Aktuelle Infos im News-Ticker

Coronavirus im Landkreis Miesbach: 7-Tage-Inzidenz steigt weiter

Markus Söder spricht bei einer Pressekonferenz in ein Mikrofon.
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Mittwoch eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie im Freistaat abgegeben.

Landkreis – Der Landkreis Miesbach ist nach dem Frühjahr zum zweiten Mal Corona-Hotspot. Aktuelle Infos zu Covid-19 gibt es in unserem News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Landkreis Miesbach überschreitet den Schwellenwert am Mittwoch (21. Oktober) und erreicht die rote Stufe der Corona-Ampel. Ab Donnerstag (22. Oktober) gelten neue Einschränkungen.
  • Ziel der Maßnahmen ist, die Präsenzbetreuung an Schulen und Kindertageseinrichtungen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Deswegen gilt die Maskenpflicht nun auch für Grundschüler und am Platz.
  • Es wird eine Sport-Ampel analog zur Corona-Ampel für Landkreis-Sporthallen eingeführt.
  • Zahlreiche Veranstaltungen sind abgesagt wegen der aktuellen Entwicklungen.

Service:

Update, 11.50 Uhr: Aktuelle Fallzahlen

Nachdem der Schwellenwert von 50 am Mittwoch (21. Oktober) überschritten wurde, meldet das Landratsamt am Freitag (23. Oktober) einen neuen Höchstwert bei der ausschlaggebenden 7-Tage-Inzidenz. Diese beträgt nun 77.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt demnach aktuell bei 897 – davon 87 aktive Corona-Fälle. Diese verteilen sich über den Landkreis wie folgt:

  • Holzkirchen: 21 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 15
  • Gmund: 9
  • Miesbach: 8
  • Bad Wiessee: 6
  • Hausham, Kreuth und Otterfing: 5
  • Weyarn: 4
  • Waakirchen: 3
  • Fischbachau und Schliersee: 2
  • Irschenberg und Valley: 1
  • Bayrischzell, Tegernsee und Warngau: 0

Update, 23. Oktober, 9.15 Uhr: Besondere Regeln in Holzkirchen

Der Vereinssport in Holzkirchen ist unter Einhaltung der Regelungen der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und zusätzlicher Maßnahmen weiterhin möglich. Der Markt Holzkirchen schließt sich damit der Entscheidung des Landrates Olaf von Löwis an, die Regelungen der Corona-Ampel der bayerischen Staatsregierung in den Landkreishallen auch für den Vereinssport anzuwenden.

Seit Mittwoch liegt der Landkreis Miesbach über dem Inzidenzwert von 50 Covid-19-Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Vereinssport in den Landkreissporthallen und in den Hallen des Marktes Holzkirchen einschließlich des Mehrzweckraumes sowie anderen als Sportstätte genutzten Räumen ist weiterhin möglich, sofern die Regelungen der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung eingehalten werden. Zudem dürfen sich maximal fünf Sportler in einem Sporthallendrittel betätigen. Bei nicht-sportlicher Betätigung müssen sie eine Maske tragen. Zudem gilt eine Maskenpflicht auch für Zuschauer.

Update, 17.20 Uhr: Inzidenz steigt weiter

Die Corona-Pandemie ist im Landkreis Miesbach wieder voll angekommen: Nachdem der Schwellenwert von 50 am Mittwoch (21. Oktober) überschritten wurde, meldet das Landratsamt am Donnerstag eine neue 7-Tage-Inzidenz von 67.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt demnach aktuell bei 883 – davon 75 aktive Corona-Fälle. Diese verteilen sich über den Landkreis wie folgt:

  • Holzkirchen: 19 aktive Fälle
  • Rottach-Egern: 12
  • Gmund: 10
  • Miesbach: 8
  • Hausham: 6
  • Bad Wiessee: 5
  • Kreuth, Otterfing und Weyarn: 3
  • Fischbachau und Waakirchen: 2
  • Irschenberg und Schliersee: 1
  • Bayrischzell, Tegernsee, Valley und Warngau: 0

Neben dem Mindestabstand von 1,5 Metern sowie den Hygieneregeln gelten daher weiterhin folgende Maßnahmen:

  • Private Feiern und Kontakte werden auf maximal fünf Personen oder zwei Haushalte begrenzt.
  • Sperrstunde, Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen sowie Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 22 Uhr.
  • Maskenpflicht am Platz für Schüler aller Jahrgangsstufen sowie am Platz bei Theatern, Kinos et cetera und auf allen Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte
  • Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen wie Bahnhöfen, Bushaltestellen oder Märkten

Update, 12.40 Uhr: Laptops für Schüler

Ob wegen eines Corona-Falls in der Klasse oder drastischen landesweiten Maßnahmen – obwohl derzeit der Präsenzunterricht läuft, droht Homeschooling. Und noch immer bestehe Bedarf an Laptops und Tablets für Schüler, um gegebenenfalls online zu Hause zu lernen, macht der Lions-Club Gmund-Oberland deutlich. Er hilft, die Ausstattung von Schulen zu verbessern.

Der Lions-Club sammelt Laptops und Tablets und gibt sie an Schulen weiter. Jüngst durfte sich Marianne Epp, Leiterin der Grundschule Bad Wiessee, freuen. Sie bekam Besuch von Sandra Zimmer, Activity-Beauftrage des Lions-Club Gmund-Oberland, die vier Laptops und ein iPad dabei hatte. Die Geräte stehen nun den Wiesseer Schülern zur Verfügung.

