Kreativ und digital

Mit Coronavirus: Jugendzentrum Sauerlach berichtet von Sozialarbeit an Schulen

Mit zahlreichen Ferienprojekten hat das Team des Jugendzentrums in Sauerlach die Kinder und Jugendlichen unterhalten.
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Mit zahlreichen Ferienprojekten hat das Team des Jugendzentrums in Sauerlach die Kinder und Jugendlichen unterhalten.

Sauerlach – Kreativ und digital ist das Jugendzentrum Sauerlach mit der Corona-Krise umgegangen und berichtet nun von der Sozialarbeit an Schulen.

Es hört sich ein bisschen an, wie alt bekannte Filmtitel mit schwierigen Verwandten in der Hauptrolle. Und ein bisschen wie im Film kam sich das Team des Jugendzentrums in Sauerlach zunächst auch vor, als es im März hieß: Geschlossen! Die Kinder und Jugendlichen sind zu Hause, statt Arbeit vor Ort heißt es Homeoffice. Egal ob in der Schulsozialarbeit, an der Grundschule oder beim Team des Juze – die Einrichtungen des Kreisjugendrings München-Land in der Gemeinde Sauerlach, die normalerweise mit drei verschiedenen Angeboten vor Ort für Kinder und Jugendliche aktiv sind, standen nun vor neuen Herausforderungen.

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Die Rollos des Jugendzentrums waren in dessen zehnjähriger Geschichte noch nie so lange am Stück geschlossen, wie nun aufgrund der Corona-Pandemie. Die Jubiläumsfeier, die ursprünglich für den 19. Juni geplant war, wird nun für nächstes Jahr vorbereitet. Über den Onlinedienst Instagram, die Homepage und das Juze-Handy war das Team digital für die Jugendlichen da. Es gab und gibt Ideen rund um: Lernen im Homeschooling, Anregungen und Challenges gegen Langeweile sowie Beteiligungsprojekte mit Umfragen. Das offene Ohr aus dem Juze hat sich ein wenig verändert, aber ist wie gewohnt auf Empfang und erfreut zu hören, welche Themen die Jugendlichen bewegen. „Mit ein wenig Abstand betrachtet, können wir sagen, dass wir in dieser Zeit viel gelernt haben und für die Jugendlichen aktiv sind“, erklärt Katharina Jackl von der offenen Jugendarbeit in Sauerlach.

In den Pfingstferien zum Beispiel haben alle Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, an zwei Spielaktionen teilzunehmen – eine davon auch im Live-Videochat mit anderen Jugendlichen. Ebenso herausfordernd gestaltete sich zu Beginn der Schulschließungen die Arbeit der Mitarbeiter der Jugendsozialarbeit an der Grundschule Sauerlach. Jeglicher persönlicher Kontakt war von heute auf morgen nicht mehr möglich. Laufende Klassenprojekte mussten abgebrochen werden. „Wir richteten zeitnah ein Bereitschaftstelefon ein“, sagt Jackl. „Dort konnten sich Schüler und Eltern melden, egal ob es um Probleme ging oder einfach nur ein offenes Ohr gebraucht wurde. Den persönlichen Kontakt konnten wir so natürlich nicht ersetzen.“ Gerade für Grundschüler stellt ein Telefonat oder ein Videochat eine weitaus höhere Hemmschwelle dar, als einfach in der Pause vorbeizuschauen.

„Zudem nutzten wir die Zeit, um uns mit Jugendsozialarbeitern anderer Schulen auszutauschen, Projekte für das nächste Schuljahr vorzubereiten und uns zu überlegen, wie wir den Wiedereinstieg mit den einzelnen Klassen begleiten könnten“, erklärt sie.

So kehrte Rabe Socke im Mai mit Mund- – oder besser gesagt Schnabelschutz – wieder in die Räume der ersten Klassen zurück. Dort berichtete er von seinen Erfahrungen und Erlebnissen, an denen die Kinder gut anknüpfen konnten. Eine Möglichkeit, die Erfahrungen zu teilen und so leichter in den neuen Schulalltag zu starten. Selbstverständlich haben auch auf die Zweit- und Drittklässler nach den Pfingstferien Wiedereinstiegsprojekte gewartet, während die Viertklässler auf Informationen aus den weiterführenden Schulen gespannt sein dürfen.

Neben den Schulschließungen verliefen auch die Oster- und Pfingstferien für einige Sauerlacher Grundschüler anders als geplant. Der Kreisjugendring München-Land bot im Landkreis München Ferienbetreuung in verschiedenen Formen an. „In Sauerlach sind wir vom Team der Ferienbetreuung üblicherweise im Juze-Container zu Gast und gestalten die Ferien mit verschiedenen Angeboten“, sagt Jackl. „Da wir vor Ort nicht wie geplant tätig sein konnten, sind wir Ostern und Pfingsten digital an die Kinder herangetreten.“ Bastelangebote zum Nachmachen, Kochrezepte zum Ausprobieren und Ideen, um die freie Zeit zu nutzen – das alles wurde mit den digitalen Programmen versendet.

Nun laute die Frage, ob es – wie in so manchem Film – weiterhin so gut gelingen kann, einen neuen Blick auf eine zunächst einengend wirkende Situation zu werfen? „Wir sind uns sicher: Ja, es wird uns gelingen, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen neue Wege für Angebote zu finden und die Hygiene- sowie Abstandsregeln gut einzubeziehen“, sagt Katharina Jackl. „Denn diese Herausforderung für die nächste Zeit, wenn die Angebote des Kreisjugendrings München-Land in Sauerlach zunehmend vielleicht auch wieder vor Ort stattfinden können, ist eine Bekannte.“ Bei den Tätigkeiten sind Lebenswelt und -realität der Kinder und Jugendlichen Ausgangspunkt der Überlegungen und Handlungen. Deshalb gelte es, auch in Zukunft verschiedene Blickwinkel einzunehmen, denn das Virus müsse als Teil der Lebenswelt und -realität gesehen werden – und nicht als trennende oder unüberwindbare Mauer. ksl

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