu: „Die Corona-Pandemie ist eine Jahrhundert-Belastungsprobe für unsere Gesellschaft und ganz besonders für die Krankenhäuser. Die Mitarbeiter der Klinken und Reha-Einrichtungen leisten seit Monaten Großes, und dafür möchte ich ihnen allen von Herzen danken. Die Staatsregierung wird alles tun, um die Krankenhäuser und ihr Personal noch besser zu unterstützen. Unter anderem setze ich mich auf Bundesebene dafür ein, die Pflegepersonaluntergrenzen insbesondere in der Intensivmedizin wieder auszusetzen und die Ausgleichszahlungen für corona-bedingte Vergütungsausfälle fortzusetzen. Angesichts des erhöhten Personalbedarfs im Kampf gegen Corona müssen wir eine weitere Belastung der Krankenhäuser dringend vermeiden. Daher ist auch der neue Teil-Lockdown so wichtig.“

Update, 7. November, 12.35 Uhr: Jugend-Notmail appelliert

Nach Schließungen im März und sieben langen Lockdown-Wochen schien sich mit der Wiedereröffnung der Schulen sowie der Sport- und Freizeitangebote und den anschließenden Sommerferien der Alltag für Kinder und Jugendliche zu normalisieren. Nun geht das Ganze von vorne los: Zwar bleiben Schulen vorerst geöffnet, aber viele Freizeitaktivitäten werden erneut auf Null heruntergefahren.

„Die psychischen Belastungen für Kinder und Jugendliche in diesen Zeiten sind enorm“, erklärt Ina Lambert, Fachleitung bei Jugend-Notmail. „Für viele stellen Aktivitäten mit Gleichaltrigen, Sport oder Musizieren einen wichtigen Ausgleich zum Stress in der Schule oder mit den Eltern dar – und dies fällt nun erneut weg. Dazu muss der Alltag derzeit ständig an neue Regeln angepasst werden, sodass ein sicherer, verlässlicher Rahmen fehlt.”

Die Auswirkungen der Krise zeigen sich deutlich bei Jugend-Notmail: Die Anzahl der Online-Beratungen in der Corona-Zeit (März bis Oktober 2020) sind um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Das schürt Ängste und verstärkt die ohnehin bereits vorhandene Verunsicherung bei Kindern und Jugendlichen. Einzelberatungen, die sich mit Ängsten befassen, sind bei Jugend-Notmail in diesem Jahr bis jetzt um rund 46 Prozent gestiegen – Tendenz steigend.

Dieses Beratungsthema hat „Liebe & Sexualität“ inzwischen auf Platz 3 abgelöst. „Nicht ohne Grund wurde Lost zum Jugendwort des Jahres gewählt“, kommentiert Lambert, „denn Teenager und junge Erwachsene fühlen sich in der derzeitigen Situation so verloren und ahnungslos wie vielleicht nie zuvor in ihrem Leben und wissen oft nicht, wie es weitergehen soll.“ Die pandemiebedingte Wirtschaftskrise erschwere die Berufs- oder Studienwahl zudem noch. „Die Angst vor der beruflichen Zukunft ist für viele Ratsuchende schwer zu ertragen“, sagt Lambert weiter.

Das Thema „Familie”, das bereits in den vergangenen beiden Jahren Topthema in den Beratungen war, zeigt noch einmal eine Steigerung um rund 39 Prozent. Auch Themen wie sexuelle Belästigung (Steigerung um rund 31 Prozent) und Gewalt (Steigerung um rund 28 Prozent) sind häufiger Gegenstand der Online-Beratung.

„Uns erreichen Notmails von Jugendlichen in Quarantäne, die sich einsam und niedergeschlagen fühlen“, berichtet Lambert. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr, als quasi alle mit den Einschränkungen leben mussten, traf es in den vergangenen Wochen eher Einzelne oder kleinere Gruppen wie die Kernfamilie oder Schulklassen. „Diese Situation kann insbesondere bei Jugendlichen die sogenannte Fear of missing out, also die Angst etwas zu verpassen, deutlich verstärken“, erklärt Lambert.