Und der Lions-Club sammelt weiter: Wer einen Laptop oder ein Tablet besitzt und nicht mehr braucht, kann es dem Lions-Club (E-Mail sandra.zimmer@lc-gmund-oberland.de) spenden, der gibt sie an Schulen und Familien weiter. Angenommen werden Tablets und Laptops mit Windows 8 oder höher, kein Windows XP. Apple-Laptops dürfen nicht älter als von 2014 sein. „Sehr hilfreich wäre es, wenn Sie alle Daten von Ihrem Gerät löschen“, erklärt der Lions-Club Gmund-Oberland.

Update, 22. Oktober, 9.55 Uhr: Aktion Wunschzettelbaum der Caritas

Damit Kinderaugen im Landkreis Miesbach zu Weihnachten leuchten, starten auch heuer wieder das Autohaus Weingärtner und das Caritas-Zentrum Miesbach die Aktion Wunschzettelbaum. Gerade in Zeiten von Corona ist es ihnen wichtig zu helfen. Denn die Pandemie bereitet gerade einkommensschwachen Familien große finanzielle Schwierigkeiten.

Deshalb wollen das Caritas-Zentrum Miesbach und die Familie Weingärtner dazu beizutragen, dass Weihnachten für alle ein schönes Fest wird, wie sie in einer Pressemitteilung erklären. Wie immer können Eltern mit geringem Einkommen mit den Caritas-Mitarbeitern Wunschzettel für ihre Kinder ausfüllen. Diese werden anonymisiert an einen Weihnachtsbaum im Autohaus Weingärtner gehängt, wo sie von Spendern abgenommen werden können. Die gekauften Geschenke werden verpackt wieder im Autohaus abgegeben und kurz vor Weihnachten von ehrenamtlichen Engeln der Caritas an die Familien verteilt.

Um die Sicherheit unter Pandemie-Bedingungen aufrecht zu erhalten, werden die Termine zum Ausfüllen der Wunschzettel so vergeben, dass möglichst wenig Begegnungen auf den Fluren stattfinden und ausreichend Zeit zwischen den Besuchen für Desinfektion und Lüften bleibt.

Mitmachen können alle Eltern und Alleinerziehende mit Kindern im Alter bis 16 Jahren, die Sozialleistungen erhalten oder ein geringfügig höheres Einkommen haben (bis zu 1,25-facher Regelsatz). Alle Angaben werden vertraulich behandelt und auf den Wunschzetteln anonymisiert.

Termine bei der Caritas sind nach telefonischer Anmeldung (08025/280620) ab sofort bis 20. November möglich. Danach warten die Wunschzettel am Weihnachtsbaum darauf, abgeholt und als Geschenk bis 14. Dezember zurückgebracht zu werden.

Update, 17.05 Uhr: Landkreis überschreitet Schwellenwert

Nun hat der Landkreis Miesbach auch den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das Robert-Koch-Institut meldet eine 7-Tage-Inzidenz von 51 für den Landkreis. Amtsintern geht man jedoch von einem noch deutlich höheren Wert aus, weil nach der Stichzeit des RKI weitere Fälle beim Gesundheitsamt eingegangen sind. Verbindlich für die Anordnung von Maßnahmen ist der Wert von RKI oder LGL und falls diese sich wegen unterschiedlicher Stichzeiten unterscheiden, der höhere Wert von beiden.

Ab Donnerstag (22. Oktober) gelten daher folgende Maßnahmen über die 7. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinaus:

  • sämtliche private Kontakte und Feiern (zum Beispiel Geburtstagsfeier, Hochzeitsfeier oder Trauerfeier mit maximal fünf Personen oder zwei Haushalten (das heißt, mehr als fünf Personen nur, wenn aus maximal zwei Haushalten)
  • Maskenpflicht am Platz für Schüler aller Jahrgangsstufen inklusive Grundschule sowie am Platz bei Theatern, Kinos et cetera sowie auf allen Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte
  • Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen wie Bahnhöfen, Bushaltestellen oder Märkten
  • Sperrstunde ab 22 Uhr

Diese Maßnahmen sind durch die bayerische Corona-Ampel verbindlich vorgegeben. Ausnahmen könnten nur erteilt werden, wenn es ein abgrenzbares Infektionsgeschehen (zum Beispiel in einer Pflegeeinrichtung) gäbe. Das Infektionsgeschehen ist jedoch über den gesamten Landkreis, alle Gemeinden und alle Bevölkerungsgruppen verteilt, sodass von den Ausnahmemöglichkeiten kein Gebrauch gemacht werden kann.

„Leider kann auch von der Maskenpflicht am Platz, die nun auch für Grundschüler gilt, keine Ausnahme gemacht werden, da die Voraussetzung für die Ausnahmeerteilung ist, dass es ein abgrenzbares Infektionsgeschehen gibt“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt. Aktuell stehen fünf Klassen (heute eine weitere am Gymnasium Tegernsee) und drei Kindertageseinrichtungen unter Quarantäne.

