Osterbilanz der Polizei

Rettungseinsatz in Kreuth: Paar aus Ingolstadt versteigt sich in schwierigem Gelände

Einige wenige Einsätze, zum Beispiel eine Bergrettung in Kreuth, mussten die Retter am Osterwochenende durchführen. Polizeipräsident Robert Kopp zeigt sich dennoch zufrieden.
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Einige wenige Einsätze, zum Beispiel eine Bergrettung in Kreuth, mussten die Retter am Osterwochenende durchführen. Polizeipräsident Robert Kopp zeigt sich dennoch zufrieden.

Landkreis – Den Charaktertest habe die Bevölkerung bestanden, heißt es von der Polizei, denn auch über die Osterfeiertage habe sich eine hohe Akzeptanz der Corona-Maßnahmen gezeigt.

Seit dem 21. März gilt für den Freistaat Bayern eine vorläufige Ausgangsbeschränkung, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen. Seitdem kontrollieren die Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, ob die Abstands- und Schutzregeln eingehalten werden. Wie in den Wochen zuvor fällt auch die Wochen- und Osterbilanz positiv aus. Fast alle Menschen im südlichen Oberbayern hielten sich trotz beinahe vorsommerlichen Wetters an den Osterfeiertagen an die Ausgangsbeschränkung.

Genau 22.392 Kontrollen führte die Polizei im Verlauf der vergangenen Woche bis zum Morgen des Ostermontag (13. April) im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd durch, um die Verordnung der Staatsregierung anlässlich der Corona-Pandemie durchzusetzen. Dabei wurden 3.022 Verstöße festgestellt. In 2.180 Fällen wurden Anzeigen erstattet, die meisten (2.144) davon, weil die Ausgangsbeschränkung missachtet wurde.

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Polizeipräsident Robert Kopp sagt dazu: „Das Osterfest fand in einer Ausnahmesituation statt, wie wir sie nicht kannten. Ich bin stolz darauf dass sich die Menschen erneut sehr diszipliniert verhalten haben. Kein Freizeitvergnügen ist es wert, dass auch nur ein Menschenleben gefährdet wird. Sicherheit gestalten und pragmatisch agieren – die Devise unserer Kontrollen mit Augenmaß. Niemand wird gegängelt oder bevormundet. Jede unserer Kontrollmaßnahmen hat nur ein Ziel: Den höchstmöglichen Schutz vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus! Dazu ist räumliche Distanz – also das Vermeiden von Gruppenbildungen und das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern – zueinander unabdingbar.“

Für die Kontrollen lag das Hauptaugenmerk auf dem langen Osterwochenende. Nicht zuletzt durch das herrliche Frühlingswetter begünstigt, bereitete sich die Polizei auf eine erhöhte Kontrolltätigkeit auf den Straßen in die beliebten Ausflugsziele im Alpenvor- beziehungsweise Bergland vor. Unterstützt von Kräften der bayerischen Bereitschaftspolizei wurden beispielsweise an den vergangenen Tagen wieder mehrere Kontrollstellen auf überregionalen Straßen durchgeführt. Im Ergebnis hat sich eine überwältigende Mehrheit daran gehalten, die üblicherweise stark frequentierten touristischen Hotspots zu meiden.

Motorräder blieben in den Garagen

Die Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd überwachte den Ausflugsverkehr, vor allem die beliebten Bergstrecken im Voralpenland. Erfreulich dabei: Trotz idealen Wetters und der sicherlich großen Verlockung, endlich in die Zweiradsaison zu starten, stellten die Beamten im Laufe der Woche nur wenige Biker auf den üblicherweise sehr stark frequentierten Strecken fest.

Am Karfreitag (10. April) wurden von 22 kontrollierten Motorradfahrern acht wegen eines Verstoßes gegen die Ausgangsbeschränkung angezeigt. Am Samstag (11. April) wurden 27 Motorradfahrer kontrolliert. Fünf davon verstießen gegen die Ausgangsbeschränkung und werden deshalb zur Anzeige gebracht.