Durch die Nutzung der sozialen Medien wie WhatsApp, Instagram oder TikTok könne man das Leben der Freunde draußen verfolgen, was gleichzeitig das Gefühl der sozialen Isolation verstärke. Außerdem werde die in der Jugend so wichtige Autonomie eingeschränkt. So ist nicht verwunderlich, dass auch das Thema „Depression” nach wie vor auf Platz 2 der Beratungsthemen liegt, sich aber auch noch einmal um rund 18 Prozent gesteigert hat.

Update, 17.05 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz ist laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes Miesbach am Freitag (6. November) wieder auf 153 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen geklettert. Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.210 – 278 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham und Miesbach: 40 aktive Fälle
  • Holzkirchen: 34
  • Gmund: 25
  • Rottach-Egern: 23
  • Waakirchen: 20
  • Fischbachau und Schliersee: 17
  • Otterfing: 15
  • Irschenberg: 9
  • Bad Wiessee und Weyarn: 8
  • Kreuth: 7
  • Tegernsee und Valley: 6
  • Warngau: 2
  • Bayrischzell: 1

Update, 6. November, 13 Uhr: Aktuelle Lage in Schulen und Pflegeeinrichtungen

Vier Einrichtungsgruppen rücken seit Beginn der Pandemie immer wieder in den Fokus der Gesundheitsbehörden und damit auch in die Öffentlichkeit: Asylunterkünfte, Kindertageseinrichtungen, Schulen und Pflegeeinrichtungen. In diesen Einrichtungen verbringen viele Personen viel Zeit auf begrenztem Raum, sodass sich das Virus relativ ungehindert verbreiten kann. „Es ist sehr schwierig beziehungsweise in vielen Fällen unmöglich, die bekannten Hygienemaßnahmen in diesen Einrichtungen einzuhalten“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach. „Bei den Pflegeeinrichtungen kommt erschwerend hinzu, dass die Bewohner zur vulnerabelsten Personengruppe zählen.“

Das Gesundheitsamt Miesbach legt ebenso wie die anderen Gesundheitsbehörden ein großes Augenmerk auf diese vier Einrichtungsgruppen. Aktuell stellt sich das Infektionsgeschehen je Gruppe folgendermaßen dar:

  • Asylunterkünfte: Die Bewohner einer Wohnung sowie einer Gemeinschaftsunterkunft stehen unter Quarantäne, nachdem in beiden Wohneinheiten je ein positiver Fall aufgetreten ist. Bei den Bewohnern der Wohnung kann analog zu einer Privatunterkunft vorgegangen werden, weil das Infektionsgeschehen dort gut eingrenzbar ist. In der Gemeinschaftsunterkunft mussten alle 21 Bewohner unter Quarantäne gestellt werden, weil in Gemeinschaftsunterkünften enge Kontaktpersonen nicht abgegrenzt werden können. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsunterkunft, die von der Regierung von Oberbayern und nicht vom Landratsamt Miesbach betrieben wird. Im Landkreis Miesbach gibt es 56 Wohneinheiten in 36 Objekten zur Unterbringung von 470 geflüchtete Personen.
  • Kindertageseinrichtungen: Derzeit müssen Gruppen an fünf Einrichtungen wegen positiver Fälle zu Hause bleiben. Im Landkreis gibt es 65 Kindertageseinrichtungen mit etwa 4.600 Betreuungsplätzen.
  • Schulen: Fünf Klassen stehen unter Quarantäne. Im Landkreis gibt es 47 Schulen und etwa 12.000 Schüler.
  • Pflegeeinrichtungen: Aktuell gibt es kein Ausbruchsgeschehen in einer der neun Pflegeeinrichtungen im Landkreis. Dort werden etwa 850 Personen stationär gepflegt. Im Frühjahr sind fünf mit dem Coronavirus infizierte Personen in zwei Pflegeeinrichtungen im Landkreis verstorben.

In allen Einrichtungsgruppen liegen Hinweise vor, dass dort Übertragungen stattgefunden haben.

Bei den Angaben handelt es sich immer um Momentaufnahmen. Mit jedem positiven Befund, der beim Gesundheitsamt eingeht, kann sich die Lage sofort ändern. So ist davon auszugehen, dass – wie in vielen anderen Landkreisen bereits geschehen – bald auch wieder Pflegeeinrichtungen von der Ausbreitung des Virus betroffen sein könnten. Insbesondere bei den Schulen und Kitas bleibt der Schulstart nach den Herbstferien abzuwarten.

