Horst Seehofer hält Festrede bei Neujahrsempfang in Wildbad Kreuth

CSU wähnt sich fast im Paradies

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Treffen der CSU-Spitze in Wildbad Kreuth: (v.r.) Alexander Radwan, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, Ministerpräsident und Parteivorsitzender Horst Seehofer, Bezirksrat Josef Bichler, Landrat Jakob Kreidl, Europaabgeordnete Angelika Niebler und Bürgermeister Josef Bierschneider.

Wildbad Kreuth – „Wie könnte ein Jahr schöner beginnen als bei diesem Empfang vor winterlicher Traumkulisse und vollem Festsaal?“. Bestens gelaunt begrüßte Landrat Jakob Kreidl, zugleich CSU-Kreisvorsitzender, vergangenen Sonntag über 1000 Gäste, die seiner Einladung zum Stehempfang gefolgt waren. 

Allen voran Festredner Ministerpräsident Horst Seehofer, dessen Erscheinen in der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth noch tags zuvor fraglich war. Wegen einer Grippe hatte Seehofer sogar seine Anwesenheit beim Filmball in München abgesagt und tags darauf alle Termine gestrichen. Umso größer fiel der Beifall aus, als der Ministerpräsident strahlend in Kreuth erschien. Unter den Anwesenden war traditionsgemäß auch eine Abordnung aus Niedersachsen, die heftig bekundete, ihre Stimme zur heimischen Landtagswahl bereits per Brief abgegeben zu haben. Kreidl hieß auch Herzogin Helene in Bayern sowie Monsignore Walter Waldschütz, zahlreiche Landkreis-Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder in Kreuth willkommen.Der Landrat ließ zunächst die Höhepunkte des Jahres 2012 Revue passieren. „Wir bekommen vom Freistaat hervorragende Rahmenbedingungen“, bedankte er sich beim Ministerpräsidenten. So sei es nicht verwunderlich, dass 98 Prozent der Bevölkerung gerne in Bayern leben. Bildung sei die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts. Stolz berichtete Kreidl, dass der Landkreis Miesbach vom bayerischen Wirtschaftsminister als „Region des Jahres“ ausgezeichnet wurde, wozu auch wohnortnahe Ausbildungsplätze gehörten. Die Arbeitslosigkeit Erwachsener im Landkreis liege bei gerade mal 2,9 Prozent, dafür gebe es keine Jugendarbeitslosigkeit. Stolz zeigte sich der Landrat angesichts der drei neuen Schulen, die derzeit im Landkreis gebaut werden. „Es rührt sich was im Oberland, wozu 2013 auch das Geothermie-Projekt in Holzkirchen gehört“, berichtete er stolz. Erwähnung fand auch der von Seehofer verfolgte Länderfinanzausgleich, was dieser in seiner 50-minütigen Festrede aufgriff. „Wir Bayern zahlen die Hälfte der Finanzen in Deutschland, also muss uns auch das halbe Deutschland gehören“, folgerte Seehofer unter großem Gelächter der Festbesucher. Bei einem kürzlichen Gespräch mit Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit habe dieser nochmals betont: „Wir sind arm aber sexy“, worauf Seehofer geantwortet habe: „Wir sind solidarisch aber nicht blöd“. Seehofer bedankte sich bei Landrat Jakob Kreidl für dessen Lob für den Freistaat. „So etwas erlebt man als Politiker selten, denn meist bekommt ein erfüllter Wunsch automatisch Junge“. „Zuhören, verstehen und handeln“, bezeichnete Seehofer das Motto seines Lebens. Klare Ziele beharrlich verfolgen und sich für einen richtigen Mittelweg entscheiden, sei die Lösung. Ein ganz dickes Lob galt Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die aus ihrem sicheren Amt in Berlin nach Bayern zurückkehren will, um ihre Talente für die Heimat einzusetzen. Mit Riesenapplaus unterstrichen die Besucher ihren Respekt vor dieser Entscheidung. „Auch Alexander Radwan wird unsere Heimat in Berlin hervorragend vertreten, wenn Sie ihn alle wählen“, forderte Seehofer auf. Radwan habe große Wirtschafts- und Finanz-Kompetenz und viel Erfahrung im Europa-Parlament und dem bayerischen Landtag sammeln können. „Bayern wird bis 2030 das erste Bundesland sein, das schuldenfrei sein wird“, versprach der Ministerpräsident mit der ihm eigenen Leidenschaft. Sein Dank galt den fleißigen Menschen in Bayern: „Dem Freistaat kann es nicht gut gehen, wenn es den Kommunen nicht gut geht, denn die Kommunen sind das Rückgrat des Staates“. Völlig losgelöst geriet der Ministerpräsident dann vollends ins Schwärmen: „Bayern ist ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, denn Bayern ist die Vorstufe zum Paradies“. Für letztere Aussage bat Seehofer Monsignore Walter Waldschütz um Zustimmung, was mit nicht enden wollendem Applaus im Saal unterstrichen wurde. iv

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