Die Koordinierungsgruppe hat sich Mittwochvormittag unter der Leitung von Landrat Olaf von Löwis sehr lange und ausführlich mit der Frage beschäftigt, wie Schulunterricht und Kindertagesbetreuung in den kommenden Wochen und Monaten möglich sein wird. Landrat Olaf von Löwis hat die Zielsetzung vorgegeben: „Kinder sollen so lange es irgendwie möglich ist, vor Ort in den Schulen und Kindertageseinrichtungen betreut werden.“ Der Landkreis weicht deshalb in zwei Punkten von den Vorgaben der Staatsregierung ab:

  • Eigentlich müssten Schüler ab der 50er-Inzidenz zusätzlich zu den Masken einen Abstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer einhalten. Weil das aber räumlich in den meisten Schulen nicht möglich ist, würde diese Vorgabe einen Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht bedeuten. Landrat von Löwis hat deshalb entschieden, dass Präsenzunterricht weiterhin stattfindet, auch wenn der Abstand im Klassenzimmer nicht gewahrt werden kann.
  • Bei den Kindertageseinrichtungen hat von Löwis entschieden, dass weiterhin Stufe 2 des dreistufigen Rahmenplans gilt. Gruppengrößen müssen also nicht reduziert werden. Kinder mit leichten Krankheitssymptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten dürfen weiter in die Kindertageseinrichtung. In Stufe 3, die ab der 50er-Inzidenz aktiviert werden kann, müsste die Gruppengröße reduziert werden und ein negativer Corona-Test bei Krankheitssymptomen vorgelegt werden. Beides würde dazu führen, dass wieder mehr Kinder von der Kindertagesbetreuung ausgeschlossen werden würden.

Um die Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer aller Jahrgangsstufen und für die Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen kommt der Landkreis aber nicht herum. Landrat von Löwis: „Ich verstehe es persönlich sehr gut, dass sich viele Eltern Sorgen machen, wenn ihre Kinder nun Maske tragen müssen. Ich habe selbst zwei inzwischen erwachsene Söhne und Enkel, auch im Grundschulalter, und habe größtes Verständnis für alle Eltern, die mir schreiben. Ich versuche, jeden Brief so gut es geht selbst zu beantworten. Jedoch bleibt uns momentan nichts anderes übrig. Die Masken helfen uns dabei, Präsenzunterricht stattfinden zu lassen. Ohne Masken könnten wir an vielen Schulen keinen Präsenzunterricht mehr durchführen. Das wäre fatal für die Eltern. Die Ärzte im Gesundheitsamt und die Vertreter der niedergelassenen Ärzte in der Koordinierungsgruppe bestätigen mir, dass Masken keine gesundheitsschädigende Wirkung haben. Ich bitte also alle Eltern, unsere Linie zu unterstützen und an alle Großeltern und besonders gefährdete Menschen in ihrem Umfeld zu denken.“

Diese Grafik zeigt, wie sich die Fallzahlen in Sachen Coronavirus im Landkreis Miesbach entwickelt haben.

Nachdem Maskenpflicht nun für alle Schüler in der Schule sowie an den Bus- und Bahnhaltestellen gilt, bittet die Koordinierungsgruppe darum, dass die Kinder die Masken auch auf den stark frequentieren Schulwegen (beispielsweise auf dem Gehsteig zwischen Bahnhof und Schule) tragen.

In Anlehnung an die bayerische Corona-Ampel führt der Landkreis eine Sport-Ampel für die Landkreishallen ein:

  • Stufe grün: Es gelten die Regelungen der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.
  • Stufe gelb: Es gelten die Regelungen der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, darüber hinaus maximal zehn Sportler in einem Sporthallendrittel, Maskenpflicht bei nichtsportlicher Betätigung und Maskenpflicht für Zuschauer.
  • Stufe rot: Es gelten die Regelungen der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, darüber hinaus maximal fünf Sportler in einem Sporthallendrittel, Maskenpflicht bei nichtsportlicher Betätigung und Maskenpflicht für Zuschauer.

Die Maßnahmen gelten so lange, bis der Inzidenz-Wert sechs aufeinanderfolgende Tage unter dem Schwellenwert beziehungsweise dem Signalwert liegt.

Update, 14.35 Uhr: Bayern verschärft Corona-Auflagen

Die Corona-Zahlen in Bayern und ganz Deutschland steigen rasant an. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Mittwoch eine Regierungserklärung abgehalten. Hier die wichtigsten Punkte daraus:

  • Ab Donnerstag (22. Oktober) führt Bayern einen weiteren Corona-Grenzwert ein, der für zusätzliche Beschränkungen sorgt: Ab einem Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen werden in einer Region Veranstaltungen mit über 50 Personen untersagt. Davon betroffen sind vor allem Kultur- und Vereinsveranstaltungen, die bislang mit einem Hygienekonzept für bis zu 200 Personen in Innenräumen und bis zu 400 Teilnehmer außen erlaubt waren. Gottesdienste, Hochschulveranstaltungen und Demonstrationen sind davon ausgenommen, ebenso Schulen und Kitas. In der Gastronomie wird die Sperrstunde hingegen auf 21 Uhr festgelegt.
  • Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes sollen einen Bonus in Höhe von 500 Euro erhalten, kündigte Ministerpräsident Markus Söder an. Solo-Selbstständige wie freischaffende Künstler würden neue staatliche Hilfen wie Stipendien bekommen.
  • Eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots hat der Ministerpräsident ebenfalls zur Sprache gebracht. Wer sich binnen zwei Wochen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zur Arbeit pendelt, solle sich einmal pro Woche testen lassen müssen. Diese Maßnahme betrifft vor allem Berufspendler aus Österreich und der Tschechischen Republik.