Die Grafik zeigt die aktuelle Lage in Asylunterkünften, Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Miesbach.

Je nach Struktur des Landkreises kann diese Liste an Einrichtungen in anderen Regionen erweitert werden um beispielsweise Gefängnisse oder Unterkünfte für Saisonarbeiter. Für den Landkreis Miesbach sind diese Kategorien jedoch nicht relevant.

Update, 16.55 Uhr: Aktueller Stand zu Schulen und Kitas

Nach dem Schulgipfel der bayerischen Staatsregierung steht fest: Die Schulen sollen am Präsenzunterricht festhalten, der 3-Stufen-Plan wird abgeschafft und das örtliche Gesundheitsamt soll Maßnahmen ergreifen, wenn sich das Virus in einer Schule ausbreitet. Die Maskenpflicht in allen Jahrgangsstufen bleibt bestehen. Für den Landkreis Miesbach bedeutet das, dass der eingeschlagene Weg der richtige war und fortgeführt werden kann.

Seit Schuljahresbeginn wiederholt Landrat Olaf von Löwis seine Zielsetzung: Die Schulen müssen so lange es geht offenbleiben. Er wich in diesem Punkt vom 3-Stufen-Plan der Staatsregierung ab, der besagte, dass Klassen bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 50 geteilt werden müssen, wenn der Abstand von 1,5 Meter zwischen den Schülern nicht eingehalten werden kann. Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts ist jedoch die Maskenpflicht auch am Platz für Schüler aller Jahrgangsstufen.

Auch wenn seit Schuljahresbeginn etwa 35 Klassen zwischenzeitlich in Quarantäne geschickt werden mussten, ist der Landkreis mit seiner Lösung gut gefahren: Der Präsenzunterricht konnte an allen 47 Schulen aufrechterhalten werden. Es musste bisher keine Schule vollständig geschlossen werden.

Statt des 3-Stufen-Plans soll künftig das Gesundheitsamt entscheiden, ob und welche Maßnahmen an einzelnen Schulen getroffen werden müssen, wenn es dort ein Infektionsgeschehen gibt. Damit die Maßnahmen in allen Landkreisen gleich angeordnet werden, soll es eine verbindliche Handreichung an alle Gesundheitsämter geben. Diese liegt noch nicht vor, insofern können auch noch keine genauen Angaben zu möglichen Maßnahmen gemacht werden. Fakt ist aber: Der Präsenzunterricht soll auf jeden Fall aufrechterhalten werden.

Bezüglich der Quarantäne galt bisher: Alle Schüler in der Klasse eines positiv getesteten Schülers wurden als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft und mussten 14 Tage in Quarantäne. Für Lehrer entschied das Gesundheitsamt Miesbach, dass diese aufgrund der Maskenpflicht auf beiden Seiten nicht mehr in Quarantäne müssen. Ob es zur Quarantäne von Lehrern und Schülern im Nachgang zum Schulgipfel neue Regeln gibt, ist noch nicht bekannt.

Mit Spannung erwarten Lehrer, Eltern und Schüler, aber auch die Koordinierungsgruppe Corona des Landkreises den Schulstart nach den Herbstferien. Die Herbstferien brachten ein Stück weit Entspannung: Statt 35 Schulklassen und Kita-Gruppen, die am Freitag (30. Oktober) noch unter Quarantäne standen, müssen nach jetzigem Stand am Montag (9. November) nur fünf Klassen und drei Kita-Gruppen zu Hause bleiben. Diese Angaben sind aber nur eine Momentaufnahme. Es können jederzeit neue Fälle gemeldet werden, die die Situation wieder grundlegend verändern.

Für die Kindertagesstätten gilt nach wie vor der 3-Stufen-Plan. Es ist jedoch auch hier davon auszugehen, dass dieser entsprechend dem Vorgehen an den Schulen angepasst wird. Der Landkreis hielt bisher an der Präsenzbetreuung in Kitas fest und möchte davon auch in Zukunft nicht abweichen.