Alpines Gelände überwacht

Um das alpine Gelände zu überwachen, durchstreiften Einsatzkräfte der alpinen Einsatzgruppe (AEG) täglich die Wanderwege in den heimischen Bergen und kontrollierten auch, ob Berghütten und ähnliche Ausflugslokale wie vorgeschrieben geschlossen sind. Wanderer wurden nur ganz vereinzelt angetroffen. Unterstützt wurden die Alpinbeamten dabei jeden Tag aus der Luft von einem Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel.

Der leistete am Samstag (11. April) wertvolle Hilfe bei einem Rettungseinsatz: Ein Paar (28 und 30) aus Ingolstadt hatte sich bei Kreuth in schwierigem Gelände bei einer Bergtour in den Blaubergen verstiegen und musste von Helfern der Bergwacht Rottach-Egern und der alpinen Einsatzgruppe total erschöpft gerettet werden. Nach der Windenbergung setzte der Polizeihubschrauber die beiden unverletzt im Tal ab.

Problematisch ist, dass die Rettungskräfte bei einem solchen Einsatz nicht den Mindestabstand einhalten können. Die Helfer müssen neben den alpinen Gefahren auch noch ein erhebliches gesundheitliches Risiko in Kauf nehmen.

Seen und Flüsse im Auge

Die heimischen Gewässer wurden bei den Kontrollen nicht außer Acht gelassen. Unterstützt von Diensthundeführern und der Reitergruppe des Polizeipräsidiums, aber auch von der zuständigen Polizeiinspektion wurde auch der Tegernsee überwacht. Probleme wurden keine festgestellt.

Gleichmäßig niedrige Belastung

Wenngleich die Bevölkerung den beliebten Ausflugszielen ganz überwiegend fernblieb, musste die Polizei im südlichen Oberbayern von Karfreitag (10. April, 6 Uhr) bis Ostermontag (13. April, 6 Uhr) bei 7.446 Kontrollen in 982 Fällen Verstöße registrieren. 755 Anzeigen – fast alle wegen der Ausgangsbeschränkung, zum Beispiel durch Gruppenbildung, zu wenig Mindestabstand und Kontakt mit Personen außerhalb des selben Hausstandes – resultierten daraus.

Ruhige Verkehrs- und Einsatzlage

Am Ostermontag (13. April) entwickelte sich ein ähnlich ruhiges Lagebild wie in den vergangenen Tagen. Bis Stand 12 Uhr stellte die Polizei ein geringes Verkehrsaufkommen auf den Straßen und kaum Ausflugsverkehr fest. Nennenswerte Verstöße im Rahmen der Kontrollen waren nicht zu verzeichnen.

Die Servicestelle der Staatsregierung ist der zentrale Ansprechpartner für alle Bürger. Sie bietet einen direkten Draht in die Verwaltung des Freistaats mit allen Ministerien und Behörden.

Polizeipräsident Robert Kopp und Polizeivizepräsidentin Eva Schichl äußern sich zufrieden: „Ein bemerkenswert hoher Anteil der Menschen hier im südlichen Oberbayern handelt verantwortungsvoll und beachtet die Schutzregeln. Wer Abstand hält, sorgt sich um die Gesundheit und das Leben anderer. Bitte machen Sie so weiter. Lassen Sie uns auch in den kommenden Tagen gemeinsam das Leben von Menschen retten!“

Nach derzeitigem Stand gelten die verfügten Ausgangsbeschränkungen in Bayern bis zum 19. April. Die Polizei im südlichen Oberbayern wird das Einhalten dieser sowie von Veranstaltungsverboten und Betriebsuntersagungen bis dahin weiterhin kontrollieren. Verstöße dagegen werden mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl unterbunden und gegebenenfalls zur Anzeige gebracht. ksl

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