Fast 5.000 Kontrollen am Wochenende

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Polizei appelliert, nicht den Notruf zu blockieren

Landkreis – Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Polizei in den vergangenen Tagen im südlichen Oberbayern intensiv kontrolliert. Das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd zieht eine positive Zwischenbilanz.

Update, 14.40 Uhr: Bei Corona-Fragen nicht die Polizei anrufen

Das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd bittet erneut die Bevölkerung, die Notrufnummer 110 ausschließlich in Notfällen anzurufen. "Nach wie vor melden sich zahllose Bürger unter der Notrufnummer 110 in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums und belegen in dieser Zeit die Leitungen für echte Notfälle", erklärt Sprecherin Carolin Hohensinn. "Noch immer werden allgemeine Fragen zum Thema Coronavirus oder aber zur Auslegung der verfügten Ausgangsbeschränkung gestellt."

Diese Fragen begründen jedoch keine Notfälle, um die 110 zu wählen. Die Polizei bittet deshalb dringend, die Notrufnummer 110 für echte Notfälle freizuhalten, in denen ein schnelles Handeln der Polizei erforderlich ist. Aber auch die Telefone der örtlichen Polizeiinspektionen im kompletten Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd stehen nicht mehr still, seit die vorläufige Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Pandemie am Freitag (20. März) veröffentlicht wurde.

Die Polizei bittet, bei allgemeinen Fragen zum Thema Coronavirus oder aber zur Auslegung der verfügten Ausgangsbeschränkung die Hotline des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter der Telefonnummer 09131/68085101 oder die Hotline ihres jeweiligen Landratsamtes anzurufen.

Vorbericht

Fast 5.000-mal kontrollierte die Polizei seit Freitag (20. März) im südlichen Oberbayern, ob die erlassenen Allgemeinverfügungen der bayerischen Staatsregierung eingehalten werden. „Die polizeiliche Zwischenbilanz fällt positiv aus", teilt Sprecher Stefan Sonntag mit. „Die Ausgangsbeschränkungen haben eine hohe Akzeptanz und werden überwiegend von den Menschen in der Region beachtet." Nur wenige Unvernünftige mussten beanstandet werden, deren Verstöße wurden jedoch konsequent angezeigt.

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Von Freitagmorgen bis Samstagmorgen (jeweils 6 Uhr) führten die Polizisten im Zuständigkeitsbereich knapp 1.600 Kontrollen durch. Nur in rund 60 Fällen gab es Grund, etwas zu beanstanden, etwa 30 Anzeigen folgten. Seit Samstag, 0 Uhr, also seitdem der Ausgang in Bayern eingeschränkt ist, wurden mehr als 3.200 Kontrollen durch die Polizei im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd durchgeführt. Bei den 35 von der Polizei festgestellten Verstößen wurde in 28 Fällen Anzeige erstattet – davon 25-mal, weil die Ausgangsbeschränkung missachtet wurde.

Generell sei die Zahl der Polizeieinsätze rückläufig. „Gleichzeitig appellieren wir, auch weiterhin alles dafür zu tun, um diese schwierige Situation gemeinsam durchzustehen", erklärt Stefan Sonntag. „Wir werden nicht müde, Sie zu bitten: Beschränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf das absolut notwendige Minimum! Beachten Sie sich auch weiterhin die Ausgangsbeschränkungen und die verfügten Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen!"

Um die eigene Wohnung zu verlassen, sei kein Passierschein oder ähnliches erforderlich, um triftige Gründe nachzuweisen. Bei einer Kontrolle werden die Angaben von der Polizei überprüft, sodass beispielsweise bei der Fahrt zur Arbeit das Mitführen eines Dienst-, Arbeits- oder Betriebsausweises hilfreich sein kann. Die Polizei werde auch weiterhin intensiv kontrollieren, ob die Ausgangsbeschränkung sowie die Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen eingehalten werden, und Verstöße dagegen konsequent unterbinden und zur Anzeige bringen.

„Im südlichen Oberbayern haben die erlassenen Ausgangsbeschränkungen eine hohe Akzeptanz und werden von den allermeisten Menschen vorbildlich beachtet. Ich bin stolz, dass uns im Rahmen des präsidiumsweiten Einsatzes ein hervorragender Mix aus Augenmaß, Fingerspitzengefühl und Konsequenz bei der Überwachung, Kontrolle und Durchsetzung der Regeln gelungen ist", erläutert Polizeipräsident Robert Kopp. „Ich appelliere an Sie: Beachten Sie weiterhin die Verbote, Sie retten damit Menschenleben. Jede Infektion mit dem Coronavirus ist eine zu viel! Zeigen Sie Solidarität und übernehmen Sie damit Verantwortung für sich und andere!“

Zudem weist die Polizei darauf hin, bei Fragen zur Ausgangsbeschränkung sowie zu Veranstaltungsverboten und Betriebsuntersagungen nicht den Polizeinotruf 110 oder die örtlichen Polizeiinspektionen anzurufen. Diese sind dafür nicht der richtige Ansprechpartner. ksl

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