Die Inzidenz steigt nach vier Tagen wieder leicht an – auf 147. Die Ärzte am Gesundheitsamt Miesbach raten dazu, die leicht sinkende beziehungsweise am Donnerstag wieder leicht steigende Tendenz der vergangenen Tage noch nicht überzubewerten. Viel eher ist die Inzidenz im Landkreis bisher ungefähr gleichbleibend. Es ist noch keine Trendwende zu erkennen. Nach der kurzen Verschnaufpause in den Herbstferien muss in den nächsten Wochen durchaus wieder mit Einträgen auch in Schulen und Kitas gerechnet werden.

Update, 5. November, 12.45 Uhr: Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordination ernannt

Michael Städtler ist am Donnerstag (5. November) zum ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung ernannt worden. Der Vorsitzende des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung – Rosenheims Landrat Otto Lederer – überreichte ihm das Ernennungsschreiben. Grund sind die steigenden Corona-Zahlen und die damit einhergehende stärkere Auslastung der Krankenhäuser. Sein Amt als ärztlicher Leiter Rettungsdienst übt er weiterhin aus.

Schon in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr war Dr. Städtler in dieser Funktion tätig und trug mit dazu bei, eine Überlastung der Krankenhäuser durch Covid-19-Patienten zu verhindern und die reguläre Versorgung aufrechtzuerhalten. „Ich freue mich, dass sie sich wieder zur Verfügung gestellt haben“, meinte der Landrat und sagte Dr. Städtler seine Unterstützung zu.

In einer Allgemeinverfügung des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden die ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet. Dazu gehört, die Verteilung der Patienten auf die Kliniken und Reha-Einrichtungen zu koordinieren. Unter anderem können sie die Verlegung von Patienten veranlassen und Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser bestimmen.

Dr. Städtlers Zuständigkeit deckt sich mit der des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim und umfasst die Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim. Er war vom Vorsitzenden des Verbandes, Landrat Otto Lederer, nach Rücksprache mit Miesbachs Landrat Olaf von Löwis und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März ernannt worden.

Update, 4. November, 16.55 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die Tendenz im Landkreis Miesbach setzt sich fort. Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz ist laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes am Mittwoch (4. November) auf 140 gesunken. Am Wochenende hatte sie noch bei 158 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen gelegen. 

Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.165 – wie am Dienstag sind 248 Fälle davon derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 39 aktive Fälle
  • Miesbach: 35
  • Holzkirchen: 27
  • Rottach-Egern: 23
  • Gmund: 22
  • Waakirchen: 18
  • Otterfing: 16
  • Fischbachau und Schliersee: 14
  • Irschenberg: 9
  • Bad Wiessee: 8
  • Weyarn: 7
  • Kreuth: 6
  • Tegernsee: 5
  • Valley: 3
  • Warngau: 2
  • Bayrischzell: 0

Update, 16.50 Uhr: Plexiglas keine Alternative zu Maskenpflicht in Schulen

„Alle konstruktiven Beiträge finden Eingang in die Überlegungen unserer Koordinierungsgruppe – Beleidigungen, Verschwörungstheorien oder ähnliches nicht“, stellt Landrat Olaf von Löwis klar. Die Rückmeldungen, die der Landrat und die Koordinierungsgruppe aus der Bevölkerung erhalten, sind komplett verschieden. Während viele froh und dankbar sind, dass im Landkreis Miesbach am Präsenzunterricht und der Präsenzbetreuung in Kindertageseinrichtungen festgehalten wird, gibt es nach wie vor Beschwerden über die Maskenpflicht an Grundschulen.

Ein kreativer und vor allem konstruktiver Vorschlag erreichte die Koordinierungsgruppe am Wochenende: Eine Initiative aus Fischbachau fragte an, ob es möglich wäre, Plexiglaswände an den Schulbänken zwischen den Schülern zu installieren, um die Maskenpflicht zu umgehen. „Ich halte das für einen sehr spannenden Vorschlag und habe ihn sofort am Montag mit in die Koordinierungsgruppe genommen“, erzählt Landrat von Löwis. Dort wurde der Vorschlag intensiv diskutiert.

Was sich in der Theorie sehr überzeugend anhört, ist in der Praxis aber nicht möglich: Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Virus hauptsächlich durch Aerosole übertragen wird. Das Plexiglas bremst die Aerosole aber nicht, sondern erschwert sogar den gewünschten Luftaustausch durch Stoß- und Querlüften. Ohne Masken verteilen sich die Aerosole also ungehindert in der Luft, auch in Richtung der anderen Mitschüler und Gänge zwischen den Reihen.