Update, 21. Oktober, 13 Uhr: Regierungserklärung von Markus Söder

Update, 16.40 Uhr: Landkreis weiter über Signalwert

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis Miesbach weiter über dem Signalwert von 35. Damit gelten die aus der Corona-Ampel abgeleiteten Einschränkungen unverändert weiter.

Einige Schulklassen und Gruppen in Kindertageseinrichtungen mussten nach positiven Befunden von Mitschülern oder Mitarbeitern unter Quarantäne gestellt werden: Gymnasium Tegernsee, Realschule Gmund und Realschule Holzkirchen, Berufliches Schulzentrum sowie Kindergarten Kleine Strolche Holzkirchen, Betriebskindergarten Lou der Papierfabrik Louisenthal und Evangelische Kinderkrippe Rottach-Egern.

Für alle engen Kontaktpersonen, beispielsweise Mitschüler, Klassenlehrer oder Gruppenmitglieder, wurde Quarantäne angeordnet. Alle Eltern der betroffenen Kinder wurden bereits informiert und das weitere Vorgehen wurde besprochen. Eltern, die bisher nicht kontaktiert wurden, können also davon ausgehen, dass sie nicht betroffen sind. Zur Entlastung von Gesundheitsamt und Schulleitungen möge bitte von Rückfragen abgesehen werden.

Update, 20. Oktober, 11.35 Uhr: Holzkirchner Kita schließt

Die Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ in Holzkirchen muss vorübergehend geschlossen werden. Grund ist ein bestätigter Corona-Fall unter den Kindern. Dies ist zum aktuellen Zeitpunkt eine reine Vorsichtsmaßnahme zur Sicherheit der Erzieherinnen, der Kinder und deren Eltern“, teilt die Marktgemeinde mit. Sie wartet auf weitere Anweisungen des Gesundheitsamtes, ob die Kinder und Erzieherinnen getestet werden müssen. In Absprache mit dem Gesundheitsamt werde festgelegt, wie lange die Einrichtung geschlossen bleiben muss.

Update, 18. Oktober, 12.30 Uhr: Landkreis überschreitet Signalwert

Am Wochenende trat ein, was viele vermuteten: Der Landkreis Miesbach überschritt laut Mitteilung des Landratsamtes den Signalwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt von Samstag auf Sonntag bei 40, sodass nun schärfere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung greifen. Diese sind in der Corona-Ampel der bayerischen Staatsregierung vorgegeben. Über die Maßnahmen der Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gelten ab Montag, 19. Oktober, zusätzlich folgende Regeln aus dem gelben Kasten der Corona-Ampel:

  • sämtliche private Kontakte und Feiern (zum Beispiel Geburtstagsfeiern, Hochzeitsfeiern oder Trauerfeiern) mit maximal zehn Personen oder zwei Haushalten
  • Maskenpflicht am Platz für Schüler ab der fünften Klasse sowie am Platz bei Theatern, Kinos et cetera
  • zusätzliche Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen wie Bahnhöfen, Bushaltestellen oder Märkten
  • Sperrstunde ab 23 Uhr sowie Alkoholverbot an Tankstellen und öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr

Bürger, die möglicherweise von Einschränkungen betroffen sein könnten, sollten zuerst auf der Homepage des Gesundheitsministeriums in der Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nachlesen. Diese ist übersichtlich gegliedert, beispielsweise in Gottesdienste, Veranstaltungen et cetera. Darüber hinaus ist jedoch zu beachten, dass durch die Überschreitung des Signalwertes auch die in der Ampel genannten Verschärfungen zusätzlich zu beachten sind. Viele Fragen zu den Maßnahmen sind auf www.corona-katastrophenschutz.bayern.de bereits beantwortet.

Fakt ist aber: Die Vielzahl an Regelungen stellt Bürger, aber auch die Verwaltung vor enorme Herausforderungen. Das Landratsamt versucht mit dem Bürgertelefon sowie mit der komplett überarbeiteten Homepage mit vielen Grafiken die Lage für die Landkreisbürger so übersichtlich wie möglich zu gestalten.

Die neuen Regeln gelten so lange, bis der Inzidenz-Wert im Landkreis mindestens sieben Tage unter dem Signalwert liegt.

Es gibt keinen einzelnen Infektionsherd im Landkreis, der für die stark steigenden Neuinfektionen verantwortlich ist. Viel eher verteilt sich das Infektionsgeschehen auf mehrere kleinere Cluster über den gesamten Landkreis verteilt. Ursache für die Cluster sind fast immer kleinere private Feiern. Zwar kann das Gesundheitsamt die Infektionsketten noch gut nachvollziehen, jedoch ist es inzwischen fast unmöglich, den Ursprung der Infektion des Indexpatienten herauszufinden.

Diese Grafik zeigt, wie sich die Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Miesbach entwickelt haben.

„Das Gebot der Stunde lautet: Vorsicht, Rücksicht, Umsicht!“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Ich bitte erneut alle Bürger, sich an die Regeln zu halten, auch wenn ich sehr gut verstehe, dass jeder sich nach Normalität sehnt. Aber bitte achten Sie auf diejenigen Mitglieder unserer Gesellschaft, die eine Infektion möglicherweise nicht überleben würden. Nur gemeinsam sind wir stark!“

Update, 15. Oktober, 14 Uhr: Inzidenz sinkt leicht

Das Landratsamt berichtet eine leicht gesunkene Sieben-Tage-Inzidenz. Sie liegt jetzt bei 29. Die schlechte Nachricht: Eine Klasse des Gymnasiums Tegernsee musste in Quarantäne. Und eine Sporthalle steht vorübergehend nicht mehr zur Verfügung.

