Corona-Krise im Landkreis Miesbach

Unterricht startet wieder: Warum den Schülern dabei nicht ganz wohl ist

Das Gymnasium Tegernsee und alle anderen weiterführenden Schulen im Landkreis Miesbach haben sich gut auf den Unterrichtsbeginn ab Montag vorbereitet. Ob Schule im Corona-Modus gelingt, wird sich nun zeigen müssen.
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Das Gymnasium Tegernsee und alle anderen weiterführenden Schulen im Landkreis Miesbach haben sich gut auf den Unterrichtsbeginn ab Montag vorbereitet. Ob Schule im Corona-Modus gelingt, wird sich nun zeigen müssen.

Tegernsee/Landkreis – Für die diesjährigen Abschlussklassen beginnt am Montag wieder der Unterricht – auch am Gymnasium Tegernsee. Doch Corona lässt Schule alles andere als normal sein.

Für die diesjährigen Abschlussklassen beginnt am Montag (27. April) so etwas wie Schulalltag. Oder besser gesagt: Präsenzunterricht mit vielen neuen Normen. Regel Nummer 1: Abstand halten! Die Schulen im Landkreis haben in den vergangenen Tagen mehr als Tische gerückt und sehen sich allesamt gut gerüstet. Nun ist die Spannung unter allen Beteiligten groß, ob Schule im Corona-Modus gelingt. Manche Unsicherheit bleibt.

„Wir sind sicherlich ziemlich gut aufgestellt“, ist Abiturientin Laura Strüber überzeugt. Die Jahrgangsstufensprecherin des Gymnasiums in Tegernsee macht sich auch keine Sorgen um die Vorbereitungen an ihrer Schule, sondern eher, dass trotz aller Maßnahmen ein Infektionsrisiko bleiben könnte. Ob also maximal 15 Schüler pro Unterrichtsraum, fünf Minuten Lüften nach jeder Stunde, Desinfektionsmittel allerorten, Pausen im Klassenzimmer und Co. genügend Infektionsschutz bieten, wird sich zeigen müssen.

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Fraglos ist diese Situation psychisch belastend für viele Schüler. „Ganz wohl ist einem nicht“, gibt Laura zu. Ein hoher Prozentsatz der rund 70 Tegernseer Abiturienten hätte zudem Risikopatienten zu Hause und womöglich Angst, sich nun in der Schule oder im Schulbus anzustecken. Vielleicht haben deshalb ganze 50 von ihnen die Unterschriftenaktion bayerischer Abiturienten unterstützt, die ein Durchschnittsabitur gefordert hatten.

Schülergemeinschaften aus ganz Bayern versuchten noch vergangene Woche, Kultusminister Michael Piazolo und Ministerpräsident Markus Söder in einem öffentlichen Brief von Alternativen zu den Abiturprüfungen zu überzeugen – eine Petition mit gleichem Ziel läuft bereits seit Ende März unter www.change.org/p/peter-tschentscher-abi-2020-umdenken.

Die bayerischen Bezirksschülersprecher forderten indes, das Abitur bis nach den Pfingstferien zu verschieben. Doch Söder und Piazolo machten schließlich klar: Ein sogenanntes Durchschnittsabi wird es nicht geben. Es bleibt bei den bisher geplanten Terminen für die Abschlussprüfungen: Abitur ab dem 20. Mai, Prüfungen an Mittelschulen ab dem 6. Juni, FOS und BOS ab dem 18. Juni, Realschulen ab dem 30. Juni.

Einen Teilerfolg ihrer Argumentation sehen Laura Strüber und viele ihrer Schülervertreterkollegen jedoch darin, dass alle Klausuren und mündliche Noten vor dem Abiturstart am 20. Mai gestrichen wurden. „Nicht alle Probleme sind damit gelöst“, meint Laura und erwartet, dass im Laufe der nächsten Wochen sogar noch weitere kleine Erleichterungen auf die Schüler zukommen. Vor allem für Schüler, die selbst zur Risikogruppe gehören oder mit Risikopatienten im Haushalt leben oder kein Internet zur Verfügung haben.

Fakt ist: Der Ernst des Lebens geht Montag wieder los. Nicht für alle Schüler und nicht wie gewohnt: Im Gymnasium Tegernsee starten die Abiturienten in der ersten Woche erst einmal in den drei Hauptfächern Mathe, Deutsch und einer Fremdsprache durch. In der zweiten Woche folgen zusätzlich die zwei gewählten Nebenfächer. Wer da zum Beispiel das Sportadditum gewählt hat, dürfte bis dato um weitere Details bangen. Es bleibt also spannend. sko

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