Auch rechtlich gibt die 8. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die nochmal eine Verschärfung der 7. darstellt, keinen Ersatz der Maskenpflicht in Schulen durch Plexiglaswände her. Die einzige Möglichkeit, derzeit am Präsenzunterricht festzuhalten, bleibt die Maskenpflicht.

„Wir behalten den Vorschlag aber auf jeden Fall im Auge“, verspricht Landrat von Löwis. „Ich danke allen, die sich konstruktiv an der Diskussion beteiligen. Wir alle verfolgen doch das gleiche Ziel, nämlich die Ausbreitung des Virus einzudämmen und ein Stück Normalität zu etablieren.“

Inzwischen gibt es auch im Landkreis Miesbach Hinweise darauf, dass sich das Virus nicht nur bei privaten Kontakten von Kindern, sondern auch innerhalb von Klassen verbreitet hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen nach den Herbstferien weiterentwickelt.

In Holzkirchen musste eine Gemeinschaftsunterkunft mit 21 Asylbewerbern unter Quarantäne gestellt werden, nachdem ein Bewohner positiv auf das Virus getestet wurde. Der Bewohner wurde in eine andere Unterkunft gebracht. Die restlichen Bewohner verbringen die Quarantäne in der Unterkunft. Um das Objekt wurde ein Bauzaun errichtet, der den Bewohnern den Aufenthalt im Freien ermöglicht.

Unterdessen entspannt sich die Corona-Lage im Landkreis Miesbach weiter. Die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz ist laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes am Dienstag (3. November) auf 148 gesunken.

Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.144 – 248 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 38 aktive Fälle
  • Miesbach: 31
  • Holzkirchen: 29
  • Rottach-Egern: 27
  • Gmund: 20
  • Schliersee: 16
  • Fischbachau und Waakirchen: 15
  • Otterfing: 14
  • Irschenberg: 10
  • Bad Wiessee: 9
  • Weyarn: 8
  • Kreuth: 7
  • Tegernsee: 5
  • Valley: 3
  • Warngau: 1
  • Bayrischzell: 0

Update, 12.25 Uhr: Corona im Caritas-Kinderdorf Irschenberg

Landrat Olaf von Löwis hat sich im Caritas-Kinderdorf Irschenberg über die aktuelle Lage informiert. Corona macht zu schaffen.

Update, 3. November, 11.55 Uhr: Kunstprojekt zu Corona in Miesbach

Bei der Präsentation des Kulturprogramms für Miesbach in diesem Herbst und Winter war auch Kulturpädagogin Barbara Gerbl dabei. Und während nun aufgrund des erneuten Lockdowns der Waitzinger Keller wieder geschlossen ist und sämtliche Veranstaltungen ausfallen, sorgt Gerbls Projekt „Ich schenke Dir mein Lächeln“ für Freude in der Stadt. Nun grüßen zahlreiche lachende Gesichter Einwohner und Besucher der Kreisstadt.

Insgesamt sind es 907 Por­träts, gemalt von Kindern und Jugendlichen in Miesbach. Da sonst derzeit wenig Lachen zu sehen ist, bringt die Aktion es in die Stadt. In einer Zeit, in der die Menschen Masken tragen, ist ihr fröhlicher Gesichtsausdruck verborgen. „Dabei bräuchten wir das jetzt so dringend“, findet Gerbl. „Das ist so wichtig in dieser Zeit.“

Barbara Gerbl, Max Kalup und Werner Schindler (v.l.) hängten die Banner auf und sorgten damit für viele lächelnde Gesichter in Miesbach.

Nachdem Isabella Krobisch, Leiterin des Waitzinger Kellers und Miesbacher Kulturamts, bei Gerbl angefragt hatte, ob sie nicht ein Kunstprojekt durchführen möchte, entwickelte sie die Idee der vielen lächelnden Gesichter. Dafür hat sie bei allen Kindergärten und Schulen angeklopft. „Die Resonanz war riesig“, erzählt Gerbl. Auch danach habe sie nur positive Rückmeldungen erhalten. Die Kinder hätten mit Stolz und Spaß gemalt, berichtet Gerbl.