Schrammte der Landkreis Miesbach am Montag mit einer Inzidenz von 34 noch knapp am Signalwert (35) vorbei, sank der Wert seither wieder leicht auf 29. „Der Inzidenz-Wert bleibt eine Momentaufnahme, da er schon morgen wieder deutlich steigen kann, wenn mehr Fälle an das Gesundheitsamt gemeldet werden“, erklärt Sophie-Marie Stadler, Sprecherin des Landratsamtes.

Von der 7-Tage-Inzidenz ist abhängig, welche Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung ergriffen werden. Das Landratsamt Miesbach wird nicht müde, zu betonen, dass im Kreis Miesbach bisher keine verschärfenden Maßnahmen über die Siebte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinaus gelten. Leider kann auch nicht abgesehen werden, ob und wann in den kommenden Monaten verschärfende Maßnahmen ergriffen werden müssen. „Wir müssen, genauso wie alle anderen Landkreise und Städte, auf Sicht fahren“, macht Stadler deutlich.

Von den Ergebnissen des Treffens zwischen Kanzlerin und Ministerpräsidenten ist bisher noch keine Information an die Landratsämter ergangen. Insofern kann die Miesbacher Behörde auch noch nicht verbindlich beurteilen, welche Neuerungen für die Bürger gelten.

Eine weitere Klasse, dieses Mal am Gymnasium Tegernsee, musste nach dem positiven Befund eines Mitschülers für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Betroffen sind auch die Schüler des klassenübergreifenden Religions- und Sportunterrichts, an dem der Schüler teilgenommen hat. Alle 37 unter Quarantäne gestellten Schüler sind auf Distanzunterricht umgestiegen. Bei den Lehrern wird im Einzelfall entschieden, je nach Kontakt mit den Schülern. Insgesamt wurden bisher 13 Klassen seit Schuljahresbeginn unter Quarantäne gestellt.

Eine weitere Hiobsbotschaft im Zusammenhang mit Corona und Schulen: Die kreiseigene Halle bei der Realschule Miesbach musste gesperrt werden, weil die Steuerungstechnik der Lüftungsanlage nicht mehr funktioniert. Betroffen ist der Schul- und der Vereinssport. Die Halle ist bis zum Austausch der Steuerung durch die Fachfirma voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche gesperrt. Der Luftaustausch muss gemäß „Rahmenhygienekonzept Sport“ des Innen- und des Gesundheitsministeriums gewährleistet werden, um das mögliche Ansteckungsrisiko zu verringern.

Update, 13. Oktober, 14.55 Uhr: Inzidenz nahe am Signalwert

Das Landratsamt hat die neuen Corona-Infektionszahlen bekanntgegeben. Sie steigen. „Am Montag schrammte der Landkreis Miesbach am Signalwert von 35 Neuinfektionen pro sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern vorbei: Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz stieg auf 34“, teilt das Landratsamt mit. Inzwischen sei sie wieder gesunken: Dienstagmittag laut RKI auf 27, Dienstagnachmittag laut LGL liegt sie noch bei 34. Die unterschiedlichen Werte liegen an späteren Stichzeiten und der Aktualisierung der Homepages.

Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 35 muss das Gesundheitsamt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie das Gesundheitsministerium über das Infektionsgeschehen vor Ort detailliert informieren. Es müssen noch keine verschärfenden Maßnahmen ergriffen werden. Sie wären optional, müssen verhältnismäßig und auf das Infektionsgeschehen abgestimmt sein. Erst ab einer Inzidenz von 50 („Schwellenwert“) sind Maßnahmen verpflichtend.

Bei den Maßnahmen, die bei steigenden Infektionszahlen angeordnet werden könnten, orientiert sich Miesbach an anderen Landkreisen und Städten, die die Marken bereits überschritten haben. Da die Infektionszahlen im Landkreis schon mehrmals in Richtung des Signalwerts von 35 stiegen, diesen aber nie erreicht haben, ist man in der Koordinierungsgruppe bereits gut vorbereitet. Mögliche Maßnahmen, die ab 50 Neuinfektionen ergriffen werden könnten, wären die Einschränkung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen, Maskenpflicht in weiterführenden Schulen und Alkoholverbote. „Die Maßnahmen müssen zum Infektionsgeschehen vor Ort passen, sonst bringen sie nicht den gewünschten Erfolg“, erklärt das Landratsamt. Angenommen es gäbe ein größeres Infektionsgeschehen in einer Pflegeeinrichtung, wäre es wenig sinnvoll, Maskenpflicht für Schüler anzuordnen.

Es gibt also keine Blaupause für einschränkende Maßnahmen. Stattdessen muss bei Erreichen des Signalwerts entschieden werden, welche der vorbereiteten Maßnahmen sinnvoll ist, um das Infektionsgeschehen im Landkreis wieder in den Griff zu bekommen. Aktuell gelten im Landkreis keine Einschränkungen über die für ganz Bayern geltende Siebte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinaus.