Die fertigen Porträts wurden dann auf bis zu gut 5 Meter breite Banner gedruckt und dort aufgehängt, wo sie entstanden sind. „Die Kinder sollen ihre Bilder ja auch sehen“, erläutert Max Kalup vom Miesbacher Kulturamt beim Aufhängen der Banner. Wer nun in der Stadt unterwegs ist, wird immer wieder auf Banner stoßen, ob an der Grund- und Mittelschule oder am Gymnasium. Und sie werden für Freude und das eine oder andere Lächeln sorgen – das so wichtig und wertvoll ist in dieser Zeit.

Update, 17.30 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Die Corona-Lage im Landkreis Miesbach stabilisiert sich langsam. Nachdem die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz laut den aktuellen Zahlen des Landratsamtes am Wochenende wieder auf 158 gestiegen war, beträgt sie am Montag (2. November) 154.

Die Zahl der positiv Getesteten liegt aktuell bei 1.110 – 228 Fälle davon sind derzeit aktiv. Diese verteilen sich auf den Landkreis Miesbach wie folgt:

  • Hausham: 32 aktive Fälle
  • Holzkirchen: 30
  • Miesbach und Rottach-Egern: 26
  • Gmund: 19
  • Fischbachau: 15
  • Waakirchen: 14
  • Schliersee: 13
  • Otterfing: 12
  • Bad Wiessee und Irschenberg: 10
  • Weyarn: 7
  • Kreuth: 6
  • Tegernsee und Valley: 3
  • Bayrischzell und Warngau: 1

Update, 2. November, 10.35 Uhr: Appell des Landrats

Mehr als ein Viertel aller bisher positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Landkreis Miesbach infizierte sich in den vergangenen vier Wochen. Waren bis 1. Oktober noch 757 Personen seit Beginn der Pandemie (erster Fall im Landkreis Miesbach am 5. März) positiv getestet worden, sind es am 30. Oktober 1.057.

Die Mitarbeiter in Gesundheitsamt und Contact-Tracing-Team (CTT) geben ihr Bestes, die Infektionsketten noch unterbrechen zu können. Sie arbeiten an sieben Tagen pro Woche meist bis spät in die Nacht. Es ist jedoch nicht mehr möglich, jede Infektionskette zu unterbrechen. Dazu werden täglich zu viele positive Befunde gemeldet.

Das Landratsamt hat in den Sommermonaten größte Anstrengungen unternommen, das seit März im Ausnahmezustand befindliche Gesundheitsamt zu stärken. Der Personalstamm wurde verdreifacht. Es wurden neue, ergänzende Strukturen geschaffen. Der Kreisausschuss hat im Sommer eine Stelle für eine zusätzliche Führungskraft genehmigt, die inzwischen ihre Arbeit aufgenommen hat. Es wurden Bürocontainer beschafft, Computer, Telefone und Büromöbel gekauft, Mitarbeiter eingearbeitet. Aktuell haben darüber hinaus die anderen Fachbereiche des Landratsamtes erneut Mitarbeiter an das Gesundheitsamt abgeordnet, um der großen Masse an täglich gemeldeten Neuinfektionen und deren Kontaktpersonen Herr zu werden.

Besonders herausfordernd gestaltet sich das Infektionsgeschehen in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Derzeit sind Kinder an 35 Schulen und Kitas im Landkreis in Quarantäne. Angesichts der Vielzahl können die Namen der betroffenen Einrichtungen nicht mehr einzeln genannt werden. Es gibt im Landkreis 47 Schulen und 65 Kindertageseinrichtungen.

Tritt ein positiver Fall in einer Schule oder einer Kita auf, nimmt das Gesundheitsamt unverzüglich Kontakt auf mit der Schul- oder Einrichtungsleitung. Diese stellt Kontaktlisten mit allen Klassen- oder Gruppenkameraden bereit und informiert die Eltern. Das Gesundheitsamt versucht nach wie vor, alle Eltern persönlich anzurufen und offene Fragen zu klären. Setzt man die Anzahl der betroffenen Einrichtungen und die Anzahl der Kinder in jeder Gruppe in Relation zueinander, so muss realistischerweise festgestellt werden: Es ist nicht mehr möglich, alle Eltern persönlich zu informieren. In den meisten Fällen zeigen die Eltern großes Verständnis.

Bei einem positiven Fall muss lediglich die betroffene Klasse oder Gruppe in Quarantäne, nicht jedoch die ganze Schule oder Einrichtung. Eltern, deren Kind die Klasse oder Gruppe mit einem positiv getesteten Kind besucht, müssen nicht in Quarantäne, außer sie hatten Kontakt mit dem infizierten Kind. Lehrer müssen aufgrund der bilateralen Maskenpflicht auch nicht mehr in Quarantäne.

Auch wenn Schulunterricht und Kindertagesbetreuung weit vom Regelbetrieb vor Corona entfernt sind, reagieren die meisten Schüler, Eltern, Lehrer und Betreuer gelassen und gut vorbereitet auf die Situation. Der Landkreis hält nach wie vor am Präsenzunterricht und der Präsenzbetreuung fest – alles andere wäre den berufstätigen Eltern nicht mehr zuzumuten. Besonders erfreulich ist, dass den Landrat und das Landratsamt zuletzt viele dankende und bestärkende Nachrichten zum Festhalten am Präsenzunterricht erreicht haben.

Am Freitag wurde dem Gesundheitsamt außerdem ein Asylbewerber mit positivem Testergebnis gemeldet. Es ist der erste Fall seit dem Sommer, als alle Bewohner einer Sammelunterkunft mehrfach unter Quarantäne gestellt werden mussten. Beim aktuellen Fall handelt es sich aber nicht um einen Bewohner einer Sammelunterkunft. Der positiv getestete Asylbewerber verbringt die Quarantäne daher analog zum Vorgehen in einer Privatunterkunft zusammen mit den Mitgliedern seines Haushalts in seiner Wohnung.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Landkreis Miesbach gut durch die Pandemie kommt“, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis. „Vor uns liegen entbehrungsreiche Wochen. Ich hoffe, dass die versprochenen Wirtschaftshilfen schnell bei den Unternehmen ankommen und die schlimmsten Folgen abmildern. Wenn wir uns alle an die Regeln halten und mit unserem Handeln Vorbild für andere sind, überstehen wir auch diese Infektionswelle. Bitte lassen Sie uns zusammenhalten!“

Vorbericht vom 1. November: Neue Corona-Regeln

Am Montag, 2. November, startet bundesweit der neue Corona-Lockdown. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Strenge Kontaktbeschränkungen: Private Treffen sind ab Montag nur zwischen Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes und dann auch nur mit maximal zehn Personen möglich. In Bayern gilt dies auch explizit für die eigene Wohnung. Verstöße werden sanktioniert.
  • Beherbergungsverbot: Auf nicht notwendige private Reisen, Tagesausflüge und Besuche – auch von Verwandten – soll verzichtet werden. Touristische Übernachtungen im Inland sind im November verboten. Dienstreisen bleiben erlaubt.
  • Gastronomie muss schließen: Gastronomiebetriebe sollen bis Ende November schließen. Lieferung und Abholung von Speisen bleibt erlaubt, auch der Betrieb von Kantinen.
  • Freizeiteinrichtungen müssen schließen: Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Bordelle und Fitnessstudios müssen ebenfalls im November schließen. Alle Veranstaltungen zur Unterhaltung sind verboten. Profisportveranstaltungen sind nur ohne Zuschauer erlaubt, Amateursportveranstaltungen hingegen untersagt.
  • Kosmetik nein – Friseur ja: Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe müssen ebenfalls im November schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie Podologie und Fußpflege bleiben erlaubt. Auch Friseursalons dürfen öffnen.
  • Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet: Schulen und Kindergärten gelten als systemrelevant und sollen trotz stark steigender Corona-Zahlen auch im November geöffnet bleiben. Auch Groß- und Einzelhandel darf öffnen, sofern sich nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter im Geschäft aufhält.
  • Nothilfe-Programm für Unternehmen: Für betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen soll es eine außerordentliche Wirtschaftshilfe des Bundes geben, um die finanziellen Einbußen zu entschädigen. Von bis zu 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter ist die Rede. Bis zu 10 Milliarden Euro werden dafür laut Beschluss der Bundesregierung zur Verfügung gestellt.

ft; ksl

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