Das Infektionsgeschehen im Landkreis konzentriert sich aktuell hauptsächlich auf zwei Kommunen: Miesbach und Irschenberg. Das Landratsamt ist in engem Austausch mit den beiden Bürgermeistern. Im gesamten Landkreis schlagen mehrere Familienverbände zu Buche, die sich gegenseitig infiziert haben. Dass Personen im gleichen Haushalt sich gegenseitig anstecken, ist nicht überraschend. In vielen Fällen wird das Infektionscluster durch ein Familienmitglied aufgedeckt, das sich wegen Krankheitssymptomen testen lässt. Die übrigen Haushaltsmitglieder gelten dann als enge Kontaktpersonen und müssen ebenfalls getestet werden. Auf diese Weise sind mehrere Cluster im Landkreis entstanden.

Die Situation und auch der Inzidenz-Wert sind sehr dynamisch: Wird ein Cluster aufgedeckt, steigen die Zahlen sofort deutlich an. Dieselbe Zahl sinkt aber auch schnell wieder, wenn keine neuen Infektionen hinzukommen. Die Inzidenz ist also eher eine Momentaufnahme. Das Gesundheitsamt merkt aber darüber hinaus schon, dass die Anzahl der positiven Befunde insgesamt steigt. Die Tendenz geht insgesamt nach oben.

Die Situation an den Schulen hat sich kurzfristig etwas entspannt: Alle zwölf seit Schuljahresbeginn unter Quarantäne gestellten Schulklassen konnten wieder aus der Quarantäne entlassen werden. Aber auch dabei handelt es sich nur um eine Momentaufnahme: Jeden Moment können neue positive Befunde von Schülern zu weiteren Quarantänemaßnahmen führen.

Positiv ist dem Gesundheitsamt zuletzt aufgefallen, dass viele Hygienekonzepte sehr gut halten und Ansteckungen tatsächlich verhindern. Bei einigen Veranstaltungen in Schulen oder Vereinen, in denen kürzlich ein positiver Fall aufgetreten ist, und die sich an ihr sauber ausgearbeitetes Hygienekonzept gehalten haben, ist keine weitere Streuung aufgetreten.

Update, 12. Oktober, 16 Uhr: Schachmeisterschaft abgesagt

Vom 31. Oktober bis 8. November hätte die 24. Offene internationale bayerische Schachmeisterschaft (OIBM) auf Gut Kaltenbrunn stattgefunden. Die sprunghaft steigenden Infektionszahlen haben der Veranstaltung nun trotz monatelanger Arbeit an aufwendigen Hygienekonzepten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) plant jetzt gemeinsam mit Turnierdirektor Sebastian Siebrecht eine Schachwoche mit Kleinstformaten, um die Spieler dennoch an den Tegernsee zu holen.

„Eine Durchführung der Veranstaltung in dieser Größenordnung war mit den Entwicklungen der vergangenen Tage nicht mehr zu verantworten“, erklärt TTT-Geschäftsführer Christian Kausch. Er hebt auch die touristische Bedeutung des Turniers für das Tegernseer Tal in einer übernachtungsschwachen Zeit hervor. Bis zuletzt sei deshalb in enger Absprache mit dem Landratsamt am Hygienekonzept gearbeitet worden, um die Umsetzung eines sicheren Turniers für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Mit der Absage des Formats erhalten nun alle für die Veranstaltung angemeldeten Schachspieler die Möglichkeit, im gleichen Zeitraum kostenfrei an verschiedenen Kleinformaten am Tegernsee teilzunehmen. Unter der Leitung von Turnierdirektor und Großmeister Sebastian Siebrecht konnten kurzfristig Schach-Workshops, Trainings mit Analysen und Kommentierung, Simultan-, Blitz-, und Schnellschachturniere für kleine Gruppen auf den Weg gebracht werden. Die genauen Inhalte werden derzeit in Abstimmung mit Turnierdirektor Sebastian Siebrecht erarbeitet und zeitnah auf www.schach-tegernsee.de eingestellt.

Update, 11. Oktober, 17. 25 Uhr: Polizei löst Feier in Schliersee auf

Die Miesbacher Polizei hat am Samstagabend (10. Oktober) eine private Geburtstagsfeier mit etwa 50 Gästen aufgelöst. Wie die Inspektion berichtet, feierte ein 30-jähriger Schlierseer in einer Lagerhalle. Aufgrund einer Mitteilung aus der Bevölkerung wurde die Feier von einer Streife der Polizeiinspektion Miesbach zirka 22.30 Uhr überprüft. Der Veranstalter konnte kein erforderliches Hygienekonzept vorlegen. Es wurde weder eine Gästeliste geführt, noch waren Desinfektionsspender oder ähnliches aufgestellt. Die Sitzgarnituren waren ohne ausreichenden Abstand zueinander. Außerdem trugen die Gäste abseits der Tische keine vorgeschriebenen Mund-Nase-Bedeckungen. Auch der Mindestabstand wurde größtenteils nicht eingehalten.

Die Polizei nahm die Personalien aller noch bei der Veranstaltung befindlichen Personen auf und löste die Feier um 0.45 Uhr auf. „Die Personen verhielten sich bei den getroffenen polizeilichen Maßnahmen stets kooperativ“, teilt die Polizei mit. Den Veranstalter erwartet eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz.

Update, 9. Oktober, 10.15 Uhr: Bad Wiessee schließt Rathaus

Aufgrund der erneut ansteigenden Infektionszahlen schränkt die Gemeinde Bad Wiessee ab Montag, 12. Oktober, den Publikumsverkehr im Rathaus wieder ein. Ab diesem Tag werden Besucher ausschließlich dann eingelassen, wenn im Rathaus eine telefonische Voranmeldung vorliegt. Diese Verfügung betrifft auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen des Kommunalunternehmens Bad Wiessee.

Update, 15.45 Uhr: Landratsamt überarbeitet Ersatzbau

Mehr Homeoffice, mehr Digitalisierung, weniger Präsenz-Arbeitsplätze, weniger Bedarf für Wartebereiche – Corona zwingt das Planungsteam für den Ersatzbau des Landratsamtes die Pläne zu überarbeiten. Landrat Olaf von Löwis hat zusammen mit den verantwortlichen Mitarbeitern entschieden: Der Baukörper soll in der bisher geplanten Weise nicht realisiert werden. Stattdessen soll eine flexiblere, kleinere Lösung gefunden werden. Dass ein Ersatzbau aufgrund der Raumnot für die Mitarbeiter unbedingt notwendig ist, bleibt unbestritten. Den Kreisgremien soll dazu ein neues Konzept vorgelegt werden.

Die Kreisgremien und die Verwaltung beschäftigen sich schon einige Jahre mit Digitalisierung und Homeoffice. Corona ist nun ein Katalysator für diese Themen: Während des Corona-Lockdowns waren etwa 100 Landratsamt-Mitarbeiter, also ein Viertel der gesamten Belegschaft, im Homeoffice. „Diese Entwicklung können wir nicht unberücksichtigt lassen“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Wir müssen jetzt mutig sein und noch einmal neu anfangen zu denken und zu planen. Es wäre geradezu verantwortungslos, jetzt einen großen, kostspieligen Baukörper hinzustellen, der in dieser Form nicht mehr den Bedürfnissen der Bürger und der Verwaltung entspricht.“ Ursprünglich war ein z-förmiges, zum Teil vierstöckiges Bauwerk zwischen Münchner- und Riezlerstraße geplant, das die dann nur noch drei Standorte durch einen Campus verbindet.

Der Landrat hat das Planungsteam am Landratsamt mit der Überarbeitung der Pläne beauftragt. Die Kreisgremien müssen anschließend noch einmal über den Entwurf und das Gesamtkonzept entscheiden. Dass ein Ersatzbau kommt, steht jedoch außer Frage. Aktuell sind die Mitarbeiter über elf Häuser in der Kreisstadt verteilt. Viel Zeit bleibe im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Zwei der Häuser, das ehemalige Landwirtschaftsamt und das zugehörige Wohnheim, sind größtenteils nicht mehr nutzbar und nicht mehr wirtschaftlich zu renovieren.

Maria Rode, zuständige Abteilungsleiterin für Verwaltungsmanagement und Kommunales, bekräftigt: „Wir müssen das Landratsamt der Zukunft neu denken. Natürlich werden weiterhin persönliche Gespräche und Beratungen vor Ort stattfinden, aber ein Großteil der Behördengänge soll im Sinne der Bürgerfreundlichkeit bis 2024 digital stattfinden.“ Die Überarbeitung der Ersatzbaupläne erlaubt außerdem eine flexiblere Reaktion, wenn beispielsweise künftig Aufgaben von anderen staatlichen Behörden an die Landratsämter delegiert werden. Außerdem soll Homeoffice wo sinnvoll ermöglicht werden, gerade für berufstätige Eltern mit Kindern im Homeschooling. Arbeiten am Landratsamt soll für die Mitarbeiter flexibler und damit noch attraktiver werden.

Update, 7. Oktober, 11.40 Uhr: Angebot im Testzentrum wird gut angenommen

Das Landratsamt hat die aktuellen Corona-Zahlen bekannt gegeben. Demnach sind im Landkreis Miesbach derzeit 39 aktive Fälle registriert. Die bleibe weitgehend unverändert, teilt die Behörde mit. Zwar steigt die absolute Zahl an Neuinfektionen kontinuierlich an (plus 28 Neuinfektionen in sieben Tagen), doch die Infektionscluster können bisher noch alle gut unterbrochen werden.

Im Corona-Testzentrum an der Oberlandhalle werden durchschnittlich 60 Abstriche pro Tag genommen.

Das Angebot im Testzentrum an der Oberlandhalle wird gut angenommen: Täglich werden durchschnittlich 60 Abstriche genommen. Theoretisch wäre eine Kapazität von etwa 300 Tests pro Tag (drei Promille der Landkreisbevölkerung) möglich. Derzeit ist der Bedarf nicht da, um die volle Kapazität des Testzentrums auszuschöpfen, eine Aufstockung ist aber kurzfristig möglich. Die Analyse der Tests und die Benachrichtigung der Personen ist an einen externen Dienstleister vergeben. Neben dem Testzentrum führen auch niedergelassene Ärzte Corona-Tests durch. Menschen mit Krankheitssymptomen können nur beim Hausarzt getestet werden, da diese sowieso eine medizinische Betreuung und Krankschreibung brauchen.

Update, 15.35 Uhr: Arbeitslosigkeit leicht gesunken

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.535 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,8 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Vormonat hat diese noch bei 3 Prozent gelegen, im September 2019 bei 2 Prozent. Von den 1.535 sind 1.127 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet – 86 weniger als im Vormonat.

Für die Betreuung der Arbeitslosengeld-II-Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als zugelassener kommunaler Träger zuständig. Beim Jobcenter sind 408 Arbeitslose gemeldet – 21 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.139 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 919 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 24. September sind 1.432 Anzeigen für Kurzarbeit für 13.636 Mitarbeiter eingegangen. „Es kommt – obwohl die Corona-Pandemie den Arbeitsmarkt noch immer stark beeinflusst – vermehrt zu Einstellungen“, erklärt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, die auch für den Landkreis Miesbach zuständig ist.

Update, 11.55 Uhr: Erneut zwei Klassen unter Quarantäne

Zwei weitere Schulklassen müssen in Quarantäne, weil jeweils ein Mitschüler positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Dieses Mal trifft es zwei Klassen der Mittelschule Fischbachau, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt mit. Die Schüler müssen für 14 Tage ab dem letzten Kontakt mit den infizierten Mitschülern in Quarantäne. Eine Quarantäne-Verkürzung von 14 auf zirka zehn Tage nach Vorlage von zwei negativen Testergebnissen ist inzwischen nicht mehr erlaubt. Das Gesundheitsministerium hat diese Regel, die noch bei den letzten Klassen galt, die das Gesundheitsamt Miesbach in Quarantäne schicken musste, mittlerweile wieder zurückgenommen. Bei Lehrern muss weiterhin eine Einzelfallentscheidung getroffen werden. Seit Beginn des Schuljahres wurden im Landkreis Miesbach insgesamt zehn Klassen wegen eines positiven Corona-Befundes eines Mitschülers unter Quarantäne gestellt.

Darüber hinaus halten mehrere Infektionscluster das Contact-Tracing-Team des Gesundheitsamts in Atem: Gleich an mehreren Stellen im Landkreis haben sogenannte Indexfälle mehrere Kollegen, Freunde oder den ganzen Familienverband angesteckt. Das Contact-Tracing-Team muss bei jedem bestätigten Fall sehr schnell reagieren, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Dazu nimmt ein Mitarbeiter des Contact-Tracing-Teams unverzüglich Kontakt mit der infizierten Person auf, wenn ein Labor oder Arzt einen positiven Befund an das Gesundheitsamt meldet. Zusammen mit der Person werden dann die vergangenen Tage rekonstruiert und alle Kontaktpersonen in Kategorien eingeteilt. Die Quarantäne wird angeordnet und die Maßnahmen durchgesprochen. Anschließend werden alle engen Kontaktpersonen (mehr als 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt) abtelefoniert und zum Testen geschickt.

Die Zeit spielt gegen das Contact-Tracing-Team: Reagiert es nicht schnell genug, kann das Virus sich ungehindert ausbreiten, die Zahlen schießen eventuell in die Höhe und Einschränkungen für alle müssen ergriffen werden. In den vergangenen sieben Tagen wurden 24 Neuinfektionen im Landkreis gemeldet. Ab 35 müssen einschränkende Maßnahmen geplant werden.

Update, 10.35 Uhr: Lesekönig unter Corona-Regeln

Wegen der Corona-Einschränkungen kann 2020 keine Feier zum Ende des Sommerferien-Leseclubs stattfinden. Dafür wird es vom 6. bis 17. Oktober im Erdgeschoss der Gemeindebücherei Holzkirchen ein Glücksrad geben. Jedes Mitglied des Sommerferien-Leseclubs darf, je nachdem, wie viele Bewertungskarten es bis zum 30. September abgegeben hat, ein-, zwei- oder dreimal drehen.

Wer am meisten Bücher gelesen hat, wird zum Lesekönig ernannt und erhält auch einen Preis. Außerdem bekommen alle Leser mit mindestens drei abgegebenen Bewertungskarten eine Urkunde, teilt Monika Hollweck-Kraus vom Bibliotheks-Team mit.

Vorbericht vom 1. Oktober: Junge Musiker helfen Lions-Club

Junge Musiker spielen für den guten Zweck: Das Hilfswerk des Lions-Club am Tegernsee veranstaltet Benefiz-Konzerte am Sonntag, 11. Oktober, um 11 und 19 Uhr.

Die Tegernseerin Anna-Theresa Sehmer, Geigerin bei den Münchner Symphonikern, und ihre Freunde Ellen Seidel am Klavier, Nina Popotnik an der Viola und Hugo Smit am Violoncello stellen sich in den Dienst einer guten Sache und gastieren im Barocksaal am Tegernsee mit einem Kammerkonzert, das vom Hilfswerk des Lions-Clubs am Tegernsee veranstaltet wird. Es kommen Klavierquartette von Robert Schumann und Anton Dvorak zur Aufführung.

Der Reinerlös des Konzerts soll dem Hilfswerk des Lions-Clubs helfen, trotz der finanziellen Einbußen durch die Corona-Pandemie weiterhin im Landkreis zu helfen, wo Hilfe benötigt wird, heißt es in einer Mitteilung. So unterstützen die Lions unter anderem in Not geratene Mitbürger im Tegernseer Tal, das therapeutische Reiten und das pädagogisch wertvolle Projekt Schulschach.

Persönliche Eintrittskarten sind in der Tourist-Information in Tegernsee – auch unter Telefon 08022/92738 – erhältlich. Es gibt keine Abendkasse. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die aktuellen geltenden Hygienevorschriften der bayerischen Staatsregierung einzuhalten sind. Zudem besteht Maskenpflicht beim Betreten des Gymnasiums und des Barocksaals. Nachdem die Plätze eingenommen sind, kann die Maske abgenommen werden.

ft; ksl

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